Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
Die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland nimmt seit den letzten Jahrzehnten immer mehr an der Internationalisierung der Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte teil. Von dieser Globalisierung sind nicht nur Großkonzerne betroffen, sondern in einem exportorientierten Staat wie Deutschland auch ein Großteil der mittelständigen Wirtschaft.
Auch die Rechnungslegung eines Unternehmens kann sich diesem Trend nicht entziehen. Sie darf sich nicht darauf beschränken internationale Geschäftsvorfälle korrekt abzubilden sondern muss aufgrund der gewandelten Anforderungen und der Forderung nach
internationaler Vergleichbarkeit sich selbst den internationalen Standards anpassen.(1)
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1 vgl. Krawitz, N.: Die Rechnungslegung nach HGB, IAS und US-GAAP im Vergleich – Teil A, in StuB, 3. Jg. (2001), H. 13, S. 629
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
2. Zielsetzungen der Rechnungslegungssysteme
2.1 HGB
2.2 IAS
3. Bilanzierung von latenten Steuern
3.1 Latente Steuern
3.1.1 Definition
3.1.2 Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Umkehr
3.2 Regelung nach HGB
3.2.1 Ansatz
3.2.1.1 Allgemein
3.2.1.2 Passive Abgrenzung
3.1.2.3 Aktive Abgrenzung
3.2.2 Ausweis
3.2.3 Bewertung
3.3 Regelung nach IAS
3.3.1 Ansatz
3.3.1.1 Allgemein
3.3.1.2 Passive Abgrenzung
3.3.1.3 Aktive Abgrenzung
3.3.2 Ausweis
3.3.3 Bewertung
4. Kritische Würdigung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Bewertung anhand der Rechnungslegungsziele
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit vergleicht die Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den International Accounting Standards (IAS), um die unterschiedlichen konzeptionellen Ansätze und deren Auswirkungen auf die Informationsqualität für Adressaten aufzuzeigen.
- Internationalisierung der Rechnungslegung
- Gegenüberstellung von HGB und IAS
- Ansatz, Ausweis und Bewertung latenter Steuern
- Rolle von Gläubigerschutz und Investoreninteressen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Umkehr
Die Abweichungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz, die zu latenten Ertragssteuern führen können, lassen sich auf drei verschiedene Sachverhalte zurückführen.
Bei zeitlich unbegrenzten Abweichungen erfolgt keine spätere Umkehr des Effektes. Diese permanenten Differenzen (permanent differences), sind z.B. auf bestimmte verdeckte Gewinnausschüttungen und verschiedene nicht abzugsfähige Betriebsausgaben wie Teile der Aufsichtsratgehälter, Strafen und Bußgelder oder ein Teil der Bewirtungen zurückzuführen.
Quasi permanente Differenzen sind Differenzen, die sich erst sehr spät, in der Regel nach Veräußerung oder Beendigung der Unternehmung, wieder ausgleichen, z.B. eine handelsrechtliche Neubewertung von Grundstücken oder Beteiligungen, die in der Steuerbilanz nicht vollzogen werden darf.
Zeitlich begrenzte Abweichungen (timing differences) sind Ergebnis von Differenzen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz, die sich in den Folgeperioden, nicht aber erst bei Veräußerung oder Beendigung der Unternehmung, wieder ausgleichen. Beispiele für die Entstehung dieser zeitlich begrenzten Differenzen werden im nächsten Gliederungspunkt gegeben.
Das timing-Konzept und das temporary-Konzept klären nun, welche Sachverhalte zu einer Rückstellung für latente Steuern führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einführung thematisiert die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung und definiert das Ziel, die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS zu vergleichen.
2. Zielsetzungen der Rechnungslegungssysteme: Das Kapitel erläutert die fundamentalen Unterschiede zwischen dem HGB, das primär auf Gläubigerschutz und Zahlungsbemessung zielt, und den IAS, die eine umfassende Informationsversorgung für Kapitalgeber anstreben.
3. Bilanzierung von latenten Steuern: Hier werden die theoretischen Grundlagen latenter Steuern sowie die konkreten Regelungen für Ansatz, Ausweis und Bewertung in den beiden Rechnungslegungssystemen detailliert analysiert.
4. Kritische Würdigung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Bilanzierungsmethoden kritisch anhand der jeweiligen Ziele der Rechnungslegung bewertet.
Schlüsselwörter
Bilanzierung, Latente Steuern, HGB, IAS, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Aktive latente Steuern, Passive latente Steuern, Kapitalgeber, Gläubigerschutz, Rechnungslegung, Bewertungsunterschiede, Steueraufwand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und internationalen Standards (IAS).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Konzeption von Steuerabgrenzungen, dem Ansatz, Ausweis und der Bewertung von latenten Steuern unter Berücksichtigung unterschiedlicher Rechnungslegungsziele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem HGB-Ansatz und dem IAS-Ansatz aufzuzeigen und zu bewerten, wie diese die Informationslage für externe Adressaten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und vergleichende Analyse der einschlägigen Rechtsvorschriften und Standards, ergänzt durch eine kritische Würdigung anhand der Rechnungslegungszwecke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Definitionen latenter Steuern, die verschiedenen Differenzierungskonzepte (Timing vs. Temporary) sowie die spezifischen Regelungen nach HGB und IAS in Bezug auf Ansatz, Ausweis und Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind latente Steuern, HGB, IAS, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Handelsbilanz, Steuerbilanz sowie das Spannungsfeld zwischen Vorsichtsprinzip und Informationsfunktion.
Warum spielt das "umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip" für das HGB eine Rolle?
Im HGB sorgt es dafür, dass Handelsbilanzwerte maßgeblich für die Steuerbilanz sind, was dazu führt, dass latente Steuern eine geringere Bedeutung haben als nach IAS, wo dieser Mechanismus nicht gilt.
Worin unterscheiden sich das Timing-Konzept und das Temporary-Konzept wesentlich?
Das Timing-Konzept ist GuV-orientiert und fokussiert auf Gewinnunterschiede, während das Temporary-Konzept bilanzorientiert ist und Bewertungsunterschiede zwischen IAS-Bilanz und Steuerbilanz in den Mittelpunkt stellt.
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- Adrian Horbert (Author), 2001, Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2277