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Kriegsheimkehrerschicksal. Darstellung in Sönke Wortmanns "Wunder von Bern"

Título: Kriegsheimkehrerschicksal. Darstellung in Sönke Wortmanns "Wunder von Bern"

Trabajo , 2010 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: André Schnücke (Autor)

Didáctica - Historia
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Besonders bei für das kommerzielle Kino produzierten historischen Spiel-filmen ist davon auszugehen, dass der inhaltlichen wie ästhetischen Gestaltung die Orientierung am Zuschauer, der Ausformung der Geschichtsbilder eine Antizipation der Vorstellungen des erwarteten Publikums zugrunde liegt. Kommerzielle Spielfilme sind im Rahmen der kontemporären Geschichtskultur folglich nicht allein als Produzenten, sondern ebenso als Produkte von Geschichtsbildern und Geschichtsbewusstsein zu betrachten. Dies kann als Ausgangspunkt einer Filmanalyse angesehen werden, die weniger nach der historischen Korrektheit der vermittelten Geschichtsbilder fragt, sondern vielmehr diese in ihrer Ausgestaltung zu analysieren und auf ihre Quellen hin zu hinterfragen bemüht ist. Wird Sönke Wortmanns Wunder von Bern offenkundig als Abbild der Nachkriegsgeschichte begriffen, wie Forderungen nach der Einbindung des Filmes in den Schulunterricht suggerieren, so scheint es angebracht zu sein, nach der Ausgestaltung der Geschichtsbilder im Film zu fragen. Diese Annäherung muss notgedrungen aufgrund des vorgegebenen Rahmens einer Hauptseminararbeit aspektorientiert erfolgen. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der Darstellung des Kriegsheimkehrerschicksals, die entworfene Geschichte der Heimkehr der fiktiven Figur Richard Lubansky. Dabei wird versucht aufzuzeigen, dass sich Wortmann im Wunder von Bern Bildern, Vorstellungen und Denkmustern bedient, die im Diskurs um die Spätheimkehrer im Westdeutschland der frühen fünfziger Jahren entwickelt worden sind. Dabei ist bemerkenswert, dass für die Auseinandersetzung mit dem Kriegsheimkehrerschicksal in der Öffentlichkeit sozial-psychologische und erinnerungspolitische Faktoren mitbestimmend waren, die das Bild des Kriegsheimkehrers auch in der Folge determinierten. Das Schicksal der Spätheimkehrer wurde mit Bedeutungen aufgeladen, die das sich auf diese beziehende populäre Geschichtsbild bis in unsere Tage prägt. Dies bezeugt, so die These, die Darstellung des Kriegsheimkehrerschicksals in Wortmanns Wunder von Bern.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Viktimisierungsdiskurs und Spätheimkehrer

3. Friedland in Essen-Katernberg

4. Der Kriegsheimkehrer als Dystrophiker

5. Schuld und Sühneleistung

6. Die Rolle der Frau bei der Wiedereingliederung des Heimkehrers

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Sönke Wortmanns Spielfilm "Das Wunder von Bern" unter dem Aspekt der Darstellung des Kriegsheimkehrerschicksals. Ziel ist es zu untersuchen, ob der Film mit populären Geschichtsbildern der frühen Bundesrepublik bricht oder diese durch eine viktimisierende Diskursstrategie bekräftigt.

  • Darstellung des Kriegsheimkehrers als Opfer totalitärer Willkür
  • Einfluss des Viktimisierungsdiskurses auf die Nachkriegsgesellschaft
  • Bedeutung der psychiatrischen Dystrophie-Diagnose als Deutungsmuster
  • Die Rolle der Frau bei der familiären und gesellschaftlichen Wiedereingliederung
  • Verhältnis von Schuld, Sühne und kollektiver Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des Kriegsheimkehrerschicksals in Sönke Wortmanns Wunder von Bern

Die scheinbare Präsenz des Geschehenen auf Leinwand und Bildschirm verleitet jedoch nur allzu leicht dazu, das Dargestellte als realistisches Abbild anzusehen und den Konstruktionscharakter jeder Geschichtsschreibung zu missachten. Gerade filmische Geschichtsschreibung unterliegt dabei in Dokumentaristik, wie auch im Spielfilm der Notwendigkeit geschlossener Darstellung und dem Streben nach Eindeutigkeit: „Eine Welt, die sich mit 24 Bildern pro Sekunde bewegt, lässt weder Zeit noch Raum für Reflexion, Verifikation oder Debatte.“

Nicht allein das Medium begünstigt Vereinfachungen, auch das Publikum erwartet ein ganzheitliches Bild, dass dem Fragmentarischen einer auf größtmögliche Objektivität zielenden, diskursiven und quellengestützten Geschichtsschreibung entgegensteht. Dabei sind die entstehenden Geschichtsbilder in hohem Maße das Ergebnis von im Produktionsprozess gefällten Entscheidungen. Das subjektive Moment des Historikers kommt zuvorderst durch die Auswahl der Quellen und die Anordnung des Materials zum Tragen. Literaten wählen ihren Stoff und reichern ihn mit fiktionalen Elementen an, bleiben jedoch bei ihrer Darstellung stets an das Medium der Sprache und die Mittel der Rhetorik gebunden. Die Darstellung im Film dahingegen verlangt Entscheidungen hinsichtlich der Stoffauswahl und der Kombination von Bild und Ton.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Films als Medium der Geschichtsvermittlung und führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Sönke Wortmann das Schicksal der Kriegsheimkehrer in "Das Wunder von Bern" konstruiert.

2. Viktimisierungsdiskurs und Spätheimkehrer: Dieses Kapitel erörtert die gesellschaftliche Konstitution der Bundesrepublik als "Opfergemeinschaft" nach 1949 und die diskursive Strategie der Viktimisierung zur Identitätsstiftung.

3. Friedland in Essen-Katernberg: Es wird analysiert, wie Wortmann ikonografische Bilder der Heimkehr aus dem Lager Friedland zitiert, um die populäre Vorstellung von Gefangenschaft und Freiheit zu bestätigen.

4. Der Kriegsheimkehrer als Dystrophiker: Hier wird der Zusammenhang zwischen der medizinischen Dystrophie-Diagnose der 1950er Jahre und der Darstellung der psychischen Probleme der Heimkehrerfigur Richard Lubansky untersucht.

5. Schuld und Sühneleistung: Das Kapitel untersucht, wie der Film das Nebeneinander von individueller Schuld und der Kompensation durch das Leid der Gefangenschaft darstellt, um eine "völkerübergreifende Opfergemeinschaft" zu entwerfen.

6. Die Rolle der Frau bei der Wiedereingliederung des Heimkehrers: Die Analyse zeigt auf, wie die Ehefrau im Film als Expertin für Beziehungsarbeit und emotionale Stabilität fungiert, um die patriachale Autorität des traumatisierten Heimkehrers wiederherzustellen.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass der Film den Viktimisierungsdiskurs der Nachkriegszeit fortsetzt und ein Bild vermittelt, das eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Täterrolle ausklammert.

Schlüsselwörter

Kriegsheimkehrer, Spätheimkehrer, Das Wunder von Bern, Sönke Wortmann, Viktimisierung, Geschichtskultur, Opferrolle, Erinnerungskultur, Bundesrepublik, 1950er Jahre, Dystrophie, Geschlechterverhältnisse, Identitätspolitik, Spielfilm, Nachkriegsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Sönke Wortmann in seinem Spielfilm "Das Wunder von Bern" das Schicksal von Kriegsheimkehrern darstellt und inwieweit diese Darstellung auf den gesellschaftlichen Diskursen der 1950er Jahre basiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Viktimisierungsdiskurs, die psychiatrische Konstruktion der "Dystrophie", das Verhältnis von Schuld und Sühne sowie die geschlechtsspezifische Rollenverteilung bei der Wiedereingliederung von Heimkehrern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob der Film die populären Geschichtsbilder der frühen Bundesrepublik hinterfragt oder diese durch eine selektive Darstellung der Opferrolle weiter festigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine aspektorientierte Filmanalyse, die den Film in Bezug zu historischen Kontexten, zeitgenössischen Quellen und wissenschaftlichen Diskursen der Nachkriegszeit setzt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur diskursiven Einordnung des Heimkehrers, der Verwendung ikonografischer Bilder aus Friedland, der medizinischen Interpretation psychischer Probleme sowie der Rolle der Frau bei der Restabilisierung der Familie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kriegsheimkehrer, Viktimisierungsdiskurs, Geschichtsbilder, Identitätspolitik, 1950er Jahre und die Rolle der Frau bei der gesellschaftlichen Wiedereingliederung.

Wie wird das Phänomen der "Dystrophie" im Kontext des Films interpretiert?

Die Arbeit zeigt, dass die Dystrophie-Diagnose im Film als ein Deutungsmuster dient, um das Leid der Gefangenen allein auf die Behandlung durch die Sowjets zurückzuführen und somit eine traumatisierende Funktion der eigentlichen Kriegserlebnisse auszublenden.

Welche Funktion hat die Ehefrau im Film laut der Analyse?

Die Ehefrau wird als "Expertin für emotionales Miteinander" dargestellt, deren Aufgabe es ist, ihre eigene Eigenständigkeit hintanzustellen, um die patriachale Ordnung der Familie und die psychische Genesung des Mannes zu stützen.

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Detalles

Título
Kriegsheimkehrerschicksal. Darstellung in Sönke Wortmanns "Wunder von Bern"
Calificación
1,0
Autor
André Schnücke (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
21
No. de catálogo
V229765
ISBN (Ebook)
9783656455349
ISBN (Libro)
9783656455691
Idioma
Alemán
Etiqueta
kriegsheimkehrerschicksals ihre darstellung sönke wortmanns wunder bern
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
André Schnücke (Autor), 2010, Kriegsheimkehrerschicksal. Darstellung in Sönke Wortmanns "Wunder von Bern", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229765
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