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Gewalt in Ovids Ars amatoria

Título: Gewalt in Ovids Ars amatoria

Trabajo de Seminario , 2013 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Andreas Lins (Autor)

Filolofía latina - Literatura
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Lehrgedicht ist Lehrgedicht und Liebeselegie ist Liebeselegie. Diese beiden Gattungen miteinander zu vereinbaren, ist auf den ersten Blick ein Ding der Unmöglichkeit. Entstehen Liebeselegien aus der Klage heraus, keine Kontrolle über das eigene Liebesleben zu haben, so beschäftigen sich Lehrgedichte mit Themen, die lehrbar und kontrollierbar sind, meist aus den Bereichen der Landwirtschaft, Naturwissenschaft und Technik. Doch der augusteische Dichter Ovid wagte den Spagat und schuf um die Zeitenwende zwei Lehrgedichte, die diese beiden Gattungen miteinander in Einklang bringen sollten: Die Ars amatoria (Liebeskunst) und die Remedia amoris (Heilmittel gegen die Liebe). Diese Lehrgedichte mit sowohl formaler als auch thematischer Verwandtschaft zur Liebeselegie stellten ein Novum dar. Diese Hausarbeit wird sich mit der Ars amatoria auseinandersetzen, seinem ersten Lehrgedicht, das die Liebesthematik behandelt. Sie lehrt in den ersten beiden Büchern, wie die Frau im Kontext der Werbung und der Liebesbeziehung durch den Mann beherrscht werden kann.
Bei der Untersuchung des Werks wird der historische Kontext immer wieder eine Rolle spielen, da der antike Leser einige Passagen anders verstand als wir heute. Die römische Antike kannte durch ihre patriarchalische Prägung eine völlig andere Rolle der Frau als die Moderne. Die Frage der Geschlechterhierarchien stellte sich weit weniger als in heutiger Zeit, sie waren festgelegt und mussten nur gepflegt bzw. kommuniziert werden. Dies wirft unmittelbar die Frage nach den Instrumenten der Kommunikation auf, zu denen auch Gewalt zählen könnte. Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb mit der Frage, wie Ovid in seinem Werk zum Thema Gewalt gegen Frauen steht und was er Männern in dieser Hinsicht vermitteln möchte. Gewalt wird dabei hauptsächlich als rein körperliche Gewalt verstanden, rein psychische Gewalt wird nicht Gegenstand der Untersuchung sein, wobei Mischformen auftreten können. Gegenstand der Untersuchung sind sowohl die Werbung der Frau als auch der konkrete Geschlechtsakt. Da das dritte Buch der Ars amatoria die Frauen als Leserschaft anspricht, beschränkt sich die Arbeit im Wesentlichen auf die ersten beiden Bücher.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. „arte regendus Amor“: Liebe als erlernbare Fähigkeit

2. Jagd

2.1. Der amator als kundiger Jäger

2.2. Unterschiede zwischen Tierjagd und Liebesjagd

3. Vergewaltigung

3.1. Vergewaltigung in der Antike

3.1.1. Rechtliche Situation

3.1.2. Funktion der Vergewaltigung: Mittel oder Zweck?

3.2. Einschlägige Textstellen in der Ars amatoria

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung und den Einsatz von Gewalt gegen Frauen in Ovids Lehrgedicht Ars amatoria. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Ovid Gewalt – insbesondere im Kontext von Werbung und Geschlechtsakt – in seinem Werk bewertet, ob er sie als Mittel oder Zweck instrumentalisiert und wie diese Darstellung vor dem Hintergrund der antiken Geschlechterrollen und der gattungsspezifischen Einordnung zwischen Epos und Liebeselegie zu deuten ist.

  • Analyse der ars-Konzeption als erlernbares Instrument zur Kontrolle der Liebesbeziehung.
  • Untersuchung der Jagdmetaphorik als Mittel zur Strukturierung des Werbeprozesses.
  • Historisch-rechtliche Einordnung von Vergewaltigung in der römischen Antike.
  • Deutung kontroverser Textstellen vor dem Hintergrund damaliger Konventionen und moderner Rezeption.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Funktion der Vergewaltigung: Mittel oder Zweck?

Wir haben gesehen, dass eine Vergewaltigung auch in der Antike ein vielfach beachtetes und – zumindest bei freien Frauen – keinesfalls alltägliches und selbstverständliches Ereignis war. Doch die Art und Weise der Bewertung in den antiken Quellen unterscheidet sich doch sehr von heutigen Auffassungen. Auch wenn der rechtlichen Betrachtung ein eigenes Teilkapitel in dieser Arbeit gewidmet wurde, so lassen sich rechtliche und soziale Aspekte natürlich nicht strikt trennen. In der Betrachtung der rechtlichen Bewertung der Tat lässt sich immer wieder auch auf soziale Aspekte schließen, was im Folgenden versucht wird.

Auch wenn generalisierende feministische Aussagen, wie die von Richlin, dass die Schuld für die Vergewaltigung beim Opfer festgemacht wurde, sicherlich nicht ganz die sozialen Begebenheiten wiedergeben, so lässt sich in der Literatur eine tendenziell täterzentrierte Perspektive erkennen. Im Mittelpunkt der Darstellung steht meist der Zweck der Vergewaltigung für den Täter.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der gattungstheoretischen Besonderheit des Werks und Definition der Fragestellung bezüglich des Gewalteinsatzes gegen Frauen in den ersten beiden Büchern.

1. „arte regendus Amor“: Liebe als erlernbare Fähigkeit: Herleitung des Begriffs ars als zentrales Konstrukt für die Selbstkontrolle und aktive Gestaltung von Liebesbeziehungen im Gegensatz zur elegischen Passivität.

2. Jagd: Analyse der Analogie zwischen Tier- und Liebesjagd als rhetorisches Mittel, um dem Leser die Kontrolle über den Werbeprozess zu vermitteln.

3. Vergewaltigung: Detaillierte Untersuchung des Konzepts von Zwang und Gewalt in der Antike und kritische Beleuchtung der einschlägigen Textstellen in Ovids Werk unter Berücksichtigung verschiedener Forschungsansätze.

Zusammenfassung: Fazit zur Rolle Ovids als unkonventioneller Dichter, der trotz patriarchaler Prägung die Notwendigkeit von Zivilisation und Konsens in der Liebe betont, auch wenn ein widerspruchsloses Gesamtbild zur Gewaltfrage ausbleibt.

Schlüsselwörter

Ars amatoria, Ovid, Lehrgedicht, Erotodidaxe, Geschlechterrollen, Gewalt, Vergewaltigung, Antike, Jagdmetaphorik, amor longus, Geschlechterhierarchie, Psychagogie, römische Gesellschaft, Lucretia-Legende, Liebeskunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Ovids Lehrgedicht Ars amatoria im Hinblick auf die Darstellung von Gewalt gegen Frauen und die Rolle des Mannes in antiken Liebesbeziehungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Konzepte von Liebe als erlernbare ars, die Anwendung von Jagdmetaphern in der Werbung, die antike Rechtslage von Vergewaltigungen und die soziokulturelle Einordnung von Geschlechterhierarchien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie Ovid Gewalt in seinem Werk bewertet und ob er diese legitimiert oder durch das Konstrukt der ars im Sinne eines kontrollierten, einvernehmlichen Umgangs zu ersetzen sucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text vor dem Hintergrund des historischen Kontexts der römischen Antike sowie unter Einbeziehung verschiedener moderner, teilweise feministischer Forschungspositionen interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung des Konzepts der Liebeslehre, die Untersuchung der Jagdmotive zur aktiven Einflussnahme sowie eine tiefgehende Analyse der Problematik sexueller Gewalt und deren Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Ars amatoria, Geschlechterrollen, ars (als Fertigkeit), Vergewaltigung, antike Moralvorstellungen und die Ambivalenz des Gewalteinsatzes.

Wie bewertet der Autor die Verbindung von Gewalt und Liebesraub?

Der Autor zeigt auf, dass Ovid den mythologischen Liebesraub zwar darstellt, ihn aber oft durch die Abwesenheit von ars als Zeichen von Unzivilisiertheit markiert, während er gleichzeitig den zeitgenössischen Leser zur freiwilligen, kunstvollen Werbung anhält.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext die Interpretation?

Der Autor betont, dass Ovid als Kind seiner Zeit agierte und die antiken gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wie etwa die strikte Trennung von Schuld und Strafe bei Vergewaltigungen, maßgeblich für das Verständnis seiner Texte sind.

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Detalles

Título
Gewalt in Ovids Ars amatoria
Universidad
University of Constance  (Fachbereich Literaturwissenschaft)
Curso
Hauptseminar: Ovid, Ars amatoria – Erotik als Kulturtechnik
Calificación
1,0
Autor
Andreas Lins (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
29
No. de catálogo
V229897
ISBN (Ebook)
9783656457510
Idioma
Alemán
Etiqueta
gewalt ovids
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andreas Lins (Autor), 2013, Gewalt in Ovids Ars amatoria, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229897
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