In dieser Proseminararbeit, die im Rahmen des Seminars: „Einführung in die wissenschaftliche Arbeit am Neuen Testament (ohne Griechisch)“ entstanden ist, wird die Perikope „Die Stillung des Sturms“ aus dem Lukasevangelium exegetisch bearbeitet. Wenn nicht anders angegeben, werden der Text der Perikope sowie alle anderen Bibelstellen aus der Lutherübersetzung zitiert.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Übersetzungsvergleich
2.1 Vergleich der verschiedenen Übersetzungen
2.2 Abschließende Beurteilung
3. Textanalyse
3.1 Kontextanalyse
3.2 Sprachlich-syntaktische Analyse
3.2 Semantische Analyse
3.3 Narrative Analyse
3.4 Pragmatische Analyse
3.5 Feststellung der Kohärenz
4. Literarkritik
4.1 Synoptischer Vergleich
4.2 Literarische Abhängigkeit
4.3 Literarisches Gefälle
4.4 Fazit
5. Formgeschichte
5.1 Bestimmung der Form
5.2 Der Sitz im Leben
6. Traditions- und Überlieferungsgeschichte
7. Motivgeschichte
8. Redaktionsgeschichte
8.1 Untersuchung des Perikopenrahmens
8.2 Komposition
8.3 Redaktion am Text / Einordnung der Ergebnisse in die Theologie des Evangeliums
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit führt eine exegetische Analyse der Perikope „Die Stillung des Sturms“ (Lukas 8,22-25) durch, mit dem Ziel, die narrative Struktur, die theologische Intention des Evangelisten Lukas und die Einordnung in den synoptischen Kontext zu erschließen.
- Vergleichende Untersuchung verschiedener Bibelübersetzungen hinsichtlich Wortwahl und Sinngehalt.
- Detaillierte Analyse des Textes mittels methodischer Schritte wie Kontext-, Sprach-, Struktur- und Motivgeschichte.
- Literarkritische Betrachtung der Abhängigkeit von der markinischen Vorlage.
- Erforschung des lukanischen Jesus-Bildes als Retter in existentiellen Krisen.
- Untersuchung des Sitzes im Leben und der Intention hinter der Erzählung für die frühe Gemeinde.
Auszug aus dem Buch
3.2 Semantische Analyse
Auffällig in Lukas 8 ist das nautische Vokabular. „Boot“, „Windwirbel“, „See“, „Wasser“, „Wogen“ und „Wellen“ sind Wörter, die sich durch alle Verse hindurch ziehen. Schon im zweiten Satz der Bibel ist von Wasser die Rede, Gott schafft das Meer, er schützt später Noah in einem Schiff und wir lesen nach der Sturmstillung, dass Jesus auf dem Wasser läuft. Wasser hat in der Bibel also eine ambivalente Bedeutung. Es kann als „Wasser des Lebens“ positiv für uns Menschen sein und unser Leben erhalten. Jedoch kann es in Form eines großen Meeres und in Gestalt tosender Wellen auch zur unbezwingbaren Naturgewalt und damit zum Verhängnis werden.
Ohne Regen, den Pflanzen, Tiere und Menschen brauchen, ist ein Leben auf dieser Erde undenkbar. Ebenso ist es mit dem Wind, er kann versorgen, wie in Numeri 11 und auch verantwortlich für das Wolkenziehen sein. Er kann aber auch zum Sturm und gefährlich werden, wie beispielsweise in den Psalmen beschrieben oder auch im Gleichnis in Matthäus 7, 24-28. Wasser und Luft verbindet, dass beide absolut lebensnotwendig sind und absolut gefährlich werden können. Bis heute haben Menschen keine Gewalt über Tsunamiwellen, Wirbelstürme oder Überschwemmungen und nicht umsonst lautet ein Sprichwort „Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand!“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Exegese der Perikope ein und legt den zugrunde liegenden Text der Lutherbibel dar.
2. Übersetzungsvergleich: Es werden Übereinstimmungen und Unterschiede in der Wortwahl zwischen Luther, Elberfelder, MNT und GNB herausgearbeitet und beurteilt.
3. Textanalyse: Dieser Abschnitt untersucht den Text im Hinblick auf Kontext, Syntax, Semantik, Narration, Pragmatik und Kohärenz.
4. Literarkritik: Ein synoptischer Vergleich zeigt die literarische Abhängigkeit von der markinischen Vorlage sowie Unterschiede im literarischen Gefälle auf.
5. Formgeschichte: Die Perikope wird als Wundererzählung der Gattung Epideixis bestimmt und ihr Sitz im Leben in der lukanischen Gemeinde analysiert.
6. Traditions- und Überlieferungsgeschichte: Dieser Teil befasst sich mit der Entstehung des Bibeltextes und der Frage nach mündlicher oder schriftlicher Überlieferung.
7. Motivgeschichte: Es wird die Bedeutung des Meeres als Symbol für die unbezwingbare Naturgewalt und Bedrohung in biblischen Texten analysiert.
8. Redaktionsgeschichte: Hier wird die Auswahl und Anordnung des Materials durch den Evangelisten Lukas mit Blick auf seine Intention untersucht.
9. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die theologische Relevanz der Perikope für das Bild Jesu als Retter und für die Bewältigung von Lebensstürmen.
Schlüsselwörter
Lukas 8,22-25, Sturmstillung, Exegese, Wundererzählung, Jesu Vollmacht, synoptische Evangelien, Literarkritik, Formgeschichte, Sitz im Leben, Redaktionsgeschichte, Motivgeschichte, Wasser, Glaube, Vertrauen, Retter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der Wundererzählung „Die Stillung des Sturms“ aus dem Lukasevangelium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt Themen wie Sprachvergleich, Textanalyse, Literarkritik, Form- und Motivgeschichte sowie die redaktionelle Intention von Lukas ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische Bedeutung der Erzählung für das lukanische Jesus-Bild und die Bedeutung für die damalige Gemeinde zu erschließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische Methoden der neutestamentlichen Exegese angewandt, insbesondere die historisch-kritische Methode.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in philologische, literarkritische und traditionsgeschichtliche Analysen, um Struktur, Aufbau und theologische Absicht zu klären.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Sturmstillung, Exegese, Wundererzählung, Vollmacht Jesu und lukanische Theologie.
Inwiefern unterscheidet sich der lukanische Bericht von Markus?
Lukas strafft die Darstellung, konzentriert sich stärker auf das Wesentliche und integriert die Erzählung präzise in seinen theologischen Gesamtzusammenhang.
Welche Bedeutung hat das Meer im untersuchten Text?
Das Meer fungiert als ambivalentes Motiv, das sowohl lebensnotwendige als auch zerstörerische Naturgewalt symbolisiert, welche Jesus durch sein Machtwort unterwirft.
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- Anonym (Author), 2012, Exegese zu Lukas 8,22-25, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230489