Im Rahmen der Globalisierung, und in diesem Fall speziell die Globalisierung der
Kapitalmärkte, führt dazu, dass die Jahresabschlüsse von den unterschiedlichen
börsennotierten Konzerne weltweit auf irgendeine Form vergleichbar werden müssen.
Dies ist wichtig für die unterschiedlichen Adressaten wie z.B.: Investoren, Banken, die
Öffentlichkeit, etc. Denn diese Adressaten brauchen Informationen über die
wirtschaftliche Lage eines Unternehmens und nur so ein „direkter Vergleich“ zwischen
den Konzerne die an der Börse notiert sind ohne weiteres durchführen zu können. In
Deutschland werden z.B.: der Einzel- bzw. Konzernabschluss nach den nationalen
Vorschriften erstellt (HGB, EStG, KStG) in den USA werden die Abschlüsse, dagegen
nach den Vorort geltende Vorschriften (US-GAAP) erstellt. Um genau diese
Problematik zu beheben wurden die International Reporting Standards entwickelt und
deren Verwendung gewinnt eine immer mehr wachsende Akzeptanz weltweit (Vgl.
Hufnagel, 2010, S. 199). Die vorliegende Arbeit dient als Einführung in die
Internationale Rechnungslegung. Im ersten Abschnitt werden die Standards kurz
definiert und erklärt. Danach wir auf die geschichtliche Entwicklung der IFRS
eingegangen, denn die haben einen sehr langen Prozess hinter sich, der für die heutigen
Standards, wie wir sie heutzutage kennen, eine wichtige Rolle gespielt hat. Im Punkt 4
wird dann, als Beispiel für ihre Internationale Akzeptanz, speziell auf die Einführung
und Anwendung der IFRS in der Europäischen Union eingegangen. Punkt 5 erklärt den
Prozess und die wichtigsten Schritten, die für die Entwicklung der einzelne Standards
bis zur ihrer Veröffentlichung nötig sind. Danach wird im Punkt 6 auf die Struktur und
Aufbau der IFRS an sich eingegangen und auf die Rechtslegung der Normen in Bezug
auf einen Sachverhalt, um so den Charakter der Normen besser zu verdeutlichen.
Danach folgt ein kurzer Überblick über den jetzigen Stand der IFRS bzw. über alle
Standards, sowohl alte, als auch neue, die immer noch aktuell sind und Gültigkeit
haben. Im Punkt 7 folgt eine Kritische Würdigung der Standards und zum Schluss
werden die Erkenntnisse und wichtigsten Punkten der vorliegenden Arbeit kurz
zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind IFRS?
3. Geschichte der IFRS
4. Anwendung der IFRS in der Europäischen Union
5. Entwicklungsprozess der Standards
6. Struktur der IFRS
7. Aktueller Überblick der IFRS
8. Kritische Würdigung
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in die International Financial Reporting Standards (IFRS) und erläutert deren Bedeutung für die globale Harmonisierung der Rechnungslegung. Dabei wird untersucht, wie IFRS zur Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen beitragen und welchen Prozessen ihre Entwicklung sowie ihre Implementierung in der Europäischen Union unterliegen.
- Historische Entwicklung und Ursprünge der IFRS
- Struktureller Aufbau und methodische Einordnung (Case-Law)
- Der „Due Process“ zur Standardentwicklung
- Implementierung und Anwendung in der Europäischen Union
- Kritische Analyse des Standardsettings
Auszug aus dem Buch
5. Entwicklungsprozess der Standards
Bevor die Standards verabschiedet werden und in der Öffentlichkeit gelangen, müssen sie und zwar nicht nur die neuen Standard sondern auch alte Standards, die überarbeitet werden müssen, ein bestimmten Prozess durchlaufen, den so genannten „Due Process“ (Vgl. Hüttche, 2010, S. 18). Bei dem „Due Process“ handelt es sich, um ein formalisiertes mehrstufiges Verfahren, die auch die öffentliche Diskussion für die Bestimmung der Inhalte an mehreren Stufen mit einbezieht. Die erste wichtige Stufe dieses Prozesses ist das „Discussion Document“ oder Diskussionspapier, hierbei handelt es sich, um das erste Dokument über ein bestimmtes Problem der Rechnungslegung und beinhaltet mögliche Lösungsansätze dafür. An dieser Stelle wird die Öffentlichkeit zur Kommentierung dieser Lösungsansätze aufgefördert. Die zweite Stufe des Prozesses ist das „Exposure Draft“. In dieser Stufe des Prozesses werden alle Ergebnisse zum „Discussion Document“ erstmal ausgewertet. Danach wird an einen Entwurf des Standards mit dem von IASB bevorzugten Lösung gearbeitet. Diesen Entwurf wird dann wieder an die Öffentlichkeit zur Kommentierung gestellt. Die dritte und letzte Stufe des Prozesses ist dann die Verabschiedung und Veröffentlichung des IFRS. Der Standard wird dann nach möglichen Änderungen und Auswertung aller Ergebnisse zum „Exposure Draft“ vom IASB verabschiedet. Beim diesen Prozess besteht das Board aus vierzehn Mitgliedern und für die Verabschiedung der Standards reichen acht von den vierzehn Stimmen, die einfache Mehrheit, also. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass der ganze Prozess an sich insgesamt in der Regel zwischen zwei bis drei Jahren dauert (Vgl. Buchholz, 2009, S. 5-9). Im nächsten Abschnitt werden die Systematik und die Struktur der IFRS näher erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Notwendigkeit international vergleichbarer Jahresabschlüsse durch die Globalisierung der Kapitalmärkte und stellt den Aufbau der Arbeit vor.
2. Was sind IFRS?: Dieses Kapitel definiert die IFRS als international anerkanntes Regelwerk, das von einem privaten Gremium (IASB) aufgestellt wird und keinen Gesetzescharakter im Sinne nationaler Gesetzgebungen besitzt.
3. Geschichte der IFRS: Es wird die Entwicklung der IFRS seit der Gründung des IASC im Jahr 1973 in vier Phasen beschrieben, wobei die Einflüsse unterschiedlicher Rechtstraditionen auf das Regelwerk beleuchtet werden.
4. Anwendung der IFRS in der Europäischen Union: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Einführung der IFRS in der EU, der ab 2005 für börsennotierte Unternehmen verbindlich wurde.
5. Entwicklungsprozess der Standards: Hier wird der formalisierte „Due Process“ als mehrstufiges Verfahren beschrieben, das die Öffentlichkeit einbezieht und die Qualität der Standards sichern soll.
6. Struktur der IFRS: Das Kapitel erläutert den Aufbau der IFRS, bestehend aus Vorwort, Rahmenkonzept, Standards und Interpretationen, und stellt die Stufenordnung der Rechtslegung dar.
7. Aktueller Überblick der IFRS: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen den älteren Standards (IAS/SIC) und den neueren Standards (IFRS/IFRIC) sowie eine Aufzählung des aktuellen Bestands.
8. Kritische Würdigung: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen im Standardsetting, insbesondere die Unabhängigkeit der Akteure und die notwendigen Übernahmeverfahren in nationales Recht.
9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der historischen Bedeutung und der zukünftigen Unvermeidbarkeit internationaler Rechnungslegungsnormen für die globalisierte Wirtschaft.
Schlüsselwörter
IFRS, IASB, Rechnungslegung, Jahresabschluss, Harmonisierung, Globalisierung, Kapitalmärkte, Due Process, International Accounting Standards, Konzernabschluss, Case-Law, Standardsetting, EU-Kommission, Bilanzierung, Finanzberichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen strukturierten Einstieg in die International Financial Reporting Standards (IFRS) und erläutert, warum diese für einheitliche Finanzberichte in der heutigen globalisierten Welt unverzichtbar geworden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entstehung der IFRS, die Einbettung in das EU-Recht, der Entwicklungsprozess durch das IASB sowie der formale Aufbau des Regelwerks.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für die Relevanz, die Struktur und die Anwendungsweise der IFRS innerhalb des internationalen Finanzkontextes zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Rechtsgrundlagen sowie Fachpublikationen zur internationalen Rechnungslegung basiert.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Standardentwicklung, eine detaillierte Betrachtung des „Due Process“ sowie eine strukturelle Einordnung der verschiedenen IFRS-Bestandteile inklusive deren Vorrangregeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind IFRS, IASB, Rechnungslegungs-Harmonisierung, Kapitalmarkttransparenz, Due Process und die Unterscheidung zwischen IAS- und IFRS-Normen.
Wie unterscheidet sich das Case-Law-System von anderen Ansätzen innerhalb der IFRS?
Die IFRS folgen dem angelsächsisch geprägten Case-Law-System, das auf einzelfallorientierten Vorschriften basiert und somit eine höhere Flexibilität gegenüber neuen wirtschaftlichen Entwicklungen aufweist als klassische, starre Gesetzeskodifikationen.
Warum haben Interpretationen (IFRIC/SIC) einen hohen Stellenwert in der IFRS-Struktur?
Die Interpretationen stehen in gleicher Stufe wie die Standards selbst und sind für die gültige Anwendung der IFRS zwingend zu berücksichtigen, um unklare Sachverhalte präzise auszulegen.
Welche Rolle spielt die Europäische Kommission bei der Anwendung der IFRS?
Die EU-Kommission fungiert als entscheidende Instanz, die durch rechtliche Verordnungen die verbindliche Anwendung der IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU durchgesetzt hat.
Wie lange dauert in der Regel der Prozess zur Verabschiedung eines neuen Standards?
Der „Due Process“ des IASB ist ein mehrjähriges Verfahren, das in der Regel zwischen zwei bis drei Jahren in Anspruch nimmt, um eine breite öffentliche Diskussion und Qualitätsprüfung zu gewährleisten.
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- B.A Maria Julia Sangines (Autor), 2011, International Financial Reporting Standards. Eine Einführung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230557