Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Schreibprozesse: Viele Autoren - ein Text?

Theoriereflexion anhand des Buchprojektes „Keine Zukunft für die Vergangenheit: Ein »user-generated«-Roman“

Titel: Schreibprozesse: Viele Autoren - ein Text?

Projektarbeit , 2012 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor Ramona Schilling (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Projektbericht beschäftigt sich mit den Theoriereflexion anhand des Buchprojektes „Keine Zukunft für die Vergangenheit: Ein »user-generated«-Roman“. Anhand dieses Romans werden zunächst die Wörter Schrift und Schreiben definiert und Aspekte ihrer geistesgeschichtlichen Entwicklung gezeigt und im weiteren verschiedene Schreibmodelle vorgestellt. Am Ende sollen die zuvor gewonnenen Erkenntnisse direkt am Text gezeigt und auf ihre Wertigkeit untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsklärung „Schreiben“ und „Schrift“

2. Der Prozess des Schreibens

2.1 Aspekte der geistesgeschichtlichen Entwicklung

2.2 Schreibmodelle

3. Gedächtnismodelle

4. Projektvorstellung „Keine Zukunft für die Vergangenheit“

5. Die Theorie in der Praxis: Projektanalyse „Keine Zukunft für die Vergangenheit“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die kognitiven und soziologischen Prozesse des Schreibens, insbesondere unter Berücksichtigung kollektiver und individueller Gedächtnismodelle. Ziel ist es, anhand des Buchprojekts „Keine Zukunft für die Vergangenheit“, an dem 18 verschiedene Autoren beteiligt waren, die theoretischen Ansätze der Schreibforschung in der praktischen Anwendung zu analysieren und deren Grenzen sowie Möglichkeiten aufzuzeigen.

  • Grundlagen und Definitionen der Begriffe Schreiben und Schrift
  • Analyse historischer Schreibprozesse und moderner Schreibmodelle
  • Untersuchung der Rolle des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses beim Schreiben
  • Fallstudie: Evaluation eines gemeinschaftlichen Schreibprojekts (user-generated Roman)
  • Reflexion über die Anforderungen an Kooperation und Lektorat bei dezentraler Textproduktion

Auszug aus dem Buch

2.2 Schreibmodelle

Ein wichtige Grundvoraussetzung für den Autor beim Schreiben ist die Einsicht, dass sich die Person des Lesers von ihm unterscheidet. Da das Ausmaß des Unterschiedes aber nicht bekannt ist und auch schlecht nachgeprüft werden kann, sind für den Autor sozial-kognitive Eigenschaften enorm wichtig. Verschiedene andere Faktoren müssen beim Schreiben beachtet werden, die dieses beeinflussen: Die kulturelle Tradition, die Subjektivität des Schreibens, die beeinflussende Umgebung, aber auch die Bedingung der Produktionsmittel und die konkrete Handlung. Die Texte, die beim Schreibprozess entstehen sind sehr unterschiedlich und können grob in die zwei Bereiche „explizit pragmatisch“ und „fiktional“ unterteilt werden. Bei dem Einen steht die Information im Mittelpunkt, bei dem Anderen die Sprache selbst.

Der Schweizer Entwicklungspsychologe und Epistemologe Jean Piaget entdeckte durch die Untersuchung von Selbstgesprächen bei Kindern, die „innere Sprache.“ Diese ist, anders als die Alltagssprache, die zum Kommunizieren mit anderen Personen dient, eben nicht dazu da sich mitzuteilen, sondern „eine Sprache für den Sprechenden selbst.“ Sie „funktioniert eher als Teil einer privaten Bilderschrift und entspringt dem halbbewussten Bewusstseinsstrom.“ Die „innere Sprache“ nach außen zu projizieren und für andere verständlich zu machen, macht einen großen Teil des Schreibprozesses aus. Durch den enormen Unterschied zwischen „innerer“ und „äußerer“ Sprache ist der Schritt der Übersetzung individuell verschieden und schwierig.

Seit den Schreibmodellen von Hayes und Flower, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird, wird das Schreiben eines Textes in der Forschung allgemein als Art einer Problemlösung gesehen. Diese Sichtweise ist zusätzlich historisch begründet, da eine Schreibkrise in den 1960iger Jahren in den USA eine „schnelle Entfaltung der Schreibforschung“ erforderte. Es gibt beim Schreiben also einen unerwünschten Ausgangspunkt, dessen Endpunkt über verschiedene Barrieren hin erreicht werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärung „Schreiben“ und „Schrift“: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die kulturelle Bedeutung von Schrift und Schreiben als technologische Errungenschaft.

2. Der Prozess des Schreibens: Hier werden Schreibmodelle und kognitive Prozesse analysiert, wobei besonders die Unterscheidung zwischen „innerer“ und „äußerer“ Sprache sowie die Problemlösungsperspektive des Schreibens hervorgehoben werden.

3. Gedächtnismodelle: Das Kapitel erläutert die Konzepte des kollektiven sowie kulturellen Gedächtnisses nach Halbwachs und Assmann und setzt diese in Bezug zur Entstehung von Texten.

4. Projektvorstellung „Keine Zukunft für die Vergangenheit“: Diese Sektion beschreibt das konkrete Buchprojekt, die Entstehung der Idee, die Bedingungen der Teilnahme für die Autoren sowie den Prozess der Verlagsfindung.

5. Die Theorie in der Praxis: Projektanalyse „Keine Zukunft für die Vergangenheit“: Abschließend erfolgt eine theoretische Reflexion des Buchprojekts, in der das Gelingen der kollektiven Autorenschaft vor dem Hintergrund der behandelten Gedächtnis- und Schreibmodelle bewertet wird.

Schlüsselwörter

Schreiben, Schrift, Schreibprozess, Gedächtnismodelle, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, kognitive Prozesse, Schreibmodelle, user-generated Roman, Literaturproduktion, Kreatives Schreiben, Textentstehung, Kommunikation, Oralität, Literalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit reflektiert den Prozess des Schreibens aus theoretischer Sicht und setzt diese Theorie in Bezug zu einem praktischen Experiment, dem sogenannten „user-generated“ Roman.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Schrift und Schreiben, der kognitiven Schreibforschung sowie der Bedeutung von Gedächtnisstrukturen (kommunikativ und kulturell) für die Textproduktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, ob und wie ein kohärenter Roman durch 18 einander fremde Personen entstehen kann und inwieweit wissenschaftliche Schreibmodelle dieses Phänomen erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Reflexion, die Literaturanalyse mit der praktischen Projektanalyse eines konkreten Buchprojekts kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Schreib- und Gedächtnismodellen sowie in die detaillierte Darstellung und Analyse des Projekts „Keine Zukunft für die Vergangenheit“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben dem Schreibprozess vor allem das kollektive Gedächtnis, die Bedeutung der Kultur für das Schreiben und das Konzept der „inneren Sprache“.

Warum ist das kulturelle Gedächtnis für das Romanprojekt wichtig?

Das kulturelle Gedächtnis liefert laut Autorin die notwendigen gemeinsamen Rahmenbedingungen und Wissensbestände, die es ermöglichten, dass 18 fremde Autoren eine halbwegs konsistente Geschichte verfassen konnten.

Welches Fazit zieht die Autorin über das Romanprojekt?

Das Projekt beweist, dass gemeinsames Schreiben möglich ist, auch wenn die Qualität der einzelnen Kapitel variiert und ein erheblicher Lektoratsaufwand nötig war, um das Werk zu harmonisieren.

Welche Rolle spielten neue Medien bei der Entstehung des Buches?

Die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie das Internet waren essenziell, da ohne sie die Koordination und Beteiligung der vielen Autoren kaum oder nur sehr umständlich möglich gewesen wäre.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schreibprozesse: Viele Autoren - ein Text?
Untertitel
Theoriereflexion anhand des Buchprojektes „Keine Zukunft für die Vergangenheit: Ein »user-generated«-Roman“
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,7
Autor
Bachelor Ramona Schilling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V231187
ISBN (eBook)
9783656477433
ISBN (Buch)
9783656479246
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schreibprozesse viele autoren text theoriereflexion buchprojektes keine zukunft vergangenheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Ramona Schilling (Autor:in), 2012, Schreibprozesse: Viele Autoren - ein Text?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231187
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum