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Soziologische Systemtheorie. Die moderne Gesellschaft als Risikogesellschaft

Was bedeutet dies im Hinblick auf den Umgang mit großtechnischen Anlagen?

Titel: Soziologische Systemtheorie.  Die moderne Gesellschaft als Risikogesellschaft

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Cornelia Lang (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit der Industrialisierung und den darauf aufbauenden technologischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts ist der Zustand des Risikos ein beständiger Teil der Gesellschaft geworden. Die Menschen haben sich durch einen beständigen Glauben an die Technik in die Abhängigkeit dieser begeben. Moderne Techniken bestimmen heute unser Leben und sichern nicht nur unseren Wohlstand, sondern auch den Lebensstandard, die Lebenserwartung und unsere Gesundheit. Deshalb messen wir den Naturwissenschaften eine absolute Zuverlässigkeit bei, da sie die wesentlichen Sachverhalte erklären und belegen können – aber meistens ohne ihre Ergebnisse zu hinterfragen. Dem Problem der Bevölkerungsexplosion, der Angst vor dem Ende der Energieressourcen und dem Streben nach Wirtschaftlichkeit wurde die Entwicklung von Technologien als Lösung vorgesetzt. Alle Techniken beherbergen Nutzen und Chancen, aber eben auch Risiken. Die tiefgreifenden Auswirkungen dieser Entwicklungen und die enormen Veränderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Moderne veranlassen die Soziologie zu immer wieder neuen Theorien. Im Bezug auf das Thema Risiko hat sich vor allem der Soziologe Ulrich Beck mit dem von ihm geprägten Schlagwort der „Risikosoziologie“ in seinem 1986 veröffentlichten Buch Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne beschäftigt. Daher soll in dieser Arbeit zunächst der Begriff der Risikogesellschaft beziehungsweise des Risikos näher erläutert und einige Merkmale beschrieben werden. Vor diesem Hintergrund soll anschließend anhand Charles Perrows Normale Katastrophen. Die unvermeidbaren Risiken der Großtechnik und Niklas Luhmanns Soziologie des Risikos auf die Euphorie und den Umgang mit großtechnischen Anlagen eingegangen werden. Am Ende der Arbeit sollen in einer Zusammenfassung noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit dargestellt und ein möglicher Ausblick vorgenommen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung

2.1 Die Risikogesellschaft

2.2 Der Risikobegriff

3. Der Umgang mit großtechnischen Anlagen

3.1 Kernenergie

3.1.1 Three Mile Island

3.1.2 Der Umgang mit der Kernenergie

3.2 Chemische Anlagen

3.2.1 Der Umgang mit chemischen Anlagen

3.3 Gentechnologie

3.3.1 Landwirtschaft und Ernährung

3.3.2 Medizinische Anwendungen

4. Der Umgang mit dem Risiko

4.1 Risikomanagement und Risikobewertung

4.2 Risikoerkennung

4.3 Risikowahrnehmung und Risikokommunikation

5. Zusammenfassung und möglicher Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die moderne Gesellschaft als Risikogesellschaft im Sinne der soziologischen Systemtheorie auf die Gefahren und Herausforderungen großtechnischer Anlagen reagiert.

  • Soziologische Analyse des Risikobegriffs nach Ulrich Beck und Niklas Luhmann
  • Bewertung des Risikomanagements bei Hochtechnologien wie Kernkraft und Gentechnik
  • Einfluss von Störfällen auf die öffentliche Risikowahrnehmung
  • Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschrittsglauben und Sicherheitsbedürfnissen
  • Rolle der Politik und Wissenschaft bei der Risikokommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Three Mile Island

Charles Perrow beschäftigt sich in seinem Buch Normale Katastrophen eingehend mit der Thema Kernenergie. Am Beispiel des Atomkraftwerkes Three Mile Island in Pennsylvania erläutert er die Problematik der Nutzung von Kernkraftwerken, sowie den Umgang und die Folgen dieses Unfalls. Der schwerste Reaktorunfall in der Geschichte der USA ereignete sich am 28. März 1979 im Atomkraftwerk Three Mile Island, Pennsylvania. Durch eine zu enge Koppelung des Systems gepaart mit Fehlern im Sicherheitssystem und Fehlhandlungen seitens der Operateure, kam es zu einer partiellen Kernschmelze und zur Freisetzung von Radioaktivität.

Nach Perrow ist ein Atomkraftwerk demnach ein komplexes System, dass durch eine „Common-Mode-Funktion“ gekennzeichnet ist. Das bedeutet, dass eine Komponente gleichzeitig mehrere Funktionen übernimmt. In Kernreaktoren übernehmen oft die Stromgeneratoren gleichzeitig auch die Kühlfunktion. Folglich ergeben sich bei der Störung einer Komponente eine Reihe von (komplexen) Interaktionen, da sich diese enge Koppelung auf weitere Subsysteme überträgt und somit die Kontrolle bei Unfällen erheblich erschwert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel zur Industriegesellschaft und die damit verbundene wachsende Abhängigkeit von Technik sowie die Entstehung von Risiken.

2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale soziologische Konzepte, insbesondere die Risikogesellschaft nach Beck und Luhmann sowie das Verständnis von Risiko als Zeitproblem.

3. Der Umgang mit großtechnischen Anlagen: Hier wird anhand von Kernenergie, chemischen Anlagen und Gentechnologie analysiert, wie komplexe Systeme Risiken erzeugen und kontrolliert werden sollen.

4. Der Umgang mit dem Risiko: Das Kapitel erörtert Instrumente des Risikomanagements und die Herausforderungen der Risikoerkennung sowie der gesellschaftlichen Risikokommunikation.

5. Zusammenfassung und möglicher Ausblick: Diese Sektion reflektiert die Erkenntnisse und diskutiert, dass technischer Fortschritt trotz inhärenter Risiken weiterhin als notwendiger Motor der gesellschaftlichen Entwicklung akzeptiert wird.

Schlüsselwörter

Risikogesellschaft, Systemtheorie, Ulrich Beck, Niklas Luhmann, Großtechnik, Kernenergie, Chemische Anlagen, Gentechnologie, Risikomanagement, Risikowahrnehmung, Risikokommunikation, Hochtechnologie, Charles Perrow, Sicherheitssysteme, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie moderne Gesellschaften angesichts ihrer Abhängigkeit von komplexen, großtechnischen Anlagen mit den daraus resultierenden Risiken umgehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Soziologie der Risikogesellschaft, die Analyse von Störfällen in Hochtechnologien sowie die gesellschaftliche Kommunikation über Risiken.

Was ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technologische Modernisierung und Risikowahrnehmung in der Gesellschaft interagieren und welche Rolle Experten dabei einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Konzepte (insb. Systemtheorie) auf aktuelle technologische Fallbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifisch die Bereiche Kernenergie, Chemieindustrie und Gentechnologie sowie die theoretischen Ansätze zum Risikomanagement.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Risikogesellschaft, technologische Komplexität, Systemunfälle, Risikokommunikation und Vertrauensverlust.

Wie bewerten die Autoren das Verhältnis von Risiko und Fortschritt?

Die Arbeit legt dar, dass der Glaube an technischen Fortschritt trotz anerkannter Risiken so tief verankert ist, dass diese Risiken gesellschaftlich in Kauf genommen werden.

Was unterscheidet das Risiko in der Gentechnologie von anderen Bereichen?

Die Arbeit betont, dass bei der Gentechnologie die Komplexität und die Unvorhersehbarkeit von Langzeitfolgen die ökologische und gesundheitliche Risikoabschätzung besonders erschweren.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziologische Systemtheorie. Die moderne Gesellschaft als Risikogesellschaft
Untertitel
Was bedeutet dies im Hinblick auf den Umgang mit großtechnischen Anlagen?
Hochschule
Universität Passau
Note
2,3
Autor
Cornelia Lang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V231473
ISBN (eBook)
9783656480464
ISBN (Buch)
9783656480372
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziologischen systemtheorie gesellschaft risikogesellschaft hinblick umgang anlagen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cornelia Lang (Autor:in), 2012, Soziologische Systemtheorie. Die moderne Gesellschaft als Risikogesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231473
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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