Um ein CM unternehmensweit einzuführen, bedarf es einer Grund- satzentscheidung des Krankenhausträgers bzw. der Gesellschafter, da es sich um einen tiefgreifenden Schritt im Unternehmen handelt. Es braucht Kooperationen und gegebenenfalls Beteiligungen an Einrichtungen, die über Gelder aus dem SGB X1 finanziert werden, um eine stringente Begleitung über den Krankenhausaufenthalt hinaus zu gewährleisten. Außerdem ist der Rückhalt durch den Träger sehr wichtig und eine Legitimation gegenüber den Mitarbeitern.
Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung
2 Setting: Krankenhaus der Regelversorgung
3 Ziele des Case Management
3.1 Vorteile
3.2 Nachteile
3.3 Reichweite der Wirksamkeit
3.4 Welche Berufsgruppe sollte das CM übernehmen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Beweggründe für die Implementierung eines Case Management-Systems in einem Krankenhaus der Regelversorgung, unter Berücksichtigung von ökonomischen und qualitätsorientierten Aspekten. Dabei steht die Analyse der Vor- und Nachteile sowie die Frage der strukturellen Reichweite und der personellen Zuständigkeit im Mittelpunkt.
- Wirtschaftliche Auswirkungen und DRG-Finanzierung
- Prozessoptimierung und Versorgungsqualität
- Herausforderungen bei der Implementierung und Akzeptanz
- Rolle und Qualifikation des Case Managers
- Evidenzbasierte Wirksamkeitsanalyse in verschiedenen Settings
Auszug aus dem Buch
3 Ziele des Case Management
In Krankenhäusern, die sich über das DRG-System finanzieren, ist es in ökonomischer Hinsicht sinnvoll einerseits alle relevanten Nebendiagnosen einfließen zu lassen und andererseit die Liegezeiten zu verringern, vor allem durch Vermeidung des „Drehtüreffektes“ (vgl. Franke, 2007, S. 162 ff.). Neben dieser Form der Fallsteuerung ist es aber ebenso wichtig Patienten individuell durch den Behandlungsprozess zu begleiten. Hierbei geht es besonders um die Patienten, die einen besonderen Behandlungsbedarf über das Krankenhaus hinaus haben, wie Rehamaßnahmen oder Pflegebedürftigkeit, aber auch Wundmanagement oder Schmerztherapie im häuslichen Bereich.
Von der Zahl der Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, hängt die Zahl der abrechenbaren DRGs ab. Von den Haupt- und Nebendiagnosen, dem Alter, den Komplikationen, den Prozeduren usw. wird die Vergütungshöhe stark beeinflusst. Eine genaue Leistungserfassung ist wichtig. Von der Untersuchungs- und Behandlungsgeschwindigkeit in den Funktions- und Behandlungsbereichen hängt die Differenz zwischen Kosten und Erlösen ab. Um die medizinisch bedingte Verweildauer nicht zu überschreiten, sind nachstationäre Einrichtungen für die rechtzeitige Verlegung erforderlich (vgl. Mühlbauer, 2004, S. 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fragestellung: In diesem Kapitel wird der Rahmen des Referats definiert, einschließlich der Fragestellung nach Vor- und Nachteilen eines Case Management-Systems sowie der methodischen Anforderungen an die Ausarbeitung.
2 Setting: Krankenhaus der Regelversorgung: Das Kapitel beschreibt das St. Elisabeth Krankenhaus in Leipzig als Beispielobjekt und betont die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Trägerentscheidung für eine erfolgreiche systemweite Implementierung.
3 Ziele des Case Management: Hier werden die ökonomischen und patientenorientierten Ziele erläutert, wobei insbesondere die DRG-Finanzierung und die Notwendigkeit einer effizienten Fallsteuerung im Mittelpunkt stehen.
3.1 Vorteile: Dieses Kapitel führt die Vorteile von Case Management auf, wie etwa die Verkürzung von Abstimmungsprozessen, Synergieeffekte und die Entlastung des ärztlichen Dienstes.
3.2 Nachteile: Hier werden Herausforderungen wie Implementierungskosten, Widerstände durch Machtkämpfe und die Problematik divergierender Berufskulturen beleuchtet.
3.3 Reichweite der Wirksamkeit: Das Kapitel diskutiert, dass der Erfolg von Case Management maßgeblich von der Definition der Prozessgrenzen abhängt und plädiert für übergreifende Konzepte.
3.4 Welche Berufsgruppe sollte das CM übernehmen: Es wird die Ansiedlung im Pflegebereich diskutiert, wobei zusätzlich der Bedarf an einer akademischen Qualifikation für die Schlüsselrolle des Case Managers hervorgehoben wird.
4 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass Case Management dort erfolgreich ist, wo es konsequent umgesetzt wird, und verweist auf die Bedeutung der Patienten- und Ergebnisorientierung als Leitbild.
Schlüsselwörter
Case Management, Krankenhaus, DRG-System, Fallsteuerung, Prozessoptimierung, Patientenorientierung, Pflege, Gesundheitswesen, Kosteneffizienz, Implementierung, Versorgungsqualität, Wirksamkeit, Krankenhausmanagement, Entlassungsmanagement, interprofessionelle Zusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Einführung eines Case Management-Systems im Krankenhauskontext und beleuchtet die damit verbundenen Vor- und Nachteile.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die ökonomische Steuerung via DRGs, die Verbesserung der Patientenversorgung und die organisatorische Einbettung des Case Managers.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit sucht Antworten auf die Frage, welche Gründe für die Einführung eines Case Management-Systems sprechen und wie die Implementierung effizient gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachpublikationen, Studien und Expertenmeinungen die Argumente für Case Management strukturiert zusammenfasst.
Was ist Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil behandelt das Setting im Krankenhaus, die Ziele, die Vor- und Nachteile des Systems sowie Fragen zur Reichweite der Wirksamkeit und zur personellen Besetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, DRG-Finanzierung, Prozessoptimierung und interprofessionelle Kooperation geprägt.
Welche Rolle spielt der Case Manager konkret in der Organisation?
Er agiert als Schlüsselperson zwischen Patienten, Klinikpersonal und externen Leistungserbringern, wobei er laut Autor idealerweise über eine akademische Qualifikation verfügen sollte.
Warum wird im Fazit vor einer halbherzigen Einführung gewarnt?
Der Autor betont, dass ein bloßes Labeling von Prozessen als "Case Management" ohne echte Patientenorientierung zu Ressourcenverlusten und mangelnder Effektivität führt.
- Citation du texte
- Jens-Uwe Knorr (Auteur), 2013, Casemanagement: Welche Gründe sprechen für die Einführung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231897