Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung Jesu im Islam aus innerislamischer Perspektive. Es werden islamische Quellen wie Qur’an und Hadithe zur Auswertung benutzt. Zudem werden auch Vergleiche zu christlichen Quellen wie der Bibel und zu einigen apokryphen Evangelien gezogen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen kurzen Überblick über die Person Jesus im Islam zu geben und die Mehrheitsmeinung klassischer, islamischer Gelehrter darzustellen. Zudem sollen einige Entstehungshypothesen genannt werden um die Quellen des islamischen Jesusbildes zu eruieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jesus im Qur’an
2.1. Jesus als Prophet
2.1.1.Eigenschaften von Propheten
2.1.2.Aufgaben von Propheten
2.1.3.Propheten und Gesandte
2.2. Wunder Jesu
2.3. Jesu Kreuzigung
3. Jesus in der Sunna
4. Jesus- Ahadith
5. Jüdisch- Christliche Einflüsse auf Muhammad
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Stellenwert Jesu im Islam durch eine Analyse zentraler islamischer Primärquellen, vorrangig des Qur'ans und der Ahadith, und setzt diese in Bezug zu christlichen Überlieferungen sowie apokryphen Schriften.
- Die Rolle Jesu als Prophet und Gesandter im Qur'an.
- Islamische Lehren über prophetische Eigenschaften, Wunder und die Kreuzigungsfrage.
- Die Bedeutung Jesu in der Sunna und in sogenannten "Jesushadithen".
- Vergleichende Betrachtung jüdisch-christlicher Einflüsse auf das islamische Weltbild.
- Die Abgrenzung der islamischen Sichtweise von der christlichen Lehre der Gottessohnschaft.
Auszug aus dem Buch
2.2. Wunder Jesu
Wie auch in den Evangelien des Neuen Testaments wird Jesus im Qur’an besonders häufig mit Wundern (muadschisa) in Verbindung gebracht. So ist schon die jungfräuliche Geburt Jesu durch Maria, die der Qur’an ausdrücklich bestätigt, ein solches Wunder. Außerdem erschien Maria ein Engel in Menschengestalt und sie erhielt zur Erleichterung während der Geburt frische Datteln. Ein weiteres Wunder ist, dass Jesus schon als Baby sprechen konnte, auch um die Wahrhaftigkeit seiner Mutter zu bezeugen. Zudem wird im Qur’an erwähnt, dass Jesus mit Gottes Erlaubnis Vögel aus Ton formte und diesen dann Leben einhauchte.
Ein ähnliches Vorkommnis findet sich in dem apokryphen Kindheitsevangelium des Thomas. In Kapitel 2, Verse 2-4 ist folgendes zu lesen: „(2) Aus weichem Lehm, den er sich bereitete, formte er zwölf Sperlinge. Es war aber Sabbat, als er das tat. Doch auch viele andere Kinder waren mit ihm beim Spielen. (3) Als ein Jude sah, was Jesus am Sabbat beim Spielen machte, ging er sofort los und beschwerte sich bei dessen Vater Josef: ‚Sieh nur, dein Junge ist am Bach. Aus Lehm formte er zwölf Vögel und hat damit den Sabbat entweiht.’ (4) Als nun Josef an die Stelle kam und es sah, fuhr er ihn an: ‚Warum tust du am Sabbat etwas Verbotenes?’ Jesus aber klatschte in die Hände und rief den Sperlingen zu: ‚Fort mit euch!’ Und die Sperlinge breiteten ihre Flügel aus und flogen zwitschernd davon.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die methodische Vorgehensweise, bei der vorrangig Primärquellen wie der Qur'an und Ahadith auf ihre Aussagen über Jesus untersucht werden.
2. Jesus im Qur’an: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung Jesu als Prophet, seine Wunder und die islamische Sichtweise auf seine Kreuzigung im Vergleich zu biblischen Erzählungen.
3. Jesus in der Sunna: Hier wird der eschatologische Stellenwert Jesu in den Aussprüchen und Taten des Propheten Muhammad sowie seine Rolle bei der Wiederkunft thematisiert.
4. Jesus- Ahadith: Dieses Kapitel beleuchtet eine Gattung von Jesussprüchen außerhalb des Hadithkanons, die häufig als Verhaltensmodelle dienen und Einflüsse verschiedener religiöser Traditionen zeigen.
5. Jüdisch- Christliche Einflüsse auf Muhammad: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, inwiefern der Prophet Muhammad durch Kontakte zu jüdischen oder christlichen Gruppierungen beeinflusst wurde.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Jesus im Islam zwar eine zentrale Rolle als gottesfürchtiger Prophet einnimmt, die christliche Gottessohnschaft jedoch explizit abgelehnt wird.
Schlüsselwörter
Jesus, Islam, Qur'an, Prophetentum, Gesandter, Ahadith, Sunna, Tauhid, Wunder, Kreuzigung, Jüdisch-christliche Einflüsse, Isa, Maria, Eschatologie, Offenbarung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der religionswissenschaftlichen Einordnung der Figur Jesu innerhalb der islamischen Tradition.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die quranische Darstellung Jesu, seine Wunder, die eschatologische Bedeutung in der Sunna sowie die historischen Bezüge zum Christentum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert Jesu im Islam anhand von Primärquellen systematisch aufzuarbeiten und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zum biblischen Jesus herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Textanalyse, indem sie vorrangig den Qur'an, Ahadith und apokryphe Schriften in einen vergleichenden Kontext setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Jesus im Qur'an, in der Sunna, in den sogenannten "Jesus-Ahadith" sowie eine Betrachtung jüdisch-christlicher Einflüsse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prophetentum, Offenbarungsschrift, Tauhid und die islamische Identität Jesu geprägt.
Wie unterscheidet sich die islamische Darstellung Jesu von der christlichen?
Während der Islam Jesus als bedeutenden Propheten und Gesandten Gottes ehrt, lehnt er die Vorstellung seiner Gottessohnschaft oder eine göttliche Natur strikt ab.
Was besagt die Arbeit zur Kreuzigung Jesu?
Der Qur'an lehnt die historische Realität der Kreuzigung ab, indem er betont, dass eine Jesus ähnliche Person an seiner Stelle gekreuzigt wurde.
Welche Rolle spielen die "Jesus-Ahadith"?
Diese dienen oft als didaktische Verhaltensmodelle und zeigen, wie frühislamische Theologie Jesus als moralisches Vorbild außerhalb des offiziellen Kanons integrierte.
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- Lydia Einenkel (Autor), 2008, Jesus im Islam , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232011