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Kants Theorie des Hangs zum Bösen. Eine Auseinandersetzung mit dem Kommentar von Christoph Horn

Título: Kants Theorie des Hangs zum Bösen. Eine Auseinandersetzung mit dem Kommentar von
Christoph Horn

Tesis (Bachelor) , 2013 , 34 Páginas

Autor:in: Marcus Gießmann (Autor)

Filosofía - Ensayos generales, épocas
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In seinem 2011 erschienenen Kommentar „Die menschliche Gattungsnatur: Anlagen zum Guten und Hang zum Bösen“ diskutiert Horn das erste Stück von Kants RGV. In diesem beschreibt Kant den Menschen als radikal böse und begründet das damit, dass der Mensch einen natürlichen Hang zum Bösen habe. Horn sieht in den Behauptungen, die Kant in RGV aufstellt, jedoch eine Gefahr für Kants Moralphilosophie, da die in RGV gemachten Behauptungen eine Einschränkung des moralischen Freiheitsgebrauchs nach sich ziehen, die nach Horn nicht mit Kants übriger Moralphilosophie in Einklang zu bringen sind. Zentral in Horns Kommentar ist die Interpretation des Hangs zum Bösen als „Suchtmodell der menschlichen Bosheit“. Die Interpretation von Kants Konzept des Hangs zum Bösen als Suchtmodell ist in der Art und Weise wie sie Horn vorschlägt einzigartig und daher für eine nähere Betrachtung besonders interessant. Diese Arbeit möchte zum einen darstellen, was unter dem Suchtmodell der menschlichen Bosheit zu verstehen ist und zum anderen untersuchen, inwieweit das Suchtmodell Kants Hang zum Bösen plausibel interpretiert.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Inhalt und Aufbau von RGV

2. Methodische Voraussetzungen und Begriffsklärung

2.1. Zwei Welten-Lehre

2.2. Rigorismus

2.3. Anlagen zum Guten

2.4. Hang zum Bösen

3. Der Hang zum Bösen als Suchtmodell des Bösen

4. Die Thesen und Annahmen des Suchtmodells

4.1. Der Mensch ist in der ursprünglichen Entscheidungssituation frei

4.2. Der Mensch hat sich für eine böse Maxime entschieden

4.3. Der Mensch hat nach seiner Fehlentscheidung einen beschränkten Freiheitsspielraum

4.4. Die Beschränkung des Freiheitsspielraums ist derart, dass die Restfreiheit nicht ausreicht, um sich gegen das Böse zu entscheiden

5. Abschließender Befund

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Interpretation von Immanuel Kants Konzept des "Hangs zum Bösen" durch Christoph Horn auseinander. Das primäre Ziel ist es, das von Horn vorgeschlagene "Suchtmodell der menschlichen Bosheit" zu rekonstruieren und seine Plausibilität im Vergleich zur originalen Kantischen Position zu prüfen, insbesondere in Bezug auf die moralische Verantwortung des Menschen.

  • Rekonstruktion des Suchtmodells der menschlichen Bosheit nach Christoph Horn.
  • Untersuchung der moralischen Verantwortung bei Fehlentscheidungen.
  • Analyse der Freiheitsbeschränkung durch erworbene Neigungen.
  • Vergleich der Suchtmodell-Interpretation mit Kants ursprünglicher Moralphilosophie.
  • Diskussion der Möglichkeiten moralischer Besserung und des Verhältnisses von Reform und Revolution.

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Mensch hat nach seiner Fehlentscheidung einen beschränkten Freiheitsspielraum

Dieser Annahme zufolge hat der Mensch durch eine grundlegende Fehlentscheidung nur noch einen beschränkten Freiheitsspielraum, da er durch diese Fehlentscheidung seine „erste Natur zu einer schlechteren zweiten Natur“ degenerieren lässt, innerhalb derer er nicht mehr die Freiheit hat „sich für die Moral zu entscheiden“. „Alle freien Entscheidungen bewegen sich fortan nur noch im Rahmen eines prinzipiell unmoralischen Charakters“. Anhand dieser Annahme kann man besonders gut erkennen, warum Horns Suchtmodell den Namen Suchtmodell trägt: das Suchtmodell der menschlichen Bosheit trägt seinen Namen nicht darum, weil der Mensch – einmal in Kontakt mit dem Bösen geraten – nach diesem Erstkontakt unausweichlich das Böse will, ja gleichsam süchtig nach ihm ist.

Es trägt den Namen Suchtmodell, weil der Mensch nach seiner selbstverschuldeten Fehlentscheidung keine Freiheit mehr hat, sich gegen die durch den Erstkontakt entstandene Neigung zu entscheiden. Spritzt sich ein Mensch z. B. Heroin, so hat er sich die erste Injektion aus freier Willkür bei vollem Bewusstsein dessen, was er da tut, verabreicht. In allen darauf folgenden Entscheidungssituationen, in denen sich die Frage stellt, ob er Heroin nehmen soll oder nicht, ist dieser Mensch nicht mehr frei, weil ihn die durch die erste Injektion entstandene Neigung zum Heroinrausch dahingehend treibt, sich für statt gegen eine weitere Spritze zu entscheiden. Der Heroinsüchtige hat somit aufgrund der ersten Spritze einen Teil seiner Entscheidungsfreiheit verloren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Christoph Horns Kommentar zu Kants Werk sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfrage und der Thesen des Suchtmodells.

1. Inhalt und Aufbau von RGV: Überblick über die Struktur von Kants "Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" und die Einordnung der anthropologischen Frage nach der Radikalität des Bösen.

2. Methodische Voraussetzungen und Begriffsklärung: Erläuterung der Zwei-Welten-Lehre, des Rigorismus sowie der Anlagen zum Guten und des Hangs zum Bösen als Grundlagen für die weitere Untersuchung.

3. Der Hang zum Bösen als Suchtmodell des Bösen: Diskussion des "Wahl-Problems" der natürlichen Merkmale und Horns Interpretation des subjektiven Grundes als "zweite Natur".

4. Die Thesen und Annahmen des Suchtmodells: Detaillierte Prüfung der vier zentralen Annahmen des Suchtmodells hinsichtlich ihrer Plausibilität und Konsistenz mit Kants Theorie.

5. Abschließender Befund: Fazit der Untersuchung, das die erste These des Modells als weitgehend plausibel bewertet, während die zweite aufgrund ihrer fatalistischen Konsequenzen kritisch hinterfragt wird.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, RGV, Hang zum Bösen, Suchtmodell, moralische Freiheit, subjektiver Grund, Fehlentscheidung, zweite Natur, Rigorismus, Freiheitsspielraum, Verantwortung, moralische Besserung, Neigung, Willkür, Pflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Christoph Horns Interpretation von Kants Theorie des "Hangs zum Bösen" in der Schrift "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Dabei steht die Analyse des sogenannten "Suchtmodells" der Bosheit im Vordergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die moralische Freiheit des Menschen, die Konsequenzen von Fehlentscheidungen für den Charakter ("zweite Natur") und die Frage der moralischen Verantwortung bei Handlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Suchtmodell zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit es eine plausible Interpretation von Kants Position darstellt und ob es die moralische Verantwortung des Akteurs korrekt abbildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor wendet ein dreigeteiltes Schema an: Rekonstruktion von Kants Position, Gegenüberstellung mit Horns Interpretation und schließlich der Vergleich beider Positionen zur Beurteilung der Plausibilität.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die vier Thesen des Suchtmodells (Freiheit in der Ursprungssituation, böse Maxime, beschränkter Freiheitsspielraum und Unfähigkeit zur Umkehr) unter Einbeziehung von Kants Texten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Kants Moralphilosophie, den Hang zum Bösen, das Suchtmodell, moralische Freiheit, Verantwortung und die methodischen Voraussetzungen wie Rigorismus und Zwei-Welten-Lehre.

Wie unterscheidet sich Horns "Suchtmodell" von einem bloßen "Schlechte-Angewohnheiten-Modell"?

Während das Suchtmodell davon ausgeht, dass der Akteur durch eine Fehlentscheidung seine Freiheit weitgehend verliert (ähnlich einer Sucht), behält der Akteur im Angewohnheiten-Modell die volle Freiheit und die Fähigkeit zur Reflexion und Korrektur seiner Handlungen.

Warum ist das "Wahl-Problem" für die Argumentation der Arbeit so wichtig?

Das Wahl-Problem thematisiert den Widerspruch, wie ein Mensch als "natürlich" böse gelten kann, wenn er gleichzeitig frei sein muss, um für seine Handlungen verantwortlich zu sein. Die Arbeit untersucht, ob Horn dieses Problem durch sein Suchtmodell erfolgreich auflösen kann.

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Detalles

Título
Kants Theorie des Hangs zum Bösen. Eine Auseinandersetzung mit dem Kommentar von Christoph Horn
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Autor
Marcus Gießmann (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
34
No. de catálogo
V232172
ISBN (Ebook)
9783656487852
ISBN (Libro)
9783656491392
Idioma
Alemán
Etiqueta
kants theorie hangs bösen eine auseinandersetzung kommentar christoph horn
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marcus Gießmann (Autor), 2013, Kants Theorie des Hangs zum Bösen. Eine Auseinandersetzung mit dem Kommentar von Christoph Horn, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232172
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