"Gott ist sein eigenes Sein": Thomas´ Behandlung von Wesen und Existenz Gottes


Hausarbeit, 2011
12 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Wesen (essentia)

III Gattung, Art und Unterschied

IV Die verschiedenen Arten von Substanzen
IV.1 Die zusammengesetzten Substanzen
IV.2 Die einfachen Substanzen

V Das Wesen und die Existenz Gottes

VI Thomas von Aquin

VII Fazit

VIII Literaturverzeichnis

I Einleitung

Ziel der folgenden Hausarbeit ist es zu zeigen, warum nach Thomas von Aquin Gott sein eigenes Sein ist. Hierzu wird ein besonderes Augenmerk auf Thomas' Behandlung von Wesen gelegt, um anschließend auf das Wesen und die Existenz Gottes eingehen zu können. Die Lektüre, auf die sich diese Hausarbeit hauptsächlich stützt, ist die Schrift „De ente et essentia“ („Über das Seiende und das Wesen“), von Thomas von Aquin, die er um 1255 verfasste.

Zunächst ist der Begriff des Wesens darzustellen, da das Hauptaugenmerk in „De ente et essentia“ auf der Definition des Wesens liegt. Darauf folgen unter Kapitel II zusammengefasst die zwei verschiedenen Arten von Substanzen, zum einen die zusammengesetzten und zum anderen die einfachen Substanzen, da Gott nach Thomas von Aquin eine ganz besondere Art von einfacher Substanz ist. Aus diesem Grund wird die zusammengesetzte Substanz auch nur kurz und oberflächlich behandelt. Die darauf folgende Behandlung der einfachen Substanzen ist wichtiger und ausführlicher, da Gott unter die zusammengesetzten Substanzen fällt. Eigentlich ist es kaum möglich, Wesen und Substanz stark voneinander getrennt zu erläutern. Aus diesem Grund fließt immer wieder etwas von dem vorher gehenden Kapitel des Wesens in das Kapitel über die Substanz ein.

Zwischen dem Wesen und der Substanz wird auf die Gattung, die Art und den Unterschied eingegangen und deren Zusammenhänge erläutert.

Die Hausarbeit baut sich stufenweise immer weiter auf, ähnlich wie Thomas es in seiner Schrift ebenfalls tut, bis es zu dem Kapitel über Gott kommt, der somit die Spitze der Erklärungspyramide darstellt.

Abschließend wird kurz das Leben des Thomas von Aquin und dessen geschichtlicher Kontext skizziert, um einen kurzen Einblick in die Welt und Lebens- und Sichtweisen der damaligen Welt zu bekommen. Dabei nämlich lässt sich erkennen, dass das komplette Leben Aquins beeinflusst durch die katholische Kirche war. Dieses letzte Kapitel soll helfen zu verstehen, warum Thomas von Aquins'Sichtweise, wie sie in dieser Hausarbeit dargestellt wird, sich so stark an dem kirchlichen Denken und Glauben konzentriert.

II Wesen (essentia)

Quid erat esse – Ein Wesen macht etwas zum Sein

Im ersten Kapitel geht Thomas, um den Begriff Wesen beschreiben zu können, zunächst auf den Begriff des Seienden ein. Somit soll die Bedeutung des Wesens über der Bedeutung des Seins bestimmt werden. Das Wesen nämlich bezieht sich auf die erste Art, in der das Seiende vorliegen kann, da diese sich auf Dinge bezieht, die „etwas in der Wirklichkeit“[1] meinen. Dies wird am Beispiel der Blindheit deutlich. Man sagt zwar, dass die Blindheit im Auge ist, sich somit im Auge befindet, doch besitzt diese Ermangelung kein Wesen, obwohl sie mit dem Wort „ist“ angeführt wird.

„Aber in erster Weise kann nur das, was etwas in der Wirklichkeit meint, Seiendes gemeint werden. Daher sind Blindheit und so weiter kein Seiendes auf die erste Weise.“[2] Deshalb folgt, dass das „auf die erste Weise ausgesagte Seiende“[3] das Wesen bezeichnet. Wesen sorgt dafür, dass durch es und in ihm ein Seiendes Sein hat. Auch kann Wesen Form, Natur oder Washeit heißen.

Zudem kann man das Wesen in zehn Kategorien einteilen, was dazu führt, dass man es in Gattung und Art einordnen kann.

Des weiteren führt Thomas drei verschiedene Arten ein, in denen das Wesens in den Substanzen vorliegen kann. Einmal ist das Wesen in den aus Form und Sein zusammengesetzten Substanzen vorhanden. Diese sind sowohl nach oben als auch nach unten begrenzt. Hier ist das Wesen an die Materie gebunden.

Als zweites ist das Wesen in den Engeln vorhanden, bei denen Form und Sein zwar voneinander verschieden, das Wesen aber frei von Materie ist. Aus diesem Grund ist bei ihnen das Sein kein absolutes, sondern ein empfangenes und daraus folgt, dass ihre Aufnahmefähigkeit begrenzt und eingeschränkt ist. Diese sind nach unten unbegrenzt und nach oben begrenzt.

Der letzte Fall, der bei Thomas von Aquin der erste Fall ist, ist Gott. Bei diesem ist das Sein mit dem Wesen identisch.

III Gattung, Art und Unterschied

Arten sind etwas wie bezeichnete Gattungen. Unter eine Gattung fallen verschiedene Arten. Um diese unterscheiden zu können muss man Bezeichnungen einführen, um somit das besondere einer Art zu bezeichnen. Das Prinzip der Bestimmung ist nicht die Materie, sondern ihre konstitutive Form. Was in der Art vorhanden ist, ist auch in der Gattung vorhanden. Die Gattung drückt in gewisser Weise die Materie aus, aber nicht nur die Materie. Der Begriff der Gattung enthält das, was das Wesen auch enthält, nur auf eine genauere Art und Weise. Gattung, Art und Unterschied drücken alle das Ganze aus. Gattung bezeichnet das Sinnwesen und somit die Form, Art bezeichnet den Menschen und somit die Form und der Unterschied ist das Vernünftige. Auch der Unterschied beschreibt das Ganze einer Sache und nicht nur die Form. Gattung, Art und Unterschied sind etwas ganz anderes als Form und Materie, obwohl sie zusammen gehören. Sie stehen für das ganze Ding. Doch sind die Form und der Unterschied im Gegensatz zur Gattung bestimmender. Erst durch die Form wird ein materielles Ding zu etwas, das wir erkennen können. Somit erhält etwas durch seine Form seine Bestimmung. Gattung, Art und Unterschied, also das, was wir von dem Wesen aussagen, gehen aus einer abstrahierenden Kunst aus.

IV Die verschiedenen Arten von Substanzen

Über das Wesen gelangt man zu den Substanzen, „weil Seiendes ohne Einschränkung und in erster Linie und gleichsam in gewisser Hinsicht von Eigenschaften ausgesagt wird, daher kommt es, dass auch Wesen im eigentlichen Sinne und in Wahrheit in Substanzen ist, aber in gewisser Weise und gewisser Hinsicht ist.“[4]

Thomas unterscheidet in „De ente et essentia“ zwischen zwei verschiedenen Arten von Substanzen, in denen das Wesen vorhanden ist. Dies tut er um zu beweisen, dass ein Unterschied im Wesen der zusammengesetzten und Wesen der einfachen Substanz vorhanden ist.

[...]


[1] Von Aquin, Thomas: De ente et essentia, S. 7, Zeile 12

[2] Von Aquin, Thomas: De ente et essentia, S. 7, Zeile 11ff.

[3] Von Aquin, Thomas: De ente et essentia, S. 7, Zeile 18

[4] Von Aquin, Thomas, De ente et essentia: S. 9, Zeile 52 ff.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
"Gott ist sein eigenes Sein": Thomas´ Behandlung von Wesen und Existenz Gottes
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V233159
ISBN (eBook)
9783656502791
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gott, sein, thomas, behandlung, wesen, existenz, gottes
Arbeit zitieren
Sarah Ahlborn (Autor), 2011, "Gott ist sein eigenes Sein": Thomas´ Behandlung von Wesen und Existenz Gottes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233159

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