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Ghazalis Kriterien für Rechtgläubigkeit. Auswirkungen auf die Philosophie

Title: Ghazalis Kriterien für Rechtgläubigkeit. Auswirkungen auf die Philosophie

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jannic Wöhrle (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Urteil des Muhammad al-Ghazali gegen die Philosophie und der damit einhergehenden Verketzerung der Philosophen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

3. Al-Ġazālīs Kriterien für Rechtgläubigkeit

3.1. Das „Gesetz der Interpretation“ (qānūn at-taʾwīl) im Fayṣal at-tafriqa bayn al-Islām wa-z-zandaqa (Das Kriterium der Unterscheidung zwischen Islam und Gottlosigkeit)

3.2. Die Verurteilung der Philosophen zu Ungläubigen im Tahāfut al-falāsifa (1095)

4. Auswirkungen auf die Philosophie

5. Fazit und Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Urteil des Theologen und Philosophen al-Ġazālī gegen die Philosophie und die damit verbundene Verketzerung der Philosophen. Dabei wird analysiert, inwieweit politische Kontexte, wie die Konkurrenz zwischen dem Abbasiden- und Fāṭimidenreich, sowie al-Ġazālīs eigene Kriterien für Rechtgläubigkeit und Interpretation diesen takfīr beeinflussten und welche langfristigen Konsequenzen dies für die islamische Philosophie hatte.

  • Historische Rahmenbedingungen und das "Klima" des 11. Jahrhunderts
  • Al-Ġazālīs "Gesetz der Interpretation" als Instrument zur Grenzziehung
  • Die inhaltlichen Gründe für die Verurteilung der Philosophen im "Tahāfut al-falāsifa"
  • Regionale Unterschiede in den Auswirkungen auf die Philosophie (Osten vs. Westen)
  • Das Verhältnis von Offenbarung, Vernunft und dem Kalām

Auszug aus dem Buch

Die Verurteilung der Philosophen zu Ungläubigen im Tahāfut al-falāsifa (1095)

Al-Ġazālī führt im Tahāfut al-falāsifa („Widerlegung der Philosophen“) insgesamt 20 Thesen der Philosophen auf, die eine Abweichung vom Islam beinhalten würden. Aufgrund 3 dieser 20 Thesen verurteilt er die Philosophen zu Ungläubigen: Der Lehre von der Ur-Ewigkeit der Welt (maḏhabihim azalīyati l-ʿālam), die Lehre, dass Gott keine Kenntnis der Partikularia habe (qaulihim anna l-awwala lā yaʿlamu l-ǧuzʾiyyāt), die Leugnung der Auferstehung und Versammlung der Körper im Jenseits bzw. der Körperlichkeit der jenseitigen Belohnung und Bestrafung (inkārihim li-baʿṯi l-aǧsādi, maʿa t-talaḏḏuʿi wa-t-taʾallumi fi l-ǧannati wa-n-nāri, bi-l-laḏḏāti wa-l-ālāmi l-ǧasmāniyati). Die übrigen 17 Thesen seien lediglich bidʿa (unerlaubte Neuerung) und somit zu tolerierender Irrglaube.

Es ist zu betonen, dass al-Ġazālīs takfīr der Philosophen nicht sein primäres Ziel im Tahāfut ist. Sein wesentlicher Antrieb scheint gewesen zu sein, die Autorität des Religionsgesetzes vor der Autorität des ʿaql (des Verstandes) zu verteidigen. Ein entscheidender Vorwurf seinerseits an die Philosophen ist nämlich, dass sie sich über die šarīʿa stellten und deren Regeln als nicht für sie gültig erachten würden. Diese Einstellung der Philosophen – namentlich zu nennen sind al-Fārābī (st. 950) und Ibn Sīnā (980-1037) – ging auf die Lehre der Trennung von vulgus (ʿāmma) und eruditi (ḫāṣṣa) zurück. Nach dieser Vorstellung ist die Offenbarung und das Religionsgesetz lediglich eine Art Mittel zum Zweck. Der Zweck besteht demnach darin, dem vulgus tugendhaftes Verhalten zu vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Zielsetzung dar, al-Ġazālīs Urteil gegen die Philosophie und die Verketzerung der Philosophen vor dem Hintergrund seiner Schriften zu analysieren.

2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert die politischen und intellektuellen Rahmenbedingungen des 11. Jahrhunderts, insbesondere die Spannungen zwischen Abbasiden und Fāṭimiden sowie die aufkommende Unsicherheit bezüglich des "rechten Glaubens".

3. Al-Ġazālīs Kriterien für Rechtgläubigkeit: Hier werden die methodischen Grundlagen al-Ġazālīs zur Verifizierung von Rechtgläubigkeit und sein "Gesetz der Interpretation" sowie seine spezifische Kritik an den Thesen der Philosophen erörtert.

4. Auswirkungen auf die Philosophie: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Konsequenzen von al-Ġazālīs Denken im Osten und Westen der islamischen Welt, einschließlich der Absorption philosophischer Elemente in den Kalām.

5. Fazit und Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass al-Ġazālīs Wirken ambivalent war, indem es zwar einen Niedergang der freien Philosophie einleitete, aber gleichzeitig zu einer philosophischen Anreicherung der Theologie führte.

Schlüsselwörter

Al-Ġazālī, takfīr, Islamische Philosophie, Tahāfut al-falāsifa, Fayṣal at-tafriqa, Rechtgläubigkeit, Apostasie, Religionsgesetz, Vernunft, ʿaql, Kalām, Ibn Sīnā, Ibn Rušd, Offenbarung, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die philosophische und theologische Auseinandersetzung des Gelehrten al-Ġazālī mit der griechisch geprägten islamischen Philosophie und seine damit verbundene Verurteilung (takfīr) führender Philosophen.

Welche thematischen Schwerpunkte werden in der Arbeit gesetzt?

Zentrale Themen sind der historische Kontext der Seldschuken- und Abbasidenzeit, die Analyse von al-Ġazālīs Kriterien für Rechtgläubigkeit sowie die Auswirkungen seiner Position auf die Philosophiegeschichte in verschiedenen Regionen der islamischen Welt.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, in welchem Kontext al-Ġazālīs Urteil gegen die Philosophen stand, welche inhaltlichen Argumente er anführte und wie sich dies langfristig auf das Verständnis von Philosophie und Offenbarung auswirkte.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für diese Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Interpretation primärer Quellentexte (wie das "Fayṣal" und das "Tahāfut") sowie den Rückgriff auf die Forschungsliteratur, insbesondere die Arbeiten von Frank Griffel, um die geistesgeschichtlichen Entwicklungen nachzuzeichnen.

Welche inhaltlichen Themen werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Klimas, die Erläuterung des "Gesetzes der Interpretation" (qānūn at-taʾwīl) und eine detaillierte Analyse der Thesen, die al-Ġazālī zur Verketzerung der Philosophen führten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit zusammenfassen?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie al-Ġazālī, takfīr, Rechtgläubigkeit, Religionsgesetz, Vernunft, Offenbarung und Philosophiegeschichte definieren.

Wie unterscheidet sich laut dem Autor die Reaktion auf al-Ġazālī im Osten und im Westen der islamischen Welt?

Während die Philosophie im Osten stärker durch den Theologie-assimilierenden Kalām geprägt wurde und an Autarkie verlor, erlebte sie im Westen, insbesondere unter den Almohaden in Andalusien und im Maghreb, im 12. Jahrhundert eine Blütezeit.

Welche Rolle spielte das "Gesetz der Interpretation" bei der Beurteilung von Philosophen?

Es diente al-Ġazālī als Instrument, um zu definieren, wann eine abweichende Interpretation der Offenbarung als legitim und wann sie als Unglaube (takfīr) zu werten ist, indem es strenge Stufen der Existenz von Begriffen festlegte.

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Details

Title
Ghazalis Kriterien für Rechtgläubigkeit. Auswirkungen auf die Philosophie
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Jannic Wöhrle (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V233223
ISBN (eBook)
9783656502425
ISBN (Book)
9783656503835
Language
German
Tags
Islam Theologie Politik Philosophie Takfir Verketzerung Rechtgläubigkeit Orthodoxie Averroes Ghazali Ideengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannic Wöhrle (Author), 2012, Ghazalis Kriterien für Rechtgläubigkeit. Auswirkungen auf die Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233223
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