Die gegenwärtigen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen geraten weltweit immer mehr unter Druck, da auch die gesellschaftlichen Herausforderungen steigen, die an das Individuum gestellt werden. Man sucht nach Bewältigungsstrategien, die die internationalen Probleme auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt beseitigen sollen. Dementsprechend entwickelt und entwickelte man alternative und reformpädagogische Ansätze wie das ganzheitliche und soziale Lernen, was die Schüler und Schülerinnen wieder zu mehr Eigeninitiative und verhelfen sollte.
„Ganzheitliches Lehren und Lernen heißt alle Lernbereiche ansprechen und entwickeln. Es gilt nicht nur kognitives Wissen, sondern auch psychomotorische und affektiv/ soziale Aspekte zu fördern (Seitz, 1970, 727)“
Im Literaturunterricht dominiert häufig das fragend-entwickelnde Unterrichtsgespräch, wo der Gesprächsverlauf bereits durch eine spezielle Strukturierung vom Lehrer vorgegeben wird. Das Ziel ist es, dabei stets auf eine bestimmte Lösung hinzuarbeiten, was sich sowohl kognitiv anregend als auch einschränkend äußern kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen jedoch durch produktionsorientierte Methoden und eine subjektive Rezeptionsweise zur Selbstständigkeit angeregt werden. Erreicht werden kann das beispielsweise durch die in dieser Hausarbeit thematisierten Konzepte des „Ganzheitlichen Lernens“ und des „Sozialen Lernens“. Die Ziele von ganzheitlichem und sozialem Lernen belaufen sich sowohl auf die Öffnung des Unterrichts als auch auf eine Lern-, Inhalts-, Prozess- und Produktionsorientierung. Artverwandte didaktische Konzepte und Methoden neben dem „Ganzheitlichen und Sozialen Lernen“ wären beispielsweise „Freie Arbeit“, „Praktisches Lernen“, „Offener Unterricht“, „Entdeckendes Lernen“, „Projektunterricht“. „Lernzielunterricht“ oder „Erfahrungsbezogener Unterricht“.
Ich werde mich in dieser Hausarbeit auf die Montessori-Pädagogik stützen und das ganzheitliche und soziale Lernen an dieser Pädagogik veranschaulichen. [...]
Inhaltsangabe
1. Einleitung
2. Ganzheitliches Lernen
2.1 Allgemeine Einschätzung
2.2 Begriffsklärung
2.3 Konkretisierung
2.3.1 Die Farbtäfelchen
2.3.2 Die Kommode mit 6 Schubladen
2.3.3 Die roten Stäbe
3. Soziales Lernen
3.1 Allgemeine Einschätzung
3.2 Begriffsklärung
3.3 Konkretisierung
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Ganzheitliches und Soziales Lernen
am Beispiel der Montessori-Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter ganzheitlichem Lernen?
Ganzheitliches Lernen bedeutet, alle Lernbereiche anzusprechen: nicht nur kognitives Wissen, sondern auch psychomotorische, affektive und soziale Aspekte ("Lernen mit Kopf, Herz und Hand").
Wie fördert die Montessori-Pädagogik das soziale Lernen?
Durch Konzepte wie die "Freie Arbeit" und die Altersmischung werden Schüler angeregt, sich gegenseitig zu helfen, Rücksicht zu nehmen und Konflikte selbstständig zu lösen.
Welche Materialien sind typisch für die Montessori-Pädagogik?
Bekannte Materialien sind die Farbtäfelchen (zur Schulung des Sinnes für Nuancen), die Kommode mit Schubladen (Geometrie) und die roten Stäbe (Verständnis von Längen und Dimensionen).
Warum ist die Eigeninitiative in diesem pädagogischen Ansatz so wichtig?
Das Ziel ist die Erziehung zur Selbstständigkeit. Kinder sollen durch produktionsorientierte Methoden und eine subjektive Herangehensweise zum eigenen Entdecken motiviert werden.
Was unterscheidet Montessori-Unterricht vom Frontalunterricht?
Statt eines fragend-entwickelnden Unterrichtsgesprächs, bei dem der Lehrer den Weg vorgibt, bietet Montessori einen offenen Rahmen, in dem das Kind Tempo und Inhalt weitgehend selbst bestimmt.
Welche Rolle spielt die Umwelt beim Lernen nach Montessori?
Die "vorbereitete Umgebung" ist essenziell. Der Raum und die Materialien müssen so gestaltet sein, dass sie das Kind zur eigenständigen Beschäftigung und zum geordneten Lernen anregen.
- Quote paper
- Dana Michaelis (Author), 2011, Ganzheitliches und Soziales Lernen am Beispiel der Montessori-Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233480