Das Dicionário Houaiss, das der Romanist Dieter Messner mit diesen Worten im eingangs aufgeführten Zitat beschreibt, stellt den Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit dar.
Es wurde als Referenzwerk von dem 1915 geborenen brasilianischen Schriftsteller und Romanisten, Antônio Houaiss, verfasst und im Jahre 2001 postum veröffentlicht. Bevor auf die Besonderheiten des Wörterbuches von Houaiss eingegangen wird, soll in einem ersten Schritt eine allgemeine begriffliche Definition des Wörterbuches sowie der Lexikographie erfolgen. Anschließend wird die Vorgeschichte der portugiesischen Lexikographie näher erläutert und in diesem Zusammenhang werden die wichtigsten, bisher erschienenen, Werke dargestellt. In einen weiteren Schritt soll eine Darstellung von Houaiss‘ Kritik an den zuvor erwähnten portugiesisch-sprachigen Wörterbüchern erfolgen sowie der durch ihn formulierten Kriterien zur Erstellung eines Dicionários.
Aufbauend darauf werden anschließend die persönlichen Ziele Houaiss‘ bei der Konzeption seines Werkes erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Wörterbuch
2.1 Definition
2.2 Vorgeschichte des portugiesischen Wörterbuches
3. Houaiss
3.1 Houaiss‘ kritische Auseinandersetzung
3.2 Houaiss‘ Kriterienkatalog
3.3 Houaiss‘ Zielsetzungen
3.4 Umsetzung im Dicionário Houaiss da língua portuguesa
4. Kritiken an Houaiss‘ Werk
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das 2001 veröffentlichte „Dicionário Houaiss da língua portuguesa“ im Kontext der portugiesischen Lexikographie. Das zentrale Ziel ist es, die innovationsreiche Konzeption des Wörterbuches darzustellen, seine methodische Herangehensweise zu analysieren und kritische Stimmen zu bewerten, die sich insbesondere mit etymologischen Fehlern, Datierungen und Vorwürfen rassistischer Definitionen befassen.
- Historische Entwicklung der portugiesischen Lexikographie
- Methodik und Kriterienkatalog von Antônio Houaiss
- Strukturelle Besonderheiten und Innovationen des Werkes
- Kritische Analyse von Defiziten und Fehlern
- Stellenwert des Wörterbuchs in der lusophonen Welt
Auszug aus dem Buch
3.2 Houaiss‘ Kriterienkatalog
Laut Houaiss sollte ein Wörterbuch mindestens 250.000 bis 300.000 lexikalische Einheiten umfassen. Der Ausgangspunkt eines portugiesischen Wörterbuches sollte die portugiesische Schriftsprache seit dem 16. Jahrhundert sein. Zu jedem Stichwort soll zudem ein großer Umfang an Angaben, wie z.B. Datierungen, gegeben sein. Außerdem sollen Einträge griechischer oder lateinischer Herkunft vorhanden sein, die Elemente von Fachtermini darstellen.
Aus der Schlussfolgerung, es bestehe „Bedarf an einem allgemeinen Wörterbuch, das die lexikalische Realität des Portugiesischen als Kultursprache der lusophonen Welt annähernd widerspiegelt“, leitet er folgende vier Kriterien zur Erstellung eines portugiesischen Wörterbuches ab.
So soll ein Wörterbuch möglichst kompakt konzipiert werden, dadurch dass es nicht in mehrere Teilbände unterteilt wird, sondern in einem einbändigen großen Werk gesammelt präsentiert wird. Auf diese Weise wird der Kauf eines Wörterbuches auch für den portugiesischen Durchschnittsbürger nicht zu einer finanziellen Belastung. Das Wörterbuch sollte zudem um Varianten und Verweise erweitert werden.
Als drittes Kriterium soll es ein breites Spektrum an externen lexikalischen Informationen beinhalten, sodass die Benutzer metasprachliche Informationen finden. Diese Informationen, wie beispielsweise Datierungen oder Hinweise über Synonyme und Antonyme sollen u.a. die Verwendung der Sprache erleichtern.
Als viertes Kriterium nennt er das Vorhandensein eines ausführlichen Registers aller Morpheme und Semanteme, sodass eine große Wahlfreiheit für den Benutzer ermöglicht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Dicionário Houaiss als Untersuchungsgegenstand vor und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Arbeit, das Wörterbuch kritisch zu beleuchten.
2. Das Wörterbuch: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Wörterbuch sowie Lexikographie und skizziert die historische Entwicklung der portugiesischen Lexikographie von den Anfängen bis zur Moderne.
3. Houaiss: Hier werden die von Houaiss formulierte Kritik an bestehenden Wörterbüchern, sein spezifischer Kriterienkatalog sowie die konzeptionellen Ziele und deren praktische Umsetzung detailliert dargelegt.
4. Kritiken an Houaiss‘ Werk: Dieses Kapitel setzt sich mit der Ambivalenz der Fachkritik auseinander und thematisiert spezifische Schwachstellen wie etymologische Ungenauigkeiten, falsche Datierungen und Rassismusvorwürfe.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung des Wörterbuchs als Fortschritt für die Lexikographie zusammen, weist jedoch auf notwendige Überarbeitungen für zukünftige Auflagen hin.
Schlüsselwörter
Antônio Houaiss, Portugiesische Lexikographie, Dicionário Houaiss da língua portuguesa, Wörterbuch, Etymologie, Brasilianismen, Sprachwissenschaft, Lusophonie, Makrostruktur, Mikrostruktur, Lexikologie, Sprachgeschichte, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das 2001 posthum erschienene „Dicionário Houaiss da língua portuguesa“ im Hinblick auf seine Bedeutung für die portugiesische Lexikographie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst die historische Entwicklung der Lexikographie, die spezifischen Ziele und den Kriterienkatalog von Antônio Houaiss sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Qualität des Werkes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den innovativen Charakter des Dicionário Houaiss zu belegen und gleichzeitig dessen Schwachstellen durch eine kritische Analyse bestehender Literatur zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf fachwissenschaftlicher Literatur und den Prinzipien der Lexikographie basiert.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Lexikographie, die historische Einbettung, die Präsentation von Houaiss‘ Kriterien und eine Diskussion der an dem Werk geübten Kritik.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Dicionário Houaiss, Lexikographie, etymologische Analysen, Brasilianismen und die Geschichte der portugiesischen Sprache.
Was macht das Dicionário Houaiss im Vergleich zu Vorgängern so innovativ?
Es zeichnet sich durch seine Kompaktheit als einbändiges Referenzwerk, die Integration von Kreolwörtern und eine detaillierte etymologische Wissensvermittlung aus.
Welche Rolle spielt die Kritik von Stefan Barme in der Arbeit?
Barme dient als primäre Quelle, um methodische Schwächen bei Etymologien und die fehlerhafte Klassifizierung von Brasilianismen sowie rassistische Definitionen zu verdeutlichen.
Warum wird das Wörterbuch teilweise als rassistisch kritisiert?
Einige Definitionen, insbesondere zum Begriff „cigano“, wurden als diskriminierend wahrgenommen, was zu rechtlichen Schritten gegen das Institut führte.
- Citar trabajo
- Céline Simon (Autor), 2013, Dicionário Houaiss da língua portugues, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233587