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Der Einfluss dominierender sozialer Systeme auf das Subsystem Krankenkasse

Eine systemtheoretische Betrachtung nach Niklas Luhmann am Beispiel des Gesundheitsfonds

Title: Der Einfluss dominierender sozialer Systeme auf das Subsystem Krankenkasse

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Frank Jaster (Author)

Health - Miscellaneous
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Mit Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG) wurde die
Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung durch die Einführung des
Gesundheitsfonds zum 01.01.2009 neu organisiert. Der Gesundheitsfonds ist das Herzstück der Gesundheitsreform der Großen Koalition und gleichzeitig der Kompromiss aus der von der SPD geforderten so genannten Bürgerversicherung und dem CDU/CSU-Modell der Gesundheitsprämie.1 Für alle Versicherten gilt seit dem ein einheitlicher Beitragsatz. Die Gesamtbeiträge sind weiterhin an die Krankenkassen zu zahlen, werden aber von diesen an
den Gesundheitsfonds weitergeleitet. Zur Deckung ihrer Ausgaben erhalten die
Krankenkassen einen morbiditätsorientierten Pauschalbetrag für jeden Versicherten.

Die Einführung des Gesundheitsfonds stellt nicht nur eine gravierende Veränderung in der Finanzstruktur der Gesetzlichen Krankenversicherung dar, sondern es wurde auch ein neues Subsystem innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geschaffen.

Auf der Grundlage der Systemtheorie von Niklas Luhmann wird der Versuch unternommen, den Gesundheitsfonds als neues Subsystem innerhalb des Gesundheitswesens einzuordnen. Dabei sollen die Systemtheorie nach Luhmann sowie die Struktur und Aufgabe des Gesundheitsfonds erläutert werden, um anschließend eine systemtheoretische Betrachtung vorzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. LUHMANNS SYSTEMTHEORIE

2.1. Entwicklung der Systemtheorie

2.2 Niklas Luhmanns Systemtheorie

2.3 Kommunikation und Codierung

3. KRANKENKASSEN ALS SOZIALE SYSTEME

4. RISIKOSTRUKTURAUSGLEICH UND GESUNDHEITSFONDS

4.1. Einführung des Risikostrukturausgleichs (RSA)

4.2. Weiterentwicklung des RSA zum morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA)

4.3 Der Gesundheitsfonds

4.3.1 Einführung und Aufgabe des Gesundheitsfonds

4.3.2 Einnahmen des Gesundheitsfonds

4.3.3 Zuweisungen an die Krankenkassen

5. RSA UND GESUNDHEITSFONDS AUS SICHT DER SYSTEMTHEORIE

5.1 Neue Subsysteme innerhalb des Gesundheitswesens

5.2. Einfluss der Subsysteme Politik und Wissenschaft

5.3 Auswirkungen des Einflusses der Subsysteme Politik und Wissenschaft

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Gesundheitsfonds auf Basis der Systemtheorie von Niklas Luhmann als neues Subsystem innerhalb des deutschen Gesundheitswesens zu analysieren und die Auswirkungen auf die Krankenkassen als soziale Systeme zu beleuchten.

  • Grundlagen der Systemtheorie nach Niklas Luhmann
  • Krankenkassen als selbstreferentielle soziale Systeme
  • Entwicklung und Funktionsweise des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA)
  • Systemtheoretische Betrachtung der Einflüsse von Politik und Wissenschaft
  • Transformation und Anpassungsdruck bei Krankenkassen durch staatliche Fremdsteuerung

Auszug aus dem Buch

2.2 Niklas Luhmanns Systemtheorie

Nach Luhmann muss nicht bewiesen werden dass es Systeme gibt, sondern mit der Aussage „Es gibt Systeme“ lässt er keine Zweifel an deren Existenz. Systeme existieren real in der Wirklichkeit. Sie besitzen eine Struktur aus Regeln als organisierte Komplexität und laufen nach Operationen ab, wodurch das System operiert und so eine System-Umwelt-Differenz, als Leitdifferenz der Systemtheorie, erzeugt. Er unterscheidet in biologische, psychische und soziale Systeme sowie durch die Differenz von System und Umwelt in offene und geschlossene Systeme. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt Luhmann mehr auf Soziale Systeme als auf offene Systeme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Einführung des Gesundheitsfonds im Zuge des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes und formuliert die Absicht, dieses neue Subsystem systemtheoretisch einzuordnen.

2. LUHMANNS SYSTEMTHEORIE: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Entwicklung der Systemtheorie und die zentralen Konzepte Luhmanns, wie Autopoiesis, Kommunikation und binäre Codierung.

3. KRANKENKASSEN ALS SOZIALE SYSTEME: Hier werden Krankenkassen auf Basis Luhmanns als autopoietische Funktionssysteme mit spezifischen Systemgrenzen und eigener Codierung interpretiert.

4. RISIKOSTRUKTURAUSGLEICH UND GESUNDHEITSFONDS: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die historische Einführung des RSA, dessen Weiterentwicklung zum Morbi-RSA und die organisatorische Struktur des Gesundheitsfonds.

5. RSA UND GESUNDHEITSFONDS AUS SICHT DER SYSTEMTHEORIE: Die Arbeit analysiert hier die systemischen Auswirkungen der politischen Steuerung und des wissenschaftlichen Einflusses auf das Subsystem Krankenkasse.

6. FAZIT: Das Fazit stellt fest, dass durch den Gesundheitsfonds die Systemeigenständigkeit der Krankenkassen zugunsten einer stärkeren politischen Abhängigkeit und einer effizienzorientierten Verwendung von Mitteln eingeschränkt wurde.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Gesundheitsfonds, Krankenkassen, GKV, Morbi-RSA, soziale Systeme, Kommunikation, Autopoiesis, System-Umwelt-Differenz, Gesundheitswesen, politische Steuerung, Risikostrukturausgleich, Funktionssysteme, Strukturkopplung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den 2009 eingeführten Gesundheitsfonds in Deutschland unter Anwendung der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die Analyse der Systemtheorie Luhmanns, die Definition der Krankenkassen als soziale Systeme und die Auswirkungen des Morbi-RSA auf die Organisationsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Gesundheitsfonds als neues Subsystem innerhalb des Gesundheitswesens zu identifizieren und die daraus resultierende Veränderung der systemischen Eigenständigkeit der Krankenkassen aufzuzeigen.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine systemtheoretische Betrachtungsweise nach Niklas Luhmann, um Strukturen und Prozesse im deutschen Krankenversicherungssystem zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Systemtheorie, die Beschreibung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Gesundheitsfonds sowie deren systemtheoretische Interpretation.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Autopoiesis, operative Geschlossenheit, binäre Codierung, Systemeigenständigkeit und strukturelle Kopplung.

Wie beeinflusst der Gesundheitsfonds die Eigenständigkeit der Krankenkassen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Fonds die systemische Eigenständigkeit einschränkt, da die Krankenkassen durch die Fremdverwaltung der Einnahmen stärker von politischen Entscheidungen abhängig werden.

Welche Rolle spielt die Politik bei der Umgestaltung der Krankenkassen?

Das Subsystem Politik übt durch die Festlegung des Beitragssatzes und die Steuerung über den Gesundheitsfonds einen direkten Einfluss aus, dem sich die Krankenkassen durch Anpassung ihrer internen Kommunikation beugen müssen.

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Details

Title
Der Einfluss dominierender sozialer Systeme auf das Subsystem Krankenkasse
Subtitle
Eine systemtheoretische Betrachtung nach Niklas Luhmann am Beispiel des Gesundheitsfonds
College
University of Hamburg  (Fakultät Wirtschafts und Sozialwissenschaften)
Course
MBA Gesundheitsmanagement
Grade
2,3
Author
Frank Jaster (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V233671
ISBN (eBook)
9783656506645
ISBN (Book)
9783656509820
Language
German
Tags
Systemtheorie Luhmann Soziale Systeme Gesundheitsfonds Subsystem Gesundheitswesen Krankenkasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Jaster (Author), 2010, Der Einfluss dominierender sozialer Systeme auf das Subsystem Krankenkasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233671
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