Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Orientalisme / Sinologie - Généralités

Der Volksnarr und Schwankheld Nasreddin Hoca. Zur Identitätsfrage eines beliebten Protagonisten humoristischer Kurzprosa im islamischen Orient

Titre: Der Volksnarr und Schwankheld Nasreddin Hoca. Zur Identitätsfrage eines beliebten Protagonisten humoristischer Kurzprosa im islamischen Orient

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2003 , 26 Pages , Note: 1.5

Autor:in: Ann-Katrin Gässlein (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Généralités
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit liegt darin, diese beiden unterschiedlichen Antworten
zur Frage nach der Identität dieses beliebten Schwankhelden darzustellen. Dazu soll zunächst
ein kurzer Forschungsüberblick zur Frage der Historizität des „türkischen Hocas“ einleiten.
Anschliessend soll die Ansicht, dass die Figur des Nasreddin Hoca mit einem spezifisch
türkischen Kontext und einer entsprechenden Mentalität untrennbar verbunden sei,
anhand von drei Autoren vorgestellt werden, die mit unterschiedlichen Methoden versuchen,
ihre Theorie zu untermauern. Dem gegenüber stehen die Forschungen von Autoren,
die Nasreddin Hoca als eine Art Integrationsgestalt unterschiedlicher humoristischer
Kurzprosa im islamischen Orient betrachten. Auch hier soll ein Überblick der grundsätzlichen
Theorien und der verwendeten Methoden geschehen, welche die Autoren zur Stützung
ihrer Überlegungen anführen.
Als Literatur dienten mir hauptsächlich verschiedene Sammlungen von Hoca-Anekdoten,
darunter Ulrich Marzolphs „Nasreddin Hodscha - 666 wahre Geschichten“,
„Wer den Duft des Essens verkauft“, übersetzt und herausgegeben von Herbert Melzig und
„Das Wort des Esels“ von Orhan Veli Kanik, übersetzt von Yüksel Pazarkaya.
Weitere Werke bildeten „Nasreddin Hodscha und Till Eulenspiegel - Eine Studie zur
vergleichenden Schwankforschung“ von Inci Krause-Akidil und das Buch
der Erzählforscherin Alev Tekinay „Materialien zum vergleichenden Studium von
Erzählmotiven in der deutschen Dichtung des Mittelalters und den Literaturen des Orients“.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nasreddin Hoca als historische Person: Ein Forschungsüberblick

3. Nasreddin Hoca mit einer „spezifisch türkischen Mentalität“

3. 1. Pazarkaya: Identifikationsfigur des anatolischen Volkes

3. 2. Melzig: Echter Charakter aus dem Volksmund

3. 3. Akidil: Konkretes Erscheinungsbild im anatolischen Aksehir

4. Nasreddin Hoca als „Integrationsfigur islamischer Erzähltraditionen“

4. 1. Der arabischen Guha

4. 2. Die Methode der vergleichenden Erzählforschung

4. 2. 1. Tekinay: „Der fahrende Schüler aus dem Paradies“

4. 2. 2. Marzolph: „Von den Wissenden und Unwissenden“

5. Schlusswort

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Identitätsfrage von Nasreddin Hoca, einer zentralen Figur der humoristischen Kurzprosa im islamischen Orient, und analysiert die gegensätzlichen wissenschaftlichen Ansätze zur Historizität sowie zur kulturellen Verortung des Protagonisten.

  • Historische Verankerung und Forschungskontroversen zu Nasreddin Hoca
  • Die Theorie einer „spezifisch türkischen Mentalität“ der Figur
  • Die „Integrationsthese“ und transkulturelle Vergleiche
  • Methoden der Erzählforschung und Motivvergleiche
  • Verhältnis zur arabischen Narrenfigur Guha

Auszug aus dem Buch

3. 3. Krause-Akidil: Konkretes Erscheinungsbild im anatolischen Aksehir

Eine dritte Position, die ebenfalls von einer spezifisch türkischen Identität Nasreddin Hocas ausgehen scheint, ist das Buch „Nasreddin Hodscha und Till Eulenspiegel - Eine Studie zur vergleichenden Schwankforschung“ von Dr. Inci Krause-Akidil. Die Methode der Autorin ist jedoch eine völlig andere als die der oben vorgestellten Forscher. Sie begründet keine Auswahl von Hoca-Geschichten durch vermeintliche Originalität oder Qualität, wodurch ihre Ansicht offensichtlich werden würde, sondern setzt an den Punkten an, die die Autoren Pazarkaya und Melzig so energisch abgelehnt haben: Zum einen untersucht sie die Anekdoten selbst, um anhand von pseudo-biographischen Details nicht nur eine provisorische Biografie, sondern eine Charakterstudie von Nasreddin Hoca zu konstruieren.

„Die Geschichten liefern doch eine Menge Details, aus denen die Gestalt des Helden, seine Herkunft und seine beruflichen Tätigkeiten sowie der menschliche Umkreis deutlich heraustreten. So geben die Schwänke dem Hodscha ein festes Erscheinungsbild mit seinem Turban und Talar und seinem Esel, wie er auf den alten Steindrucken und Miniaturen zu sehen ist. Ausserdem lebt Hodscha in der Volksphantasie mit seiner Frau, seinem Kind, seinen Nachbarn und Schülern in einer realistisch geschilderten Umwelt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Popularität des Schwankhelden Nasreddin Hoca und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich seiner Identität und Historizität.

2. Nasreddin Hoca als historische Person: Ein Forschungsüberblick: Kritische Auseinandersetzung mit der quellenbasierten Forschung, die versucht, Nasreddin in einen bestimmten historischen Kontext oder zu einer bestimmten Grabstätte zu verorten.

3. Nasreddin Hoca mit einer „spezifisch türkischen Mentalität“: Vorstellung von Forschungsansätzen, die den Hoca als genuin türkische Identifikationsfigur und authentischen Charakter des anatolischen Volkes betrachten.

4. Nasreddin Hoca als „Integrationsfigur islamischer Erzähltraditionen“: Diskussion der alternativen wissenschaftlichen Perspektive, die Nasreddin als überregionalen „Schelm mit tausend Gesichtern“ und Teil eines größeren interkulturellen Erzählguts sieht.

5. Schlusswort: Resümee über das bestehende Dilemma der Forschung und Plädoyer für die Anerkennung der Vielschichtigkeit der Figur.

6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur Untersuchung der Nasreddin-Thematik.

Schlüsselwörter

Nasreddin Hoca, Schwankforschung, Identitätsfrage, türkische Mentalität, Integrationsfigur, vergleichende Literaturwissenschaft, Historizität, Guha, Erzähltradition, Humor, Kurzprosa, Volksnarr, Anadolien, Orient, Motivforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Identitätsfrage des bekannten islamischen Schwankhelden Nasreddin Hoca und dem damit verbundenen Spannungsfeld zwischen lokaler Verehrung und überregionaler literarischer Bedeutung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Suche nach der Historizität der Person, die Konstruktion nationaler Identität durch Erzählfiguren und die literaturwissenschaftliche Analyse von Schwanktraditionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die zwei gegensätzlichen Forschungsmeinungen darzustellen: Einerseits die Sichtweise, dass Nasreddin Hoca ein spezifisch türkischer Charakter sei, und andererseits die Auffassung, dass es sich um eine Integrationsfigur verschiedener islamischer Erzähltraditionen handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär die Methode der vergleichenden Literatur- und Erzählforschung, um Parallelen in Motiven und Inhalten über verschiedene Kultur- und Sprachräume hinweg aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Autoren und ihre Theorien analysiert, die entweder eine türkische Originalität des Hoca betonen oder ihn als Kristallisationspunkt humoristischer Kurzprosa im Orient einordnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Nasreddin Hoca, Schwankforschung, Identitätsfrage, Integrationsthese und vergleichende Literaturwissenschaft.

Inwiefern beeinflusst die Grabstätte in Aksehir die Argumentation der Forscher?

Die Existenz einer vermeintlichen Grabstätte und die damit verbundenen Legenden dienen einigen Wissenschaftlern als Beleg für eine reale historische Identität, während andere dies als Teil einer späteren Mythenbildung oder touristisch-kulturellen Instrumentalisierung interpretieren.

Wie verhält sich die Figur Nasreddin Hoca zum arabischen Guha?

Viele Forscher betrachten Nasreddin Hoca und Guha als zwei Aspekte einer ähnlichen narrativen Grundfigur, wobei in einigen Regionen eine bewusste Gleichsetzung stattgefunden hat, die den Austausch von Motiven zwischen arabischer und türkischer Literatur verdeutlicht.

Fin de l'extrait de 26 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Der Volksnarr und Schwankheld Nasreddin Hoca. Zur Identitätsfrage eines beliebten Protagonisten humoristischer Kurzprosa im islamischen Orient
Université
University of Bern  (Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie)
Note
1.5
Auteur
Ann-Katrin Gässlein (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
26
N° de catalogue
V23376
ISBN (ebook)
9783638265119
Langue
allemand
mots-clé
Volksnarr Schwankheld Nasreddin Hoca Identitätsfrage Protagonisten Kurzprosa Orient
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ann-Katrin Gässlein (Auteur), 2003, Der Volksnarr und Schwankheld Nasreddin Hoca. Zur Identitätsfrage eines beliebten Protagonisten humoristischer Kurzprosa im islamischen Orient, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23376
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint