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Frauenpolitik in Deutschland: Gleichstellung oder Gesellschaftsveränderung?

Title: Frauenpolitik in Deutschland: Gleichstellung oder Gesellschaftsveränderung?

Term Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ariane Peters (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Ein Blick zurück in die Geschichte Deutschlands zeigt, dass Politik schon über Jahrhunderte hinweg als Männergeschäft aufgefasst wurde. Erst in den letzten Jahrzehnten stellten feministische Wissenschaftlerinnen die Gleichsetzung von Politik und Männlichkeit kritisch in Frage. Staat, Nation, Parteien, Verbände etc. gelten heute in fast allen europäischen Ländern als geschlechtsneutrale Instanzen, so auch in der Bundesrepublik Deutschland. Feministische Politikwissenschaftlerinnen sind dennoch überzeugt, dass Geschlechterhierarchien gerade im Bereich des Politischen auch heute noch produziert werden.
Der Terminus “Frauenpolitik“ hat sich mittlerweile in der Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik etabliert. Feministinnen erklärten das einst Private zum Politischen: Hausarbeit, Erwerbstätigkeit, Ehe, Familie und Kindererziehung wurden zu öffentlich umkämpften Feldern. Insbesondere die Neue Frauenbewegung, die Ende der 60er Jahre im Kampf gegen den §218 (Verbot des Schwangerschaftsabbruches) in der Bundesrepublik entstand, definierte die Lebensformen von Frauen neu. Inzwischen ist Frauenpolitik zu einem etablierten Politikfeld in Deutschland geworden.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Zielen und Aufgaben der Frauenpolitik in Deutschland. Im Hauptteil der Arbeit geht es um die Frage, inwieweit der Artikel 3 Absatz 2 im Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ durch den Staat eingehalten und gewährleistet wird.
Im letzten Teil dieser Arbeit wird die Frage geklärt, ob das Berücksichtigen von Frauen durch Quoten in den Parteien, im Parlament und in den Regierungen sowie im Erwerbsleben die beste und schnellste Möglichkeit ist, um die verfassungsrechtlich zugesicherte Gleichberechtigung und Gleichheit zwischen beiden Geschlechtern auch in Wirklichkeit zu erzielen oder es einer kompletten Modernisierung der Gesellschaft bedarf, um die Anpassung von Frauen an vorgegebenen männlichen Werte, Normen und Strukturen zu vermeiden. Zum Ende der Arbeit wird es eine abschließende Bewertung zu diesem Thema geben. Eine mögliche Entwicklungstendenz der Frauenpolitik in Deutschland wird dabei im Vordergrund stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Frauenpolitik

3. Zur aktuellen Situation von Frauen in Deutschland

3.1 Soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern

3.2.Die Ursachen der sozialen Ungleichheiten

4. Frauenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

4.1. Ziele, Strategien, Konzeptionen: Gleichstellung oder Gesellschaftsveränderung?

4.2 .Gleichstellungsstellen als Institutionen von Frauenpolitik

5. Quoten

5.1. Die Idee der Quote als Instrument der Frauenförderung

5.2. Probleme von Frauenförderung und Quotierung

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Ziele und Aufgaben der Frauenpolitik in Deutschland unter der zentralen Forschungsfrage, unter welchen Bedingungen eine progressive Frauenpolitik möglich ist und ob Quotenregelungen zur Erreichung verfassungsrechtlich zugesicherter Gleichberechtigung ausreichen oder ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel notwendig ist.

  • Historische Entwicklung der Frauenbewegung und ihre politische Institutionalisierung.
  • Analyse der sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Bundesrepublik.
  • Unterscheidung zwischen institutioneller Gleichstellungspolitik und radikaler Gesellschaftsveränderung.
  • Bewertung von Quotenmodellen als Instrument der Frauenförderung.
  • Identifikation struktureller Barrieren in der Arbeitswelt und im politischen System.

Auszug aus dem Buch

3.1. Soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Artikel 3 Absatz 2 festgelegt. Dieser Gleichberechtigungsgrundsatz wurde 1994 erweitert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Diese Ergänzung des Absatzes 2 zeigt, „dass die soziale Realität mit den Verfassungsnormen offensichtlich nicht Schritt gehalten hat.“( Cordes 1996: 9). Trotz aller Fortschritte und Veränderungen in den letzten Jahren ist die Benachteiligung von Frauen im Vergleich zu Männern nach wie vor existent. Die bundesrepublikanische Gesellschaft ist gekennzeichnet „durch eine asymmetrische, geschlechtsspezifische Verteilung von ökonomischer Macht, von Einfluss, Repräsentation und Möglichkeiten zu Partizipation und Gesellschaftsspaltung “ (Cordes 1996: 9).

Geschlechtspezifische Ungleichheiten lassen sich in vielen Bereichen nachweisen. Während im Bereich der allgemeinen Schulbildung Ungleichheiten aufgehoben wurden, sind Frauen in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt. Trotz gesetzlicher Diskriminierungsverbote ist der Arbeitsmarkt noch immer geschlechtsspezifisch gespalten. „Frauen sind weit häufiger als Männer in unsicheren, vergleichsweise schlecht bezahlten und mit wenig Aufstiegschancen verbundenen Berufspositionen zu finden“ 5. Der Statistik nach, verdienen männliche vollbeschäftigte Arbeiter und Angestellte rund 33% mehr als Frauen, da in frauentypischen Branchen ein generell niedrigeres Lohnniveau besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Benachteiligung von Frauen in der Politik und definiert den Gegenstand der Arbeit sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Definition von Frauenpolitik: Dieses Kapitel differenziert drei Interpretationstypen von Frauenpolitik (subjekt-, objekt- und inhaltsbezogen) und ordnet diese historisch ein.

3. Zur aktuellen Situation von Frauen in Deutschland: Es werden die sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und deren strukturelle Ursachen wie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung analysiert.

4. Frauenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland: Das Kapitel vergleicht die Ansätze der institutionellen Gleichstellungspolitik mit dem Konzept einer radikalen Gesellschaftsveränderung und beschreibt die Rolle von Gleichstellungsstellen.

5. Quoten: Es werden verschiedene Quotenmodelle diskutiert und deren Potenziale sowie die gegen sie angeführten Probleme kritisch beleuchtet.

6. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass ohne eine umfassende Umstrukturierung von Erwerbs- und Familienarbeit eine tatsächliche Gleichstellung schwer erreichbar bleibt.

Schlüsselwörter

Frauenpolitik, Gleichberechtigung, Grundgesetz, Frauenbewegung, Soziale Ungleichheit, Gleichstellungspolitik, Arbeitsmarkt, Quotenregelung, Geschlechterhierarchie, Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Politische Teilhabe, Gesellschaftsstruktur, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ziele und die Wirksamkeit der Frauenpolitik in Deutschland unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlich verankerten Gleichberechtigung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Analyse sozialer Ungleichheiten, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Strategien der Frauenpolitik sowie die Debatte um Quotenregelungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob bestehende frauenpolitische Ansätze ausreichen, um die Gleichberechtigung zu realisieren, oder ob eine tiefgreifende Modernisierung der Gesellschaft notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur, verfassungsrechtlicher Grundlagen und statistischer Daten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Frauenpolitik, der Analyse der aktuellen sozialen Lage von Frauen, den verschiedenen politischen Organisationsformen und der Debatte über Instrumente wie Quoten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frauenpolitik, Gleichberechtigung, Quotenregelung, Geschlechterhierarchie und gesellschaftliche Transformation.

Welche unterschiedlichen Quotenmodelle werden in der Arbeit genannt?

Die Autorin unterscheidet zwischen starren Quoten, leistungsbezogenen (Entscheidungs-)Quoten und Ergebnisquoten.

Warum wird laut der Autorin der "männliche" Qualifikationsbegriff kritisiert?

Er wird kritisiert, da die derzeitigen Qualifikationsanforderungen in Entscheidungsgremien von Männern definiert wurden und einseitig auf männliche Sozialisationserfahrungen zugeschnitten sind.

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Details

Title
Frauenpolitik in Deutschland: Gleichstellung oder Gesellschaftsveränderung?
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Ariane Peters (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V23518
ISBN (eBook)
9783638266253
ISBN (Book)
9783638771764
Language
German
Tags
Frauenpolitik Deutschland Gleichstellung Gesellschaftsveränderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariane Peters (Author), 2001, Frauenpolitik in Deutschland: Gleichstellung oder Gesellschaftsveränderung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23518
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