Es sieht so aus, als ob man dem Begriff der Globalisierung nicht mehr aus dem Wege
gehen könnte. Globalisierung wird vielfach thematisiert und erhält durch die Ereignisse um
den New Yorker 11. September oder den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Globalisierungsgegnern
und Siche rheitskräften in Seattle und Genua immer wieder neues Interesse.
Globalisierung wirft die Fragen auf, ob der Staat weiterhin die entscheidende Rolle in
der Weltpolitik spielen wird bzw. ob der Staat nur noch zu einem global player unter anderen
global players geworden ist? Wie kann der Staat auf die voranschreitende Entnationalisierung
reagieren und sich den Bedingungen der Globalisierung anpassen? Oder müssen in Zukunft
Organisationsform gefunden werden, die jenseits des Nationalstaates liegen?
Nach einer Klärung des Begriffes Globalisierung im ersten Teil, gehe ich im zweiten
Teil dazu über mögliche Antworten auf die Globalisierung vor zu stellen und schließe mit
meinen Vorstellungen ab.
Im zweiten Teil verdeutliche ich, auch dass die persönlichen Perspektiven und Weltvorstellungen
einen erheblichen Einfluss auf Forderungen zur Globalisierung haben. Deswegen
möchte ich vorwegnehmen, dass ich den Globalisierungsprozess als unumgänglichen
Fakt betrachte. Es kann kein Für oder Gegen Globalisierung geben. Globalisierung polarisiert
die Interessen von Ökonomie, Gesellschaft, Politik und Ökologie. Modelle, die alle vier Interessen
vereinen und im Sinne eines weit gefassten Nachhaltigkeitsgedankens stehen, bevorzuge
ich als Lösung. Ob mit der Globalisierung Großkonzerne große Teile der staatlichen
Politik übernehmen werden oder ob eine neue Zivilgesellschaft am Entstehen ist, betrachte
ich als mehr oder weniger offen.
Grundlage dieser Hausarbeit waren vor allem die Bücher „Politik der Globalisierung“,
herausgegeben von Ulrich Beck und das von Ulrich Steger herausgegebene Buch „Facetten
der Globalisierung“.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
ERSTER TEIL: GLOBALISIERUNG ALS BEGRIFF
1. Was ist Globalisierung? Eine Definition
2. Geschichtlicher Zusammenhang:
3. Der Globalisierungsgrad
4. Technischer Fortschritt: der Bedeutungsverlust von Entfernungen
5. Der Bedeutungsverlust von staatlichen Grenzen:
6. Globale Arbeitsteilung:
7. Zunehmende Interdependenz in der Wirtschaft:
8. Zunehmende Interdependenz im Ökosystem:
9. Zunehmende Interdependenz in der Politik:
10. Zunehmende Interdependenz in der Gesellschaft:
11. Umstrukturierungen aufgrund neuer Interdependenzen:
ZWEITER TEIL: POLITISCHE ANTWORTEN
1. Weltvorstellungen im Widerstreit
2. Politische Antworten auf die Entnationalisierung
2.1 Staatenwelt, Gesellschaftswelt, Vernetzungswelt
2.2 Liberal demokratische Internationalismus, radikaler Kommunitarismus, Kosmopolitismus
2.3 Weitere Modelle
2.4 Eigenbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff und die Auswirkungen der Globalisierung mit dem Ziel, die Rolle des Staates in einer zunehmend entnationalisierten Welt zu analysieren und alternative politische Lösungsmodelle für die durch globale Interdependenzen entstandenen Herausforderungen zu entwickeln.
- Definition und historische Einordnung des Globalisierungsbegriffs.
- Analyse der zunehmenden wirtschaftlichen, ökologischen, politischen und gesellschaftlichen Interdependenzen.
- Diskussion des Demokratie-Dilemmas und des Souveränitätsverlustes von Nationalstaaten.
- Gegenüberstellung verschiedener politischer Ansätze wie Liberaler Internationalismus, radikaler Kommunitarismus und Kosmopolitismus.
- Entwurf eines integrativen Modells der Nachhaltigkeit als Lösungsweg für globale Konfliktfelder.
Auszug aus dem Buch
1. Was ist Globalisierung? Eine Definition
Die Globalisierung beschreibt einen Prozess zunehmender Interdependenz und tiefgreifender Umstrukturierung unseres Wirtschafts-, Öko-, Gesellschafts- und Politiksystems, der durch die wirtschaftliche Verflechtung transnationaler Konzerne angestoßen worden ist. Den globalisierten Wirtschaftsverflechtungen ist der Bedeutungsverlust von Entfernungen und staatlichen Grenzen und eine weitgehend globale Arbeitsteilung zu eigen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Der Autor führt in die Problematik ein, inwiefern der Nationalstaat unter dem Druck der Globalisierung seine Handlungsfähigkeit behält oder einbüßt.
ERSTER TEIL: GLOBALISIERUNG ALS BEGRIFF: Dieser Abschnitt definiert den Begriff, ordnet ihn geschichtlich ein und beleuchtet die verschiedenen Dimensionen von Interdependenz.
1. Was ist Globalisierung? Eine Definition: Hier wird der Kernprozess der wirtschaftlichen Verflechtung und der damit einhergehenden Entgrenzung beschrieben.
2. Geschichtlicher Zusammenhang:: Das Kapitel grenzt Globalisierung von der bloßen Internationalisierung ab und erläutert den Anstieg des öffentlichen Interesses.
3. Der Globalisierungsgrad: Eine kritische Betrachtung der statistischen Messbarkeit von Globalisierungstendenzen in der Wirtschaft.
4. Technischer Fortschritt: der Bedeutungsverlust von Entfernungen: Untersuchung der Rolle von Transport- und Kommunikationstechnologien für die globale Organisation der Produktion.
5. Der Bedeutungsverlust von staatlichen Grenzen:: Analyse des schwindenden Handlungsspielraums von Staaten gegenüber transnational agierenden Konzernen.
6. Globale Arbeitsteilung:: Erklärung der marktorientierten Standortwahl auf Basis von Kosten- und Ressourcenvorteilen.
7. Zunehmende Interdependenz in der Wirtschaft:: Darstellung der gegenseitigen Abhängigkeit von Volkswirtschaften durch Waren- und Finanzaustausch.
8. Zunehmende Interdependenz im Ökosystem:: Aufzeigen, wie wirtschaftliche Eingriffe in der einen Region ökologische Fernwirkungen in anderen Ländern auslösen.
9. Zunehmende Interdependenz in der Politik:: Erörterung der schwindenden Steuerungsmöglichkeiten nationaler Regierungen durch die „Entzugsmacht“ transnationaler Konzerne.
10. Zunehmende Interdependenz in der Gesellschaft:: Analyse kultureller Beeinflussung und struktureller Arbeitslosigkeit in den OECD-Gesellschaften.
11. Umstrukturierungen aufgrund neuer Interdependenzen:: Zusammenfassung der globalen Konfliktdimensionen wie Nord-Süd- und Nord-Nord-Konflikte.
ZWEITER TEIL: POLITISCHE ANTWORTEN: Übergang zur Diskussion normativer und politischer Lösungsansätze für die Entnationalisierung.
1. Weltvorstellungen im Widerstreit: Unterscheidung zwischen universalistischen und protektionistischen Lagern in der Bewertung der Globalisierung.
2. Politische Antworten auf die Entnationalisierung: Einführung in verschiedene theoretische Konzepte zur Bewältigung des Demokratie-Dilemmas.
2.1 Staatenwelt, Gesellschaftswelt, Vernetzungswelt: Vorstellung von drei Modellwelten zur Abstimmung internationaler Akteure.
2.2 Liberal demokratische Internationalismus, radikaler Kommunitarismus, Kosmopolitismus: Vergleich dieser drei Ansätze zur Gestaltung globaler Demokratie.
2.3 Weitere Modelle: Kurzer Ausblick auf postparlamentarische Demokratieformen und regionale Integrationsprojekte wie die EU.
2.4 Eigenbemerkung: Der Autor entwickelt sein eigenes Konzept eines „Forums der Nachhaltigkeit“ zur langfristigen Sicherung von Wohlfahrt und Sicherheit.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Entnationalisierung, Interdependenz, Nationalstaat, Transnationale Konzerne, Weltmarkt, Arbeitsteilung, Souveränität, Nachhaltigkeit, Demokratie-Dilemma, Ökosystem, Vernetzungswelt, Gesellschaftswelt, Staatenwelt, Wohlfahrt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Globalisierung auf die Handlungsfähigkeit und Souveränität des modernen Nationalstaates.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf wirtschaftlicher Verflechtung, politischer Entzugsmacht von Konzernen, ökologischen Interdependenzen und der Suche nach neuen globalen Organisationsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herausforderungen der Entnationalisierung zu identifizieren und einen eigenen Lösungsansatz zur Wahrung von Sicherheit und Wohlfahrt in einem globalen System zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte, um verschiedene Modelle der Weltordnung zu vergleichen und ein eigenes, nachhaltigkeitsbasiertes Forum-Modell abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsbestimmung und Interdependenzanalyse (Teil 1) sowie eine tiefgehende Diskussion politischer Antwortmodelle (Teil 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Globalisierung, Entnationalisierung, Souveränität, Nachhaltigkeit und das Demokratie-Dilemma.
Was genau versteht der Autor unter dem "Forum der Nachhaltigkeit"?
Es handelt sich um einen vom Autor entwickelten Vorschlag für eine internationale Institution mit vier Kammern (Wirtschaft, Staat, Gesellschaft, Ökologie), um globale Interessenkonflikte konsensual zu lösen.
Warum sieht der Autor den Nationalstaat als geschwächt an?
Er argumentiert, dass transnationale Konzerne durch ihre Mobilität eine "Entzugsmacht" gegenüber Staaten erlangt haben, da sie Investitionsstandorte gegeneinander ausspielen und sich staatlicher Regulierung entziehen können.
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- Tobias Düring (Autor), 2002, Globalisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23777