Die vorliegende Arbeit versucht, einen Vergleich zwischen dem Film „Metropolis“ (1925) von Fritz Lang und dem Essay „Der Arbeiter“ (1930) von Ernst Jünger herzustellen. Nach kurzen inhaltlichen Zusammenfassungen und einigen Hintergrundinformationen zu den Personen, ihren Intentionen und der Zeit, soll dieser Vergleich anhand von Filmszenen und Zitaten angestellt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt entsprechend des Seminarthemas bei dem Aspekt der Stellung des Arbeiters und der Erscheinungsform von Arbeit. Da sowohl Lang als auch Jünger aus ihrer Zeit heraus besonderes Interesse an der neuen Technik hatten, wird auch darauf ein Schwerpunkt liegen.
Natürlich gibt es viele weitere interessante Aspekt in Metropolis, die sich lohnen würden näher zu beleuchten, so zum Beispiel die Stellung der Frau, Religiosität und die Versöhnung von Kapital und Arbeit. Diese Punkte werde ich hier jedoch nur am Rande behandeln. Als Grundlage dieser Hausarbeit dient mir der Essay „Der Arbeiter“ von Ernst Jünger, der Film „Metropolis“ von Fritz Lang, sowie Sekundärliteratur, vor allem der englische Artikel „Machine Aesthetics and Dialektics of Modernity: On Fritz Lang`s Metropolis“. Der abschließende Vergleich unterliegt meiner eigenen Interpretation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Metropolis
3. Arbeiter
4. Vergleich
5. Fazit und Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung des Arbeiters und die Erscheinungsformen von Arbeit im Vergleich zwischen dem Film „Metropolis“ (1925) von Fritz Lang und dem Essay „Der Arbeiter“ (1930) von Ernst Jünger. Ziel ist es, die unterschiedlichen Visionen der Moderne, der Technik und des Menschentypus in der Industrialisierung anhand dieser beiden Schlüsselwerke zu untersuchen.
- Vergleich der technisierten Welt bei Lang und Jünger
- Stellung und Entindividualisierung des Arbeiters
- Die Rolle der Technik als beherrschende Kraft
- Versöhnung von Kapital und Arbeit als utopisches Motiv
- Der Übergang vom Bürger zum Arbeitertypus
Auszug aus dem Buch
4. Vergleich zwischen Film und Essay
Ernst Jünger und Fritz Lang sahen beide die Moderne als mythische Dimension. Technik bedeutete für sie Faszination, Maschinen waren nicht nur nützliche Erfindungen, sondern lebendige Schönheiten. „Die Frontgeneration ist die erste Generation, die in der Maschine gleichzeitig die Nützlichkeit und die Schönheit sehen kann.“ Beide brachten dies in ihren Arbeiten zum Ausdruck. Jünger setzte dafür den Arbeiter ein, Fritz Lang stellte gleich die Maschinen dar.
H. Böhme nennt zum Beispiel den Androiden Maria aus Metropolis ein fetischisiertes Kultobjekt der Faszination. Eine Fetischisierung der Maschinen und der Technik fällt in dem Film noch öfter auf. Man sieht dies in den Anfangsszenen als die Apparatur der Arbeiterstadt gezeigt wird und auch in den Szenen, wenn die Kamera die Ansicht der Stadt einfängt. Der Androide ist jedoch nicht nur fetischisiertes Kultobjekt, sondern auch der Arbeiter der Zukunft, so zumindest benennt ihn der Wissenschaftler Rotwang.
Jünger spricht zwar nicht von einer Verschmelzung von Mensch und Maschine, aber davon, dass der Mensch zum Objekt der Maschine wird. „Wenn man aber akzeptiert, und das ist sehr wichtig, macht man sich nicht nur zum Subjekt der technischen Vorgänge, sondern gleichzeitig zu ihrem Objekt“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema des Vergleichs zwischen Langs Film und Jüngers Essay hinsichtlich der Stellung des Arbeiters.
2. Metropolis: Analyse der technischen und sozialen Aspekte von Fritz Langs Film sowie dessen Vision der Klassenkonflikte.
3. Arbeiter: Darstellung von Ernst Jüngers Menschenbild und seine Definition des Arbeiters als neuer Typus in einer technisierten Welt.
4. Vergleich: Gegenüberstellung der beiden Positionen zur Moderne und der Rolle des Menschen als Subjekt oder Objekt der Technik.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der historischen Relevanz und der heutigen Bedeutung der Arbeiter-Darstellungen.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Metropolis, Der Arbeiter, Ernst Jünger, Fritz Lang, Industrialisierung, Technik, Entindividualisierung, Arbeiterbewegung, Kapitalismus, Moderne, Arbeitertypus, Klassenkonflikt, Science-Fiction, Massengesellschaft, Maschinenwelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Sichtweisen des Regisseurs Fritz Lang (Film „Metropolis“) und des Autors Ernst Jünger (Essay „Der Arbeiter“) auf die Rolle des Arbeiters im frühen 20. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Industrialisierung, die Faszination für moderne Technik, die Entindividualisierung des Einzelnen in der Masse und die Klassenstruktur der Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Arbeit und die Stellung des Menschen gegenüber der Maschine bei Lang und Jünger herauszuarbeiten und zu interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wendet eine vergleichende Analyse an, die auf Inhaltszusammenfassungen, der Auswertung von Filmsequenzen, Zitatanalysen und der Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von „Metropolis“, die Analyse von Jüngers Essay sowie den direkten Vergleich beider Werke in Bezug auf ihre Vision der Moderne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeiter, Technik, Metropolis, Entindividualisierung, Moderne, Kapitalismus und der gesellschaftliche Wandel.
Wie unterscheidet Jünger den Bürger vom Arbeiter?
Für Jünger ist der Bürger eine veraltete Figur, die Sicherheit sucht, während der Arbeiter den Typus der neuen, technisierten Welt verkörpert, der Logik und Abenteuer vereint.
Wie wird der „Arbeiter der Zukunft“ in Metropolis visualisiert?
Er wird durch den Roboter (den Androiden) symbolisiert, aber auch durch die uniforme, seelenlose Masse der Arbeiter in der Unterstadt, die als Teil der Maschine dargestellt werden.
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- Esther Klung (Autor), 2002, Der Arbeiter der Zukunft bei Ernst Jünger und Fritz Lang, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23828