Einleitung
1.1 Lage der Krankenhäuser
Mit dem Gesundheitsstrukturgesetz haben marktwirtschaftliche Elemente im bundesdeutschen Gesundheitswesen stark an Bedeutung gewonnen. Nach der damit einhergehenden Abschaffung des Selbstkostendeckungsprinzips sehen sich Krankenhäuser unter einem zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Die Krankenhausbudgets
sind seit Jahren gedeckelt, was de facto einen Rückgang der Einnahmen
zur Folge hat. Personal- und Sachkostensteigerungen werden nicht mehr in vollem Umfang ausgeglichen. Dies soll der Kostensteigerung in den Krankenhäusern Einhalt gebieten und zur Mobilisierung vermuteter Wirtschaftlichkeitsreserven zwingen.
Die Konkurrenz unter den Krankenhäusern verstärkt sich. Parallel zu den geforderten Kosteneinsparungen steigt der Anteil chronisch Kranker und älterer Patienten. Krankenhäuser behandeln Patienten mit fortschreitender medizinischer Entwicklung sicherer und schneller; verbesserte Methoden und kürzere Verweildauer führen zu intensiverer Betreuung und kosten mehr Geld. Unter diesem zweifachen Druck wird für die Krankenhäuser die Frage immer drängender:
Wie lässt sich der Qualitätsstandard in der Krankenversorgung halten und ausbauen ohne einen weiteren Kostenschub?
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Lage der Krankenhäuser
1.2 Bedeutung der Ressource Personal
1.3 Probleme der Personalführung im Krankenhaus
1.4 Spezielle Situation der Universitätskliniken
1.5 Eigenmotivation, Ziele und Methoden
2 Stellung der Mitarbeiterführung im Rahmen der Unternehmensführung
2.1 Definition von Führung im Unternehmen
2.2 Ziele und Aufgaben des Management
2.3 Die vertikalen Führungsebenen
2.4 Horizontale Sicht der Führungsbereiche
2.5 Die ganzheitliche Sicht des St. Galler Management-Konzepts
3 Ziele und Aufgaben des Krankenhausmanagement
3.1 Unternehmen Krankenhaus
3.2 Besonderheiten von Universitätsklinika
3.3 Aktuelle Problemfelder des Krankenhausmanagement
3.4 Personalführung als wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung
3.5 Wertewandel und Krankenhaus
4 Personalarbeit und Personalführung im Krankenhaus
4.1 Grundlagen der Personalführung
4.1.1 Motivation als zentrale Determinante der Mitarbeiterzufriedenheit
4.1.2 Führungsprinzipien
4.1.3 Führungsgrundsätze
4.1.4 Führungsstil
4.2 Werteorientierte Personalpolitik
4.3 Personalpolitik und strategische Ausrichtung
4.4 Hierarchische Strukturen und Macht im Krankenhaus
4.5 Berufsständische Barrieren
4.6 Ansätze zur Überwindung der berufsständischen Barrieren
4.7 Qualifikation der Führungskräfte
5 Befragung zu speziellen Problemen der Personalführung in Universitätsklinika
5.1 Inhalt, Umfang und Methode der Befragung
5.2 Organisations- und Personalentwicklung
5.2.1 Fort- und Weiterbildung
5.2.2 Stellenwert der Fort- und Weiterbildung in Universitätsklinika
5.2.3 Management by Objectives
5.2.4 Management by Objectives an den bundesdeutschen Universitätsklinika
5.3 Führungsgrundsätze im Rahmen der Krankenhauskultur
5.4 Einbettung der Personalführung in ein umfassendes Konzept des Qualitätsmanagement
5.4.1 Qualitätsmanagement im Krankenhaus – Ziele und Aufgaben
5.4.2 Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung im Krankenhaus
5.4.3 Mitarbeiterorientierung und Qualitätsmanagement im Krankenhaus
5.4.4 Das EFQM-Modell
5.4.5 EFQM und zentrale Elemente der Personalführung im Krankenhaus
5.4.6 Stand der Umsetzung in den Krankenhäusern, Ergebnisse der Befragung
6 Fazit
7 Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Diplomarbeit analysiert die Personalführung in bundesdeutschen Krankenhäusern unter Berücksichtigung ökonomischer und humanitärer Zielsetzungen. Das Hauptziel ist die Untersuchung, inwieweit moderne Führungsmethoden Eingang in das Krankenhausmanagement finden, welche Hemmnisse existieren und wie eine zukunftsorientierte Personalführung, speziell an Universitätsklinika, entwickelt werden kann.
- Analyse der Ist-Situation der Personalführung in Krankenhäusern und Universitätsklinika.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Unternehmenskultur, Qualitätsmanagement und Personalführung.
- Erarbeitung von Ansätzen zur Überwindung berufsständischer Barrieren im Krankenhausmanagement.
- Evaluation der Bedeutung von Fortbildung und Management by Objectives als Instrumente der Personalentwicklung.
- Empirische Untersuchung der Anwendung des EFQM-Modells in Universitätsklinika.
Auszug aus dem Buch
1.3 Probleme der Personalführung im Krankenhaus
Eine hochinnovative Medizinentwicklung trifft auf berufsständisch geprägte, weitgehend starr ausgerichtete hierarchische Linienstrukturen. Der Forderung nach einer hohen geistigen und sozialen Beweglichkeit des Personals stehen Regelungsdichten gegenüber, die die Eigenständigkeit der Mitarbeiter zum Teil bis in Detailbereiche beschneiden. Die hohe Verantwortlichkeit der Mehrzahl der Mitarbeiter für die Patientenversorgung korrespondiert nur selten mit einer adäquaten Kompetenzzuweisung. Partizipation der Mitarbeiter an der Krankenhausentwicklung bleibt auf Teilbereiche und Teilaspekte beschränkt und wird daher von Beschäftigten nicht selten als „Spielwiese“ abgetan.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf Krankenhäuser und die daraus resultierende Notwendigkeit, Personalführung als strategischen Erfolgsfaktor zu etablieren.
2 Stellung der Mitarbeiterführung im Rahmen der Unternehmensführung: Definiert Führung als zielgerichtete Beeinflussung und beleuchtet die Integration der verschiedenen Führungsebenen sowie das St. Galler Management-Konzept.
3 Ziele und Aufgaben des Krankenhausmanagement: Analysiert das Krankenhaus als soziotechnische Organisation und identifiziert die spezifischen Spannungsfelder zwischen Wirtschaftlichkeit und Humanität.
4 Personalarbeit und Personalführung im Krankenhaus: Erläutert die Grundlagen der Personalführung, diskutiert den Wertewandel sowie die Auswirkungen hierarchischer Strukturen und berufsständischer Barrieren.
5 Befragung zu speziellen Problemen der Personalführung in Universitätsklinika: Dokumentiert eine umfangreiche Befragung zu Personalentwicklung, Führungsstilen und Qualitätsmanagement-Projekten an deutschen Universitätskliniken.
6 Fazit: Fasst zusammen, dass Qualitätsmanagement nach dem EFQM-Modell ein geeignetes Instrument darstellt, um die Personalführung professionalisieren und wettbewerbsfähig zu gestalten.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, Personalführung, Universitätsklinika, Qualitätsmanagement, EFQM-Modell, Organisationsentwicklung, Personalpolitik, Mitarbeiterzufriedenheit, Führungskultur, Leistungsfähigkeit, Krankenhausbetriebslehre, Wertewandel, Management by Objectives, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und konzeptionellen Weiterentwicklung der Personalführung in bundesdeutschen Krankenhäusern, mit besonderem Fokus auf die Situation in Universitätsklinika.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die professionelle Personalarbeit, die Integration von Qualitätsmanagement-Konzepten wie dem EFQM-Modell und die Herausforderungen durch hierarchische sowie berufsständische Strukturen im Krankenhausbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Personalführung in Krankenhäusern durch den Einsatz moderner Methoden ökonomisch erfolgreich und zugleich mitarbeiterorientiert gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor kombiniert eine tiefgehende Literaturrecherche mit einer empirischen Befragung (Fragebögen und halbstrukturierte Interviews) von Personalverantwortlichen, Pflegedirektionen und Personalratsvorsitzenden an 37 deutschen Universitätsklinika.
Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Unternehmensführung, die Besonderheiten von Krankenhäusern, die Analyse der Personalarbeit und eine detaillierte Auswertung der durchgeführten Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Krankenhausmanagement, Personalführung, Universitätsklinika, Qualitätsmanagement, EFQM-Modell, Organisationsentwicklung, Personalpolitik und Führungskultur.
Welche Rolle spielt das EFQM-Modell in dieser Arbeit?
Das EFQM-Modell wird als umfassender, ganzheitlicher Ansatz zur Qualitätssteigerung und zur Strukturierung der Personalführung in Krankenhäusern untersucht und kritisch bewertet.
Warum gelten Universitätsklinika als besonders komplex in der Personalführung?
Sie vereinen neben der Krankenversorgung auch Aufgaben in Forschung und Lehre, was zu Zielkonflikten führt und die Machtstruktur durch eine zusätzliche akademische Hierarchie verkompliziert.
- Quote paper
- Karlheinz Jung (Author), 1999, Ist-Analyse und konzeptionelle Weiterentwicklung der Mitarbeiterführung im Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Universitätsklinika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/245