Ursachen und Folgen von Megafusionen dargestellt an der Automobilbranche mit besonderer Berücksichtigung der DaimlerChrysler AG


Hausarbeit, 2001

34 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1. Fusionen
2.2. Megafusionen

3. Fusionsarten
3.1. Horizontale Fusionen
3.2. Vertikale Fusionen
3.3. Konglomerate Fusionen

4. Fusionen aus historischer Sicht
4.1. Fusionswellen
4.2. Entwicklung der Fusionsaktivitäten und der Branchenstruktur

5. Ursachen/Motive und Folgen von Fusionen
5.1. Unternehmerische, einzelwirtschaftliche Sicht - Ein einzelnes Unternehmen im Wettbewerb -
5.2. Gesamtwirtschaftliche Sicht - Funktionsfähiger Wettbewerb als wirtschaftspolitische Zielsetzung -

6. Die Fusionskontrolle
6.1. Grundlagen der nationalen Fusionskontrolle
6.2. Die marktbeherrschende Stellung in der Fusionskontrolle der EG

7. Fusionen in der Automobilbranche
7.1. Überblick
7.2. Der DaimlerChrysler Deal

8. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Anhang

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Deutsche Unternehmenszusammenschlüsse nach Art der Diversifikation 1993-1998 (vH)

Abbildung 2 Anzahl der Unternehmenszusammenschlüsse in den Vereinigten Staaten 1895-1995

Abbildung 3 Weltweite Fusionstätigkeit 1990-1998 (Preis der übernommenen Unternehmen in Mrd. Dollar)

Abbildung 4 Sektorale Zusammensetzung der weltweiten X

Unternehmenszusammenschlüsse 1996

Abbildung 5 Indikatoren zur Globalisierung der Weltwirtschaft 1973-1994

Abbildung 6 Übersicht zur nationalen Fusionskontrolle

Abbildung 7 Verfahren der europäischen Fusionskontrolle

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Megafusionen – Die Top-Ten-Liste

Tabelle 2 Die größten Fusionen 1995 und 1999

Tabelle 3 Fusionskontrollverfahren 1999/2000

Tabelle 4 Produktprogramm Daimler-Benz / Chrysler

1. Einleitung

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine mehr oder weniger spektakuläre Fusion angekündigt wird. Nicht in jedem Fall ist sie aufsehenerregend wie zwischen Daimler und Chrysler, aber unaufhörlich fusionieren Unternehmen in Deutschland, in Europa, in den USA oder anderen hochindustrialisierten Ländern. Der Grund dafür ist, daß alle Unternehmen mit den Folgen der Globalisierung zu kämpfen haben. Zwar bescherte die Globalisierung durch den fast ungehinderten Zutritt zu den Weltmärkten viele Freiheiten und hohe Umsätze, jedoch kamen auch neue Konkurrenten hinzu. Mit all diesen Fusionen sollen vor allem folgende Ziele erreicht werden: Das Überleben der Unternehmen im globalen Wettbewerb, ohne jedoch die Eigenständigkeit zu verlieren und dabei Marktanteile zu sichern und die eigene Position auszubauen.1 Unternehmen und die Öffentlichkeit knüpfen meist große Erwartungen an Fusionen. Doch nicht immer erfüllen Fusionen die Erwartungen. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte aller Fusionen vernichtet Unternehmenswert, anstatt ihn zu steigern. Es bedarf eines guten Fusionsmanagements, um Fusionen erfolgreich durchzuführen.2 Insbesondere Megafusionen lösen jedoch sehr viel Unbehagen aus. Seitens der Arbeitnehmer die Furcht vor dem Arbeitsplatzverlust und andererseits für die Unternehmen Umsatzverlust durch die steigende Konkurrenz und fallende Marktanteile. Wettbewerbshüter sehen Monopole und Kartelle entstehen und nicht beteiligte Beobachter erschreckt allein die Größe der entstehenden Unternehmen.3 Trotz der Risiken steigt die Fusionsaktivität immer weiter. Im ersten Halbjahr des Jahres 2000 wurden weltweit 643 Milliarden Dollar für Übernahmen und Fusionen gezahlt. Das sind 60 Prozent mehr im Vergleich zu der Vorjahresperiode.4

Diese Arbeit soll einen Überblick über die Ursachen und Folgen von Megafusionen geben. Dabei werden zunächst die Begriffe Fusion und Megafusion abgegrenzt und es wird auf verschiedene Fusionsarten eingegangen. Es folgt eine historische Betrachtung der Fusionen insbesondere hinsichtlich der Entwicklung der Fusionsaktivitäten und der Branchenstruktur. Der Hauptteil umfasst Ursachen und Folgen der Fusionen aus verschiedenen Perspektiven, aus einzelwirtschaftlicher als auch gesamtwirtschaftlicher Sicht. Außerdem werden die rechtlichen Grundlagen von Fusionen durch die Fusionskontrolle dargestellt. Abgerundet wird die Arbeit durch die Betrachtung der Automobilbranche mit besonderem Fokus auf die Fusion der DaimlerChrysler AG. Den Abschluss bildet eine zusammenfassende Betrachtung und der Ausblick in Zukunft.

2. Definitionen

2.1. Fusionen

Unter Fusion ist die Verschmelzung bzw. Zusammenfassung zweier oder mehrerer Unternehmen zu einer einzigen, rechtlich selbstständigen Einheit zu verstehen. Fusion im Sinne des Kartellgesetzes ist der Zusammenschluss von Unternehmen, die Bildung oder der Ausbau eines Konzerns durch den Erwerb des Vermögens eines anderen Unternehmens, Aufnahmen eines Unternehmens in den Konzern, Erwerb einer bestimmten Menge von Anteilen (Aktien, GmbH-Anteile), Abschluss von Gewinn- und Verlustübernahmeverträgen, Verpachtung von wesentlichen Teilen eines Unternehmens, Schaffung der Personalverflechtung in den Aufsichtsräten sowie jede sonstige Verbindung durch die ein oder mehrere Unternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben können.5 Es kann weiterhin in nationale sowie transnationale Fusionen unterschieden werden. Eine rein nationale Fusion liegt vor, wenn die Beteiligten die selbe Staatsangehörigkeit haben und sich auf dem Gebiet ihres Heimstaates zusammenschließen. Wenn der Zusammenschlussort und die Nationalität der Beteiligten auseinanderfallen, spricht man von einer transnationalen Fusion.6

2.2. Megafusionen

Eine allgemeingültig festgelegte Definition für Megafusionen gibt es nicht. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Megafusionen Zusammenschlüsse von gemeinschaftsweiter Bedeutung sind. Somit lassen sich aufgrund der europäischen Fusionskontrollverordnung Merkmale ableiten.7 Hier haben Zusammenschlüsse gemeinschaftsweite Bedeutung, wenn

- der weltweite Umsatz aller beteiligten Unternehmen mehr als 5 Mrd. Euro und
- der gemeinschaftsweite Umsatz von mindestens zwei beteiligten Unternehmen jeweils mehr als 250 Mill. Euro beträgt, es sei denn, die beteiligten Unternehmen erzielen jeweils mehr als zwei Drittel ihres gemeinschaftsweiten Gesamtumsatzes in ein und demselben Mitgliedsstaat.8

Aus diesem Grund wird der Umsatz 5 Mrd. Euro bei Unternehmenszusammenschlüssen als Schwelle zur Abgrenzung von Megafusionen verwendet.9

3. Fusionsarten

Grundsätzlich werden drei Fusionsarten unterschieden:

3.1. Horizontale Fusionen

Eine Konzentration dieser Art bezeichnet das Zusammengehen von Unternehmen, die auf demselben Markt tätig sind. Eine solche Fusion wird dann als lohnend angesehen, wenn ein überragender Marktanteil erreicht wird oder wenn beträchtliche Kostensenkungen realisiert werden können und ferner der Marktzutritt neuer Konkurrenten verhindert werden kann. Maßgebend für den Erfolg derartiger Fusionen ist der Verlauf der Durchschnittskostenkurve. Da zunehmende Skalenerträge zu einem fallenden Verlauf der Durchschnittskostenkurve führen, sind hier Großunternehmen den kleineren Betrieben überlegen und können sie vom Markt verdrängen. Das heißt, je höher die relativen Fixkosten zur Größe des Marktes sind, umso geringer ist im allgemeinen die Zahl der Anbieter, die sich am Markt behaupten können, und umso höher ist die horizontale Fusion.10 Laut dem Bundeskartellamt sind Fusionen der neunziger Jahre zu 80% – 90% horizontale Unternehmenszusammenschlüsse (siehe Abb. 1). Somit nutzen die Unternehmen Fusionen dazu, um sich in ihrem Kerngeschäft zu stärken, was auch die Erringung einer marktbeherrschenden Stellung beinhaltet. Jedoch darf nicht außer acht gelassen werden, dass die Gefahr von Wettbewerbsbeeinträchtigungen bei horizontalen Fusionen am größten ist.11

3.2. Vertikale Fusionen

Eine weitere Fusionsart sind vertikale Fusionen. Diese liegen vor, wenn das aufkaufende Unternehmen in die vor- oder nachgelagerte Wirtschaftsstufe eindringt. Eine vertikale Fusion wird dann als vorteilhaft angesehen, wenn dadurch vor allem die Produktionskosten sinken und gleichzeitig der Gewinn erhöht wird. Die Senkung der Kosten ist zumeist technologisch bedingt und man spricht dann von Umfangsvorteilen. Ein Beispiel für Umfangsvorteile kann sein, dass technische Erfahrungen, die auf einer Produktionsstufe erworben wurden, für die im Betrieb vor- bzw. nachgelagerten Produktionsstufen ebenfalls von Nutzen sind. Einen großen Anteil von Umfangsvorteilen bringen vor allem die Gebiete Forschung und Entwicklung, da genau hier die Schwierigkeit des Informationsflusses zwischen selbstständigen Unternehmen liegt. Jedoch stehen einer vertikalen Fusion die Größenvorteile einer Produktionsstufe durch Spezialisierung entgegen.12

3.3. Konglomerate Fusionen

Unter diesem Begriff werden solche Firmen zusammengefasst, die mehrere technisch vonein-ander unabhängige Produktionszweige betreiben. In einem konglomeraten Unternehmen mit Produktionszweigen, deren Entwicklungschancen voneinander unabhängig sind, kann eine Fusion risikosenkend wirken. Das Unternehmen trägt Merkmale eines Investmentfonds und die Unternehmensleitung verfügt gewöhnlich über bessere Informationen hinsichtlich der Ertragschancen in den verschiedenen vom Unternehmen betriebenen Produktionsrichtungen, als sie einem außenstehenden Kapitalanleger zugänglich sind. Somit kann den Risiken und Chancen der Ertragsmöglichkeiten in den verschiedenen Produktionsrichtungen besser Rechnung getragen werden. Des weiteren entsteht durch die Bildung von konglomeraten Unternehmen ein innerbetrieblicher Arbeitsmarkt. Da auch hier die Informationen über z.B. Einsatzmöglichkeiten, Fähigkeiten der Arbeiter usw. vollständiger sind als auf dem Gesamt-arbeitsmarkt, gewinnt der interne Arbeitsmarkt an Bedeutung. Das Risiko einer Fehlbe-setzung bei Neueinstellung wird in diesem Fall minimiert. Konglomerate Unternehmen haben den Nachteil, dass sie auf steigende Skalenerträge durch Spezialisierung meist verzichten müssen. Aus diesem Grund finden konglomerate Fusionen nur bei großen Unternehmen statt und sind dadurch in der Ausdehnung begrenzt.13

4. Fusionen aus historischer Sicht

4.1. Fusionswellen

Die Geschichte der Fusionen beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit dem einsetzenden Wirtschaftswachstum ging das Wachstum der einzelnen Unternehmen einher und drückte sich durch steigende Investitionen als auch durch erste Übernahmen und Zusammenschlüsse von Unternehmen aus. Da es in Deutschland und Europa erst seit kürzerer Zeit verlässliches Datenmaterial über Fusionsaktivitäten gibt, lassen sich Fusionswellen nur anhand des amerikanischen Marktes aufzeigen, da es hier seit 1904 eine Fusionskontrolle und damit verbunden auch Statistiken aus systematischen Beobachtungen gibt. In der Vergangenheit haben sich Fusionen immer wieder in ausgeprägten Wellen von fünf- bis zehnjähriger Dauer vollzogen (siehe Abb. 2). Wie anhand der Abbildung festzustellen ist, handelt es sich um fünf deutlich abgrenzbare Perioden mit stark erhöhter Fusionsaktivität. Weiterhin ist zu sehen, dass jede dieser Fusionswellen jeweils viel stärker ist als ihre Vorläuferin.14

Die erste Welle (1887-1904) war im wesentlichen durch das Streben nach Skalenerträgen in der Schwerindustrie geprägt. Im Gegensatz dazu führte die zweite Welle (1918-1929) zur Herausbildung großer Konglomeratkonzerne und zur Zusammenfassung netzgebundener Unternehmen (z.B. Energie, Eisenbahn). Diese Konglomeratbildung spielte auch wieder innerhalb der dritten Welle (Mitte 60er Jahre bis Anfang 70er Jahre) eine große Rolle, die außerdem die Ausnutzung von Größenvorteilen durch Massenproduktion zum Ziel hatte. Die vierte Welle (Mitte der 80er Jahre) war in Amerika im Gegensatz zu Europa relativ schwach. Sie strebte hier nach Synergieeffekten durch die Zusammenführung von Unternehmen verschiedener Märkte als auch benachbarter Technologiebereiche. Die aktuelle, fünfte Fusionswelle (Beginn Mitte 90er Jahre), zeichnet sich durch Stärkung der Marktposition durch Konzentration auf das Kerngeschäft aus. Wenn diese Welle dem Muster der vorangegangenen folgt, so ist mit einem Abklingen zur Mitte des kommenden Jahrzehnts zu rechnen. Diese Fusionswellen wurden von markanten wettbewerbspolitischen Maßnahmen begleitet, so dass man nicht ohne weiteres von einem selbstverständlichen Auftreten als auch Abklingen ausgehen kann.15

4.2. Entwicklung der Fusionsaktivitäten und der Branchenstruktur

Kaum ein Tag vergeht ohne spektakulärer Zusammenschlüsse von Großunternehmen. Die Fusionsaktivität ist in den letzten Jahren stetig gestiegen (Abb. 3). Weltweit wurden für Fusionen 1998 rund 2,4 Billionen Dollar bezahlt. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 50% und gegenüber der frühen neunziger Jahren eine Verfünffachung. Zunehmende Bedeutung erlangen Megafusionen, an denen große und größte Unternehmen beteiligt sind. 23% des Investitionsvolumens entfielen 1998 auf die neun größten Zusammen-schlüsse (Gesamtfusionsanzahl: 26200). Außerdem ist der Kaufpreis der Megafusionen kontinuierlich gestiegen (Tab. 1). Innerhalb von fünf Jahren verdreifachte er sich (Tab. 2). Den größten Anteil an Fusionen haben die USA, Europa und andere Industrieländer. Entwick-lungsländer treten meist als Verkäufer auf, die Käufer kommen ausschließlich aus Asien. Bezüglich der Branchenstruktur lässt sich sagen, dass Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe mehr als die Hälfte der Fusionen durchführen, jedoch tragen auch Versicherungen und Banken, die Rohstoffindustrie und der Handel ihren Anteil dazu bei (Abb. 4). In den kommenden Jahren ist damit zu rechnen, dass sich Fusionen besonders auf die Branchen konzentrieren, die bisher in vielen Ländern unter staatlicher Kontrolle standen, wie z.B.

Telekommunikation, und Bahnwesen.16

5. Ursachen/Motive und Folgen von Megafusionen

5.1. Aus unternehmerischer, einzelwirtschaftlicher Sicht – Ein einzelnes Unternehmen im Wettbewerb -

Die in immer kürzeren Abständen einsetzenden Fusionswellen sind hinsichtlich Ihrer Ziele verschieden. Vorstände und Unternehmer müssen dafür sorgen, dass ihr Unternehmen auch in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Doch wie soll der Gewinn gesteigert werden, wenn die Kosten bereits auf das niedrigste Niveau gesenkt wurden und die Preise wegen der starken Wettbewerbssituation nicht erhöht werden können? Die Entwicklung neuer Produkte und ihre Markteinführung ist teuer, und es kann nicht garantiert werden, dass die Kunden das neue Produkt annehmen oder die Konkurrenz nicht ebenfalls ein ähnliches Produkt einführt. Viele Manager sehen eine Lösung dieser Probleme in der Fusion.

Allgemeine Motive der Fusion sind die Erringung einer Machtstellung zur Sicherung des Absatzmarktes oder der Rohstoffbeschaffung, die Erweiterung der Kapital und Kreditbasis, gemeinsame Verwertung von Rechten und Patenten, Vereinheitlichung des Produktionspro-grammes und leichtere Durchführung von Rationalisierungsmaßnahmen in allen Bereichen.17

Dies muss jedoch differenzierter betrachtet werden. In marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystemen ist die Steigerung des Gesamtwertes der beteiligten Unternehmungen das oberste Ziel aller unternehmerischer Aktivitäten. Daher sind die folgenden Motive dieser Maxime untergeordnet. Es wird in ökonomische Ziele und persönliche Motive unterschieden.

Zu den ökonomischen Zielen gehören erwartete Synergievorteile, finanzwirtschaftliche Motive, Risikovorteile und Marktmacht.

Synergievorteilen sind jene, die sich aus dem Zusammenschluss zweier oder mehrerer Unter-nehmen ergeben. Es entstehen güterwirtschaftliche Synergien in Form von Kostensenkungs-potentialen durch eine Zusammenlegung von zuvor getrennten Funktionen, wie z.B. Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing und Beschaffung etc.. Infolgedessen lassen sich güterwirtschaftliche Synergien nur dann erzielen, wenn die Wertketten der fusionierten Unternehmungen große Ähnlichkeiten aufweisen und somit identische oder ähnliche Prozesse teilweise überflüssig werden.18

Diese Kostensenkungspotentiale beruhen auf Economies of Scale (= Skalenerträge, Volumeneffekte), die durch die Verteilung der Fixkosten auf einen größeren Output entstehen oder Economies of Scope, gekennzeichnet durch die mehrfache Verwendung von Produktionsfaktoren bei der Entwicklung, Erstellung und/oder Vermarktung von mehreren ähnlichen Produkten.

In der Automobilbranche zum Beispiel können Kosten in der Produktion durch eine ausgeklügelte Gleichteile- und Plattformstrategie gesenkt werden. Denn schon in der Forschung, Entwicklung und Planung entstehen hohe Kosten, die durch Zusammenschlüsse und somit höhere Stückzahlen besser verteilt werden können. Economies of Vertical Integration stellt eine weitere Synergiequelle dar, wobei hier die Kosten durch eine Vorwärts- und/oder Rückwärtsintegration gesenkt werden können.19

Des weiteren können finanzwirtschaftliche Synergien auftreten, welche unabhängig von der Ähnlichkeit der Unternehmungen und derer Produkte sind. Eigen- und Fremdkapital werden beim Zusammenschluss zusammengelegt. Daraus resultiert eine Veränderung der Risikoposition der Aktionäre und ein sinkendes Konkurskursrisiko der gesamten Unternehmung. Außerdem wächst durch die Fusion die Finanzkraft des Unternehmens, das heißt die Fähigkeit, finanzielle Mittel an den Geld- und Kapitalmärkten aufzunehmen.

Führungsmässige Synergien lassen sich durch den Austausch von einzelnen Managern oder ganzer Managerteams erzielen. Dies kann sehr häufig beobachtet werden, da zwei Führungsspitzen meist als uneffektiv und das zu übernehmende Management als ineffizient angesehen werden.20

Ein weiterhin wichtiges ökonomisches Motiv für die Durchführung von Unternehmenszusammenschlüssen ist die Erringung der Marktmacht. Durch die Verschmelzung von Konkurrenzunternehmen wird der Wettbewerb begrenzt und es können vermehrt Gewinne erzielt werden.

Die neue Unternehmung besitzt dann die Fähigkeit, einen gewinnmaximierenden, über dem Konkurrenzpreis liegenden Marktpreis, die Qualität und Quantität auf den Absatz- und/oder Beschaffungsmärkten zu bestimmen und damit zusätzliche Monopolgewinne zu erwirtschaften.21

[...]


1 Vgl. Fokken, Ulrike (1999), S. 8ff..

2 Vgl. Habeck, Max et al. (1999), S. 5f..

3 Vgl. Fokken, Ulrike (1999), S. 8ff..

4 Vgl. Internetquelle 8.

5 Vgl. Landeszentrale für politische Bildung (1992), S. 100.

6 Vgl. Becht, Bernhard (1996), S. 260ff..

7 Vgl. Kleinert, Jörn / Klodt, Henning (2000), S. 11.

8 Vgl. Drauz, Götz (1994), S. 7ff..

9 Vgl. Kleinert, Jörn / Klodt, Henning (2000), S. 11.

10 Vgl. Neumann, Manfred (1994), S. 261-267.

11 Vgl. Kleinert, Jörn / Klodt, Henning (2000), S. 16.

12 Vgl. Neumann, Manfred (1994), S. 277-286.

13 Vgl. Neumann, Manfred (1994), S. 267-277.

14 Vgl. Müller, Margit (1998), S. 63-80.

15 Vgl. Kleinert, Jörn / Klodt, Henning (2000), S. 17 ff..

16 Vgl. Kleinert, Jörn / Klodt, Henning (2000), S. 4 ff..

17 Vgl. Wöhe, Günter (1991), S. 320.

18 Vgl. Rühli, Edwin /Schettler Marc (1998), S. 195-201.

19 Vgl. Kuhner, Christoph (2000), S. 336 ff..

20 Vgl. Rühli, Edwin /Schettler Marc (1998), S. 200 ff..

21 Vgl. Gut-Villa, Cornelia (1997), S. 32-35.

[...]


Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Ursachen und Folgen von Megafusionen dargestellt an der Automobilbranche mit besonderer Berücksichtigung der DaimlerChrysler AG
Hochschule
Berufsakademie Berlin  (Fachrichtung Handel)
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
34
Katalognummer
V2483
ISBN (eBook)
9783638115131
Dateigröße
1130 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Merger&Acquisition, Fusion, Megafusion, DaimlerChrysler
Arbeit zitieren
Anke Gäbler (Autor), 2001, Ursachen und Folgen von Megafusionen dargestellt an der Automobilbranche mit besonderer Berücksichtigung der DaimlerChrysler AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2483

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