Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Cash Management von In House Banken darzustellen und zu bewerten. Dazu wird in Kapitel zwei zunächst auf die Definition des Begriffs “Cash Management“ eingegangen, bevor eine Darstellung der Ziele sowie der Aufgabenbereiche des Cash Managements erfolgt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Darstellung der CM Aktivitäten Cash Pooling und Netting. Kapitel drei beinhaltet schließlich eine Beurteilung des CM, welche sich an den Beiträgen des CP und Nettings zur Erreichung ausgewählter finanzwirtschaftlicher Ziele der Gesamtunternehmung ausrichten soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Der Begriff des In- House Banking
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen des Cash Managements
2.1 Definition des Cash Managements
2.2 Ziele des Cash Managements
2.3 Aufgabenbereiche des Cash Managements
2.4 Die Administration der Zahlungsströme als fundamentaler Bestandteil des Cash Managements von In- House Banken
2.4.1 Cash Pooling
2.4.2 Netting
3. Beiträge von Cash Pooling und Netting zur Erreichung ausgewählter finanzwirtschaftlicher Ziele der Gesamtunternehmung
3.1 Beiträge von Cash Pooling und Netting aus liquiditätsorientierter Sicht
3.1.1 Reduzierung der konzernweiten Liquiditätsreserven durch den Einsatz von Cash Pooling
3.1.2 Reduzierung der dezentralen Transaktionskassen durch Netting
3.2 Beiträge von Cash Pooling und Netting aus rentabilitätsorientierter Sicht.
3.2.1 Senkung der Finanzierungskosten durch Cash Pooling
3.2.2 Senkung der Transaktionskosten durch Netting
3.2.3 Größenvorteile durch Cash Pooling bei der Geldaufnahme und Geldanlage
3.3 Rechtliche und steuerliche Einschränkungen
3.3.1 Einschränkung von Cash Pooling und Netting durch staatliche Regulierung
3.3.2 Einschränkung der Beiträge von Cash Pooling durch Doppelbesteuerung
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Cash Management von In-House Banken (IHB) in internationalen Konzernen, um zu verstehen, wie durch die Eigenerstellung von Bankleistungen Synergiepotenziale genutzt werden können. Die Arbeit analysiert dabei insbesondere die finanzwirtschaftlichen Auswirkungen sowie die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen.
- Struktur und Funktionen von In-House Banking in Großkonzernen.
- Kernkomponenten des Cash Managements: Cash Pooling und Netting.
- Beitrag zur Liquiditätssicherung und Senkung der Liquiditätsreserven.
- Optimierung der Rentabilität durch Reduzierung von Finanzierungs- und Transaktionskosten.
- Kritische Würdigung rechtlicher und steuerlicher Restriktionen bei grenzüberschreitenden Aktivitäten.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Reduzierung der konzernweiten Liquiditätsreserven durch den Einsatz von Cash Pooling
Im Rahmen der Liquiditätssicherung halten die einzelnen Konzerngesellschaften Vorsichtskassen. Diese sind als zusätzliche Liquiditätsreserven erforderlich, da die Prognosen der Liquiditätsplanung – insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Einzahlungen – Prognosefehler beinhalten. Die Vorsichtskassen dienen dazu diese Prognosefehler abzudecken und die Konzerngesellschaften mit einem bestimmten Sicherheitsgrad gegen Illiquidität zu schützen. Zu diesem Zweck werden beim CP alle nicht zu Transaktionszwecken benötigten Mittel der einzelnen Konzerngesellschaften – d.h. die jeweiligen Vorsichtskassen - an ein zentrales Konto transferiert. Durch diese Zusammenfassung der Liquiditätsreserven der einzelnen Konzerngesellschaften zu einem Liquiditätskreis können „...unerwartete Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften, unerwartet entstehenden Liquiditätsbedarf anderer Konzerngesellschaften, abdecken.“
Durch die Zentralisierung der Vorsichtskassen kompensieren sich also Prognosefehler in einem bestimmten Umfang. Vorausgesetzt, dass die Liquiditätsbedürfnisse der Konzerngesellschaften voneinander unabhängig sind, ist daher - durch den Einsatz von CP - bei gleichem Sicherheitsgrad gegen Illiquidität, konzernweit eine geringere Liquiditätsreserve zu halten. Die zentrale Vorsichtskassenhaltung erfordert also im Vergleich zum Halten dezentraler Vorsichtskassen einen niedrigeren Bestand unverzinster, bzw. relativ niedrig verzinster liquider Mittel. Gleichzeitig werden diese Mittel für rentablere Investitionen frei. Infolgedessen können Opportunitätskosten aus dem Halten von Liquiditätsreserven reduziert werden und ein Beitrag zum Liquiditätsziel der Gesamtunternehmung geleistet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel im Firmenkundengeschäft und die zunehmende Bedeutung des In-House Bankings für multinationale Konzerne.
2. Grundlagen des Cash Managements: Es werden Definitionen, Ziele und Aufgabenbereiche des Cash Managements sowie die Rolle der Administration der Zahlungsströme erläutert.
3. Beiträge von Cash Pooling und Netting zur Erreichung ausgewählter finanzwirtschaftlicher Ziele der Gesamtunternehmung: Dieses Kapitel bewertet, wie Cash Pooling und Netting zur Liquiditäts- und Rentabilitätsoptimierung beitragen und welche rechtlichen Hürden bestehen.
4. Fazit: Die Untersuchung schließt mit dem Ergebnis, dass trotz steuerlicher und rechtlicher Einschränkungen die Vorteile des In-House Bankings in der Praxis überwiegen.
Schlüsselwörter
In-House Banking, Cash Management, Cash Pooling, Netting, Liquiditätssicherung, Rentabilität, Finanzmanagement, Konzernfinanzierung, Liquiditätsreserven, Transaktionskosten, Quellensteuer, Finanzintermediär, Konzernverbund, Zahlungsströme, Finanzwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie multinationale Konzerne durch die Einrichtung von In-House Banken Finanzdienstleistungen eigenständig erbringen und wie sich dies auf ihre finanzielle Performance auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen das Cash Management, insbesondere die Instrumente Cash Pooling und Netting, sowie deren Einfluss auf Liquidität und Rentabilität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Darstellung und kritische Würdigung des Cash Managements von In-House Banken in Bezug auf die Erreichung finanzwirtschaftlicher Ziele der Gesamtunternehmung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis finanzwirtschaftlicher Fachliteratur Konzepte des Cash Managements theoretisch herleitet und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Cash Managements und eine detaillierte Untersuchung der Beiträge von Cash Pooling und Netting zur Liquiditätsoptimierung und Kostensenkung, ergänzt um rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie In-House Banking, Cash Management, Cash Pooling, Netting und Finanzintermediation geprägt.
Warum spielt das "statistische Gesetz der großen Zahlen" beim Cash Pooling eine Rolle?
Es erklärt, warum die Zusammenfassung dezentraler Vorsichtskassen in einem zentralen Pool den konzernweiten Bedarf an Liquiditätsreserven senkt, da sich Prognosefehler der einzelnen Einheiten gegenseitig neutralisieren.
Welche Rolle spielen Doppelbesteuerungsabkommen beim Cash Pooling?
Sie sind entscheidend, um zu verhindern, dass Zinserträge aus konzerninternen Krediten doppelt besteuert werden – sowohl durch Quellensteuern im Ausland als auch durch Ertragssteuern im Inland.
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- Juan Salamano (Author), 2004, Das Cash Management von In-House Banken - Darstellung und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25713