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Der Handlungsbegriff Sartres

Titre: Der Handlungsbegriff Sartres

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Bettina Klohs (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Résumé Extrait Résumé des informations

In einer Zeit, die von Kriegen und Umwälzungen geprägt ist, wird immer auch die Frage nach der Verantwortung gestellt. Da man die gescheiterten Ideologien nicht mehr zu Rate ziehen konnte, bildete sich v. a. in der Zeit um den ersten und zweiten Weltkrieg hauptsächlich in Deutschland und Frankreich die existenzphilosophische Richtung in der Philosophie, gestützt vor allem auf Hegel und Husserl, die sich nach den Ereignissen nicht mehr mit einem einfachen „so ist der Mensch“ zufrieden geben wollten. Man erkannte, dass sich die Ideologien und die Philosophie, v. a. deterministische Denkweisen, es sich zu leicht machten, durch bisherige Versuche das Wesen des Menschen zu erklären, die Verantwortung vom Menschen weg auf die Natur oder einen Gott oder eine andere uns wesensfremde Macht (Außerirdische?) zu schieben, statt sie bei uns selbst zu suchen, den Menschen also frei zu machen von Etwas. Die Irrungen der Zeit waren vermutlich ausschlaggebend für die Erkenntnis, dass der Essentialismus/der Determinismus vieles nicht erklären kann. Er kann dem Menschen keine Orientierung geben, kein Wesen, er kann ihm nicht die Verantwortung nehmen. All dies kann und will die Existenzphilosophie auch nicht. Was sie will ist, den Menschen wieder auf seine Verantwortung zu weisen, ihn daran zu erinnern, dass er der ist, der durch sein Handeln die Geschichte macht. Sie weist den Menschen in seine Freiheit zurück. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Handlungsbegriff Sartres

2.1. – auf der Grundlage des Menschenbildes des Existentialismus

2.2. – als Schlüsselbegriff der Philosophie Sartres. Handeln im Kontext von Freiheit und Verantwortung

3. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Handlungsbegriff im philosophischen Denken von Jean-Paul Sartre. Das primäre Ziel ist es, die Verknüpfung von menschlichem Handeln mit den zentralen existentialistischen Konzepten der Freiheit, Verantwortung und dem Verhältnis von An-sich-sein und Für-sich-sein zu analysieren.

  • Existentialistische Grundannahmen und das Menschenbild bei Sartre
  • Die Rolle der Phänomenologie als philosophische Methode
  • Freiheit und Verantwortung als konstitutive Momente des Handelns
  • Die Bedeutung von Zweck, Motiv und Wille für die menschliche Existenz
  • Das Konzept der Nichtung und die Rolle des Bewusstseins

Auszug aus dem Buch

2.2. – als Schlüsselbegriff der Philosophie Sartres. Handeln im Kontext von Freiheit und Verantwortung

Ein Anliegen Sartres ist es, der Frage nachzugehen, ob der höchste Wert der menschlichen Aktivität das Sein oder das Handeln sei, die sich aus der in der Philosophie herrschenden Uneinigkeit hinsichtlich des Substanzbegriffs ergibt. Sollte sich das Handeln als höchster Wert erweisen, so kann es nicht (mehr) Aufgabe der Moral sein, dem Menschen das Mittel zum Sein zu liefern. Der Begriff der Handlung ist neben dem des Habens und des Seins, die er als „Hauptkategorien der menschlichen Realität“ bezeichnet, einer der wichtigsten Knotenpunkte in der Philosophie Sartres, da diese Begriffe andere philosophische Begriffe subsumieren: So ist beispielsweise das Erkennen eine Modalität des Habens; was man erkannt hat, das hat man.

Um im Sinne Sartres von einer Handlung sprechen zu können, müssen zwei grundlegende Bedingungen erfüllt sein, von welchen ausgehend sich das „Begriffsgeflecht“ um die Handlung knüpft: Notwendige Bedingung ist die Intentionalität, d. h., eine Handlung ist immer ein absichtsvolles, planmäßiges Tun, denn es wird ein bestimmter Zweck bewusst verfolgt; ausreichende Bedingung ist die Übereinstimmung von Intention und Resultat. Handeln heißt also zunächst für Sartre: „[…] die Gestalt der Welt verändern, über Mittel und Zwecke verfügen, einen instrumentellen und organisierten Komplex hervorbringen, so daß durch eine Reihe von Verkettungen und Verbindungen die Veränderung eines der Kettenglieder Veränderungen in der ganzen Reihe herbeiführt und schließlich ein vorgesehenes Resultat hervorbringt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Existenzphilosophie und verdeutlicht, wie diese den Menschen zur Eigenverantwortung zurückführt, anstatt Verantwortung auf deterministische Mächte abzuschieben.

2. Der Handlungsbegriff Sartres: In diesem Hauptteil wird dargelegt, wie der Existentialismus Sartres den Menschen als handelndes Wesen begreift, das durch seinen freien Entwurf und seine Verantwortung konstituiert wird.

2.1. – auf der Grundlage des Menschenbildes des Existentialismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen über das Subjekt, die Bedeutung der Phänomenologie und das Konzept, dass die Existenz der Essenz vorausgeht.

2.2. – als Schlüsselbegriff der Philosophie Sartres. Handeln im Kontext von Freiheit und Verantwortung: Hier wird der Handlungsbegriff als zentrale Kategorie analysiert, wobei besonders auf die Rollen von Intentionalität, Zweck, Wille und die unvermeidbare Freiheit des Menschen eingegangen wird.

3. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Erkenntnis und Handeln im „In-der-Welt-sein“ verwurzelt sind und der Mensch zur Freiheit verurteilt ist, um in einer gottlosen Welt seine eigene Geschichte zu gestalten.

Schlüsselwörter

Sartre, Existentialismus, Handlungsbegriff, Freiheit, Verantwortung, Phänomenologie, Für-sich, An-sich, Entwurf, Intentionalität, Existenz, Essenz, Nichtung, Menschliche Realität, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Handlungsbegriff bei Jean-Paul Sartre und wie dieser mit seiner existentialistischen Philosophie verknüpft ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von menschlicher Existenz und Freiheit, die Rolle der Verantwortung, der Entwurf als Lebensvollzug sowie die Analyse der Handlung als „Hauptkategorie der menschlichen Realität“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sartre durch den Begriff des Handelns den Menschen in eine absolute Verantwortung für sich selbst und die Menschheit stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Sartre’sche phänomenologische Ontologie, um die Strukturen der menschlichen Existenz und Handlung zu erschließen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Menschenbild des Existentialismus, die Bedeutung von Zweck, Motiv und Wille für das Handeln sowie das Konzept der Nichtung als Voraussetzung für menschliche Freiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Sartres Existentialismus, der Entwurf, die Freiheit, das Für-sich, das An-sich und die ontologische Verantwortung.

Wie definiert Sartre das Verhältnis zwischen Handlung und Freiheit?

Sartre sieht Handlung und Freiheit als untrennbar an; gerade in der Handlung erfährt der Mensch seine Freiheit, da er sich durch seine Zwecke und den freien Entwurf erst selbst konstituiert.

Was bedeutet Sartres These „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“ im Kontext der Arbeit?

Sie bedeutet, dass der Mensch keine festen Wesensmerkmale besitzt, sondern durch sein Handeln immer neu entwerfen muss, was ihn dazu zwingt, für sein Sein und seine Werte ohne externe Rechtfertigung voll verantwortlich zu sein.

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Titre
Der Handlungsbegriff Sartres
Université
University of Leipzig  (Institut für Philosophie)
Note
1,7
Auteur
Bettina Klohs (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
18
N° de catalogue
V25931
ISBN (ebook)
9783638284202
Langue
allemand
mots-clé
Handlungsbegriff Sartres
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bettina Klohs (Auteur), 2004, Der Handlungsbegriff Sartres, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25931
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