„Ich werf‘ meine Hefte nach‘m Schuljahr weg!“ (Özgür12) und
„Mathe ist doof. Ich konnte noch nie Mathe!“ (Lisa3)
Aussagen wie diese hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört. Sie zeigen deutlich, dass die meisten Schüler ihre Hefte als nicht nützlich empfinden oder ihren eigenen Lernerfolg nicht erkennen. Dieser Missstand beschäftigte mich bereits lange Zeit. Durch meine Überlegungen ist mir klar geworden, dass die Schüler eine Möglichkeit bekommen sollten, ihre Lernfortschritte über Jahrehinweg zu verfolgen. Das Regelheft, welches ich erst in Betracht zog, empfand ich als nicht ausreichend, da die Schüler ihre individuellen Lernerfolge dort nicht sehen bzw. verfolgen können.
Bei der Suche nach einer geeigneten Methode stieß ich auf einen Artikel von MERZIGER (2006).
Dieser handelt vom Lerntagebuch und überzeugte mich sofort. Mir erschien diese Methode erfolgversprechend, vor allem um das Selbstvertrauen der Schüler im Mathematikunterricht zu stärken, welches oft – wie bei der eingangs zitierten Lisa – sehr gering ist. Ich selbst hatte diese Methode als Schülerin nie kennengelernt und keine konkrete Vorstellung davon. Jedoch nutze ich in meiner Schulzeit konsequent Regelhefte, welche meinen Lernprozess dauerhaft im positiven Sinne unterstützten, in dem sie mir als Erinnerungshilfe dienten. Ich verband die neu entdeckte Methode
„Lerntagebücher“ mit den schon bekannten Regelheften. Neben dem persönlichen Interesse an Lerntagebüchern und meinen eigenen Erfahrungen mit Regelheften ergeben sich für mich zwei reizvolle Leitfragen:
1. Spiegelt sich in den Lerntagebüchern das Wesentliche des Unterrichts wider?
2. In wie weit können die Schüler das Lerntagebuch als Erinnerungshilfe nutzen?
Genau darauf liegt der Fokus in diesem Unterrichtsversuch. Schüler, die in gewisser Weise selbstständig lernen können, sind eine Voraussetzung dafür, das Wesentliche des Unterrichts erkennen und notieren zu können (vgl. Merziger 2007, 86f.).
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Inhalt
1. Einleitung
2. Zur Theorie des Lerntagebuchs
2.1 Das traditionelle Bild von der Schulmathematik
2.2 Verschiedene Formen
2.2.1 Reisetagebuch
2.2.2 Das Forschungsheft
2.2.3 Logbuch (teambezogenes Lerntagebuch)
2.2.4 Mathejournal
2.3 Legitimation durch institutionelle Vorgaben
3. Die Ausgangslage
4. Durchführung
4.1 Ziele des Unterrichts durch die Methode Lerntagebücher
4.2 Form und Inhalt des hier verwendeten Lerntagebuchs
4.3 Untersuchung der Arbeit mit dem Lerntagebuch
5. Auswertung
5.1 Einzelauswertungen
5.1.1 Alexa
5.1.2 Lazar
5.1.3 Aylin
5.1.4 May
5.2 Schüler geben ihre Rückmeldung ab
6. Schlussbemerkung und Ausblick
7. Literatur
8. Anhang
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Vorteil von Lerntagebüchern im Mathematikunterricht?
Lerntagebücher helfen Schülern, ihren individuellen Lernfortschritt über Jahre hinweg zu verfolgen und stärken das oft geringe Selbstvertrauen in das eigene mathematische Können.
Können Lerntagebücher als Erinnerungshilfe dienen?
Ja, ähnlich wie Regelhefte dienen sie als Dokumentation des Wesentlichen und ermöglichen es Schülern, früher erlernte Inhalte selbstständig zu rekapitulieren.
Welche verschiedenen Formen des Lerntagebuchs gibt es?
Die Arbeit unterscheidet Formen wie das Reisetagebuch, das Forschungsheft, das teambezogene Logbuch und das Mathejournal.
Welche Voraussetzungen müssen Schüler für diese Methode mitbringen?
Schüler sollten in gewisser Weise selbstständig lernen können, um das Wesentliche des Unterrichts erkennen und eigenständig notieren zu können.
Wie reagieren Schüler auf die Arbeit mit dem Lerntagebuch?
Die Auswertung zeigt individuelle Rückmeldungen, wobei viele Schüler den Nutzen darin sehen, den eigenen Erfolg sichtbar zu machen, statt Hefte nach dem Schuljahr einfach wegzuwerfen.
- Citation du texte
- Sabine Kramer (Auteur), 2009, Relevanz von Lerntagebüchern im Mathematikunterricht einer 7. Gesamtschulklasse., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262506