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Geschlecht im Straßenverkehr

Warum das Überwinden dichotomer Geschlechterrealitäten in naher Zukunft gesellschaftlich nicht möglich ist.

Titel: Geschlecht im Straßenverkehr

Essay , 2013 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Silvio Haase (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachtet man die bekannte Reeperbahn in Hamburg und deren Unterhaltungsmöglichkeiten, so fällt eine Tatsache besonders ins Auge. Mehrere Lokalitäten bieten hier Travestieshows an. Eben diese Form der Unterhaltung scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen.

Für den Besucher ist es bei eben diesen Shows interessant, wie Geschlechterrollen karikiert werden und so der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten wird. Der Travestiekünstler spielt mit den Erwartungen des Besuchers hinsichtlich seines dichotomen Geschlechterdenkens. Eben hier wird eine Drag-Queen problemlos akzeptiert.

Im Folgenden soll betrachtet werden, warum eine wirkliche gesellschaftliche Akzeptanz eines dritten Geschlechts oder gar Intersexualität in naher Zukunft nicht möglich ist. Anfangs wird kurz die Entstehung der bekannten Geschlechterrollen erläutert. Anhand der Geschichte der Gleichstellung der Frau soll gezeigt werden, wie lange dieser Prozess gedauert hat. Darauf aufbauend soll aufgezeigt werden, dass der Prozess des Angleichens der Straßenverkehrsordnung hinsichtlich ungeschlechtlicher Ausdrücke eine ähnlich lange Zeit in Anspruch genommen hat. Diese Informationen helfen, einen Ausblick geben zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechterwirklichkeiten

2.1 Die Gleichstellung des weiblichen Geschlechts

2.2 Geschlechtsneutraler Straßenverkehr

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu ergründen, warum eine gesellschaftliche Akzeptanz für ein drittes Geschlecht oder Intersexualität in naher Zukunft nur schwer zu erreichen ist, indem die historischen Prozesse der Gleichstellung und sprachlichen Neutralisierung analysiert werden.

  • Historische Entstehung dichotomer Geschlechterrollen
  • Geschichte der rechtlichen und sozialen Gleichstellung der Frau
  • Sprachliche Angleichung in der Straßenverkehrsordnung
  • Vergleich der zeitlichen Dauer gesellschaftlicher Transformationsprozesse
  • Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber Intersexualität

Auszug aus dem Buch

2.2 Geschlechtsneutraler Straßenverkehr

Die erste Straßenverkehrsordnung des Deutschen Reichs trat erstmals 1934 in Kraft.9 Zu dieser Zeit war, wie bereits geklärt wurde, das Wahlrecht für Frauen bereits ratifiziert. Eine wirkliche Gleichberechtigung von Frauen per Gesetz gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Daher war auch der Gedanke an eine geschlechtsneutrale Betitelung der Verkehrsteilnehmer wohl eher unbekannt.

Auch nach in Kraft treten des Gleichstellungsgesetzes waren Bezeichnungen wie „der Radfahrer“, „der Autofahrer“ oder „der Fußgänger“ normal und gesellschaftlich anerkannt. All diese Worte weisen das männliche Geschlecht auf, sie sind demzufolge, wenn man es genau betrachtet, nicht geschlechtsneutral. Eben dieses wurde in diesem Jahr verändert.

Seit Anfang April sind Bezeichnungen wie „Wer ein Rad führt“ anstelle des Radfahrers per Gesetz festgehalten. Eben dieses gilt auch für den Fußgänger. Dieser erhielt die Bezeichnung „Wer zu Fuß geht“.10 In dieser Änderung werden auch Rollstuhlfahrer zu „Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen“11.

Es zeigt sich also, dass nach fast einhundert Jahren eine vermeintliche Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau auch im Straßenverkehr angekommen ist. Wenngleich dies hier nur exemplarisch für die Veränderung der Gesellschaft steht, so kann hier durchaus bejaht werden, dass ein Angleich der Frau an den Mann stattfindet. Durch die Neutralisierung der Bezeichnungen wird auch der Weg für eine Akzeptanz weiterer Geschlechter ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen und stellt die Forschungsfrage nach der Akzeptanz eines dritten Geschlechts in der nahen Zukunft.

2. Geschlechterwirklichkeiten: Dieses Kapitel erläutert die biologische und soziale Konstruktion von Geschlecht sowie die daraus resultierenden Stereotype.

2.1 Die Gleichstellung des weiblichen Geschlechts: Hier wird der historische Prozess der rechtlichen und politischen Gleichstellung der Frau seit Ende des 18. Jahrhunderts nachgezeichnet.

2.2 Geschlechtsneutraler Straßenverkehr: Dieses Kapitel analysiert die sprachliche Wandlung der Straßenverkehrsordnung hin zu neutralen Bezeichnungen als Beispiel für gesellschaftliche Veränderungsprozesse.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass tiefgreifende gesellschaftliche Akzeptanzveränderungen sehr lange Zeiträume benötigen und Intersexualität daher vorerst weiterhin als Nischenphänomen wahrgenommen wird.

Schlüsselwörter

Geschlechterwirklichkeiten, Geschlechterrollen, Gleichstellung, Straßenverkehrsordnung, Dichotomie, Intersexualität, Sprachneutralität, Gesellschaftliche Akzeptanz, Frauengeschichte, Geschlechtsneutralität, Identität, Soziale Konstruktion, Rechtliche Gleichstellung, Transformation, Drag-Kultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum eine vollständige gesellschaftliche Akzeptanz von geschlechtlicher Vielfalt, wie etwa Intersexualität, in naher Zukunft nur schwer erreichbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die historischen Entwicklungen der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie deren Übertragbarkeit auf aktuelle Tendenzen der sprachlichen Neutralisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den zeitlichen Rahmen gesellschaftlicher Transformationsprozesse anhand des Beispiels der Straßenverkehrsordnung und der Frauenrechte zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um Parallelen zwischen rechtlichen Gesetzgebungsverfahren und der gesellschaftlichen Entwicklung zu ziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehung von Geschlechterstereotypen, die Geschichte der Frauenrechte sowie die geschlechtsneutrale Umgestaltung der Straßenverkehrsordnung detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschlechterwirklichkeiten, Gleichstellung, gesellschaftliche Akzeptanz und Sprachneutralität.

Warum wird die Reeperbahn in der Einleitung erwähnt?

Die Reeperbahn dient als Beispiel für eine Umgebung, in der Geschlechterrollen karikiert werden, was als Aufhänger für die Diskussion über das "Spiegelbild" der Gesellschaft dient.

Welchen Bezug haben Rollstuhlfahrer zur Thematik?

Der Autor führt die Umbenennung von Rollstuhlfahrern zu "Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen" als Beleg für die zunehmende Bemühung um sprachliche Neutralität in Gesetzestexten an.

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Details

Titel
Geschlecht im Straßenverkehr
Untertitel
Warum das Überwinden dichotomer Geschlechterrealitäten in naher Zukunft gesellschaftlich nicht möglich ist.
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Geistes- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Geschlechterwirklichkeiten
Note
1,0
Autor
Silvio Haase (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V262650
ISBN (eBook)
9783656509523
ISBN (Buch)
9783656509585
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlecht straßenverkehr warum überwinden geschlechterrealitäten zukunft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvio Haase (Autor:in), 2013, Geschlecht im Straßenverkehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262650
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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