Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, für einen Bildungswissenschaftler, der im Bereich Design
und Entwicklung von Lernmaterialen bei der Entwicklung eines WBTs tätig werden soll, einen
Lehrplanentwurf (sogenannter Blueprint) zu erstellen. Hierbei werden die wichtigsten
Design- und Analyseschritte des 4C/ID- Modells aufgezeigt.
Der erste Teil der Arbeit umfasst den Lernplanentwurf anhand des 4C/ID-Modells.
Im zweiten Teil werden lerntheoretische Aspekte, Gesichtspunkte des situierten Lernens und
didaktische Szenarien sowie Medien zur Unterstützung des Blueprints behandelt.
Abschließend erfolgen eine kurze Zusammenfassung der Arbeit und eine Bewertung der Eignung
des 4C/ID-Modells im Hinblick auf das hier dargestellte Anwendungsbeispiel.
Zur besseren Lesbarkeit wird im Folgenden ausschließlich die männliche Form verwendet,
gemeint sind aber explizit immer beide Geschlechter.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lehrplanentwurf anhand des 4C/ID-Modells
2.1 Kompetenzanalyse und Hierarchieerstellung
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Entwurf der Lernaufgaben
2.4 Erstellung von unterstützenden Informationen
2.5 Entwicklung von Just-in-time Informationen
3 Das 4C/ID-Modell aus theoretischer Perspektive betrachtet
3.1 Lerntheoretische Aspekte
3.2 Aspekte des situierten Lernens
3.3 Didaktische Szenarien
3.4 Zur Unterstützung des Blueprints geeignete Medien
4 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Lehrplanentwurfs (Blueprint) mittels des 4C/ID-Modells, um einen Bildungswissenschaftler bei der Entwicklung eines Web-based Trainings (WBT) zu unterstützen und zu befähigen.
- Anwendung des 4C/ID-Modells für komplexe kognitive Fähigkeiten
- Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie zur Kompetenzanalyse
- Sequentialisierung von Aufgabenklassen und Lernaufgaben
- Integration lerntheoretischer Grundlagen und didaktischer Szenarien
Auszug aus dem Buch
2.1 Kompetenzanalyse und Hierarchieerstellung
Um das 4C/ID-Modell anwenden zu können, muss zunächst die gewünschte Leistung der Lernenden ermittelt werden (Bastiaens et al., 2012, S.95). Nur so können alle konstituierenden Fertigkeiten analysiert werden, die die Kompetenz des Bildungswissenschaftlers ausmachen, um im Bereich Design und Entwicklung von Lernmaterialien ein WBT erstellen zu können. Hierbei wird im Folgenden unter Lernmaterialien jedes Material verstanden, das Lernprozesse anleitet und begleitet. WBTs haben sich mittlerweile umfassend durchgesetzt, so zum Beispiel im Bereich der betrieblichen Weiterbildung (Matthé, Kitschke, Schumann, Markert, 2010).
Für das WBT kennzeichnend sind „offene oder geschlossene Onlinekurse, Informationsangebote oder Lehrsequenzen, die mit Anschauungsmaterialien, Übungsfragen und Verweisen auf weiterführende Informationsquellen versehen sein können“ (AG eLEARNING – Universität Potsdam, 2013). Auch andere Gestaltungsmöglichkeiten sind vorstellbar (z.B. Audio- und Videosequenzen sowie die dreidimensionale Darstellung von Modellen und Prozessen). Aus diesem Grunde ist die Entwicklung eines WBTs äußerst anspruchsvoll, da neben den allgemeinen Anforderungen an eine Bildungsmaßnahme das WBT auch Fertigkeiten hinsichtlich der multimedialen Aufbereitung voraussetzt. Durch die Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie, in der die wichtigsten Zusammenhänge repräsentiert werden, wird die gewünschte „ganzheitliche Kompetenz des Bildungswissenschaftlers in ihre konstituierende Teile zerlegt“ (Bastiaens et al., 2012, S.94). Für das Anwendungsbeispiel eines Bildungswissenschaftlers, der die Kompetenz „ein WBT zu entwickeln“ erwerben soll, wird eine exemplarische Fertigkeitenhierarchie erstellt (Abb.2). Hierbei wird zum besseren Verständnis davon ausgegangen, dass ein Auftraggeber an den Bildungswissenschaftler herantritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz des E-Learnings und stellt das 4C/ID-Modell als Werkzeug zur Gestaltung komplexer Lernumgebungen vor.
2 Lehrplanentwurf anhand des 4C/ID-Modells: Dieses Kapitel erläutert die praktische Anwendung des Modells durch die Analyse von Fertigkeiten, die Sequentialisierung von Aufgaben und die Planung von Unterstützungsmaßnahmen.
3 Das 4C/ID-Modell aus theoretischer Perspektive betrachtet: Hier werden die behavioristischen, kognitivistischen und konstruktivistischen Wurzeln des Modells analysiert sowie didaktische Szenarien und Medieneinsatz diskutiert.
4 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick: Das Abschlusskapitel evaluiert die Eignung des 4C/ID-Modells für das Anwendungsbeispiel und reflektiert über Aufwand und Nutzen.
Schlüsselwörter
4C/ID-Modell, Web-based Training, Instructional Design, Kompetenzanalyse, Fertigkeitenhierarchie, Lernaufgaben, Scaffolding, Fading, E-Learning, kognitive Fähigkeiten, Lerntheorien, situiertes Lernen, didaktische Szenarien, Blueprint, multimediale Aufbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Ausbildung eines Bildungswissenschaftlers zur Entwicklung eines Web-based Trainings (WBT) unter Nutzung des 4C/ID-Instruktionsdesigns.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Bedarfsanalyse, der Entwurf von Lernaufgaben, die Wahl von Lehrmethoden sowie die theoretische Fundierung des Instructional Design.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines konkreten Blueprints, der zeigt, wie ein Bildungswissenschaftler die komplexen Fähigkeiten zur WBT-Erstellung erlernen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Anwendung des 4C/ID-Modells von van Merriënboer, ergänzt durch eine theoretische Analyse lerntheoretischer Ansätze und didaktischer Szenarien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird der Blueprint detailliert entwickelt (Fertigkeitenhierarchie, Aufgabenklassen, Informationen) und theoretisch durch Ansätze des situierten Lernens und des Konstruktivismus begründet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Instructional Design, 4C/ID-Modell, WBT, Kompetenzentwicklung und kognitive Schemata charakterisiert.
Warum ist das 4C/ID-Modell besonders für das gewählte Beispiel geeignet?
Es ermöglicht die Zerlegung einer komplexen Aufgabe in handhabbare Einheiten, ohne dabei den ganzheitlichen Charakter der beruflichen Praxis für den Bildungswissenschaftler zu vernachlässigen.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen wiederkehrenden und nicht-wiederkehrenden Fertigkeiten?
Diese Unterscheidung ist zentral für die methodische Wahl, da sie festlegt, ob "Just-in-time Informationen" (für Routineaufgaben) oder "unterstützende Informationen" (für komplexe Problemstellungen) bereitgestellt werden müssen.
Wie werden die Lernenden laut Modell beim Übergang von Unterstützung zur Selbstständigkeit begleitet?
Durch die Prozesse des "Scaffoldings" und des "Fadings" wird die Unterstützung schrittweise reduziert, bis der Lernende in der Lage ist, Aufgaben (z.B. Konventionelle Probleme) eigenständig zu lösen.
- Quote paper
- Valerie Isabel Elss (Author), 2013, Das 4C/ID-Modell im Bereich Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262810