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Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik

Title: Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik

Seminar Paper , 2011 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Taner Pekdemir (Author)

Business economics - Offline Marketing and Online Marketing
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Das Verhalten der Verbraucher hängt von weit mehr als der Vernunft und einer transparenten Informationslage ab. So unterliegen die Verbraucher kognitiven Beschränkungen, laufen der Masse hinterher, sind stark beeinflussbar, lassen sich häufig von ihren Emotionen leiten, bereuen ihre Entscheidungen nachträglich und begehen dieselben Fehler erneut. Belegt wird dies unter anderem durch Erkenntnisse der Verhaltensökonomik, durch die das Bild des Homo oeconomicus stark ins Wanken gerät. Mittlerweile hat auch die deutsche Verbraucherpolitik von den Befunden der Verhaltensökonomik Kenntnis genommen. Sie steht bislang unter Kritik, da nicht klar ist, welches verbraucherpolitische Leitbild sie verfolgt. So wird der „mündige“ Verbraucher, von dem häufig die Rede ist, je nach Lage unterschiedlich interpretiert. Eine Ursache für dieses Problem kann in der mangelnden wissenschaftlichen Basis der Verbraucherpolitik gesehen werden. Dabei verlangt die ansteigende Komplexität der Wirtschaftswelt eine wissenschaftliche Fundierung verbraucherpolitischer Instrumente. Verschiedene Bereiche der Wissenschaft und Politik sehen in der Verhaltensökonomik die Chance, einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung dieses Mangels leisten zu können. Die Verhaltensökonomik soll dabei helfen, zu verstehen, wie Verbraucher Informationen tatsächlich verarbeiten, wovon sie sich beeinflussen und verführen lassen und wie die Entscheidungsfindungsprozesse hinter ihrem Verhalten zustande kommen. Nur wenn das alles verstanden wird, kann die Verbraucherpolitik angemessen gestaltet werden, damit sie den Verbrauchern einen Nutzen stiftet.
Die vorliegende Arbeit widmet sich den verhaltensökonomischen Ansätzen in der
Verbraucherpolitik, inwieweit diese bereits angewandt werden und welche Potenziale in ihnen stecken. In den folgenden Abschnitten wird zunächst auf die Neoklassik eingegangen. Darauf aufbauend werden die Unterschiede zur Verhaltensökonomik dargestellt. Dies erfolgt unter der Zuhilfenahme der Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomik. Im Anschluss an den von der Verhaltensökonomik favorisierten Politikstil werden die Ansätze und Potenziale dieser jungen Wissenschaft in der Verbraucherpolitik erläutert. Danach wird eine kritische Auseinandersetzung mit den verhaltensökonomischen Ansätzen in der Verbraucherpolitik durchgeführt. Im Schlussteil werden die wichtigsten Fakten zusammengetragen und die aktuelle Lage in Deutschland zu diesem Thema dargelegt. Ein kurzer Ausblick schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neoklassik vs. Verhaltensökonomik

2.1 Neoklassik – Geschichte und Bedeutung

2.2 Verhaltensökonomik – Bedeutung

3. Erkenntnisse der Verhaltensökonomik

3.1.1 Prospect Theorie

3.1.2 Informationsüberflutung

3.1.3 Framing- Effekt

3.1.4 Gegenwartstendenz und übertriebene Diskontierung

3.2 Heuristiken und Biases

3.3 Nutzung der Erkenntnisse

4. Weicher Paternalismus

5. Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik

5.1 gesunde Ernährung

5.1.1 Ansätze der europäischen Verbraucherpolitik – gesunde Ernährung

5.1.2 Ansätze der deutschen Verbraucherpolitik – gesunde Ernährung

5.2 Altersvorsorge

5.2.1 Bindungsmaßnahmen – Potenziale verhaltensökonomischer Ansätze

5.2.1 Ausnutzung von Voreinstellungen – Potenziale verhaltensökonomischer Ansätze

5.3 Datenschutz im Internet – Ansätze der deutschen Verbraucherpolitik

6. Kritik an der Verhaltensökonomik

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Integration verhaltensökonomischer Erkenntnisse in die Verbraucherpolitik, um das Leitbild des "mündigen Verbrauchers" angesichts kognitiver Einschränkungen durch eine wissenschaftlich fundierte Politikgestaltung zu ergänzen und zu verbessern.

  • Gegenüberstellung von neoklassischem Menschenbild und verhaltensökonomischen Erkenntnissen.
  • Analyse verhaltensökonomischer Phänomene wie Prospect Theorie, Framing und Gegenwartspräferenz.
  • Konzept des "weichen Paternalismus" als verbraucherpolitischer Ansatz.
  • Praktische Anwendungsfelder: Gesunde Ernährung, Altersvorsorge und Datenschutz im Internet.
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Laborergebnissen auf reale Märkte.

Auszug aus dem Buch

Prospect Theorie

Spätestens durch die wissenschaftliche Arbeit „Prospect theory: Decision Making under Risk“ von Daniel Kahnemann und Amos Tversky im Jahre 1979 gelang der Verhaltensökonomik die Beachtung in der Ökonomie. Bei den dazugehörigen Studien wurden Studenten zu einer Menge von hypothetischen Entscheidungen befragt.

Der Annahme der Erwartungsnutzentheorie zufolge, von der die Neoklassik ausgeht, müssten Individuen die Alternative wählen, die ihren Erwartungsnutzen maximiert. Allerdings zeichnete sich in den Experimenten von Kahneman und Tversky ein anderes Bild ab. Denn positive und negative Abweichungen vom Referenzpunkt hatten unterschiedlichen Einfluss auf die Bewertung. Es zeigte sich, dass Verluste stärker negativ empfunden wurden, als Gewinne in gleicher Höhe positiv eingeschätzt wurden [vgl. Kahneman/ Tversky (1979, S.265–269)]. Bei diesem Phänomen spricht man auch gerne von der Verlustaversion. Sie führt unter anderem dazu, dass wenn es um Verluste geht, das Risiko gewählt wird, weil man den höheren Verlust, und die damit verbundenen stärkeren negativen Gefühle vermeiden möchte. So kann auch erklärt werden, warum Besitzer von schlechten Aktien, diese trotz der schlechten Aussichten nicht verkaufen, obwohl dies die rationale Entscheidung wäre. Stattdessen hoffen sie aber darauf, ein noch größeres Minus zu vermeiden. Umgekehrt verkaufen Besitzer von Aktien mit guten Aussichten diese relativ schnell, um sich früh über die bis dato erzielten Gewinnen zu erfreuen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Verbraucherpolitik angesichts globaler Krisen und zeigt die Notwendigkeit auf, das neoklassische Menschenbild durch Erkenntnisse der Verhaltensökonomik zu ergänzen.

2. Neoklassik vs. Verhaltensökonomik: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Neoklassik der Verhaltensökonomik gegenüber und arbeitet die methodischen Unterschiede heraus.

3. Erkenntnisse der Verhaltensökonomik: Hier werden zentrale verhaltensökonomische Konzepte wie die Prospect Theorie, Framing und Heuristiken erläutert, die menschliches Entscheidungsverhalten jenseits der vollkommenen Rationalität erklären.

4. Weicher Paternalismus: Das Kapitel definiert den Politikstil des weichen Paternalismus, der Konsumenten durch Anstöße zu besseren Entscheidungen führen soll, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken.

5. Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik: Es werden konkrete Anwendungsgebiete wie gesunde Ernährung, Altersvorsorge und Datenschutz untersucht, um Potenziale für eine verhaltensökonomisch fundierte Politik aufzuzeigen.

6. Kritik an der Verhaltensökonomik: Dieser Abschnitt thematisiert wissenschaftliche Vorbehalte hinsichtlich der Übertragbarkeit von Laborexperimenten auf reale Märkte und der langfristigen Folgen politischer Interventionen.

7. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere systematische Einbindung verhaltensökonomischer Forschung in die deutsche Verbraucherpolitik.

Schlüsselwörter

Verbraucherpolitik, Verhaltensökonomik, Neoklassik, Homo oeconomicus, Prospect Theorie, Verlustaversion, Framing-Effekt, Weicher Paternalismus, Altersvorsorge, Datenschutz, Heuristiken, Biases, Nudging, Verbraucherschutz, Konsumentenverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie Erkenntnisse der Verhaltensökonomik dazu beitragen können, die Verbraucherpolitik wissenschaftlich fundierter und effektiver zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Themenfelder Ernährung, private Altersvorsorge und Datenschutz im Internet unter dem Aspekt verhaltensökonomischer Einflussfaktoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politisch agierende Instanzen menschliche Schwächen in der Entscheidungsfindung berücksichtigen können, um den Nutzen für Verbraucher zu maximieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Studien der Verhaltensökonomik und deren Anwendung auf verbraucherpolitische Strategien und Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung zur Neoklassik, die Vorstellung verhaltensökonomischer Erkenntnisse und deren konkrete Anwendung auf Politikfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Verbraucherpolitik, Verhaltensökonomik, weicher Paternalismus, Verlustaversion, Framing-Effekt und Default-Situationen.

Inwieweit spielt der "Homo oeconomicus" eine Rolle?

Das Bild des Homo oeconomicus dient als Kontrastfolie; die Arbeit belegt, dass Verbraucher in der Realität kognitiven Beschränkungen unterliegen, weshalb das neoklassische Modell zur Erklärung allein nicht ausreicht.

Welche Rolle spielt das Konzept des weichen Paternalismus?

Es dient als Politikstil, der durch gezielte Gestaltung von Rahmenbedingungen (z.B. Standardeinstellungen) Verbrauchern hilft, bessere Entscheidungen zu treffen, ohne sie zu zwingen.

Wie unterscheidet sich die Regulierung bei Datenschutz gegenüber Altersvorsorge?

Während bei der Altersvorsorge "opt-out"-Regelungen (Defaults) zur Steigerung der Sparrate genutzt werden können, erfordern Internetdienste eher restriktivere "opt-in"-Verfahren, um den Datenschutz zu gewährleisten.

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Details

Title
Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Umweltökonomie sowie Ordnungs-, Struktur- und Verbraucherpolitik)
Grade
2,0
Author
Taner Pekdemir (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V263019
ISBN (eBook)
9783656516330
ISBN (Book)
9783656516422
Language
German
Tags
verhaltensökonomische ansätze verbraucherpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Taner Pekdemir (Author), 2011, Verhaltensökonomische Ansätze in der Verbraucherpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263019
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