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Perspektiven des koedukativen Sportunterrichts in der Retroperspektive

Untersuchung der Fernziele in Walter Brehms Standardwerk „Sport als Sozialisationsinstanz traditioneller Geschlechtsrollen“

Titel: Perspektiven des koedukativen Sportunterrichts in der Retroperspektive

Hausarbeit , 2011 , 11 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Jonathan Haß (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Rahmen des pädagogischen Seminars „Mädchen und Jungen in der Schule“ mit den Vorteilen, positiven Aspekten und Chancen der Koedukation im Sportunterricht. In diesem Zusammenhang wird der Blick speziell auf die Theorien und Standpunkte der Siebzigerjahre gelegt und muss auch vor eben jenem Zeitgeist hinsichtlich der Emanzipation, der aktuellen Auffassung über Geschlechterverhältnisse und der Bildungspolitik gesehen werden. Dies soll jedoch nicht heißen, dass die Theorien und Ansätze der Siebzigerjahre in der heutigen Zeit zwangläufig überholt sein müssten. Es gilt vielmehr die Argumente sorgsam abzuwägen, den jeweiligen politischen Zeitgeist vor Augen zu haben und als Maß aller Dinge die Gewährleistung gleicher Bildungschancen für beide Geschlechter, fernab von traditionellen Geschlechterordnungen, in den Vordergrund zu rücken.
Hintergrund für die Arbeit ist die Gestaltung einer Seminarsitzung, in welcher die Kommilitoninnen und Kommilitonen in die von der Wissenschaft vieldiskutierte Thematik des gleichgeschlechtlichen Unterrichts eingeführt werden sollten. Da in den aktuellen Bildungsplänen der emanzipierten westlichen Nationen der geschlechtsheterogene, „normale“ Unterricht inzwischen bis auf wenige Ausnahmen zu einer „Selbstverständlichkeit“ der Bildungslandschaft gehört, liegt es nahe, den Fokus eher auf das noch heute vieldiskutierte Problemfeld einer geschlechtshomogenen- bzw. heterogenen Form des Sportunterrichts zu lenken. Denn gerade im Fach Sport sind sich Wissenschaft und Politik bis zum heutigen Tag uneinig, wie mit der Geschlechterproblematik richtig umzugehen ist. In Anlehnung an die im Seminar gehaltenen Präsentation ist die Hauptgrundlage der vorliegenden Arbeit Walter Brehms Standardwerk „Sport als Sozialisationsinstanz traditioneller Geschlechterrollen – Zur Frage der Koedukation im Sport“ , aus welchem die möglichen (Lern-)Ziele eines koedukativen Sportunterrichts näher herausgearbeitet und beleuchtet werden sollen. Die Frage, ob dieser in den Siebzigerjahren durchaus gängige Ansatz in Bezug auf hetero- bzw. homogenen Sportunterricht nach wie vor Gültigkeit besitzt oder ob die heutigen Diskussionen zur Thematik nach fast vierzig Jahren der Erfahrung den durchaus problematischen Koedukationsbedingungen an deutschen Schulen reflektierter gegenüber stehen sollten, war Grundlage der abschließenden Diskussion im Plenum.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Positive Aspekte, Vorteile und Perspektiven für koedukativen Sportunterricht

3. Voraussetzungen und (Lern-)Ziele eines koedukativen Sportunterrichts

4. Auflösung der traditionellen Geschlechtsrollen

4.1 Bewusstmachung geschlechtsspezifischer Strukturen innerhalb der Gesellschaft

4.2 Vorurteilsfreier Sportunterricht und Anerkennung geschlechtsspezifischer Differenzen

4.3 Abschaffung des autoritären Konkurrenzprinzips, Einführung des Kooperationsprinzips

4.4 Die neue Rolle des Lehrers - herrschaftsfreie Kommunikation

5. Berücksichtigung menschlicher Triebnatur im Sportunterricht

5.1 Herrschaftsfreie Triebbefriedigung und Abbau von Egoismus

5.2 Sport als Instrument der Bedürfnisbefriedigung

6. Ausbildung eines Kritischen Bewusstseins (Fähigkeit zur Stellungnahme und Handlungsfähigkeit)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Lernziele eines koedukativen Sportunterrichts auf Grundlage von Walter Brehms Werk „Sport als Sozialisationsinstanz traditioneller Geschlechtsrollen“, mit dem Ziel, Möglichkeiten zur Überwindung traditioneller Geschlechterrollen und Machtstrukturen im Schulsport aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen der Koedukation in den 1970er Jahren
  • Kritik am autoritären Konkurrenzprinzip im Sportunterricht
  • Integration der menschlichen Triebnatur und Bedürfnisbefriedigung
  • Transformation der Lehrerrolle zum Moderator von Lernprozessen
  • Entwicklung eines kritischen Bewusstseins und demokratischer Handlungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

4.3 Abschaffung des autoritären Konkurrenzprinzips, Einführung des Kooperationsprinzips

Ein großes Problem innerhalb der Gesellschaft sieht Walter Brehm im vorherrschenden Konkurrenzprinzip, auf welchem „weitgehend das Herrschaftsverhältnis der Geschlechter“ basiere. Vor diesem Hintergrund kann man durchaus von einer Kritik Brehms am kapitalistischen System selbst sprechen, welches auf Grund seiner Beschaffenheit bereits im Kindesalter eine Art „Ellenbogenmentalität“ provoziere. Der Maßstab, nach welchem sich der erwachsene Mensch, im vorliegenden Fall das Kind, richten müsse, ist die „energetische Leistung“. Somit steht der andauernde, bewertete Vergleich zwischen den Schülern unaufhörlich im Vordergrund. Es wird weniger miteinander, sondern permanent gegeneinander Sport (Wettkampf und wettkampfähnliches Training) getrieben, wodurch Egoismus, Ichbezogenheit und Unterdrückung schwächerer Schüler einen fruchtbaren Nährboden findet. Die Möglichkeit für Schüler, im Rahmen des Sportunterrichts etwaige soziale Kompetenzen auszubilden, wird folglich ins Gegenteil verkehrt. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, postuliert Brehm anstatt des vorherrschenden „Konkurrenzprinzips“ ein soziales „Kooperationsprinzip“, welches allerdings ein „neues Sportverständnis und eine Abänderung der Inhalte des Sportunterrichts“ vorrausetze. Aus dem bereits oben beschriebenen „Gegeneinander“ müsse nach Ansicht Brehms ein soziales „Miteinander“ werden, um den kooperationsfeindlichen Missständen entgegenwirken zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Vorteile der Koedukation im Sportunterricht unter Rückgriff auf die Theorien der 1970er Jahre, um aktuelle Herausforderungen der Geschlechterdifferenz zu beleuchten.

2. Positive Aspekte, Vorteile und Perspektiven für koedukativen Sportunterricht: Dieses Kapitel erläutert die emanzipatorische Chance des Sportunterrichts, traditionelle Geschlechterordnungen und männliche Dominanzansprüche durch koedukative Ansätze abzubauen.

3. Voraussetzungen und (Lern-)Ziele eines koedukativen Sportunterrichts: Hier werden die drei Kernpfeiler der Arbeit – Auflösung von Rollen, Berücksichtigung der Triebnatur und Ausbildung eines kritischen Bewusstseins – als fundamentale Lernziele definiert.

4. Auflösung der traditionellen Geschlechtsrollen: Dieses Kapitel analysiert Wege zur Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen, vom vorurteilsfreien Unterricht bis hin zur Kommunikation.

5. Berücksichtigung menschlicher Triebnatur im Sportunterricht: Der Autor plädiert dafür, den Sport als Befriedigung des Bewegungstriebes zu begreifen, anstatt sexuelle Energien durch künstliche Schranken zu unterdrücken.

6. Ausbildung eines Kritischen Bewusstseins (Fähigkeit zur Stellungnahme und Handlungsfähigkeit): Das Kapitel schließt mit dem Ziel, Individuen zu befähigen, herrschaftsbasierte Rollenverteilungen zu erkennen und durch solidarisches Handeln zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Koedukation, Sportunterricht, Geschlechterrollen, Emanzipation, Konkurrenzprinzip, Kooperationsprinzip, Sozialisationsinstanz, Triebnatur, Bedürfnisbefriedigung, kritisches Bewusstsein, Herrschaftsstrukturen, Walter Brehm, Schulsport, Geschlechterdifferenz, Rollenverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Ziele eines koedukativen Sportunterrichts basierend auf Walter Brehms Standardwerk aus dem Jahr 1975.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Überwindung von traditionellen Geschlechterstereotypen, die Kritik am leistungsbezogenen Konkurrenzdenken und die Förderung kooperativer Interaktionsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie koedukativer Sport dazu beitragen kann, gesellschaftliche Machtstrukturen abzubauen und Schüler zur kritischen Selbstreflexion zu befähigen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit sportpädagogischer Literatur, insbesondere der Untersuchung von Brehms Konzepten zur Koedukation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Bereiche: Auflösung von Geschlechterrollen, Berücksichtigung der Triebnatur und die Förderung der Handlungsfähigkeit von Schülern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Koedukation, Sport als Sozialisationsinstanz, Kooperationsprinzip, herrschaftsfreie Kommunikation und kritisches Bewusstsein.

Wie soll sich die Rolle des Sportlehrers laut dieser Untersuchung verändern?

Der Lehrer soll seine autoritäre Führung ablegen und stattdessen die Funktion eines Moderators übernehmen, der Kommunikation und selbstbestimmte Lernprozesse unterstützt.

Welche Bedeutung kommt der „menschlichen Triebnatur“ im koedukativen Sportunterricht zu?

Brehm argumentiert, dass der Sportunterricht auf die natürliche Bewegungsfreude eingehen sollte, statt sexuelle Energien zu unterdrücken oder durch künstliche Schranken zu reglementieren.

Warum kritisiert der Autor das Konkurrenzprinzip im Sportunterricht?

Das Konkurrenzprinzip wird als Nährboden für Ellbogenmentalität, Egoismus und Unterdrückung schwächerer Schüler gesehen, was den Zielen einer sozialen Erziehung widerspricht.

Inwiefern beeinflusst der „Blick auf das andere Geschlecht“ den Lernprozess?

Durch gemeinsames Agieren und den Abbau von Mystifizierung soll ein besseres Einschätzvermögen sowie ein vorurteilsfreier Umgang zwischen den Geschlechtern gefördert werden.

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Details

Titel
Perspektiven des koedukativen Sportunterrichts in der Retroperspektive
Untertitel
Untersuchung der Fernziele in Walter Brehms Standardwerk „Sport als Sozialisationsinstanz traditioneller Geschlechtsrollen“
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Mädchen und Jungen in der Schule
Note
1,5
Autor
Jonathan Haß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V263230
ISBN (eBook)
9783656518815
ISBN (Buch)
9783656518747
Sprache
Deutsch
Schlagworte
perspektiven sportunterrichts retroperspektive untersuchung fernziele walter brehms standardwerk sport sozialisationsinstanz geschlechtsrollen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonathan Haß (Autor:in), 2011, Perspektiven des koedukativen Sportunterrichts in der Retroperspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263230
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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