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Walter von der Vogelweide. Autonomer Künstler oder Propagandist?

Titre: Walter von der Vogelweide. Autonomer Künstler oder Propagandist?

Dossier / Travail , 2007 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jonathan Haß (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Walther von der Vogelweide als Sangspruchdichter und Propagandist über einen längeren Zeitraum hinaus. Dabei soll geprüft werden, inwieweit er Verfechter der Vorstellung eines Idealchristentums war und somit autonome, christlich motivierte Züge hat mit in seine Dichtung einfließen lassen, die auf individuellen Glaubensüberzeugungen beruhen. Zudem soll geklärt werden, wie Walther sein Verhältnis zu Papst und Klerus offenbart und inwiefern sich die Sachlage hinsichtlich dieser Thematik im Zuge der Zeit verändert.
Der Schwerpunkt liegt auf der dritten Strophe des Reichstons, dem Ottenton, vier Strophen aus dem Unmutston und dem Palästinalied. Anhand gezielter Untersuchungen und Interpretationsansätzen soll, sofern möglich, ein potentieller Arbeitgeber gefunden werden, um die Frage zu beantworten, ob Walther überhaupt Propagandist war, oder in welchem Rahmen er seine Töne schrieb bzw. vortrug. Die bestehenden Erkenntnisse sollen anhand der Primär- und entsprechender Sekundärliteratur aufgearbeitet werden. Bei diesem inhaltlichen und interpretatorischen Abriss, werden sprachwissenschaftliche Aspekte außer Acht gelassen. In Kapitel Fünf, dem eigentlichen Kernstück der Arbeit, sollen die gewonnen Erkenntnisse aus den Tönen auf die Fragestellung und das Thema hin untersucht werden. Alle anderen Töne resp. Lieder außer den oben genannten, können im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEMENSPEZIFISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITORISCHE BEMERKUNGEN

2.1 BEGRIFFBESTIMMUNG

2.2 THEMEN DER SANGSPRUCHDICHTUNG

2.3 DIE SITUATION DER AUFFÜHRUNG BZW. DARBIETUNGSFORMEN

2.4 ROLLENLYRIK UND „LYRISCHES BZW. STROPHISCHES ICH“ BEI WALTHER

3 HISTORISCHER ZUSAMMENHANG UND HINTERGRUNDBEDINGUNGEN VON WALTERS LEBEN UND WIRKEN

3.1 KURZER EINBLICK IN DIE EREIGNISGESCHICHTE

3.2 KURZER EINBLICK IN DIE KLERIKALEN VERHÄLTNISSE ZUR ZEIT WALTHERS

4 PARTIELLE INHALTLICHE BETRACHTUNGEN ZU AUSGEWÄHLTEN TÖNEN WALTHERS

4.1 REICHSTON

4.2 OTTENTON

4.3 UNMUTSTON

4.4 PALÄSTINALIED

5 WALTHER VON DER VOGELWEIDE - AUTONOMER KÜNSTLER ODER PROPAGANDAINSTRUMENT?

5.1 VERHÄLTNIS WALTHERS ZU PAPST UND KLERUS

5.2 FREIER KÜNSTLER UND PROPAGANDIST

5.3 PROPAGANDA UNTER EINBEZIEHUNG DER VORSTELLUNG EINES IDEALCHRISTENTUMS

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Walther von der Vogelweide als Sangspruchdichter und hinterfragt, inwieweit er als autonomer Künstler handelte oder als Propagandainstrument fungierte, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Verknüpfung von kirchenkritischen Tönen mit seinem Idealchristentum liegt.

  • Analyse des Verhältnisses von Walther von der Vogelweide zu Papst und Klerus.
  • Untersuchung der Sangspruchdichtung auf politische Agitation und individuelle Glaubensüberzeugungen.
  • Detailanalyse ausgewählter Töne: Reichston, Ottenton, Unmutston und Palästinalied.
  • Erforschung der Rolle des Dichters als Seher und Gottesbote im mittelalterlichen Kontext.
  • Beantwortung der Frage nach der Existenz eines potentiellen Auftraggebers und der Neutralität des Dichters.

Auszug aus dem Buch

4.1 Reichston

Der erste Ton, der für unsere Fragestellung relevant erscheint, ist der Reichston (L 8,4). Die Ideen des Reichstons sind auf das Engste miteinander verbunden: Sie behandeln die drei großen „Ordnungen der mittelalterlichen Welt“: die „Weltklage“, die „Reichsklage“ sowie die „Kirchenklage“. Die drei Strophen bilden in sich ein „sich steigerndes Ganzes“. Die letzte Zeile ist jeweils deutlich durch eine doppelte Verlängerung des Verses gekennzeichnet und drückt jedes Mal den entscheidenden Gedanken in Form eines Wunsches aus.

Walther selbst tritt im Reichston in allen drei Strophen in die Rolle des Sehers. Nix hebt hervor: „Ohne Zweifel war es Walthers Absicht, durch sie die Gültigkeit seiner Aussagen zu unterstreichen, sie als von ihm als Seher ’geschaute’ höhere Wahrheiten darzustellen und auf diese Weise seine Autorität als Vermittler dieser Wahrheiten zu erhöhen“. In diesem Kontext sollten wir das Interesse insbesondere auf die dritte Strophe lenken, da diese für die vorliegende Fragestellung relevante und interessante Informationen in sich birgt.

Walther nimmt das soeben angesprochene Seherbild in der dritten Strophe auf und „durchschaut“ somit, was die Menschen tun und sprechen. Er vermag damit zu „hören“, was im fernen Rom geschieht: Ich hôrte in Rôme liegen, / zwêne künige triegen (9,20f). Das liegen und triegen bezieht sich auf das Eingreifen Innozenz’ III. in den Thronstreit. Infolge dessen entbrannte ein Kampf zwischen pfaffen unde leien (9,25), der der Seitens der Kurie mit dem Bann Philipps geführt wurde. Da Otto von Braunschweig nach dem Tod seines Verbündeten Richards von England die Geldmittel vorübergehend ausgingen, wechselten viele seiner Anhänger auf die staufische Seite: Es wurden der leien mêre (9,29).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Walther von der Vogelweide autonomer Künstler oder Propagandist war, und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand ausgewählter Töne.

2 THEMENSPEZIFISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITORISCHE BEMERKUNGEN: Das Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Sangspruchdichtung, deren thematische Ausrichtung sowie die soziokulturellen Rahmenbedingungen von Aufführung und Rollenlyrik.

3 HISTORISCHER ZUSAMMENHANG UND HINTERGRUNDBEDINGUNGEN VON WALTERS LEBEN UND WIRKEN: Hier werden die ereignisgeschichtlichen Konflikte zwischen Staufern und Welfen sowie die klerikalen Machtansprüche zur Zeit Walthers beleuchtet.

4 PARTIELLE INHALTLICHE BETRACHTUNGEN ZU AUSGEWÄHLTEN TÖNEN WALTHERS: In diesem Kapitel werden der Reichston, der Ottenton, der Unmutston und das Palästinalied eingehend inhaltlich analysiert, um ihre Funktion und Aussagekraft zu prüfen.

5 WALTHER VON DER VOGELWEIDE - AUTONOMER KÜNSTLER ODER PROPAGANDAINSTRUMENT?: Als Kernstück der Arbeit werden die Einzelergebnisse synthetisiert, um Walthers Verhältnis zum Klerus und seine Rolle als Künstler und Propagandist unter Einbeziehung des Idealchristentums zu bewerten.

6 FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Walther propagandistische Aufgaben mit eigenen, tief verwurzelten religiösen Vorstellungen zu einer einzigartigen dichterischen Leistung verband.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Sangspruchdichtung, Propagandist, Reichston, Ottenton, Unmutston, Palästinalied, Innozenz III., Idealchristentum, Kleruskritik, Simonie, Mittelalter, Staufer, Welfen, Kreuzzugsappell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, ob Walther von der Vogelweide lediglich als Propagandist im Dienste seiner Gönner handelte oder ob seine Dichtung einen autonomen, religiös motivierten Ausdruck seiner persönlichen Überzeugungen darstellt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Im Zentrum stehen die politische Sangspruchdichtung, die kirchenkritische Auseinandersetzung mit dem Papsttum, der Kreuzzugsgedanke und die Vorstellung eines Idealchristentums.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, Walthers Position zwischen politischer Instrumentalisierung und individueller künstlerischer Freiheit anhand ausgewählter Töne zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt einen inhaltlichen und interpretatorischen Abriss unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärliteratur, wobei sprachwissenschaftliche Aspekte bewusst ausgeklammert werden.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Kontext, die detaillierte Analyse der Töne (Reichston, Ottenton, Unmutston, Palästinalied) und die abschließende Untersuchung zur Rolle des Dichters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Zentrale Begriffe sind Sangspruchdichtung, Autonomie des Künstlers, Propaganda, Idealchristentum, Kleruskritik und die spezifischen Töne Walthers.

Wie steht Walther von der Vogelweide zum Phänomen der Simonie?

Walther kritisiert die Simonie, also den Kauf und Verkauf geistlicher Güter, scharf. Er bezichtigt den Papst und den hohen Klerus dieses kirchenrechtlichen Vergehens und sieht darin eine Entstellung der Lehre Christi.

Welche Rolle spielt das Palästinalied in der Argumentation des Autors?

Das Palästinalied dient als Beleg für Walthers Frömmigkeit. Der Autor argumentiert, dass hier kein Auftraggeber im Hintergrund steht, sondern Walther aus eigener christlicher Überzeugung heraus zur Eroberung des Heiligen Landes aufruft.

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Résumé des informations

Titre
Walter von der Vogelweide. Autonomer Künstler oder Propagandist?
Université
University of Tubingen  (Neuphilologische Fakultät - Deutsches Seminar - Mediävistik)
Cours
Walter von der Vogelweide. Diskussion - Reflexion - Kunst
Note
1,0
Auteur
Jonathan Haß (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
25
N° de catalogue
V263232
ISBN (ebook)
9783656518792
ISBN (Livre)
9783656518723
Langue
allemand
mots-clé
walter vogelweide autonomer künstler propagandist
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jonathan Haß (Auteur), 2007, Walter von der Vogelweide. Autonomer Künstler oder Propagandist?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263232
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Extrait de  25  pages
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