Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA


Seminararbeit, 2011

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Motivation und Fragestellung

2. Das NAFTA-Abkommen
2.1 Vertragspartner
2.2 Inhalte und Ziele des Abkommens

3. Theoretische außenwirtschaftliche Konzepte
3.1 Das Ricardianische Außenhandelsmodell
3.2 Wirkungen von Zöllen
3.3 Freihandelsabkommen und ökonomische Integration

4. Empirische Datenanalyse
4.1 Handelsvolumen
4.2 Handelsstruktur
4.3 Ausländische Direktinvestitionen
4.4 Weitere Größen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Kenngrößen der NAFTA-Staaten

2 Zur Produktion zweier Güter benötigte Arbeitsstunden

3 Produktionsmöglichkeitenkurve Land 1

4 Produktionsmöglichkeitenkurve Land 2

5 Zolleffekte im importierenden Land

6 Zolleffekte im exportierenden Land

7 Formen ökonomischer Integration

8 Handelsschaffung und Handelsumlenkung

9 Exporte der NAFTA-Staaten 1990-2009, tabellarisch

10 Exporte der NAFTA-Staaten 1990-2009

11 Exporte aus Mexiko 1990-2009

12 Anteil der USA am mexikanischen Export 1990-2009

13 Exporte der USA 1990-2009

14 Exporte der NAFTA-Staaten 2009

15 Mexikanische Exporte in die USA 1993

16 Mexikanische Exporte in die USA 2009

17 FDI flow nach Mexiko nach Ursprungsland

18 Arbeitslosenquoten der NAFTA-Staaten 1993-2008

1 Motivation und Fragestellung

Seit Tausenden von Jahren handeln Menschen untereinander mit Gütern und Dienstleistungen. Während jedoch aufgrund hoher Transportkosten der Handel früher meist lokal begrenzt war, ist eine moderne Ökonomie ohne internationalen Handel nicht mehr vorstellbar1. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung internationaler Wirtschaftsbeziehungen stark zugenommen. So stieg der Wert der weltweit exportierten Güter allein zwischen 2000 und 2008 um 151 %2. 2009 wurden Güter im Wert von 12,18 Billionen US-Dollar exportiert3. Der Außenhandel trägt damit stark zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand bei. Ebenso alt wie internationaler Handel sind Zölle, mit denen gehandelte Güter besteuert werden. Dies war lange Zeit eine wichtige Einnahmequelle vieler Staaten und diente vor allem im Zeitalter des Merkantilismus zugleich dem Schutz der eigenen Wirtschaft4. Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist allerdings unter Ökonomen weitgehend unumstritten, dass Freihandel und der Abbau von Handelsbeschränkungen wohlfahrtsfördernd wirken5. Seit dem 2. Weltkrieg werden daher in vielen Ländern kontinuierlich Zölle abgebaut. Dies geschieht entweder mit bilateralen Verträgen oder durch die Schaffung größerer Freihandelszonen, die mehrere Staaten einschließen. Eines der bedeutendsten Freihandelsabkommen ist das North American Free Trade Agreement (NAFTA), welches die drei amerikanischen Staaten USA, Kanada und Mexiko umfasst. Eine nähere Betrachtung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den NAFTA-Staaten ist lohnend, da so empirisch überprüft werden kann, inwiefern sich die Einführung des Abkommens 1994 auf die ökonomische Entwicklung dieser Staaten ausgewirkt hat. Dies ist insbesondere interessant, da es sich bei den USA und Kanada auf der einen Seite um wirtschaftlich fortgeschrittene Industriestaaten, bei Mexiko jedoch um ein Entwicklungsland handelt6. In Kapitel 2 wird der NAFTA-Vertrag kurz vorgestellt und erläutert, welche Effekte die Verantwortlichen sich davon erhofft hatten. Zugleich soll jedoch auch auf mögliche Probleme eingegangen werden. Im dritten Kapitel sollen die theoretischen Wirkungen von internationalem Handel, Zöllen sowie deren Aufhebung im Rahmen verschiedener Stufen ökonomischer Integration dargestellt werden. Kapitel 4 beschäftigt sich darauf aufbauend ausführlich mit den empirisch beobachteten, tatsächlichen Effekten des Freihandelsabkommens. Abschließend folgt in Kapitel 5 eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein kurzer Ausblick auf die Zukunft der Freihandelszone.

2 Das NAFTA-Abkommen

2.1 Vertragspartner

Durch das North American Free Trade Agreement wurde eine Freihandelszone in Nordamerika begründet, die die Staaten USA, Kanada und Mexiko umfasst. Der Vertrag wurde am 17. Dezember 1992 unterzeichnet und trat am 1. Januar 1994 in Kraft. Das Abkommen löste das bereits seit 1989 zwischen Kanada und den USA bestehende Freihandelsabkommen (CUSFTA) ab7. Somit handelt es sich bei der NAFTA um eine Erweiterung der CUSFTA um ein weiteres Land. Damit entstand, nach BIP in Kaufkraftparität, der aktuell größte Handelsblock der Welt8. Die Tabelle gibt einen ersten Überblick über die drei Vertragspartner.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kenngrößen der NAFTA-Staaten Quelle:http://stats.oecd.org

Hier sind besonders zwei Beobachtungen auffällig. Zum einen ist festzustellen, dass die USA unter den drei Staaten eindeutig eine herausgehobene Position einnehmen, da sie mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung sowie fast 85 % der gesamten Wirtschaftsleistung stellen. Zudem fällt auf, dass Mexiko ein deutlich geringeres Pro-Kopf-Einkommen aufweist als die anderen beiden Staaten. Ob durch diese Besonderheiten auch außergewöhnliche ökonomische Effekte auftreten, wird in Kapitel 4 eingehender untersucht.

2.2 Inhalte und Ziele des Abkommens

Das Hauptziel des NAFTA-Abkommens war die schrittweise, nahezu vollständige Beseitigung aller Handelshemmnisse zwischen den Vertragspartnern bis spätestens 20089. Zudem wurden "vertragliche Vereinbarungen zu grenzüberschreitenden Dienstleistungen, inklusive Finanzdienstleistungen, im Energiesektor, zum Schutz geistiger Eigentumsrechte und zur Regelung des öffentlichen Beschaffungswesens10 " vereinbart. Außerdem unterzeichneten die Vertragspartner zwei Zusatzprotokolle, die Umwelt- und Arbeitsstandards betreffen.

Alle drei Staaten hatten eigene Beweggründe, dem Abkommen beizutreten. Mexiko wollte durch den Vertrag seine Exporte steigern und mehr ausländische Direktinvestitionen anlocken. Damit sollten Arbeitsplätze entstehen, um die Armut, die in den 1980er Jahren zu einem schwerwiegenden Problem in Mexiko geworden war, einzudämmen11. Kritiker befürchteten jedoch, dass vor allem die mexikanischen Bauern ohne proktektionistischen Schutz mit den stark subventionierten US-Landwirten kaum konkurrieren könnten.

Die Beweggründe der USA fasste Präsident Clinton folgendermaßen zusammen: "First of all, [...] NAFTA means jobs.12 " Seiner Einschätzung zufolge würden innerhalb von zwei Jahren 200.000 Arbeitspläze in den USA entstehen13. Gleichzeitig wollten amerikanische Unternehmen den Zugang zum mexikanischen Markt sichern, der vorher durch starke protektionistische Eingriffe für ausländische Firmen nur schwer zugänglich war14. Allerdings wurde von Gegnern des Abkommens behauptet, der Vertrag werde zu massivem Outsourcing von Arbeitsplätzen nach Mexiko führen.

Kanada schließlich stand dem Vertrag zunächst kritisch gegenüber, erkannte jedoch, dass die USA und Mexiko das Abkommen auch ohne Kanada abschließen würden. Um nicht international isoliert zu werden, trat man der Freihandelszone bei, um den Zugang zum US-amerikanischen Markt zu gewährleisten15.

3 Theoretische außenwirtschaftliche Konzepte

3.1 Das Ricardianische Außenhandelsmodell

Das Gesetz der komparativen Kostenvorteile ist eines der wichtigsten Konzepte der Außenhandelstheorie16. Es wurde zuerst 1815 von Robert Torrens formuliert17. David Ricardo entwickelte daraus das nach ihm benannte Außenhandelsmodell, welches auch heute noch wichtiger Bestandteil der neoklassischen Ökonomie ist. Das Modell von Ricardo, dargestellt im 1817 veröffentlichten Werk "On the Principles of Political Economy and Taxation", soll daher hier anhand eines von mir modifizierten Beispiels kurz erläutert werden.

Ricardo setzt für seine Überlegungen einige Annahmen voraus. Sein Modell umfasst zwei Staaten, zwei Güter und Arbeit als einzigen Produktionsfaktor. Die Güter sind dabei zwischen beiden Ländern homogen und können ohne Transportkosten im- und exportiert werden. Die Arbeitskraft ist bezogen auf die beiden Güter vollständig mobil, kann jedoch nicht zwischen den Ländern bewegt werden18.Zudem geht Ricardo von perfekten Märkten sowie konstanten Skalenerträgen aus19.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zur Produktion zweier Güter benötigte Arbeitsstunden

In Anlehnung an: Ricardo, David, On the Principles of Political Economy and Taxation (1821)

Abbildung 2 gibt an, wie viele Arbeitsstunden in den beiden Ländern zur Produktion des jeweiligen Gutes nötig sind. Die Faktorausstattung sei in beiden Ländern L = 600 Arbeitsstunden.

[...]


1 Vgl. OECD (2009), S. 14.

2 Vgl. WTO (2010), S. 174.

3 Vgl. WTO (2010), S. 10.

4 Vgl. OECD (2009), S. 20-22.

5 Vgl. Krugman, Paul (1987), S. 131.

6 Vgl. Online: http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2010/01/weodata/groups.htm#oem [Stand: 9.1.2011]

7 Vgl. Online: http://www.worldtradelaw.net/nafta/CUSFTA.pdf [Stand: 9.1.2011]

8 Vgl. Online: http://stats.oecd.org [Stand: 9.1.2011]

9 Vgl. Online: http://www.nafta-sec-alena.org/en/view.aspx?x=343&mtpiID=ALL#mtpi120 [Stand: 9.1.2011]

10 Scheerer, Georg (2004), S. 4.

11 Vgl. Villareal, M. Angeles (2010), S. 1.

12 Vgl. Online: http://www.historycentral.com/Documents/Clinton/SigningNaFTA.html [Stand: 9.1.2011]

13 Vgl. Online: http://www.historycentral.com/Documents/Clinton/SigningNaFTA.html [Stand: 9.1.2011]

14 Vgl. Villareal, M. Angeles (2010), S. 2.

15 Vgl. Nicholson, Patrick (1999).

16 Vgl. Krugman, Paul (1987), S. 131.

17 Vgl. Torrens, Robert (1815).

18 Vgl. Ricardo, David (1821), S. 91.

19 Vgl. Suranovic, Steve (2010), Kap. 2.3.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Sieldungs- und Wohnungswesen)
Veranstaltung
Forschungspraktikum
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V263348
ISBN (eBook)
9783656522157
ISBN (Buch)
9783656523840
Dateigröße
863 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internationale, wirtschaftsbeziehungen, nafta
Arbeit zitieren
M. Sc. Hendrik-Sebastian Schmitz (Autor), 2011, Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263348

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