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Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA

Title: Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA

Seminar Paper , 2011 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M. Sc. Hendrik-Sebastian Schmitz (Author)

Economics - International Economic Relations
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Seit Tausenden von Jahren handeln Menschen untereinander mit Gütern und Dienstleistungen. Während jedoch aufgrund hoher Transportkosten der Handel früher meist lokal begrenzt war, ist eine moderne Ökonomie ohne internationalen Handel nicht mehr vorstellbar. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung internationaler Wirtschaftsbeziehungen stark zugenommen. So stieg der Wert der weltweit exportierten Güter allein zwischen 2000 und 2008 um 151 %. 2009 wurden Güter im Wert von 12,18 Billionen US-Dollar exportiert. Der Außenhandel trägt damit stark zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand bei. Ebenso alt wie internationaler Handel sind Zölle, mit denen gehandelte Güter besteuert werden. Dies war lange Zeit eine wichtige Einnahmequelle vieler Staaten und diente vor allem im Zeitalter des Merkantilismus zugleich dem Schutz der eigenen Wirtschaft. Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist allerdings unter Ökonomen weitgehend unumstritten, dass Freihandel und der Abbau von Handelsbeschränkungen wohlfahrtsfördernd wirken. Seit dem 2. Weltkrieg werden daher in vielen Ländern kontinuierlich Zölle abgebaut. Dies geschieht entweder mit bilateralen Verträgen oder durch die Schaffung größerer Freihandelszonen, die mehrere Staaten einschließen. Eines der bedeutendsten Freihandelsabkommen ist das North American Free Trade Agreement (NAFTA), welches die drei amerikanischen Staaten USA, Kanada und Mexiko umfasst. Eine nähere Betrachtung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den NAFTA-Staaten ist lohnend, da so empirisch überprüft werden kann, inwiefern sich die Einführung des Abkommens 1994 auf die ökonomische Entwicklung dieser Staaten ausgewirkt hat. Dies ist insbesondere interessant, da es sich bei den USA und Kanada um wirtschaftlich fortgeschrittene Industriestaaten, bei Mexiko jedoch um ein Entwicklungsland handelt. In Kapitel 2 wird der NAFTA-Vertrag kurz vorgestellt und erläutert, welche Effekte die Verantwortlichen sich davon erhofft hatten. Zugleich soll jedoch auch auf mögliche Probleme eingegangen werden. Im dritten Kapitel sollen die theoretischen Wirkungen von internationalem Handel, Zöllen sowie deren Aufhebung im Rahmen verschiedener Stufen ökonomischer Integration dargestellt werden. Kapitel 4 beschäftigt sich darauf aufbauend ausführlich mit den empirisch beobachteten, tatsächlichen Effekten des Freihandelsabkommens. Abschließend folgt in Kapitel 5 eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein kurzer Ausblick auf die Zukunft der Freihandelszone.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Motivation und Fragestellung

2. Das NAFTA-Abkommen

2.1 Vertragspartner

2.2 Inhalte und Ziele des Abkommens

3. Theoretische außenwirtschaftliche Konzepte

3.1 Das Ricardianische Außenhandelsmodell

3.2 Wirkungen von Zöllen

3.3 Freihandelsabkommen und ökonomische Integration

4. Empirische Datenanalyse

4.1 Handelsvolumen

4.2 Handelsstruktur

4.3 Ausländische Direktinvestitionen

4.4 Weitere Größen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des North American Free Trade Agreement (NAFTA) auf die Mitgliedsstaaten USA, Kanada und Mexiko, wobei insbesondere die Entwicklung des Handelsvolumens, der Direktinvestitionen und weiterer ökonomischer Indikatoren seit Inkrafttreten des Abkommens im Jahr 1994 analysiert wird.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Außenhandel und Integration (Ricardianisches Modell, Zolleffekte).
  • Empirische Untersuchung der Handelsverflechtungen zwischen den NAFTA-Partnern.
  • Bewertung der Entwicklung von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) innerhalb der Freihandelszone.
  • Untersuchung sozioökonomischer Effekte, insbesondere der Armutsentwicklung und Arbeitslosenquoten.
  • Kritische Würdigung des Abkommens und seiner Erfolge bzw. Defizite im Vergleich zu den Ausgangserwartungen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ricardianische Außenhandelsmodell

Das Gesetz der komparativen Kostenvorteile ist eines der wichtigsten Konzepte der Außenhandelstheorie. Es wurde zuerst 1815 von Robert Torrens formuliert. David Ricardo entwickelte daraus das nach ihm benannte Außenhandelsmodell, welches auch heute noch wichtiger Bestandteil der neoklassischen Ökonomie ist. Das Modell von Ricardo, dargestellt im 1817 veröffentlichten Werk "On the Principles of Political Economy and Taxation", soll daher hier anhand eines von mir modifizierten Beispiels kurz erläutert werden.

Ricardo setzt für seine Überlegungen einige Annahmen voraus. Sein Modell umfasst zwei Staaten, zwei Güter und Arbeit als einzigen Produktionsfaktor. Die Güter sind dabei zwischen beiden Ländern homogen und können ohne Transportkosten im- und exportiert werden. Die Arbeitskraft ist bezogen auf die beiden Güter vollständig mobil, kann jedoch nicht zwischen den Ländern bewegt werden. Zudem geht Ricardo von perfekten Märkten sowie konstanten Skalenerträgen aus.

Abbildung 2 gibt an, wie viele Arbeitsstunden in den beiden Ländern zur Produktion des jeweiligen Gutes nötig sind. Die Faktorausstattung sei in beiden Ländern L = 600 Arbeitsstunden. Geht man davon aus, dass Konsumenten in beiden Ländern beide Güter zu gleichen Teilen konsumieren wollen, so werden in einer Autarkiesituation in Kanada je 120 Einheiten beider Güter produziert, da 120 * 2 + 120 * 3 = 600. Die USA produzieren entsprechend je 60 Einheiten. Das Autarkiepreisverhältnis beträgt 2/3 in Kanada und 3/2 in den USA. Was passiert nun, wenn freier Handel zwischen den Ländern ermöglicht wird? Kanadische Firmen würden nun Ahornsirup in die USA exportieren, da dort ein höherer Preis zu erzielen ist als in Kanada selbst. Analog würden jedoch aus dem selben Grund US-amerikanische Firmen Popcorn nach Kanada verkaufen.

Da sich beide Länder nun auf jeweils ein Gut spezialisieren, produziert Kanada nun 300 Einheiten Sirup und die USA 150 Einheiten Popcorn. Insgesamt sind dies 450 Einheiten und damit 25 % mehr als in der Autarkiesituation. Der Handel führt somit bei identischer Faktorausstattung zu einer deutlichen Steigerung der Produktion und somit der Wohlfahrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Motivation und Fragestellung: Einleitung in die Bedeutung des internationalen Handels und Begründung der Untersuchung der NAFTA-Staaten als wirtschaftlich heterogene Freihandelszone.

2. Das NAFTA-Abkommen: Darstellung der Vertragspartner sowie der ursprünglichen Ziele, Erwartungen und Bedenken bei der Gründung der Freihandelszone.

3. Theoretische außenwirtschaftliche Konzepte: Theoretische Herleitung von Freihandelsvorteilen durch das Ricardianische Modell, Analyse von Zolleffekten und Erläuterung verschiedener Stufen ökonomischer Integration.

4. Empirische Datenanalyse: Detaillierte Untersuchung der tatsächlichen ökonomischen Entwicklung hinsichtlich Handelsvolumen, Handelsstruktur, Direktinvestitionen und weiterer sozioökonomischer Kennzahlen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der NAFTA-Auswirkungen und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext globaler wirtschaftlicher Entwicklungen.

Schlüsselwörter

NAFTA, Außenhandel, Freihandelsabkommen, ökonomische Integration, Komparativer Kostenvorteil, Zoll, Handelsschaffung, Handelsumlenkung, Direktinvestitionen, USA, Kanada, Mexiko, Wohlfahrtseffekte, Handelsvolumen, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des North American Free Trade Agreement (NAFTA) auf die Wirtschaftsbeziehungen und die ökonomische Entwicklung zwischen den Mitgliedsstaaten USA, Kanada und Mexiko.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von den theoretischen Grundlagen des Außenhandels über die spezifischen Ziele und Beweggründe des NAFTA-Abkommens bis hin zur empirischen Untersuchung von Handelsströmen und Investitionsflüssen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, empirisch zu überprüfen, inwiefern die Einführung des NAFTA-Abkommens im Jahr 1994 die ökonomische Entwicklung der drei beteiligten Staaten beeinflusst hat und ob sich die damit verbundenen Hoffnungen oder Befürchtungen realisiert haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es erfolgt eine Kombination aus theoretischer Fundierung (Außenhandelstheorie, Ricardianisches Modell) und einer deskriptiven empirischen Analyse von Wirtschaftsdaten aus Quellen wie OECD, WTO und IMF.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Integrationskonzepte und eine umfangreiche empirische Auswertung, die Handelsvolumen, Handelsstruktur und Direktinvestitionen über den Zeitraum von 1990 bis 2009 beleuchtet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den zentralen Begriffen gehören NAFTA, Freihandel, ökonomische Integration, komparativer Kostenvorteil, Handelsschaffung und -umlenkung sowie die Untersuchung von Handelsbeziehungen und Direktinvestitionen.

Welche Rolle spielt der Unterschied zwischen den Industrienationen (USA, Kanada) und dem Entwicklungsland Mexiko in der Analyse?

Der Autor nutzt diesen Kontrast, um die ungleiche Entwicklung und die teilweise einseitige Abhängigkeit Mexikos von den USA nach Abschluss des Abkommens besonders zu beleuchten.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Erfolgs von NAFTA?

Der Autor zieht ein verhalten positives Fazit: Während Mexiko von mehr Rechtssicherheit und Investitionen profitierte, blieben in den USA die befürchteten massiven Arbeitsplatzverluste durch Outsourcing weitgehend aus, wobei die Effekte insgesamt weniger gravierend ausfielen als im Vorfeld diskutiert.

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Details

Title
Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA
College
University of Münster  (Institut für Sieldungs- und Wohnungswesen)
Course
Forschungspraktikum
Grade
2,0
Author
M. Sc. Hendrik-Sebastian Schmitz (Author)
Publication Year
2011
Pages
29
Catalog Number
V263348
ISBN (eBook)
9783656522157
ISBN (Book)
9783656523840
Language
German
Tags
internationale wirtschaftsbeziehungen nafta
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. Sc. Hendrik-Sebastian Schmitz (Author), 2011, Internationale Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der NAFTA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263348
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