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Solvency II: Kontrahentenausfallrisiko

Título: Solvency II: Kontrahentenausfallrisiko

Trabajo de Seminario , 2012 , 45 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Tobias Niedrig (Autor)

Economía de las empresas - Banca, bolsa de valores, seguros, contabilidad
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Mit Solvency II vollzieht sich ein Quantensprung in der europäischen Aufsicht von Versicherungsunternehmen. Die unzureichenden Solvabilitätsvorschriften von Solvency I werden durch risikobasierte Kapitalanforderungen ersetzt. Teil der Solvency II Regelungen sind die Anforderungen an das Solvenzkapital sowie an das Mindestkapital. Im Rahmen der Umsetzung von Solvency II testete EIOPA durch quantitative Auswirkungsstudien (QIS) schwerpunktmäßig die Angemessenheit des Standardmodells zur Berechnung der Kapitalanforderung. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die Modellierung des Kontrahentenausfallrisikos. Dieses Risiko ergibt sich beispielsweise aus der Beziehung zwischen Erstversicherer und Rückversicherer, wobei der Erstversicherer einen bestimmten Teil seiner Risiken auf den Rückversicherer transferiert. Weil die Gefahr eines Ausfalls des Rückversicherers besteht, muss der Erstversicherer Kapital für dieses Risiko vorhalten. Da die Modellierung des Ausfallrisikos unter Solvency II methodisch auf die Modellierung des Kreditrisikos zurückgeht, erfolgt zunächst ein kurzer Überblick über die Grundmodelle der Kreditrisikomodellierung. Anschließend wird der Aufbau der Solvency II Regulierung, die Notwendigkeit der Solvenzbilanz sowie das Konzept der Solvenzkapitalanforderung erläutert. Das Modul zur Bestimmung der Kapitalunterlegung von Kontrahentenausfallrisiken unter Solvency II wurde im Laufe der fünf bisherigen Auswirkungsstudien kontinuierlich weiterentwickelt und an die praktische Handhabbarkeit sowie an Finanzmarktkonditionen angepasst. Dabei ergaben sich zum Teil deutliche Unterschiede in der Modellierung. Vor diesem Hintergrund wird der in European Commission (2010) dokumentierte aktuelle Stand des Kontrahentenausfallrisiko-Moduls5, welches auf Berg (2008) zurückgeht, detailliert vorgestellt und anschließend diskutiert. Hierbei wird insbesondere auf die Modellierung des Portfolioverlustes sowie auf die Berechnung der Kapitalanforderung für Ausfallrisiken eingegangen. Dabei wird das Ziel verfolgt, dem Leser die Komplexität der versicherungsmathematischen Berechnungen prägnant zu erklären und die Notwendigkeit des gewählten Modells zu verdeutlichen. Im Rahmen des vierten Kapitels wird das Kontrahentenausfallrisiko-Modul in die vorgestellten Kreditrisikomodelle eingeordnet. Des Weiteren werden die Unterschiede zwischen der vierten und fünften quantitativen Auswirkungsstudie qualitativ und quantitativ analysiert und auf Schwächen des Modells hingewiesen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kreditrisikomodellierung

2.1 Grundlagen von Kreditrisikomodellen

2.2 Statische Modellierung der Ausfallverteilung

3. Kontrahentenausfallrisiko unter Solvency II

3.1 Solvency II Solvenzkapitalanforderung

3.2 Das Kontrahentenausfallrisiko-Modul

3.3 Berechnung der Kapitalanforderung für Typ 1 Exposures

3.3.1 Typ 1 Risikopositionen

3.3.2 Modellierung des Portfolioverlustes

3.3.3 Berechnung des Loss-Given-Default für risikoreduzierende Verträge

3.3.4 Berechnung der Kapitalanforderung

3.4 Berechnung der Kapitalanforderung für Typ 2 Exposures

4. Bewertung des Standardmodells zum Kontrahentenausfallrisiko

4.1 Einordnung des Risikomoduls in Kreditrisikomodelle

4.2 Kritische Würdigung des Ausfallrisikomoduls

4.3 Vergleich zwischen der Ausfallrisikomodellierung unter QIS4 und QIS5

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodische Modellierung des Kontrahentenausfallrisikos innerhalb des Solvency II-Regelwerks, wobei der Fokus auf dem Vergleich der Ansätze aus den quantitativen Auswirkungsstudien QIS4 und QIS5 liegt.

  • Grundlagen der Kreditrisikomodellierung
  • Aufbau und Berechnung des Kontrahentenausfallrisiko-Moduls unter Solvency II
  • Kritische Analyse der mathematischen Modellannahmen und Kalibrierungsparameter
  • Vergleich der Modellgüte und Konsistenz zwischen QIS4 und QIS5
  • Einfluss der Diversifikation auf die Solvenzkapitalanforderung

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Kontrahentenausfallrisiko-Modul

Das Ausfallrisikomodul soll mögliche Verluste aus unerwarteten Ausfällen oder der Verschlechterung der Bonität einer Gegenpartei oder Schuldner des Versicherungsunternehmens in den zukünftigen zwölf Monaten reflektieren. Die Grundlagen dafür legen Artikel 104 und 105 der Solvency II Richtlinie. Die Dokumentationen EIOPA (2011) und European Commission (2010a) vertiefen die Bestimmungen zur Berechnung der Kapitalanforderung. Im Fokus des Ausfallrisikomoduls stehen risikomindernde Verträge wie Rückversicherungsvereinbarungen, Verbriefungen, Derivate, Forderungen von Intermediären und alle anderen Kreditrisiken, welche nicht durch das Spreadrisiko-Modul abgedeckt werden. Das Ausfallrisikomodul berücksichtigt jegliches Verlustausfallrisiko einer Gegenpartei, unabhängig von der Rechtsform der vertraglichen Verpflichtung. EIOPA unterscheidet in der fünften Auswirkungsstudie (QIS5) zwei Arten von Risikopositionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Solvency II-Regulierung und die Relevanz der Modellierung von Kontrahentenausfallrisiken bei Versicherungsunternehmen.

2. Kreditrisikomodellierung: Vermittlung der mathematischen Grundlagen und der verschiedenen Kategorien von Kreditrisikomodellen, mit Fokus auf statische Ausfallmodelle.

3. Kontrahentenausfallrisiko unter Solvency II: Detaillierte Darstellung der regulatorischen Berechnungsmethoden für Kapitalanforderungen bei Typ 1 und Typ 2 Risikopositionen.

4. Bewertung des Standardmodells zum Kontrahentenausfallrisiko: Kritische Analyse der methodischen Schwächen, der Kalibrierung der Parameter und ein umfassender Vergleich der Ansätze aus QIS4 und QIS5.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modellentwicklung und der Anwendbarkeit des Standardmodells für die europäische Versicherungswirtschaft.

Schlüsselwörter

Solvency II, Kontrahentenausfallrisiko, Solvenzkapitalanforderung, Kreditrisikomodellierung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Loss Given Default, QIS5, Rückversicherung, Standardmodell, Diversifikation, Risikomanagement, Kapitalanforderung, Ausfallkorrelation, Finanzmarkt, Versicherungsaufsicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die regulatorischen Anforderungen und mathematischen Verfahren zur Modellierung des Kontrahentenausfallrisikos im Rahmen von Solvency II.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Ausfallwahrscheinlichkeiten, die Berechnung von Verlustquoten (LGD) bei risikomindernden Verträgen sowie der Vergleich historischer und aktueller Auswirkungsstudien.

Was ist das primäre Ziel?

Ziel ist es, dem Leser die Komplexität der versicherungsmathematischen Berechnungen unter Solvency II verständlich zu erklären und die methodische Angemessenheit des Standardmodells kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt theoretische Analyse, Modellvergleiche sowie eine beispielhafte quantitative Berechnung anhand eines Modellportfolios, um die Auswirkungen von Diversifikation und Ratingveränderungen zu demonstrieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Kreditrisikomodellierung, die spezifischen Anforderungen für Typ 1 und Typ 2 Exposures unter Solvency II sowie eine kritische Würdigung der Modellparameter wie des Quantilfaktors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind Solvency II, Kontrahentenausfallrisiko, Loss Given Default (LGD), QIS5, Rückversicherung und Solvenzkapitalanforderung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Typ 1 und Typ 2 Exposures eine Rolle?

Diese Unterscheidung ist für die Berechnung wesentlich, da für Typ 1 Positionen (oft geratete Gegenparteien) eine detailliertere Modellierung erfolgt, während für Typ 2 Positionen ein vereinfachter, faktorbasiertes Szenario-Ansatz gewählt wird.

Wie unterscheidet sich QIS5 in der Berechnung vom QIS4-Ansatz?

QIS5 ist konsistenter und berücksichtigt die Heterogenität der Gegenparteien besser, indem es einen gemeinsamen Schock-Faktor nutzt, anstatt sich auf den Herfindahl-Index und die Vasicek-Verteilung zu stützen.

Warum wird der LGD im Standardmodell als deterministisch angenommen?

EIOPA hat diese Annahme getroffen, um das Ausmaß der Komplexität im Standardmodell handhabbar und konsistent zu halten, obwohl dies wissenschaftlich als eine Vereinfachung betrachtet wird.

Ist das Standardmodell ausreichend?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Modell einen Kompromiss zwischen Genauigkeit und Anwendbarkeit darstellt, wobei für spezifische Risiken die Nutzung interner Modelle durch die Versicherungsunternehmen vorzuziehen ist.

Final del extracto de 45 páginas  - subir

Detalles

Título
Solvency II: Kontrahentenausfallrisiko
Universidad
University of Mannheim  (Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Risikotheorie, Portfolio Management und Versicherungswirtschaft)
Curso
Ausgewählte Fragen des Versicherungsmanagements
Calificación
1,0
Autor
Tobias Niedrig (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
45
No. de catálogo
V263357
ISBN (Ebook)
9783656522119
ISBN (Libro)
9783656533559
Idioma
Alemán
Etiqueta
Solvency II Kontrahentenausfallrisiko Counterparty Default Risk Credit Risk Kreditrisiko Ausfallrisiko Kreditrisikomodellierung QIS5 Solvency Capital Requirement
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tobias Niedrig (Autor), 2012, Solvency II: Kontrahentenausfallrisiko, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263357
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