Zur Zeit der Französischen Revolution entstanden, visualisiert Jacques-Louis
Davids Werk "Der Schwur der Horatier" nicht nur die politische Haltung des
Malers, sondern setzt sich überdies mit dem zeitgenössischen Bild des Mannes
auseinander. Mittels exakter Bildaufteilung, geschickten Lichtreflexen und klaren Konturen werden eine rigide Trennung der Geschlechter sowie eine betonte Männlichkeit inszeniert.
Die nachfolgenden Ausführungen werden Davids Repräsentation des
Mannes genauer behandeln um seine Position zu Beginn der Revolution
einordnen zu können. Dabei soll unter anderem untersucht werden an wen sich
das Mannesbild richtet und wieso dessen Körper im Mittelpunkt der Darstellung
steht. Da die Konstruktion der Männlichkeit immer auch mit der Konstruktion der Weiblichkeit zusammenhängt, wird letztere immer wieder miteinbezogen. In der Auseinandersetzung wird zunächst der kulturgeschichtliche Kontext beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Kulturhistorischer Kontext
2.2 Der Körper und die Revolution
2.3 Der Schwur der Horatier
3. Fazit
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Männlichkeit im Werk "Der Schwur der Horatier" von Jacques-Louis David im Kontext der Französischen Revolution. Dabei wird analysiert, wie der menschliche Körper als Symbolträger für politische Ideale, Tugenden und eine rigide Geschlechtertrennung fungiert und welche Rolle die Rückbesinnung auf die Antike bei der Konstruktion dieses neuen Männerbildes spielt.
- Kulturhistorische Einbettung des männlichen Körperbildes um 1800
- Die Verbindung von körperlicher Konstitution und moralischer Haltung
- Analyse der Geschlechterrollen und der "Mann-Werdung" im revolutionären Diskurs
- Die ästhetische und politische Bedeutung des Werkes "Der Schwur der Horatier"
- Die Rolle der Antikenrezeption als Modell für heroische Männlichkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Der Schwur der Horatier
Das in den Jahren 1784/1785 entstandene Werk Der Schwur der Horatier von Jacques-Louis David, in Öl auf Leinwand, misst 330x425cm und befindet sich im Musée de Louvre in Paris.
Um 1780 erhielt David über den Generalintendanten Comte d’Angiviller den königlichen Auftrag für eine Historie. Elmar Stolpe konstruierte den schöpferischen Prozess wie folgt: 1781 habe der Künstler sich erstmals mit dem Stoff befasst. Eine signierte und datierte Zeichnung in der Albertina zeigt den triumphierenden Horatius mit den Trophäen seines Sieges nach Rom zurückkehrend (Abb. 2). 1782 hingegen entsteht ein Entwurf des Horatius, der wegen der Ermordung seiner Schwester zu Tode verurteilt wurde, wie er von seinem Vater verteidigt wird und schließlich vom Volk freigesprochen wird. Von beiden Entwürfen nicht überzeugt, wendet sich David schließlich einem anderen Augenblick des Geschehens zu: der Szene der Einhändigung der Schwerter, der Bewaffnung der Söhne durch den Vater, die, ebenso wie das Schwur-Motiv, in keiner der literarischen Quellen erscheint. Als eine mögliche Erklärung dafür, dass er nicht die Schlacht - den eigentlichen Höhepunkt der Geschichte - darstellt, kann ein Brief Davids, den er aus der Gefangenschaft schrieb, dienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die kunsthistorische Forschung zur Männlichkeit in Davids Werk ein und benennt das Ziel, die Position des Mannes zu Beginn der Französischen Revolution zu untersuchen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet den kulturhistorischen Kontext, die Bedeutung des Körpers für die Revolution und analysiert das Werk "Der Schwur der Horatier" hinsichtlich seiner Inszenierung von Geschlechterrollen und Heroismus.
2.1 Kulturhistorischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die Verbindung von Körper, Tugend und Moral im 18. Jahrhundert sowie den maßgeblichen Einfluss Johann Joachim Winckelmanns auf das Schönheitsideal.
2.2 Der Körper und die Revolution: Hier wird analysiert, wie die Revolution den "neuen Mann" als politisches Ideal erschuf, das sich durch Selbstbeherrschung und die Opferung persönlicher Gefühle für das Gemeinwohl auszeichnet.
2.3 Der Schwur der Horatier: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Werkanalyse, die Bildkomposition, Farbgebung und die symbolische Darstellung der Figuren im Kontext der antiken Vorbilder betrachtet.
3. Fazit: Die Zusammenfassung resümiert, dass David mit seinem Werk ein Modell stoisch-kämpferischer Männlichkeit schuf, das den Körper zum Symbol für die moralischen und politischen Werte der Revolution macht.
4. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Jacques-Louis David, Der Schwur der Horatier, Französische Revolution, Männlichkeit, Geschlechterrollen, Körpergeschichte, Winckelmann, Antikenrezeption, Historienmalerei, Heldentum, Patriotismus, Maskulinität, Kunstgeschichte, Klassizismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Jacques-Louis David in seinem Gemälde "Der Schwur der Horatier" das zeitgenössische Bild des Mannes und die Konstruktion von Männlichkeit im Umfeld der Französischen Revolution visualisierte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Verbindung von körperlicher Darstellung, Tugendethik, Geschlechterdifferenz und die Instrumentalisierung antiker Mythen zur Legitimierung politischer Ideale.
Welches primäre Ziel verfolgt die Publikation?
Ziel ist es, Davids Werk als ein in den Dienst der Revolution gestelltes Modell zu entlarven, das durch die Inszenierung eines "neuen Mannes" die rigide Trennung von männlichen und weiblichen Sphären propagiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Werkanalyse in Verbindung mit kulturgeschichtlichen und poststrukturalistischen Ansätzen, um die diskursive Konstruktion von Männlichkeit zu deuten.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?
Im Hauptteil werden zunächst der kulturhistorische Kontext (u.a. Winckelmanns Einfluss) und die Bedeutung des Körpers für das revolutionäre Denken dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Gemäldes und seiner Rezeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Männlichkeit, Französische Revolution, Körpergeschichte, Historienmalerei, Antikenrezeption und Geschlechterrollen.
Warum spielt Johann Joachim Winckelmann eine so wichtige Rolle für die Argumentation?
Winckelmanns Theorien zur griechischen Antike und zur Einheit von körperlicher und moralischer Schönheit bildeten das theoretische Fundament, auf dem David sein Verständnis von Männlichkeit und deren Darstellung aufbaute.
Wie unterscheidet David in dem Gemälde visuell zwischen den Geschlechtern?
David nutzt Farbe, Konturlinien und Körperhaltung, um die männlichen Akte als dynamisch, fest und energiegeladen darzustellen, während er die Frauen als passive, fließende und von Trauer geprägte Affektgruppe inszeniert.
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- Christine Engelke (Autor), 2013, Das Bild des Mannes um 1800 am Beispiel von Jacques-Louis Davids "Der Schwur der Horatier", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263397