Dialogisches Lernen


Hausarbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist dialogisches Lernen?

3 Die Methodischen Instrumente (nach Urs Ruf)
3.1 Kernidee
3.2 Offener Auftrag
3.3 Lernjournal
3.4 Rückmeldung
3.5 Autographensammlung

4 Arbeitsweisen zur Gestaltung dialogischen Unterrichts (nach Peter Gallin)7
4.1 Einsammeln der Schülerarbeiten
4.2 Durchsicht der Bearbeitungen
4.3 Bewerten der Arbeiten
4.4 Autographensammlung
4.5 Offener Auftrag
4.6 Journal
4.7 Quellenangabe
4.8 Kernideen
4.9 Sesseltanz
4.10 Allgemeine Tipps

5 Rahmenbedingungen für das Lernen im Dialog

6 Vor- und Nachteile

7 Modulanbindung
7.1 Kreativität und Lebenskunst im Kontext der Anthropologie
7.2 Erziehungs- und Bildungsporzesse in außerschulischen Bildungs- einrichtungen – Grundzüge der Erwachsenenbildung

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie gut ist der Unterricht in unseren Schulen? Macht er den Kindern Spaß? Haben sie Freude am Lernen? Fragen dieser Art stellen sich mit Sicherheit viele Menschen. Und das zurecht. Ich nehme an, dass viele von uns in ihrer Schulzeit am eigenen Leib erfahren durften, dass ein Unterricht meistens das selbe Problem hat: es fehlt das Miteinander Lernen. Unterrichtsthemen werden anhand feststehender Inhalte dargstellt, der fertige Stoff wird runtergerattert, Lehrer halten mehrere Jahre lang die selben Unterrichtsstunden und die Schülerinnen und Schüler werden so wenig wie möglich in den Unterricht mit einbezogen. Einem Unterricht, der nur auf den Lehrplan basiert und streng durchgezogen wird, fehlt es an Spontanität, denn der genaue Ablauf des Unterrichts ist geplant. Somit hat die Lehrperson z.B. wenn sie eine Frage stellt, eine genaue Vorstellung von der Antwort und lässt Schülermeldungen, die nicht genau dem entsprechen, nicht gelten.

Ich habe mir dieses Thema für meine Hausarbeit ausgesucht, weil in meiner Schulzeit der Frontalunterricht überwiegte. Ich will mir selbst das dialogische Lernen näher bringen, um später als Lehrerin, im Gegensatz zu meinen früheren Lehrern, den Unterricht mit meinen Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu gestalten und ihnen das Lernen so leicht wie möglich zu machen.

Im Folgenden werde ich erläutern, was man überhaupt unter Dialogischem Lernen versteht, welche Methoden und Arbeitsweisen es gibt, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind und was die Vorteile und Nachteile dieser Unterrichtsform sind. Anhand meiner Hausarbeit möchte ich zeigen, wie wichtig ein Konzept wie das Dialogische Lernen für den Unterricht ist.

2. Was ist dialogisches Lernen?

Unter einem Dialog versteht man die Art sich mündlich oder schriftlich auszutauschen. Dies kann z.B. ein persönliches Gespräch, ein Internetchat oder ein Brief sein, worin mindestens zwei Personen beteiligt sein müssen. Der Begriff ,Dialog’ stammt aus den griechischen Begriffen ,Logos’ (Sprache, Wort, Geist) und ,Dia’ (hindurch) und bedeutet so viel, wie etwas, das im „Miteinander Sprechen und Handeln gestaltet wird“[1]. Nicht das reine Austauschen von Informationen ist bei einem Dialog wichtig, sondern viel mehr das miteinander sprechen, auf den anderen eingehen, Fragen stellen und sie beantworten. Das Selbe gilt auch für den Dialogischen Schulunterricht, der auf das ,Miteinander Arbeiten und Sprechen’, also auf das ,Miteinander Lernen’, basiert.

Eine Definition von Geißner (2007) des Begriffs ‚Dialog’ bringt die Bedeutung für den Unterricht sehr gut auf den Punkt. „Dialoge ermöglichen heißt einen Unterricht ermöglichen, an dem sich alle beteiligen können. ‚Sich beteiligen’ am gemeinsamen Durchdenken, beim Durchsprechen von neuen und schwierigen Sachen, von persönlichen Fragen und Beziehungen.“

Unter dem dialogischen Lernmodell versteht man ein „dynamisches System von Angebot und Nutzung“ mit dem Ziel „optimale Angebote zu machen, die maximal genutzt werden.“[2] Urs Ruf erklärt dies so, indem er sagt, dass „die Unterrichtsqualität höher wird, je besser sich Angebot und Nutzung die Waage halten.“[3] Unter Angebot versteht man das Angebot, das die Lehrperson den Schülerinnen und Schülern zu nutzen gibt. Es kommt im Dialogischen Unterricht also darauf an, wie die Lernenden das Unterrichtsangebot der Lehrenden nutzen. Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler sind dann neue Angebote, welche von der Lehrperson oder den Mitschülerinnen und Mitschülern genutzt werden sollen. Ein Dialogischer Unterricht besteht aus mehreren Phasen und läuft, genauso wie das Angebots- und Nutzungsschema, kreislaufartig ab. Den genauen Ablauf der einzelnen Phasen beschreibe ich in Punkt 3 und 4 meiner Hausarbeit.

Außerdem ist beim Dialogischen Lernen die individuelle und persönliche Auseinandersetzung der Lernenden mit den Aufträgen besonders interessant.[4] Es ist wichtig, dass jedes Individuum seinen persönlich höchstmöglichen Erfolg im Lernen erzielt.

3. Die methodischen Instrumente

Um Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern auszulösen, sind Versuchs- handlungen des Lehrers wichtig. Dabei helfen die von dem schweizer Didaktiker

Urs Ruf zusammengestellten methodischen Instrumente. Wichtig ist, dass die Lernenden von den Lehrpersonen als Partner und nicht als Objekte dieser Versuchshandlungen angesehen werden.

3.1 Kernidee

Im Zentrum des Unterrichts steht nicht das Lehrbuch, sondern die Lehrperson und dessen fachliche, personale, metakognitive und soziale Interpretation des Faches. Eine Kernidee drückt „auf einfache Weise das aus, worum es im Kern geht“[5]. Sie zeigt zu Beginn einen kurzen und verständlichen Überblick des Themas und erleichtert dadurch den Schülerinnen und Schülern das Lernen. Es ist wichtig, dass Lehrer und Lehrerinnen über ihre eigene Sichtweise und Herangehensweise sprechen, damit die Lernenden herausgefordert werden, ihre eigenen Kernideen, ihre Sichtweisen und ihr Vorwissen in den Unterricht mit einzubringen.

3.2 Der offene Auftrag

Ein offener Auftrag, lässt wie der Name schon sagt, jede Menge Spielraum für die Lernenden, um eine Aufgabe zu lösen. Die Lösungen sind nicht vorhersehbar, denn jeder Lernende bearbeitet Aufgaben auf seine eigene Art und Weise. Ein offener Auftrag lässt nicht nur wie herkömmliche Aufgaben eine Lösung gelten, sondern lässt mehrere Lösungen und Sichtweisen zu. „Das Konzept des offenen Auftrags ist die didaktische Antwort auf die Tatsache, dass die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich sind […]“.[6] Durch den offenen Auftrag hat jeder Lernende die Chance, seine persönlichen Stärken zu zeigen und eigene Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Das Gute an offenen Aufgaben ist, dass sie für alle Schülerinnen und Schüler individuell lösbar sind.

3.3 Lernjournal

Ein Lernjournal ist so etwas wie ein Reisetagebuch. Die Lernenden dokumentieren die „kognitiven und emotionalen Prozesse beim Wissenserwerb und beim Problemlösen“[7], d.h. sie notieren den gesamten Arbeitsprozess, den sie bei einem Auftrag durchlaufen sind. Lernende nehmen Verantwortung für das eigene Lernen und sehen ihren Lernprozess bzw. ihre Lernentwicklung schwarz auf weiss. Primär ist nicht die korrekte Lösung, sondern die entwicklungsperspektivischen Aspekte, also die Fortschritte die ein Lernender gemacht hat. Bewertet wird am Ende nicht nur das Ergebnis, sondern das gesamte Lernjournal.

3.4 Rückmeldung

Eine Rückmeldung kann sowohl mündlich, als auch schriftlich sein und sollte nicht nur negative Bemerkungen, sondern auch die positiven Auffälligkeiten und Hinweise beinhalten. Ruf erwähnt, dass die dialogische Didaktik die Rezeption von Texten aus dem Lernjournal der Lernpartnern oder die Verarbeitung von vermitteltem Fachwissen als gleichwertige Leistung neben die Produktion, also das Darstellen und Erklären eigener Prozesse und Ergebnisse des Verstehens und Problemlösens, stellt.[8] Dabei ist der soziale Aspekt, der Perspektivwechsel, von großer Bedeutung. Derjenige, der eine Rückmeldung schreibt, muss sich in den Verfasser der Aufgabe hineinversetzen, um seine Intention nachvollziehen zu können. Genauso wichtig ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, das Eigene aus einer fremden Perspektive zu betrachten.

[...]


[1] Vgl. Thiel, Bertram: Dialogisches lernen im Unterricht. In: Sprechen, Heft 47, 2009, S. 3, URL:

http://ebookbrowse.com/dialogisches-lernen-im-unterricht-2009-thiel-pdf-d77311715

[2] U. Ruf, S. Keller, F. Winter (Hrsg.): Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der

Unterrichtspraxis, Seelze-Velber 2008, S. 13

[3] Ders., S. 14

[4] Ders., S. 214

[5] U. Ruf, S. Keller, F. Winter (Hrsg.): Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der

Unterrichtspraxis, Seelze-Velber 2008, S. 226

[6] U. Ruf, S. Keller, F. Winter (Hrsg.): Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der

Unterrichtspraxis, Seelze-Velber 2008, S. 21

[7] Ders., S. 22

[8] Vgl. U. Ruf, S. Keller, F. Winter (Hrsg.): Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der

Unterrichtspraxis, Seelze-Velber 2008, S. 22

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Dialogisches Lernen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
1,5
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V264801
ISBN (eBook)
9783656546191
ISBN (Buch)
9783656546375
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Dialogisches Lernen, Erziehungswissenschaft, Peter Gallin, Urs Ruf, Lernen im Dialog
Arbeit zitieren
Bettina Göbel (Autor), 2011, Dialogisches Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264801

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