Wie gut ist der Unterricht in unseren Schulen? Macht er den Kindern Spaß? Haben sie Freude am Lernen? Fragen dieser Art stellen sich mit Sicherheit viele Menschen. Und das zurecht. Ich nehme an, dass viele von uns in ihrer Schulzeit am eigenen Leib erfahren durften, dass ein Unterricht meistens das selbe Problem hat: es fehlt das Miteinander Lernen. Unterrichtsthemen werden anhand feststehender Inhalte dargstellt, der fertige Stoff wird runtergerattert, Lehrer halten mehrere Jahre lang die selben Unterrichtsstunden und die Schülerinnen und Schüler werden so wenig wie möglich in den Unterricht mit einbezogen. Einem Unterricht, der nur auf den Lehrplan basiert und streng durchgezogen wird, fehlt es an Spontanität, denn der genaue Ablauf des Unterrichts ist geplant. Somit hat die Lehrperson z.B. wenn sie eine Frage stellt, eine genaue Vorstellung von der Antwort und lässt Schülermeldungen, die nicht genau dem entsprechen, nicht gelten.
Ich habe mir dieses Thema für meine Hausarbeit ausgesucht, weil in meiner Schulzeit der Frontalunterricht überwiegte. Ich will mir selbst das dialogische Lernen näher bringen, um später als Lehrerin, im Gegensatz zu meinen früheren Lehrern, den Unterricht mit meinen Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu gestalten und ihnen das Lernen so leicht wie möglich zu machen.
Im Folgenden werde ich erläutern, was man überhaupt unter Dialogischem Lernen versteht, welche Methoden und Arbeitsweisen es gibt, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind und was die Vorteile und Nachteile dieser Unterrichtsform sind. Anhand meiner Hausarbeit möchte ich zeigen, wie wichtig ein Konzept wie das Dialogische Lernen für den Unterricht ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist dialogisches Lernen?
3. Die Methodischen Instrumente (nach Urs Ruf)
3.1 Kernidee
3.2 Offener Auftrag
3.3 Lernjournal
3.4 Rückmeldung
3.5 Autographensammlung
4. Arbeitsweisen zur Gestaltung dialogischen Unterrichts (nach Peter Gallin)
4.1 Einsammeln der Schülerarbeiten
4.2 Durchsicht der Bearbeitungen
4.3 Bewerten der Arbeiten
4.4 Autographensammlung
4.5 Offener Auftrag
4.6 Journal
4.7 Quellenangabe
4.8 Kernideen
4.9 Sesseltanz
4.10 Allgemeine Tipps
5. Rahmenbedingungen für das Lernen im Dialog
6. Vor- und Nachteile
7. Modulanbindung
7.1 Kreativität und Lebenskunst im Kontext der Anthropologie
7.2 Erziehungs- und Bildungsporzesse in außerschulischen Bildungseinrichtungen – Grundzüge der Erwachsenenbildung
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Dialogischen Lernens als zeitgemäße Unterrichtsform, um den Mängeln des klassischen Frontalunterrichts entgegenzuwirken und ein lernförderliches Miteinander im Klassenzimmer zu etablieren.
- Methodische Instrumente des dialogischen Lernens (nach Urs Ruf)
- Arbeitsweisen zur Unterrichtsgestaltung (nach Peter Gallin)
- Bedeutung der aktiven Schülerpartizipation und Individuation
- Vergleich von traditionellem Unterricht und dialogischen Lernmodellen
Auszug aus dem Buch
3.1 Kernidee
Im Zentrum des Unterrichts steht nicht das Lehrbuch, sondern die Lehrperson und dessen fachliche, personale, metakognitive und soziale Interpretation des Faches. Eine Kernidee drückt „auf einfache Weise das aus, worum es im Kern geht“5. Sie zeigt zu Beginn einen kurzen und verständlichen Überblick des Themas und erleichtert dadurch den Schülerinnen und Schülern das Lernen. Es ist wichtig, dass Lehrer und Lehrerinnen über ihre eigene Sichtweise und Herangehensweise sprechen, damit die Lernenden herausgefordert werden, ihre eigenen Kernideen, ihre Sichtweisen und ihr Vorwissen in den Unterricht mit einzubringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Probleme des klassischen Frontalunterrichts und Zielsetzung der Arbeit, das Konzept des dialogischen Lernens als motivierende Alternative vorzustellen.
2. Was ist dialogisches Lernen?: Definition des Begriffs auf Basis etymologischer Herkunft und Darstellung des Modells als dynamisches System von Angebot und Nutzung.
3. Die Methodischen Instrumente (nach Urs Ruf): Vorstellung zentraler Werkzeuge wie Kernidee, offener Auftrag, Lernjournal, Rückmeldung und Autographensammlung zur Aktivierung von Lernprozessen.
4. Arbeitsweisen zur Gestaltung dialogischen Unterrichts (nach Peter Gallin): Konkrete praktische Umsetzungsschritte für Lehrkräfte, um dialogischen Unterricht im Klassenzimmer methodisch fundiert zu realisieren.
5. Rahmenbedingungen für das Lernen im Dialog: Analyse der notwendigen Voraussetzungen auf Seiten der Lehrkräfte und der Schülerschaft, um das Konzept erfolgreich anzuwenden.
6. Vor- und Nachteile: Reflexion über die positive Wirkung des Modells auf Motivation und Sozialkompetenz im Gegensatz zur traditionellen Unterrichtsform.
7. Modulanbindung: Verknüpfung der erarbeiteten Theorie mit Inhalten aus dem erziehungswissenschaftlichen Studium, insbesondere den Themen Kreativität und Erwachsenenbildung.
8. Fazit: Zusammenfassendes Plädoyer für eine flächendeckende Einführung dialogischer Unterrichtsmethoden aufgrund ihrer hohen pädagogischen Wirksamkeit.
Schlüsselwörter
Dialogisches Lernen, Urs Ruf, Peter Gallin, Unterrichtsentwicklung, Lernjournal, Offener Auftrag, Autographensammlung, Kernidee, Schülerpartizipation, Frontalunterricht, Sozialkompetenz, Lernmotivation, Lehrerrolle, Konstruktivismus, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem dialogischen Lernkonzept, welches als Alternative zum Frontalunterricht Schüler aktiv in den Gestaltungsprozess des Unterrichts einbindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den methodischen Instrumenten nach Urs Ruf, den Arbeitsweisen nach Peter Gallin sowie den notwendigen Rahmenbedingungen für einen gelingenden Dialog im Klassenzimmer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch dialogische Methoden die Freude am Lernen gesteigert und die Effektivität des Wissenserwerbs im Vergleich zu traditionellen Modellen verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit didaktischen Konzepten, die durch die Verknüpfung mit Modulinhalten des erziehungswissenschaftlichen Studiums ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung methodischer Instrumente, praktische Arbeitsweisen, die notwendigen Rahmenbedingungen sowie eine kritische Reflexion der Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Dialogisches Lernen, Lernjournal, Offener Auftrag, Autographensammlung, Sozialkompetenz und Schülerpartizipation.
Wie unterscheidet sich ein „offener Auftrag“ von herkömmlichen Aufgaben?
Im Gegensatz zu standardisierten Aufgaben bietet der offene Auftrag Spielraum für individuelle Lösungswege, wodurch die Kreativität und die persönliche Auseinandersetzung der Lernenden gefördert werden.
Welche Rolle spielt die Autographensammlung?
Sie dient dazu, gelungene Schülerarbeiten zu gruppieren und als „Brücke“ zu nutzen, sodass Lernende vom Vorwissen und den kreativen Ansätzen ihrer Mitschüler profitieren können.
- Citar trabajo
- Bettina Göbel (Autor), 2011, Dialogisches Lernen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264801