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Personalauswahl durch Beobachterkonferenzen im Assessment Center

Titel: Personalauswahl durch Beobachterkonferenzen im Assessment Center

Hausarbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Mathias Gnida (Autor:in)

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Personalauswahlentscheidungen sind heutzutage von beträchtlicher Bedeutung. Schaut man auf den Sporttrainer, der eine siegreiche Mannschaft aufstellen muss, auf den Forschungsleiter, der ein erfolgreiches Expeditionsteam zusammenstellen will oder auf die Führungskraft, welche eine bestehende Vakanz neu zu besetzen hat. Sie alle stehen vor der gleichen Frage: Welche Person passt zu der zu bewältigenden Aufgabe?

Eine mögliche Antwort auf diese Frage, gerade im Hinblick auf Personalentscheidungen in Unternehmen, kann die Entscheidung einer Beobachterkonferenz im Assessment Center geben. Doch auf welcher Basis?

Zum einen wird das optimale Verhältnis zwischen genereller Passung individueller Eigenschaften eines Bewerbers und der Arbeitsumfeldeigenschaften, sprich dem Person-Environment-Fit als wichtig erachtet (vgl. Kauffeld, 2011, S.232). Zum anderen werden die zwei grundsätzlichen Fehler, nämlich nicht geeignete Personen werden ausgewählt (alpha-Fehler) oder geeignete Personen werden nicht ausgewählt (beta-Fehler), vermieden (vgl. Nerdinger et al., 2008, S.603). Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung zur Personalauswahl spielt zudem die emotionale Bindung eines Arbeitnehmers zu seinem Arbeitgeber. Fast ein Viertel (24%) der Beschäftigten in Deutschland hat innerlich bereits gekündigt. Über 60 Prozent machen „Dienst nach Vorschrift“. Nur 15 Prozent der Mitarbeiter haben eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber und sind bereit, sich freiwillig für dessen Ziele einzusetzen (vgl. Nink, 2013). Deshalb ist diesbezüglich eine „optimale Passung“ von entscheidender Bedeutung. Schließlich geht es nicht darum den besten Bewerber für eine Vakanz zu besetzen, sondern den unter Berücksichtigung aller Aspekte am besten passenden Bewerber.

Alles zusammengenommen zeigt deutlich, wie wichtig die Güte von Entscheidungen der Beobachterkonferenz gerade im Hinblick auf den zukünftigen Erfolg des Unternehmens ist und wie folgenschwer mögliche Fehlurteile dieses Gremiums wären.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

3 Erklärung der Begriffe „Assessment Center“ und „Beobachterkonferenz“

3.1 Assessment Center

3.2 Beobachterkonferenz

4 Zentrale Erkenntnisse über die Güte von Gruppenentscheidungen

4.1 Gruppe und Gruppenentscheidungen allgemein

4.2 Der Pooling-Effekt

4.3 Das Groupthink Phänomen

5 Gefahr von Fehlurteilen im Assessment Center hinsichtlich der Gruppenentscheidungssituation

5.1 Beispielsituation

5.2 Beispiel zum Pooling Effekt

5.3 Beispiel zum Gruppendenken

6 Handlungsempfehlung für die Durchführung der Beobachterkonferenz

6.1 Lösungsvorschläge und Empfehlungen zur Vermeidung des Pooling Effektes in der Beobachterkonferenz

6.2 Lösungsvorschläge und Empfehlungen zur Vermeidung von Gruppendenken in der Beobachterkonferenz

7 Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit obiger Handlungsempfehlungen

8 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit hat zum Ziel, einen praxisorientierten Verfahrensvorschlag zu entwickeln, um die Qualität von Entscheidungen in Beobachterkonferenzen von Assessment Centern zu sichern und Fehlurteile durch gruppendynamische Einflüsse zu vermeiden.

  • Analyse gruppenspezifischer Fehlentwicklungen (Pooling-Effekt und Groupthink)
  • Untersuchung der psychologischen Dynamiken in Entscheidungsgremien
  • Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung
  • Evaluierung der praktischen Machbarkeit von Interventionsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Pooling-Effekt

Um einen gemeinsamen Konsens innerhalb einer Gruppe und hinsichtlich einer Entscheidung zu erzielen, hat die Gruppe gegenüber der Einzelperson den Vorteil, dass sie eine breitere Basis an Informationen und Wissen hat. Für eine hohe Güte der ausstehenden Entscheidung wäre es also förderlich, wenn innerhalb der Gruppe hinsichtlich einer dezidierten Fragestellung, dieses individuelle Wissen eines jeden Gruppenmitglieds zur Sprache kommt. Genau dies ist häufig nicht der Fall. Gruppendiskussionen drehen sich vornehmlich um Informationen die alle kennen. „Das Nicht-Mitteilen wichtiger Informationen kann dazu führen, dass die beste Lösung unerkannt bleibt, weil relevante, aber über die Gruppenmitglieder verteilte Informationen […] nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten“ (Werth & Mayer, 2008, S.365). Dies wird als „Effekt des gemeinsamen Wissens bezeichnet“ (Werth & Mayer, 2008, S.364). Eine Erklärung hierfür liefert der Prozess des sozialen Vergleichs, „bei dem das eigene Verhalten mit dem anderer Menschen verglichen wird, um die Richtigkeit und Angemessenheit des eigenen Verhaltens zu bewerten“ (van Avermaet, 2003, S.468). Ziel ist der Gruppe zu „gefallen“, um möglichst lang anerkannt und Mitglied bleiben zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zusammenfassung: Kurze Darlegung des Ziels der Arbeit, die Güte von Entscheidungen in Assessment Centern durch die Minimierung von Gruppeneinflüssen wie dem Pooling-Effekt und Gruppendenken zu erhöhen.

2 Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Personalauswahlentscheidungen und die Relevanz der "optimalen Passung" für den Unternehmenserfolg.

3 Erklärung der Begriffe „Assessment Center“ und „Beobachterkonferenz“: Definition und geschichtlicher Hintergrund der genannten Verfahren sowie Erläuterung der Rolle der beteiligten Akteure.

4 Zentrale Erkenntnisse über die Güte von Gruppenentscheidungen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Effektivität von Gruppenentscheidungen und Vorstellung der Störfaktoren Pooling-Effekt und Gruppendenken.

5 Gefahr von Fehlurteilen im Assessment Center hinsichtlich der Gruppenentscheidungssituation: Anwendung der zuvor erläuterten Theorien auf ein konkretes, fiktives Fallbeispiel in einem Luftfahrtunternehmen.

6 Handlungsempfehlung für die Durchführung der Beobachterkonferenz: Ableitung konkreter Strategien und Methoden zur Qualitätssteigerung und Fehlervermeidung in der Beobachterkonferenz.

7 Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit obiger Handlungsempfehlungen: Kritische Reflexion der Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen aus Sicht des Verfassers.

8 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.

Schlüsselwörter

Assessment Center, Beobachterkonferenz, Gruppenentscheidung, Pooling-Effekt, Gruppendenken, Personalauswahl, Fehlurteil, Entscheidungsgüte, Sozialpsychologie, Konsensbildung, Expertenstatus, Person-Environment-Fit, Gruppendynamik, Personalmanagement, Qualitätsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Qualität von Personalentscheidungen in Beobachterkonferenzen gesteigert werden kann, indem typische gruppendynamische Fehlerquellen identifiziert und neutralisiert werden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des "Pooling-Effekts" (des gemeinsamen Wissens) und des Phänomens des "Gruppendenkens" (Groupthink) im Kontext von Auswahlverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung eines praxisnahen Verfahrensvorschlags zur Organisation von Beobachterkonferenzen, um Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die psychologische Theorien heranzieht und diese anhand eines konstruierten Beispielszenarios in der Praxis illustriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Fallbeispielanalyse zu typischen Fehlurteilen und die Ableitung konkreter Lösungsvorschläge für die Durchführung von Assessment Centern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Assessment Center, Gruppendenken, Pooling-Effekt, Entscheidungsgüte, Personalauswahl und soziale Einflussprozesse.

Wie lässt sich der "Pooling-Effekt" in der Praxis vermeiden?

Empfohlen werden unter anderem die Zuweisung von Expertenstatus an einzelne Gruppenmitglieder sowie die Einplanung ausreichender Diskussionszeit, um sicherzustellen, dass auch nicht geteiltes Wissen in die Entscheidung einfließt.

Welche Rolle spielt die externe Expertise bei der Fehlervermeidung?

Der Autor argumentiert, dass externe Beobachter oder Moderatoren helfen können, die Kohäsion und damit einhergehende soziale Druckprozesse zu durchbrechen, was die Objektivität der Entscheidung fördert.

Warum ist das "Gruppendenken" besonders gefährlich für Unternehmen?

Es führt zu einem ungesunden Streben nach Konsens, bei dem kritische Stimmen oder relevante Informationen unterdrückt werden, was langfristig zu folgenschweren Fehlbesetzungen führen kann.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Personalauswahl durch Beobachterkonferenzen im Assessment Center
Hochschule
( Europäische Fernhochschule Hamburg )
Note
1,5
Autor
Mathias Gnida (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V264856
ISBN (eBook)
9783656544067
ISBN (Buch)
9783656544425
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Assessment Center Beobachterkonferenz Pooling Effekt Assessment Center Effekt des gemeinsamen Wissens Groupthink Gruppendenken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mathias Gnida (Autor:in), 2013, Personalauswahl durch Beobachterkonferenzen im Assessment Center, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264856
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Leseprobe aus  19  Seiten
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