Der vorliegende Beitrag arbeiten umfassend die aktuelle Diskussion um die Pferdesteuer auf. Mit Hilfe einer Prozessanalyse und einer Auswertung von 145 Zeitungsartikel zum Thema Pferdesteuer wird untersucht, wie die FN als deutscher Dachverband des Pferdesports versucht, einen Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Theoretisch gestützt werden die Ergebnisse durch eine breite Recherche der Aufgaben von (Sport-) Verbänden und ihrer möglichen Maßnahmen, um politische Entscheidungsträger zu beeinflussen. Zusätzlich wird die der Begriff des Lobbyismus aufgearbeitet und definiert.
Inhaltsverzeichnis
1 MOTIVATION UND PROBLEMSTELLUNG
2 WISSENSCHAFTLICHES VORGEHEN: EINZELFALLSTUDIE UND PROZESSANALYSE
3 DEFINITIONEN DER LEITENDEN BEGRIFFLICHKEITEN
3.1 Sportverbände als Nonprofit-Organisationen
3.2 Evaluation zur Untersuchung der politischen Einflussnahme
4 VERBANDLICHE EINFLUSSNAHME UND ABLEITUNG DES EVALUATIONSRAHMENS
4.1 Aufgaben und Ziele von Verbänden
4.2 Verbandliche Methoden der politischen Einflussnahme
4.3 Bestehende Evaluationskonzepte für verbandliche Einflussnahmen
4.4 Ableitung eines Evaluationsrahmens für die Fallstudie
5 EVALUATION DER EINFLUSSNAHME ANHAND EINER FALLSTUDIE: PFERDESTEUERDISKUSSION UND VERHALTEN DER FN
5.1 Fallbeschreibung: Die öffentliche Diskussion der Pferdesteuer
5.2 Evaluation der Einflussnahme durch die FN
6 FAZIT, EINSCHRÄNKUNGEN UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Einflussnahme von Nonprofit-Organisationen am Beispiel der Fédération Équestre Nationale (FN) im Kontext der kommunalen Pferdesteuerdiskussion. Ziel ist es, durch eine Prozessanalyse zu evaluieren, welche Methoden zur Einflussnahme eingesetzt wurden und inwieweit diese erfolgreich waren, um bestehende Forschungslücken zur verbandlichen Lobbyarbeit auf kommunaler Ebene zu schließen.
- Analyse der Einflussmethoden von Sportverbänden als Nonprofit-Organisationen
- Anwendung eines theoretischen Evaluationsrahmens auf eine politische Fallstudie
- Untersuchung der Rolle der FN in der Pferdesteuerdiskussion
- Evaluation der Erfolgsfaktoren von Lobbyarbeit auf kommunaler Ebene
Auszug aus dem Buch
3.1 Sportverbände als Nonprofit-Organisationen
Bereits das Unterfangen einer Definition des Dritten Sektors und der Nonprofit Organisationen kann auf keine allgemeingültigen Begrifflichkeiten zurückgreifen. Und dass, obwohl die Bedeutung der Nonprofit-Organisationen für die Gesellschaft stetig zunimmt und sie als ‚Boomsektor‘ hinsichtlich Umsatz und Beschäftigung gelten. Der Grund für die mangelnde Begriffsklarheit liegt in der Diversität der Organisationen, die dem Dritten Sektor und den Nonprofit-Organisationen zugerechnet werden und sich dadurch kaum gemeinsame Merkmale für eine abstrakte Definition finden lassen. Trotz dieser Schwierigkeiten gibt es Definitionsansätze für Nonprofit-Organisationen, die sich allerdings meist auf ein isoliertes Merkmal konzentrieren, so z. B. auf ökonomische Eigenschaften, die Ziele der Organisation, ihre juristische Stellung oder ihre gesellschaftliche Rolle. In wissenschaftlichen Arbeiten wird meist auf eine Definition mit Hilfe konstitutiver Merkmale zurückgegriffen, welche die wichtigsten Eigenschaften von Nonprofit Organisationen nennen. Dabei lassen sie sich wie folgt definieren:
Nonprofit-Organisationen sind private Organisationen, welche sich durch Gemeinwohlorientierung, Freiwilligkeit der Mitglieder, Selbstverwaltung, ein gewisses Maß an Organisation und den Verzicht auf Gewinnausschüttung auszeichnen. Dabei gilt der Verzicht auf Gewinnausschüttung als dominantes Unterscheidungsmerkmal.
Zusammenfassung der Kapitel
1 MOTIVATION UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Bedeutung von Verbänden im politischen System und Identifikation der Forschungslücke hinsichtlich ihrer Einflussnahme auf kommunaler Ebene.
2 WISSENSCHAFTLICHES VORGEHEN: EINZELFALLSTUDIE UND PROZESSANALYSE: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise durch eine Einzelfallstudie inklusive Prozessanalyse nach Hall (2008).
3 DEFINITIONEN DER LEITENDEN BEGRIFFLICHKEITEN: Definition der zentralen Konzepte, spezifisch Sportverbände als Nonprofit-Organisationen und die methodischen Grundlagen der Evaluation.
4 VERBANDLICHE EINFLUSSNAHME UND ABLEITUNG DES EVALUATIONSRAHMENS: Diskussion der Aufgaben von Verbänden sowie Herleitung eines Evaluationsrahmens, der verschiedene Einflussmethoden und Kriterien zur Erfolgsmessung integriert.
5 EVALUATION DER EINFLUSSNAHME ANHAND EINER FALLSTUDIE: PFERDESTEUERDISKUSSION UND VERHALTEN DER FN: Anwendung des Evaluationsrahmens auf das konkrete Vorgehen der FN bei der Pferdesteuerdiskussion.
6 FAZIT, EINSCHRÄNKUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse, Reflexion der methodischen Limitationen und Vorschläge für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Verband, Nonprofit-Organisation, Politische Einflussnahme, Lobbying, Pferdesteuer, FN, Einzelfallstudie, Prozessanalyse, Evaluation, Erfolg, Interessenvertretung, Kommunalpolitik, Mitglieder-Mobilisierung, Medienarbeit, Verbandsstrategien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Sportverbände (hier konkret die FN) als Nonprofit-Organisationen versuchen, politischen Einfluss auf kommunale Entscheidungen zu nehmen, insbesondere im Rahmen der Debatte um die Einführung einer Pferdesteuer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Verbandsforschung, den Methoden der politischen Einflussnahme (Lobbying), den Konzepten der Evaluation von Nonprofit-Organisationen und der Analyse von Entscheidungsprozessen auf kommunaler Ebene.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie sich die FN als nationaler Sportverband während der Pferdesteuerdiskussion verhält und inwieweit sie erfolgreich Einfluss auf die politischen Ergebnisse in den betroffenen Kommunen nehmen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, bestehend aus einer Einzelfallstudie, die durch die Methode der Prozessanalyse (Process Tracing) strukturiert und fundiert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung eines Evaluationsrahmens für verbandliche Einflussnahme und dessen empirische Anwendung auf die Fallstudie der FN mittels Dokumentenanalyse von Onlinemedien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verband, Lobbying, Pferdesteuer, politische Einflussnahme, Evaluation, Prozessanalyse, Einzelfallstudie und Interessenvertretung.
Warum wurde die FN als Untersuchungsgegenstand gewählt?
Die FN ist ein Beispiel für einen eigentlich unpolitischen Sportverband, der in einer konkreten politischen Auseinandersetzung (Pferdesteuer) bewusst Lobbyarbeit betreibt, was sie zu einem idealen Fall für die Untersuchung der gewählten Forschungsfragen macht.
Was ist das zentrale Ergebnis der Evaluation für die FN?
Die FN agiert zwar sehr aktiv und erfolgreich in der Medienarbeit, war jedoch in ihrem Ziel, die Einführung der Pferdesteuer in allen betroffenen Kommunen zu verhindern, nur teilweise erfolgreich, da in einigen Gemeinden die Steuer dennoch beschlossen wurde.
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- Dipl.-Wirtsch.-Ing. (Uni) Helena Preiß (Author), 2013, Politische Einflussnahme durch Sportverbände, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264877