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Bedeutete die Erklärung Bundeskanzler Adenauers von 1954 einen bindenden Verzicht der Bundesrepublik auf Atomwaffen?

Titre: Bedeutete die Erklärung Bundeskanzler Adenauers von 1954 einen bindenden Verzicht der Bundesrepublik auf Atomwaffen?

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 29 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Dr. Michael Knoll (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Diese Hausarbeit soll die weit verbreitete Vorstellung, dass die Bundesrepublik Deutschland nie Interesse an der Atombombe hatte, widerlegen. Dieser idealistische Gedanke widerspricht den historischen und politischen Fakten. Dazu wird die im Einleitungssatz zitierte Verzichtserklärung von Bundeskanzler Konrad Adenauer analysiert. Der zeitliche Rahmen ist dabei auf die 1950er Jahre und damit die Hochzeit des Kalten Krieges begrenzt. Dieser Epoche des Ost-West-Konflikts kommt dabei eine besondere Bedeutung bei, da sämtliche weltpolitische und militärische Entscheidungen dieser Zeit unmittelbar mit der Blockbildung verknüpft sind bzw. vor ihrem Hintergrund betrachtet werden müssen.
Am Anfang der Arbeit steht allerdings eine kurze Definition der wichtigsten Begriffe, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen. Der Hauptteil befasst sich mit den Verhandlungen über die Westeuropäische Union und der Beschreibung späterer Bestrebungen deutscher Nuklearpolitik, die hauptsächlich mit Bundeskanzler Konrad Adenauer, Bundesminister Franz Josef Strauß und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verbunden sind. Danach wird im Schlusskapitel die aufgestellte Behauptung, die BRD habe sehr wohl Interesse an der Atombombe gezeigt, zusammengefasst und kritisch diskutiert. Zuletzt folgen in einem kurzen Epilog die weiteren Entwicklungen über den friedlichen Zusammenbruch des Ostblocks bis heute sowie der Versuch eines Ausblicks in die zukünftige Atomwaffenpolitik, um das Thema abzuschließen.
Die wichtigste Literatur für diese Arbeit waren das Buch „Bonn und die Bombe“ von Matthias Küntzel und verschiedenen Biografien über Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß. Als Quellen wurden in erster Linie Bundestagsreden verschiedener Beteiligter, die Memoiren des Altkanzlers und seines Atom- bzw. Verteidigungsministers sowie eine Untersuchung des BMVg herangezogen.
Allerdings ist es teilweise sehr problematisch an Quellen für diese brisante Fragestellung heran zu kommen, da die Nuklearmachtsträume der Bundesrepublik auch heute noch gerne totgeschwiegen werden. In vielen Büchern stehen nur spärliche Informationen, die sehr zeitaufwendig zusammengetragen wurden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Begriffsbestimmungen

Kalter Krieg

Atomwaffen

Frieden

Bundeswehr

Die Verhandlungen über die Westeuropäische Union

Bestrebungen nach der Verzichtserklärung

Konrad Adenauer – Politisches Genie in den Anfangsjahren der Bundesrepublik

Franz Josef Strauß – vom „Minister für dat Atom“ zum Verteidigungsminister

Das Bundesministerium der Verteidigung – Mitverfügbarkeit als Ziel

Schluss

Epilog

Die Deutschen und ein langer Friede

Die Zukunft der Atomwaffen

Anmerkung zum Forschungsgegenstand

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Hypothese, ob die offizielle Verzichtserklärung der Bundesrepublik Deutschland auf die Herstellung von Atomwaffen aus dem Jahr 1954 als ein rechtlich bindender und dauerhafter Verzicht zu verstehen ist. Ziel ist es, durch eine Analyse politischer Dokumente und der Rolle zentraler Akteure wie Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß aufzuzeigen, dass die BRD in den 1950er Jahren durchaus strategisches Interesse an nuklearen Kapazitäten verfolgte.

  • Analyse der westdeutschen Nuklearrüstungspolitik in den 1950er Jahren.
  • Untersuchung der Rolle der Westeuropäischen Union (WEU) und der NATO-Integration.
  • Einfluss von Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß auf die nukleare Ambition der BRD.
  • Rechtliche Auslegung der Verzichtserklärung unter der Klausel "rebus sic stantibus".
  • Technologische und militärische Möglichkeiten der Bundeswehr zur Nutzung taktischer Atomwaffen.

Auszug aus dem Buch

Die Verhandlungen über die Westeuropäische Union

Die im Einleitungssatz zitierte Verzichtserklärung wurde nicht zufällig während der Verhandlungen über eine Westeuropäische Union abgegeben. Nach den Ausführungen von Matthias Küntzel kam es aber nicht freiwillig zu diesem deutschen Verzicht. Für die Westalliierten war die Erklärung die Vorraussetzung für eine deutsche NATO-Mitgliedschaft und den Souveränitätserhalt der Bundesrepublik. Auch die Gründung eigener deutscher Streitkräfte setzte aus alliierter Sicht den Verzicht auf Atomwaffen voraus. Die Bundesregierung dagegen versuchte sich einer solchen Verzichtserklärung zu entziehen, um sich alle Optionen für die Zukunft offen zu halten und um sich im Vergleich zu anderen Staaten nicht diskriminieren zu lassen.

Bereits im Vorfeld der Londoner 9-Mächte-Konferenz kam es allerdings zu einer Verzichtserklärung der Bundesrepublik. Im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft unterzeichnete Adenauer eine fünf Punkte umfassende Erklärung auf Druck von Frankreich und Großbritannien. Matthias Küntzel beschreibt diese Entwicklung sehr ausführlich, für das in dieser Arbeit behandelte Thema reicht aber die Feststellung aus, dass dieser Verzicht mit dem Scheitern der EVG nichtig wurde. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass die Erklärung von 1954 nicht so weit ging, wie die ursprüngliche Formulierung. So entfielen sämtliche aufgeführten, zahlenmäßigen Beschränkungen auf die Menge von nuklearen Elementen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, die Vorstellung eines nie existenten Interesses der BRD an Atombomben kritisch zu hinterfragen und historisch einzuordnen.

Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Kalten Krieg, Atomwaffen, Frieden und Bundeswehr, um eine gemeinsame Basis für die anschließende historische Analyse zu schaffen.

Die Verhandlungen über die Westeuropäische Union: Es wird dargelegt, dass der Verzicht auf Atomwaffen als politische Vorbedingung der Westalliierten für die deutsche Souveränität und NATO-Mitgliedschaft fungierte.

Bestrebungen nach der Verzichtserklärung: Dieses Kapitel analysiert das politische Agieren von Adenauer und Strauß sowie die strategische Ausrichtung des Verteidigungsministeriums in Bezug auf Mitverfügbarkeit.

Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Verzichtserklärung keinen bindenden Endpunkt der nuklearen Ambitionen darstellte.

Epilog: Der Epilog ordnet die Forschung in den Kontext der deutschen Friedenserfahrung und der modernen globalen Sicherheitslage ein.

Schlüsselwörter

Bundesrepublik Deutschland, Atomwaffen, Verzichtserklärung, Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Kalter Krieg, Westeuropäische Union, Wiederbewaffnung, NATO, Mitverfügbarkeit, Nuklearstrategie, Souveränität, Bundeswehr, 1950er Jahre, Sicherheitsgarantie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die offizielle Verzichtserklärung der Bundesrepublik Deutschland auf Atomwaffen von 1954 und prüft, ob diese tatsächlich einen rechtlich bindenden und dauerhaften Verzicht darstellte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die deutsche Nuklearpolitik in den 1950er Jahren, die Rolle der NATO-Integration, das politische Taktieren der Bundesregierung und die militärische Ausbildung der Bundeswehr an nuklearfähigen Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die gängige Vorstellung zu widerlegen, dass die BRD zu keinem Zeitpunkt Interesse an der Atombombe gezeigt habe, und aufzuzeigen, wie politisch mit dieser Thematik umgegangen wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Bundestagsreden, Memoiren der Akteure sowie einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Verhandlungen über die Westeuropäische Union (WEU), der strategischen Position von Franz Josef Strauß und dem Bestreben des Bundesministeriums der Verteidigung, trotz des Verbots Mitverfügbarkeit über nukleare Kapazitäten zu erlangen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Bundesrepublik Deutschland, Atomwaffen, Verzichtserklärung, Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Kalter Krieg, NATO und Mitverfügbarkeit.

Was bedeutet die im Text verwendete Klausel "rebus sic stantibus" im Kontext der Verzichtserklärung?

Adenauer argumentierte später, dass die Verzichtserklärung nur unter gleich bleibenden Bedingungen gültig sei, was ihr im Falle veränderter politischer Umstände ihre rechtliche Bindungskraft nahm.

Konnte die Bundeswehr eigenständig über Atomwaffen verfügen?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Bundeswehr zwar die technische Schulung erhielt, ein alleiniger Zugriff auf US-amerikanische Atomwaffen jedoch als sehr unwahrscheinlich gilt.

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Résumé des informations

Titre
Bedeutete die Erklärung Bundeskanzler Adenauers von 1954 einen bindenden Verzicht der Bundesrepublik auf Atomwaffen?
Université
University of Mannheim
Note
2,0
Auteur
Dr. Michael Knoll (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
29
N° de catalogue
V264897
ISBN (ebook)
9783656544104
ISBN (Livre)
9783656544739
Langue
allemand
mots-clé
bedeutete erklärung bundeskanzler adenauers verzicht bundesrepublik atomwaffen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. Michael Knoll (Auteur), 2005, Bedeutete die Erklärung Bundeskanzler Adenauers von 1954 einen bindenden Verzicht der Bundesrepublik auf Atomwaffen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264897
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Extrait de  29  pages
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