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Neuere Ansätze in der Intelligenzforschung

Titel: Neuere Ansätze in der Intelligenzforschung

Skript , 2001 , 10 Seiten , Note: 1

Autor:in: Juliane Gerstberger (Autor:in)

Psychologie - Diagnostik
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Zusammenfassung Leseprobe Details


Dieser Text ist ein Konzept im Zusammenhang meiner Prüfungsvorbereitung auf die psychologische Diplom - Prüfung im Fach "Psychodiagnostik". In diesem Zusammenhang widmete ich dem Teilgebiet der Intelligenzdiagnostik besondere Aufmerksamkeit. Hierbei unterzog ich die psychometrischen IQ-Testverfahren einer kritischen Betrachtung.Hierbei bezog ich mich u.a. auf die Arbeiten von Howard Gardner, einem amerikanischen Psychologen, der sich der Erforschung der "multiplen Intelligenzen" gewidmet hat.
Gardner (1996) kritisiert an den psychometrischen Testverfahren, dass sie von Menschen verlangen, Probleme zu lösen, ohne auf ihren Erfahrungs- und Wissensschatz zurückgreifen zu können.
Gardner (1996, S. 199) zufolge, argumentieren Kritiker der psychometrischen Richtung, die auf eine kontextorientierte Beurteilung der Intelligenz eines Menschen Wert legen, in Anlehnung an den sowjetischen Forscher Lew Wygotsky (1896 - 1934).
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das soziale und kulturelle System eines Menschen mit einzubeziehen. Wygotsky legte großen Wert auf die Erforschung des soziale Ursprungs höherer mentaler Prozesse, wie z.B. Problemlösung und Konzepterstellung.
,,Im Gegensatz zu Piaget und den meisten westlich orientierten Wissenschaftlern erklärt Wygotsky, man müsse zunächst die sozialen und kulturellen Prozesse der Umwelt eines Menschen studieren, bevor man dessen kognitive Funktionen verstehen könne" (Mietzel, 2001, S. 99). Reuven Feuerstein, der auf Wygotskys Theorie aufbaut, geht aus von ,,vermitteltem Lernen" (mediated learning) denn die Personen des sozialen Umfeldes eines Kindes vermitteln dem Kind, was in ihrer Umwelt beachtendwert ist, wie Vorgefundenes zu interpretieren ist und was in einer Kultur als Denken gewertet wird. (ebenda). Mietzel nennt diesen Ansatz ,,sozialen Konstruktivismus". Diesem Ansatz zufolge sind keine Ziele denkbar, die nicht von anderen Menschen mitformuliert sind.
Wygotsky zufolge ist die mentale Entwicklung eines Kindes eingebettet in seinen sozialen Kontext - dieser wiederum ist aber nur nachvollziehbar vor dem Hintergrund des kulturellen und geschichtlichen Kontextes des familiären Familiensystems dieses Kindes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Wygotzky

1. Alle höheren mentalen Prozesse sind internalisierte soziale Funktionen.

2. Die Zone der nächstmöglichen Entwicklung

Sowjetische Intelligenzdiagnostik

Howard Gardners Theorie der multiplen Intelligenzen

1. Sprachliche Intelligenz

2. musikalische Intelligenz

3. logisch-mathematische Intelligenz

4. räumliche Intelligenz

5. körperlich-kinästhetische Intelligenz

6. intrapersonelle Intelligenz

7. interpersonelle Intelligenz

Robert Sternbergs triadische Theorie der menschlichen Intelligenz

1. Die „componential subtheory“ Komponenten – Untertheorie

2. Die Erfahrungs- Subtheorie

3. Die Kontext – Subtheorie (praktische Intelligenz)

Goleman und die Theorie der emotionalen Intelligenz

Stephen Ceci´s bioökologische Abhandlung über intellektuelle Entwicklung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über neuere Ansätze in der Intelligenzforschung, die über klassische psychometrische Messverfahren hinausgehen und Intelligenz stärker im sozialen, kulturellen und praktischen Kontext betrachten. Das primäre Ziel ist es, die Theorien von Wygotsky, Gardner und Sternberg darzustellen sowie deren kritische Würdigung zu analysieren.

  • Sozialer Konstruktivismus und die Zone der nächstmöglichen Entwicklung nach Wygotsky
  • Die Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner
  • Die triadische Intelligenztheorie von Robert Sternberg
  • Kritische Analyse traditioneller IQ-Tests und Forderung nach "intelligence-fair assessment"

Auszug aus dem Buch

Die Zone der nächstmöglichen Entwicklung

Wygotsky kritisierte an standardisierten IQ-Test- Scores, dass sie keine Aussage darüber machen, was ein Mensch wirklich imstande ist zu leisten, wenn er oder sie von anderen angeleitet wird, oder mit ihnen zusammenarbeitet. Die Zone der nächstmöglichen Entwicklung beschreibt den Bereich zwischen dem, was ein Mensch imstande ist, allein zu leisten und der Leistung, die er/sie erbringen kann in Zusammenarbeit mit jemandem, der mehr weis auf diesem Gebiet.

Diese Zone der nächstmöglichen Entwicklung bewertet Gardner(1996, S. 200) als potentes Konzept in der Bewertung intellektueller Fähigkeiten, aber ebenso in der Beurteilung der Art und Weise, wie Menschen in der Schule und im Beruf lernen. Er beschreibt eine essentiell gute Lernsituation, als eine Situation, die den/die Lernende(n) genau in Ihrer/seiner Zone der nächstmöglichen Entwicklung abholt – genau den Bereich, den sie erreichen können, wenn sie von einer bereits fortgeschritteneren Person angeleitet werden. Wenn die Schüler die gestellte Aufgabe meistern kann, ist es möglich, die Anleitung zu reduzieren, oder die Anforderung zu steigern, so dass die Zone der nächstmöglichen Entwicklung höher anzusetzen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Wygotzky: Einführung in Wygotskys soziokulturelle Theorie, die Intelligenz als internalisierte soziale Interaktion begreift und den Fokus auf den sozialen Kontext legt.

Alle höheren mentalen Prozesse sind internalisierte soziale Funktionen.: Erläuterung der Entstehung von Bedeutung aus sozialer Interaktion und der Entwicklung von Sprache als Selbststeuerung.

Die Zone der nächstmöglichen Entwicklung: Definition des Konzepts als Differenz zwischen Einzelleistung und Leistung in Anleitungssituationen sowie dessen pädagogische Bedeutung.

Sowjetische Intelligenzdiagnostik: Darstellung der Praxis, nicht Produkte zu messen, sondern das Lernpotenzial und die Hilfebedürftigkeit bei der Aufgabenlösung zu erfassen.

Howard Gardners Theorie der multiplen Intelligenzen: Kritik an der eindimensionalen IQ-Messung und Vorstellung eines Modells, das verschiedene autonome Intelligenzbereiche postuliert.

Sprachliche Intelligenz bis interpersonelle Intelligenz: Kurze Auflistung und Charakterisierung der von Gardner definierten sieben Intelligenzformen.

Robert Sternbergs triadische Theorie der menschlichen Intelligenz: Vorstellung eines allumfassenden Modells, das sich in eine Komponenten-, Erfahrungs- und Kontext-Subtheorie unterteilt.

Die „componential subtheory“ Komponenten – Untertheorie bis Die Kontext – Subtheorie (praktische Intelligenz): Detaillierte Betrachtung der mentalen Informationsverarbeitungsprozesse, des Einflusses von Erfahrung und der Bedeutung der kulturellen Umwelt.

Goleman und die Theorie der emotionalen Intelligenz: Kurzer Ausblick auf weitere aktuelle Forschungsansätze jenseits der klassischen Kognitionspsychologie.

Stephen Ceci´s bioökologische Abhandlung über intellektuelle Entwicklung: Abschluss der Übersicht mit einem Hinweis auf ökologische Einflüsse auf die kognitive Entwicklung.

Schlüsselwörter

Intelligenzforschung, Psychometrie, Wygotsky, Zone der nächstmöglichen Entwicklung, Soziale Interaktion, Howard Gardner, Multiple Intelligenzen, Robert Sternberg, Triadische Theorie, Intelligenzdiagnostik, Selbstinstruktion, Kultureller Kontext, Informationsverarbeitung, Pädagogische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Übersicht über moderne Ansätze der Intelligenzforschung, die alternative Perspektiven zu den klassischen psychometrischen IQ-Tests aufzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem soziokulturellen Ansatz von Wygotsky, der Theorie der multiplen Intelligenzen von Gardner und der triadischen Theorie von Sternberg.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung und kritische Analyse dieser Theorien, die Intelligenz nicht als starre, angeborene Größe, sondern als dynamisches, kontextabhängiges Konstrukt verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Konzepte der genannten Forscher detailliert ausgeführt, kritisch hinterfragt und in ihren pädagogischen Implikationen bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Intelligenzdiagnostik, Zone der nächstmöglichen Entwicklung, kognitive Entwicklung, multiple Intelligenzen und praktische Intelligenz.

Was unterscheidet Wygotskys Theorie von klassischen IQ-Tests?

Wygotsky fokussiert nicht auf bereits abgeschlossene Leistungsprodukte, sondern auf das Lernpotenzial eines Individuums durch soziale Unterstützung und Anleitung.

Warum lehnt Gardner die klassische "g-Faktor"-Theorie ab?

Gardner argumentiert, dass Intelligenz kein singulärer Faktor ist, sondern aus mehreren relativ autonomen Fähigkeiten besteht, die in verschiedenen kulturellen Settings unterschiedlich bedeutsam sind.

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Details

Titel
Neuere Ansätze in der Intelligenzforschung
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Vorbereitung auf die Diplomprüfung Diagnostik
Note
1
Autor
Juliane Gerstberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V265
ISBN (eBook)
9783638101974
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuere Ansätze Intelligenzforschung Vorbereitung Diplomprüfung Diagnostik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Gerstberger (Autor:in), 2001, Neuere Ansätze in der Intelligenzforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265
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Leseprobe aus  10  Seiten
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