Ziffernnoten und ihre Alternativen


Ausarbeitung, 2013
11 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Erwartungen an Zeugnisse
2.1 Erwartungen der Eltern
2.2 Erwartungen der Schüler

3. Schwachpunkte der Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten

4. Alternative Leistungsbewertungen
4.1 Verbale Beurteilungen
4.2 Ziffernbeurteilung mit verbalen Zusätzen
4.3 Kombination von Ziffernbeurteilung und verbaler Beschreibung
4.4 Eltern-Schüler-Lehrergespräch
4.5 Lernzielkatalog
4.6 Portfolio

5. Fazit

6. Literatur

7. Internetquellen

1. Einleitung

Bereits seit den siebziger Jahren wird in Deutschland über die Notengebung in den Schulen diskutiert. Es wurden zahlreiche alternative Formen der Leistungsbewertung entwickelt und grade auch in der Reformpädagogik angewandt. Auslöser für diese lang anhaltende Diskussion war die Veröffentlichung von Ingenkamps Buch „Die Fragwürdigkeit der Zensurengebung“ im Jahre 1971.

In der folgenden Ausarbeitung werde ich mich zunächst mit den Wünschen und Anregungen der Schüler[1] und Eltern in Bezug auf Zeugnisse beschäftigen und diese vorstellen. Im Anschluss werden die Schwachpunkte der Ziffernnoten in der Schule dargestellt und diskutieren. Danach stelle ich verschiedene Alternativen zur Leistungsbewertung vor, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr Einzug in die deutschen Schulen gefunden haben. Die Ausarbeitung werde ich mit einem kurzen, kritischen Fazit schließen.

2. Erwartungen an Zeugnisse

Um die Form der Notengebung auszuwählen, ist es sehr wichtig zu wissen, welche Erwartungen an ein Schulzeugnis gestellt werden. Zahlreiche empirische Studien haben vor allem zwei Aspekte genauer beleuchtet: Erstens, die Erwartungen die die Eltern an ein Zeugnis stellen und zweitens, die Erwartungen der Schüler.

2.1 Erwartungen der Eltern

Viele Untersuchungen ergaben, dass mehr als 70% der Eltern nicht nur über die durchschnittlich erbrachten Leistungen ihres Kindes in einem bestimmten Zeitraum informiert werden wollen. Sie wollen außerdem über Dinge Informationen erhalten die sich nicht in Ziffernnoten darstellen lassen wie beispielsweise den Lernfortschritt, individuelle Stärken und Schwächen oder Lücken und Rückstände.[2] Dies zeigt ein starkes Interesse seitens der Eltern, das sich nicht nur auf das Endergebnis, sondern auch auf die Entstehung dessen bezieht. „Um den Bildungsstand und die persönliche Entwicklung des Kindes zu erkennen und gegebenenfalls zu fördern“[3] sind darüber hinaus auch persönliche, pädagogische Hilfestellung er- und Orientierungen gewünscht.[4] In einer anderen Studie wurden die Eltern innerhalb von vier Jahren zweimal befragt, welche Art der Notengebungen ihren Vorstellungen am ehesten entspricht. Es zeigte sich, dass die reinen Verbalbeurteilungen wie sie häufig in der Grundschule eingesetzt werden, von den Eltern nur im ersten Schuljahr erwünscht sind. Ab dem Zweiten wird von der Mehrheit der Eltern ein Ziffernzeugnis mit Kommentaren zu den einzelnen Fächern gewünscht, da die Kombination ihnen den besten Überblick über den Leistungsstand ihres Kindes gibt.[5] Auf die Frage, welche Möglichkeiten und Gefahren sie bei reinen Ziffernzeugnissen sehen wurden sechs Punkte häufig genannt. Die Eltern finden besonders gut, dass sie sehr genau wissen, wo ihre Kinder im Vergleich zum Rest der Klasse stehen (59,75%) und die meisten sind sich auch darüber einig, dass gute Noten die Kinder motivieren (79,5%). Kritisch sehen sie vor allem, dass sie selbst durch die Noten einen zu hohen Druck auf die Kinder ausüben (53,5%) und der Vergleich zwischen den Schülern selbst zu Rivalitäten führen kann (45,5%). Auch die Gefahr, dass die Angst vor schlechten Noten die Lernfähigkeit der Schüler behindern kann (45%) und deren Selbstbewusstsein beschädigt (48,75%), wurde von den Eltern genannt.[6] Diese Ergebnisse belegen, dass aus Sicht der Eltern ein reines Ziffernzeugnis für gute Schüler förderlich ist, allerdings auch viele Gefahren für weniger starke Schüler mit sich bringt. Zahlreiche andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Ein Erklärungsversuch zu diesem Bild wäre, dass Ziffernnoten eine sehr direkte und deutliche Darstellung der Leistung sind. Beurteilungstexte dagegen wirken häufig bei schlechten Ergebnissen deutlich milder und weniger eindeutig.

2.2 Erwartungen der Schüler

Wenn die Schülermeinung betrachte wird, so fällt zunächst auf, dass die Mehrheit der Schüler dem Lehrer vertrauen und der Meinung sind, dass er gerechte Zeugnisnoten verteilt. Ebenfalls wichtig für sie ist ihre schulische Leistungsbewertung (81% der Sechstklässler erachten diese für „sehr wichtig“).[7] Dies lässt den Rückschluss zu, dass Schüler generell eine positive Einstellung zu Zeugnissen haben, auch wenn diese innerhalb der Schullaufbahn leicht abnimmt. Sie sehen die Leistungsbewertung mit Ziffernnoten größtenteils als gerecht und wichtig an. Vor allem gute Schüler empfinden dies so und vergleichen sich häufig mit anderen. Allerdings ist es bei Schülern schwieriger ein einheitliches Meinungsbild zu Zeugniswünschen zu erhalten. Eine Umfrage in den zweiten Klassen ergab, dass das Ziffernzeugnis von guten und das Verbalzeugnis von schlechteren Schülern erwünscht ist.[8] Diese Unentschlossenheit lässt sich eventuell auf die mangelnde Erfahrung der Kinder im Schulsystem zurückführen. Eine Befragung in der sechsten Klasse ergab, dass die meisten Schüler reine Verbalbeurteilungen nur für die beiden ersten Klassen wünschen. Anschließend werden die Ziffernzeugnisse favorisiert, wobei hier zu beachten ist, dass nur ca. 20% der Schüler sich ein reines Notenzeugnis wünschen. Am Beliebtesten ist ab der dritten Klasse ein Zeugnis mit Ziffern und einem kurzen Kommentar. Dem Vorschlag eines Eltern-Lehrer-Gesprächs als Zeugnisersatz stimmen die Schüler nur unter der Bedingung zu, dass sie selber mit anwesend sind.[9] Es zeigt sich also, dass Schüler sich eine klare, deutliche Leistungsrückmeldung in Form von Ziffern wünschen, diese jedoch mit einem Kommentar verbunden seien sollten. Eine Untersuchung mit Schülern aus der Sekundarstufe II zeigt, dass hier der Wunsch nach einem reinen Ziffernzeugnis ansteigt (40%) und ein reines Berichtszeugnis sehr unbeliebt ist (8 %). Die restlichen Schüler würden sich erneut für eine Kombination entscheiden.[10] Aus diesen drei Studien lässt sich die Tendenz erkennen, dass mit zunehmendem Alter der Zuspruch der reinen Ziffernzeugnissen zunimmt, allerdings die Kombination noch immer am beliebtesten ist.

Abschließend lässt sich also festhalten, dass sowohl Eltern, als auch Schüler nicht nur ein ergebnisorientiertes Zeugnis wünschen, sondern auch eines, das eine Rückmeldung über Arbeits- und Sozialverhalten, über Lernfortschritte und –rückstände, Stärken und Schwächen sowie Möglichkeiten diesen entgegenzuwirken, gibt. Während Ziffernnoten es Eltern und Schülern ermöglichen, die erbrachte Leistung in den schulischen Kontext einzuordnen, so geben Kommentare und Verbalbeurteilungen zusätzliche nützliche Informationen für Eltern und Schüler.

3. Schwachpunkte der Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Schwachpunkten gibt es noch weitere. Die Thematisierung aller Punkte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, so dass ich mich auf die wesentlichen konzentriere. Es gibt, wie bereits erwähnt, Bereiche, in denen Ziffernnoten keine differenzierte Bewertung der erbrachten Leistungen ermöglichen. Dazu gehören z.B. Stärken und Schwächen in Teilbereichen eines Faches, Lernstrategien, oder ob die Note sich aus dem Durchschnitt aller erbrachten Leistungen ergibt, oder ob es sich um eine pädagogische Note handelt.[11] Als konkretes Beispiel sei hier ein Schüler aus dem Mathematikunterricht in der zweiten Klasse genannt. Er kann durch ausgeklügelte Zählstrategien gute bis sehr gute Leistungen erbringen. Kommt er nun in die dritte Klasse, helfen diese Strategien nur noch bedingt, da der Zahlenraum bis 1000 für diese zu groß ist. Hier werden heuristische Strategien benötigt, um gute und sehr gute Leistungen zu erbringen. Aus dem guten Zeugnis der zweiten Klasse geht allerdings nicht hervor, was der Schüler, im Gegensatz zu seinen Klassenkameraden, nicht beherrscht und es kommt zu einem überraschenden Leistungsabfall. Durch einen frühzeitigen Hinweis z.B. durch eine Verbalbeurteilung könnte dieser Leistungsabfall durch gezieltes Training vermieden werden.

Zu den schon genannten Problemen können noch weitere Nebenwirkungen hinzukommen. So kommt es beispielsweise häufig zu Konkurrenzdenken und Rivalitäten zwischen den Schülern und bei Leistungsschwächeren ist häufiger eine Leistungsangst zu beobachten, die nachweislich durch Ziffernzensuren stärker als durch andere Formen der Leistungsbewertung gefördert wird. Die wohl größte Schwäche der Ziffernnoten ist die mangelnde Vergleichbarkeit. Generell sollten die Kernlehrpläne in den Fächern in allen Klassenstufen darauf ausgelegt sein, dass ein „Durchschnittschüler“ diese ohne Über- oder Unterforderung erfüllen kann. Daraus würde sich im Mittel bei den meisten Schülern in allen Fächern eine ähnliche Notenverteilung ergeben. Im Schulalltag sieht es allerdings anders aus, was auch viele Studien belegen.[12]

In der Realität zeigt sich, dass in unterschiedlichen Fächern verschiedene Bewertungsmaßstäbe herangezogen werden und die erbrachten Leistungen somit nicht vergleichbar sind. So wird in den Hauptfächern deutlich strenger bewertet als in den Nebenfächern. Die wohl mildeste Bewertung erfolgt in den Fächern Kunst, Musik und Sport. Auch die Notenverteilung innerhalb einer Klasse unterscheidet sich von Fach zu Fach. In den Hauptfächern wird das Notenspektrum großzügiger ausgenutzt und die Tendenz zur Mitte wird hier deutlicher sichtbar. In den Nebenfächern, besonders in den drei erwähnten Fächern, ist eine starke Tendenz zur guten oder sehr guten Leistung zu beobachten.[13]

Auch ein Vergleich der Noten über mehrere Schuljahre ist nicht durchführbar, da mit zunehmender Klassenstufe auch die Notenvergabe strenger wird.[14]

Des Weiteren zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewertung der erbrachten Leistungen. Hier ist zu beobachten, dass Mädchen in den meisten Fächern besser bewertet werden als Jungen. Diese nachweisbaren Unterschiede lassen sich nicht an einem objektiven Intelligenzunterschied festmachen. Valtin geht davon aus, dass es durch geschlechtsstereotypische Interessen zu objektiven Leistungsunterschieden kommt. Hinzu kommt die größere Schulfreude und die bessere Lernmotivation, die Mädchen an den Tag legen. Dies zieht zumeist ein besseres Arbeitsverhalten nach sich. Auch das Einbeziehen von fachfremden Leistungen wie z.B. ordentliches Schreiben, oder die gehobene Entwicklungsstufe im Vergleich zu den Mitschülern könnten die Notengebung beeinflussen. Es gibt auch Mutmaßungen, dass sich Mädchen besser an die schulischen Werte und Normen anpassen und durch ihr meistens ordentlicheres und gepflegteres Auftreten dem Lehrer eine höhere fachliche Kompetenz suggerieren. Das Problem hierbei ist, dass es zu einer Übertragung von Persönlichkeitsmerkmalen auf die schulische Leistung kommt.[15]

Das wahrscheinlich größte Problem bei Ziffernnoten ist jedoch, dass die Noten innerhalb einer Jahrgangsstufe nur schlecht zwischen den verschiedenen Klassen einer Schule verglichen werden können. Durch verschiedene Tests wurde herausgefunden, dass Schüler mit der gleichen erbrachten Leistung im Extremfall um mehrere Noten unterschiedlich bewertet wurden.[16] Es ist also bewiesen, dass Noten nicht ausschließlich von der objektiv erbrachten Leistung abhängen, sondern auch vom Fach, der Altersstufe, dem Geschlecht, der Klassenzugehörigkeit, und der daraus resultierenden unterschiedlichen Bewertung verschiedener Lehrer. Folglich ist es lediglich möglich mit Noten die individuellen Unterschiede innerhalb einer Klasse darzustellen. Dies wird besonders bei Übergängen zwischen den Schulformen, dem Berufseintritt oder einem Studienbeginn zum Problem, da dort die Noten der Schüler verglichen werden, ohne Rücksicht auf ihre Entstehung. So können beispielsweise Schüler mit einer „befriedigend“ in einem Fach bessere Leistungen erbringen als Schüler mit einem „sehr gut“, nur aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche ihres Lehrers.[17] Als Fazit kann gesagt werden, dass Noten nicht die in sie gesteckten Erwartungen von Schülern und Eltern erfüllen können. Daher wird die Zensur einigen pädagogischen Funktionen nicht gerecht und wird spätestens, wenn es zur Selektion durch Noten kommt, ungerecht, da diese maßgeblich von der Klassenzugehörigkeit abhängig sind.[18]

4. Alternative Leistungsbewertungen

In den vorhergegangenen Kapiteln hat sich gezeigt, dass das System der Ziffernzensuren einige Mängel und Kritikpunkte aufweist. Die ungenügende Messqualität, die nicht vollständig erfüllten pädagogischen Funktionen sowie die unerwünschten Nebenwirkungen sind hier zu nennen. Im Folgenden werden einige alternative Bewertungsmöglichkeiten vorgestellt.

4.1 Verbale Beurteilungen

Verbale Beurteilungen werden häufig noch in der ersten oder zweiten Klasse an Grundschulen genutzt. Statt die Leistung über Noten auszudrücken, beschreibt der Lehrer diese durch passende Formulierungen. Diese Art der Beurteilung ermöglicht eine deutlich differenziertere Rückmeldung für Eltern und Schüler. Es wird der Lernfortschritt des Schülers beschrieben, was förderdiagnostische Hinweise ermöglichen soll. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Schüler ermutigt werden, da durch die individuelle Beurteilung ein Leistungsvergleich unter den Schülern erschwert wird.

Problematisch ist hier die Auswahl der Formulierung. Sie muss so klar sein, dass sowohl Eltern, als auch Schüler diese klar verstehen und nicht falsch, häufig zu gut, interpretieren. Allerdings ist auch diese Art der Bewertung nicht objektiv, sondern subjektiv, da die Bewertung noch immer aus den persönlichen Empfindungen und Erfahrungen des Lehrers resultiert. Hinzu kommt, dass diese Art der Bewertung einen erheblichen Mehraufwand für den Lehrer bedeutet. Aus zeitlichen Gründen sind die Ziffernzensuren also deutlich praktischer für die Lehrkräfte.[19]

4.2 Ziffernbeurteilung mit verbalen Zusätzen

Hier werden die normalen Ziffernnoten noch durch einen kleinen zusätzlichen Text ergänzt. Dadurch kann der Lehrer individuelle Gegebenheiten genauer beschreiben, wobei soll besonders auf den individuellen Lernfortschritt Wert gelegt werden sollte.

4.3 Kombination von Ziffernbeurteilung und verbaler Beschreibung

Bei dieser Art werden die verbalen Zusätze aus 5.1 mit den klassischen Ziffernnoten kombiniert. Dadurch können die Nachteile beider Notengebungen teilweise ausgeglichen werden. Eine weitere Variante wäre hier nach Absprache mit den Eltern bestimmten Ziffernoten verbale Beurteilungen hinzuzufügen.

4.4 Eltern-Schüler-Lehrergespräch

Bei dieser Alternative kommt es zu einem Gespräch zwischen dem Lehrer, den Schülern und den Eltern. Es soll über den Lernstand, das Arbeits- und Sozialverhalten und das Arbeitstempo gesprochen werden. Auch informiert der Lehrer über wichtige Ereignisse und mögliche oder nötige Maßnahmen die ergriffen werden müssen. Zu jedem Gespräch ist als Nachweis ein Protokoll anzufertigen.

4.5 Lernzielkatalog

Der Lernzielkatalog ist ein anderer Ansatz in den alternativen Leistungsbewertung. Hier werden anhand der Rahmenlehrpläne für jede Stufe Ziele definiert und diese dann durch den Lehrer bewertet. Eine Variante, die vor allem an Montessori-Schulen eingesetzt wird, ist das Pensenbuch. In diesem vermerkt der Lehrer allgemeine Verhaltensweisen wie das Arbeits- oder Sozialverhalten und fachliche Inhalte wie, am Beispiel des Sachunterrichts, „Arbeiten und Technik“ oder „Forschen und Entdecken“.[20] Dadurch kommt es zu einer differenzierteren Rückmeldung und die Leistungsbeurteilung wird transparenter. Auch der individuelle Lernfortschritt kann besser verfolgt werden, da diese Bücher über mehrere Schuljahre geführt werden können.[21] Für den Lehrer bedeutet diese Art der Bewertung einen erheblichen Mehraufwand, da hier nicht nur ein Text geschrieben werden muss, sondern ein ganzer Katalog von Fragen zu beantworten ist.

4.6 Portfolio

Das Prinzip des Portfolios wurde von Journalisten und Künstlern auf die Schule übertragen. Da ihre Arbeiten nicht ausreichend durch Noten bewertet werden können, müssen sie bei Bewerbungen anstelle eines Zeugnisses eine Mappe mit ihren Arbeiten abgeben.

In der Schule werden durch selbstverfasste Dokumente den Schülern Stärken und Schwächen sowie ihre Entwicklung aufgezeigt. Die Vorteile dieser Leistungsbewertung sind, dass es zu einem ständigen Dialog zwischen Schülern und Lehrern kommt, die eigene Arbeit reflektiert wird und sich die Dokumentation des eigenen Lernfortschritts verbessert. Auch müssen die Schüler mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen und die Akzeptanz von Leistungsunterschieden nimmt zu.[22]

5. Fazit

In der Arbeit wurden einige alternative Bewertungsmethoden dargestellt. Allerdings zeigen auch diese Schwächen und bilden daher keine wirklichen Alternativen zu den Ziffernzensuren.

Der größte Kritikpunkt an der Notenvergabe ist die meistens nicht vorhandene Objektivität, da jede Lehrperson einer gewissen unbewussten Subjektivität unterworfen ist. Daher wäre es entscheidender, sich mit dieser Subjektivität zu befasse um sie, soweit es geht, abzulegen. Um dies zu erreichen, sollte sich stärker mit den Beurteilungsprozessen befasst werden und dadurch eine genaue Vorstellung erhalten, was genau gemessen werden soll. Auch eine genauere Absprache bezüglich des Arbeitens innerhalb einer Schule ist wünschenswert, so dass in den verschiedenen Klassen einer Schule gleich bewertet wird.

Erste Ansätze seitens des Kultusministeriums, wie das Zentralabitur und Vergleichsarbeiten, sollen gewährleisten, dass Schulen untereinander vergleichbar sind.

Letztlich sind bei der Bewertung von Schülerleistungen diagnostische Kompetenzen und deren richtige Anwendung entscheidend, da sie zu einer gerechten Notengebung führen. Wenn dieses Ziel erreicht ist können Wortzeugnisse und Portfolios zu Alternativen werden, vorausgesetzt es wird der enorme zeitlichen Mehraufwand, bei der Erstellung dieser, reduziert.

6. Literatur

Bohl, Thorsten (2005): Leistungsbeurteilung in der Reformpädagogik. Analyse und Gehalt der Beurteilungskonzeption. Weinheim/Basel: Beltz.

Bohl, Thorsten (2009): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. Weinheim/Basel: Beltz.

Sacher, Werner (2009): Leistungen entwickeln, überprüfen und beurteilen: Bewährte und neue Wege für die Primar- und Sekundarstufe. Regensburg: Klinkhardt.

Valtin, Renate (2002): Was ist ein gutes Zeugnis? Noten und verbale Beurteilungen auf dem Prüfstand. München: Juventa.

7. Internetquellen

Achleitner, Denisa (2008): Pensenbuch. URL: http://vs-material.wegerer.at/diverses/pensenbuch-innen.doc [Stand: 27.02.2013]

[...]


[1] Für eine bessere Lesbarkeit wird im Folgenden für Personen und Personengruppen nur noch die männliche Form verwendet. Gemeint sind sowohl männliche als auch weibliche Personen.

[2] Vgl. Valtin, 2002, S.41.

[3] ebd., S. 21.

[4] ebd., S. 21.

[5] ebd., S. 43.

[6] ebd., S. 45.

[7] ebd., S. 57.

[8] ebd., S.61.

[9] ebd., S.63.

[10] ebd., S. 66.

[11] ebd., S. 68.

[12] ebd., S. 69

[13] ebd., S. 69

[14] ebd., S.70

[15] ebd., S. 71f...

[16] ebd., S. 72-75.

[17] ebd., S. 76

[18] ebd., S. 144

[19] Vgl. Sacher, 2009, S. 173-176

[20] Vgl. Achleitner, 2008

[21] Vgl. Bohl, 2005, S. 177-190.

[22] Vgl. Bohl, 2009, S. 148-150.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Ziffernnoten und ihre Alternativen
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V265213
ISBN (eBook)
9783656767725
ISBN (Buch)
9783656767732
Dateigröße
363 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ziffernnoten, alternativen
Arbeit zitieren
Steffen Bönnen (Autor), 2013, Ziffernnoten und ihre Alternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265213

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