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Konkurrenz um Afrika? Die BRICs als neue Mächte in der Entwicklungszusammenarbeit und die Rolle der EU

Titre: Konkurrenz um Afrika? Die BRICs als neue Mächte in der Entwicklungszusammenarbeit und die Rolle der EU

Essai , 2013 , 6 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Enrico Günther (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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Sind die BRIC-Staaten eine neue Macht in der globalen Entwicklungszusammenarbeit?
Im Rahmen dieses Essays sollen die entwicklungspolitischen Beziehungen zum afrikanischen Kontinent betrachtet werden. Welchen Prinzipien folgt beispielsweise Chinas Entwicklungshilfepolitik in Afrika und welche Auswirkungen hat das auf die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen den afrikanischen Staaten und Europa? Wie kann man die strukturelle Macht der BRICs auf diese Region charakterisieren? Ziel ist, ein differenziertes Bild der BRIC-Entwicklungszusammenarbeit im Vergleich zur EU- beziehungsweise westlicher OECD-Aktivitäten in Afrika zu zeichnen. Dafür werden sowohl die Entwicklungspolitiken beider Blöcke gegenübergestellt als auch die Implikationen für die Partnerländer und traditionelle westliche Geberländer thematisiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. EU – globales Schwergewicht in der Entwicklungszusammenarbeit

3. Entwicklungspolitik der BRICs – Alternative zur EU-Konditionalität?

4. BRIC-Entwicklungszusammenarbeit: Erfolg auf Kosten der Umwelt und Demokratie?

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der BRIC-Staaten als neue Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit mit afrikanischen Ländern und analysiert deren Auswirkungen auf die traditionellen, konditionalitätsgeprägten Beziehungen der Europäischen Union zu diesem Kontinent.

  • Historische Entwicklung der EU-Entwicklungspolitik und deren heutige Konditionalität
  • Analyse der BRIC-Strategien (insb. China, Indien, Brasilien) in Afrika
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Geber-Mentalitäten und -Methoden
  • Auswirkungen des verstärkten BRIC-Engagements auf Demokratie und Umweltstandards in Afrika
  • Herausforderungen für die EU im Kontext einer veränderten globalen Machtkonstellation

Auszug aus dem Buch

Entwicklungspolitik der BRICs – Alternative zur EU-Konditionalität?

Laut Eyben (2013: 1) befindet sich die globale Entwicklungszusammenarbeit seit 2005 in ihrer dritten Phase, die auch durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise entscheidend geprägt wurde. Aufsteigende Mächte wie Indien, China und Brasilien würden von ehemaligen Empfänger- zu Geberländern in einer multipolaren Welt. Diese drei Staaten sind seit den 1950er-Jahren in Afrika aktiv und haben ihr Engagement in der letzten Dekade vervielfacht (vgl. Barnet Fuchs 2013: 18). Als die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem Rückzug europäischer und amerikanischer Inverstoren in Entwicklungsländern führte, sind beispielsweise chinesische Investoren eingesprungen und haben weitreichende Investitionsversprechen gegeben (vgl. Edinger/ Schaefer 2012: 34).

Die drei genannten Staaten haben zwar die Busan-Abschlusserklärung des OECD-DAC unterschrieben, sie wollen sich jedoch bewusst von der Entwicklungszusammenarbeit traditioneller Geberstaaten unterscheiden (vgl. Barnet Fuchs 2013: 8) und sind wenig motiviert, ihre Entwicklungshilfen mit letztgenannten zu koordinieren (vgl. Elby 2013: 2).

Ein entscheidender Unterschied zwischen der BRIC- und der EU-Entwicklungspolitik liegt in der nicht vorhandenen Konditionierung. Während das Engagement der neuen Geber sich dem Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten unterordnet, stellen traditionelle Geber wie die EU zum Teil wachsende Anforderungen an ihre Partnerstaaten wie Fortschritte in der Einhaltung demokratischer Standards, im Schutz von Menschenrechten oder in der guten Regierungsführung (vgl. Barnet Fuchs 2013: 11f.). Sicher liegt das im Falle Chinas auch am eigenen wirtschaftlichen Erfolg (und der enormen Armutsreduktion), der sich ohne ein demokratisches politisches System eingestellt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der EU-Entwicklungshilfe ein und skizziert die Forschungsfrage nach der Rolle der BRIC-Staaten als neue Akteure in Afrika.

2. EU – globales Schwergewicht in der Entwicklungszusammenarbeit: Das Kapitel beleuchtet die Tradition, die Konditionalität und die handelspolitischen Rahmenbedingungen der EU-Entwicklungspolitik gegenüber den AKP-Staaten.

3. Entwicklungspolitik der BRICs – Alternative zur EU-Konditionalität?: Hier werden die abweichenden Ansätze von China, Indien und Brasilien dargestellt, die durch Nichteinmischung und wirtschaftliche Interessen statt durch politische Reformauflagen gekennzeichnet sind.

4. BRIC-Entwicklungszusammenarbeit: Erfolg auf Kosten der Umwelt und Demokratie?: Das Kapitel diskutiert kritisch die ökonomischen Vorteile des BRIC-Engagements sowie die negativen Auswirkungen hinsichtlich fehlender Sozial- und Umweltstandards.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird die Notwendigkeit für die EU betont, eine pragmatische Strategie im Umgang mit den neuen Mächten zu entwickeln, um ihre strukturelle Macht zu wahren.

Schlüsselwörter

Entwicklungszusammenarbeit, Europäische Union, BRIC-Staaten, Afrika, China, Konditionalität, Süd-Süd-Kooperation, Nichteinmischung, Geberländer, Wirtschaftliche Interessen, Rohstoffversorgung, OECD-DAC, Good Governance, Machtkonkurrenz, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die veränderte Dynamik in der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika durch das verstärkte Engagement der BRIC-Staaten im Vergleich zur traditionellen Rolle der EU.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die unterschiedlichen Geber-Strategien (Konditionalität vs. Nichteinmischung), die geostrategischen Interessen der Akteure sowie die Auswirkungen auf afrikanische Partnerstaaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein differenziertes Bild der BRIC-Entwicklungszusammenarbeit zu zeichnen und die Auswirkungen dieses Paradigmenwechsels auf die traditionelle westliche Einflussnahme in Afrika zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis aktueller Fachliteratur und Berichte internationaler Institutionen wie der OECD.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der EU-Politik, eine Analyse der Strategien der BRIC-Staaten sowie eine kritische Diskussion der ökologischen, sozialen und politischen Folgen für Afrika.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Entwicklungszusammenarbeit, BRIC-Staaten, Konditionalität und die wirtschaftlichen Interessen der aufstrebenden Mächte in Afrika.

Wie unterscheidet sich Chinas Ansatz in Afrika maßgeblich von dem der EU?

China vermeidet politische Konditionen wie Demokratieforderungen und folgt primär dem Prinzip der Nichteinmischung, während die EU Hilfsgelder stärker an Reformanstrengungen und Good Governance koppelt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die EU?

Der Autor empfiehlt der EU, ihre Politik zu koordinieren und einen pragmatischen, aber selbstbewussten Dialog mit den neuen Akteuren zu suchen, um ihre Relevanz in Afrika zu sichern.

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Résumé des informations

Titre
Konkurrenz um Afrika? Die BRICs als neue Mächte in der Entwicklungszusammenarbeit und die Rolle der EU
Université
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Europa-Studien)
Cours
Internationale Beziehungen und Sicherheit aus europäischer Perspektive
Note
1,0
Auteur
Enrico Günther (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
6
N° de catalogue
V265272
ISBN (ebook)
9783656549963
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Afrika BRIC Europäische Union
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Enrico Günther (Auteur), 2013, Konkurrenz um Afrika? Die BRICs als neue Mächte in der Entwicklungszusammenarbeit und die Rolle der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265272
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