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Salingers "The Catcher in the Rye" als Bibel für Mörder

Wie das Attentat auf John Lennon zum Kultstatus des Romans beiträgt

Titre: Salingers "The Catcher in the Rye" als Bibel für Mörder

Dossier / Travail , 2012 , 34 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ulrike Ziegler (Auteur)

Lettres - Littérature moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Anschließend an die rezeptionsästhetischen Überlegungen von Hans Robert Jauß zeigt die vorliegende Untersuchung, wie The Catcher in the Rye in verschiedenen historischen Kontexten rezipiert wurde. Zentral ist dabei die These, dass der Mord an John Lennon eine Veränderung im Erfahrungshorizont der Öffentlichkeit hergestellt hat. Dies wiederum führte zu einem bis zu diesem Zeitpunkt nicht präsenten Rezeptionsstrang, der letztendlich zu einer Art Mythenbildung geführt hat.

In einem ersten Schritt werden die verschiedenen Rezeptionshaltungen aufgezeigt, die sich in der Zeit vor 1980 etabliert haben. Dazu werden in der Hauptsache zeitgenössische Buchkritiken und andere Quellen der öffentlichen Meinungsäußerung herangezogen. Hinzu kommen literarische Werke, die intertextuell Bezug auf The Catcher in the Rye nehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Aspekte des Romans von den Rezipienten als besonders relevant empfunden wurden und wie sich Schwerpunktsetzungen in der Rezeption durch historische Bedingungen gewandelt haben.

Anschließend wird gezeigt, inwiefern das Attentat auf John Lennon einen neuen Erfahrungshorizont für die Rezeption von The Catcher in the Rye erzeugt hat. Daraufhin wird untersucht, welche neuen Rezeptionsstränge sich in der Folge der Ereignisse etabliert haben. Dazu werden wiederum Zeitschriftenartikel und weitere Kommentare zur Untersuchung herangezogen, allerdings wird hierbei die Entwicklung intertextueller Bezüge insbesondere in den Medien Film und Fernsehen relevant sein. Die Untersuchung wird zeigen, dass sich die produktive Rezeption zunehmend von den Inhalten des Romans entfernt und zu dessen Symbolwerdung beiträgt. Dass und wie sich dieses Phänomen des Bedeutungswandels bis heute fortsetzt, soll anschließend eine Untersuchung der derzeitigen Diskussionskultur im Internet zu The Catcher in the Rye verdeutlichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rezeption des Romans vor 1980

3. Wandel im Erfahrungshorizont: Das Attentat auf John Lennon

4. Die Rezeption des Romans in der Folge des Attentats

5. The Catcher in the Rye online

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen, die dazu geführt haben, dass sich um J.D. Salingers Roman "The Catcher in the Rye" ein diffuses Bild etabliert hat, insbesondere im Kontext von realen Gewaltverbrechen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie der Mord an John Lennon den Erfahrungshorizont der Öffentlichkeit veränderte und Salingers Werk für neue, oft mythologisierende Lesarten öffnete.

  • Rezeptionsgeschichte des Romans von 1951 bis zur Gegenwart
  • Einfluss des Attentats auf John Lennon auf die Wahrnehmung des Romans
  • Transformation von "The Catcher in the Rye" zum popkulturellen Symbol
  • Rolle der Medien und des Internets bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien
  • Thematisierung von Wahnsinn und Gewalt in der produktiven Rezeption

Auszug aus dem Buch

3. Wandel im Erfahrungshorizont: Das Attentat auf John Lennon

Am 8. Dezember 1980 erschoss Mark David Chapman John Lennon auf offener Straße. Anstatt nach seiner Tat zu fliehen, blieb Chapman am Tatort. Die Polizei fand ihn wenige Minuten später lesend. Seine Lektüre: The Catcher in the Rye. Dass die Auswahl der Lektüre keinesfalls zufällig war, wird schnell deutlich. Nicht nur hatte Chapman die Worte „This is my statement“ in den Umschlag seiner Ausgabe geschrieben, später beim Prozess zitierte er folgende Passage aus dem Roman:

Anyway, I keep picturing all these little kids playing some game in this big field of rye and all. Thousands of little kids, and nobody’s around − nobody big, I mean − except me. And I’m standing on the edge of some crazy cliff. What I have to do, I have to catch everybody if they start to go over the cliff − I mean if they’re running and they don’t look where they’re going I have to come out from somewhere and catch them. That’s all I do all day. I’d just be the catcher in the rye and all. I know it’s crazy, but that’s the only thing I’d really like to be. I know it’s crazy.

Die Tatsache, dass Chapman diesen Auszug aus The Catcher in the Rye als eine Art Verteidigungsrede vorträgt, lässt vermuten, dass er selbst seine Tat durch den Text legitimiert sah. In einem Brief an die New York Times rät er jedem, der verstehen will, was passiert ist, das Buch zu lesen. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich Chapman stark mit Holden Caulfield identifiziert hat. Das angeführte Zitat zeigt, dass ein zentrales Thema des Romans die Unschuld und die Bewahrung dieser Unschuld ist. Holden will die Kinder als „catcher in the rye“ davor bewahren, „phonies“ zu werden, so Holdens Bezeichnung für die Erwachsenen, die sich in ihrer falschen Welt affektiert und verlogen benehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, warum das Werk "The Catcher in the Rye" mit psychischen Störungen und Gewalt in Verbindung gebracht wird, und begründet den methodischen Ansatz der Rezeptionsästhetik nach Jauß.

2. Die Rezeption des Romans vor 1980: Dieses Kapitel zeigt die frühen, primär auf die Adoleszenz des Protagonisten Holden Caulfield fokussierten Lesarten und die Entwicklung des Romans zum Kultbuch auf.

3. Wandel im Erfahrungshorizont: Das Attentat auf John Lennon: Der Mord an Lennon wird als entscheidender Einschnitt analysiert, der den Erfahrungshorizont der Öffentlichkeit erweiterte und neue, gewaltassoziierte Interpretationen ermöglichte.

4. Die Rezeption des Romans in der Folge des Attentats: Hier wird untersucht, wie der Roman medienwirksam in Verbindung mit Attentätern gebracht wurde und sich in der produktiven Rezeption zum Symbol für das "Böse" wandelte.

5. The Catcher in the Rye online: Die Analyse der Online-Kommunikation verdeutlicht, wie in sozialen Netzwerken und Foren Halbwissen und Verschwörungstheorien zirkulieren, die den Roman losgelöst von seinem Inhalt als popkulturelles Symbol instrumentalisieren.

6. Fazit: Die Untersuchung bestätigt, dass Salingers Roman durch historische Ereignisse und die Faszination des Bösen eine zweite Karriere als Symbol der Popkultur erfahren hat, unabhängig von seinem ursprünglichen literarischen Kontext.

Schlüsselwörter

Rezeptionsästhetik, The Catcher in the Rye, J.D. Salinger, John Lennon, Mark David Chapman, Kultbuch, Popkultur, Verschwörungstheorien, Faszination des Bösen, Wahnsinn, Adoleszenz, Mediale Konstruktion, Gewalt, Identifikation, Symbolwerdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselvolle Rezeptionsgeschichte von J.D. Salingers Roman "The Catcher in the Rye" und untersucht, warum das Buch in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend mit Gewaltverbrechen assoziiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rezeptionsästhetik, die Entwicklung des Romans zum popkulturellen Symbol, die Auswirkungen medialer Berichterstattung über Attentate sowie die Rolle der Online-Kommunikation bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Ereignisse – allen voran der Mord an John Lennon – den Erfahrungshorizont der Leserschaft verschoben haben, sodass der Roman heute oft losgelöst von seinem Inhalt als Symbol für das Böse verstanden wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung stützt sich auf die Rezeptionsästhetik nach Hans Robert Jauß, um zu erklären, wie sich die Bedeutung eines literarischen Werkes durch veränderte historische und gesellschaftliche Bedingungen konstituiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Konkretisationen des Romans von der ursprünglichen literarischen Rezeption vor 1980 über die durch Attentate geprägten Interpretationen bis hin zu modernen Verschwörungstheorien im Internet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rezeptionsästhetik, Kultbuch, Faszination des Bösen, popkulturelle Symbolik und die Verbindung von Literatur mit realen Gewaltverbrechen.

Wie spielt das Attentat auf John Lennon eine Rolle für den "Catcher"-Kult?

Das Attentat veränderte den Horizont der Öffentlichkeit grundlegend. Da der Täter Mark David Chapman das Buch am Tatort bei sich trug, entstand die Vorstellung, das Werk sei ein Nährboden für Wahnsinn, was den Roman in einen neuen, mythologisierten Kontext rückte.

Inwiefern beeinflusst das Internet die Wahrnehmung des Romans?

Das Internet bietet einen Raum, in dem sich diffuse Theorien und Halbwissen ungefiltert verbreiten können. Online-Plattformen fungieren als Resonanzboden, der den Roman zunehmend als "Bibel für Mörder" oder "CIA-Werkzeug" stilisiert.

Warum wird der Roman heute oft losgelöst von seinem eigentlichen Inhalt rezipiert?

Aufgrund der medialen Fixierung auf die Faszination des Bösen und der ständigen Verknüpfung mit kriminellen Taten in Film, Fernsehen und Musik ist der inhaltliche Bezug zum Roman für viele Rezipienten in den Hintergrund getreten; das Buch existiert nun primär als ein starkes, oft falsch interpretiertes Symbol.

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Résumé des informations

Titre
Salingers "The Catcher in the Rye" als Bibel für Mörder
Sous-titre
Wie das Attentat auf John Lennon zum Kultstatus des Romans beiträgt
Université
Bielefeld University  (Linguistik und Literaturwissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Ulrike Ziegler (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
34
N° de catalogue
V265462
ISBN (ebook)
9783656550921
ISBN (Livre)
9783656551034
Langue
allemand
mots-clé
Der Fänger im Roggen Mythenbildung Kultbuch John Lennon Mord Verschwörungstheorien Hans Robert Jauß Rezeptionsästhetik J. D. Salinger Rezeption Mark David Chapman
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ulrike Ziegler (Auteur), 2012, Salingers "The Catcher in the Rye" als Bibel für Mörder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265462
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Extrait de  34  pages
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