In einer multidimensionalen und subjektiven Bewertung nimmt Schreiber seine Erfahrungen und Kenntnisse aus seinem Afghanistaneinsatz als Grundlage, um eine persönliche Bewertung über die Chancen und Risiken für Afghanistan aufzuzeigen.
In einer anfänglichen Darstellung der persönlichen Sichtweise, gefolgt von einer Betrachtung des Landes aus historischer, kultureller und ethnischer Sicht, analysiert der Autor die vielschichtigen Konfliktpotentiale, welche in Afghanistan vorhanden sind.
Im Anschluss daran zeigt Schreiber seine Zukunftsaussicht auf. Dabei wird anhand eines Exkurses zu der in Afghanistan seit 2010 angewandten Counterinsurgency-Doktrin aufgezeigt, wie sich gewisse Fortschritte erklären lassen.
Abschließend nimmt der Autor Stellung zu der Politik, wie die Bundesregierung Deutschlands mit den afghanischen Helfern umgeht.
Der Autor spendet 30% des Verkaufserlöses an den Bund Deutscher Veteranen e.V. und 30% an Amnesty International.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HERLEITUNG: MEINE PERSÖNLICHEN BETRACHTUNGSWINKEL
2.1. Die soldatische Dimension meines Denkens
2.2. Die private Dimension meines Denkens
3. PERSÖNLICHER AUSBLICK, Zwischenfazit
4. AFGHANISTAN - seziert
4.1. Historie
4.1.1. 1919 - 1945
4.1.2. Ende der konstitutionellen Monarchie
4.1.3. Machtübernahme der Taliban
4.1.4. Bewertung der Historie
4.2. ETHNISCHE BETRACHTUNG
4.2.1. Die paschtunische Dominanz
4.2.2. Gibt es „DIE“ Afghanen?
4.2.3. Bewertung der ethnischen Diversitäten
4.3. KULTURELLE BETRACHTUNG
4.3.1. Religion
4.3.2. Die Ehre
4.3.3. Personenorientierung statt Sachorientierung
4.3.4. Afghanische Bündnisse – (K)ein Bund fürs Leben?
4.3.5. Zentralistisches Afghanistan?
4.3.6. Bewertung der kulturellen Besonderheiten
5. QUO VADIS AFGHANISTAN - Wie geht es weiter nach 2014?
Exkurs 1: NIE VERGESSEN - unsere Gefallenen!
Fortsetzung: QUO VADIS AFGHANISTAN - Wie geht es weiter nach 2014?
Exkurs 2: COUNTERINSURGENCY
Fortsetzung: QUO VADIS AFGHANISTAN - Wie geht es weiter nach 2014?
6. DER MOHR HAT SEINE SCHULDIGKEIT GETAN
7. SCHLUSSPLÄDOYER
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine persönliche, subjektive Bewertung des deutschen militärischen Engagements in Afghanistan sowie der Zukunftsaussichten des Landes nach 2014 zu liefern, basierend auf ethnisch-historisch-kulturellen Aspekten und eigenen Einsatzerfahrungen.
- Soldatische und private Perspektive auf den Afghanistan-Einsatz
- Ethnische und kulturelle Analyse des Landes
- Bedeutung des Konzepts "Counterinsurgency" (COIN)
- Herausforderungen der Sicherheitslage und zivile Übergangsszenarien
- Verantwortung gegenüber afghanischen Mitarbeitern und Helfern
Auszug aus dem Buch
Die soldatische Dimension meines Denkens
Ich war 12 Jahre Soldat. Ich habe die Bundeswehr freiwillig verlassen, aber in meinem Herzen wird diese doch immer einen großen Platz einnehmen: Ich bin 12 Jahre als Soldat sozialisiert worden, habe extrem viele schöne Momente erleben dürfen, viele Erfahrungen sammeln können und weiß, wie es sich anfühlt unter einer dauerhaften latenten Bedrohung zu agieren. Sicherlich bin ich kein simpler Befehlsempfänger gewesen, das verbietet mir als Offizier auch das Prinzip der Inneren Führung! Ich habe (fast) immer jeden Befehl verstehen können, und wenn es mal nicht der Fall war, so habe ich meinen Vorgesetzten vertraut. Das Verständnis hat sich meistens während des Auftrags eingestellt, spätestens aber nach Beendigung und Zielerreichung.
Und nun kommen wir zum Hauptaspekt: Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und somit habe ich auch die Abgeordneten zumindest als indirekte Vorgesetzte wahrgenommen. Wenn diese also einen Beschluss für ein Mandat getroffen haben, so werden diese das nicht einfach so getan haben! Aus Gesprächen und Schriftwechseln mit Abgeordneten weiß ich, dass diese sich diese Entscheidungen nicht leicht machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert seine Intention, basierend auf eigenen Erfahrungen und Bewertungen eine persönliche Sicht auf den Afghanistan-Einsatz darzulegen.
2. HERLEITUNG: MEINE PERSÖNLICHEN BETRACHTUNGSWINKEL: Die Herleitung erfolgt aus einer soldatischen und einer privaten Perspektive, um die persönliche Einstellung zum Einsatz zu begründen.
3. PERSÖNLICHER AUSBLICK, Zwischenfazit: Ein kurzer Ausblick auf die Entwicklung nach 2014, der die Komplexität der Prognose hervorhebt.
4. AFGHANISTAN - seziert: Eine detaillierte Analyse der historischen, ethnischen und kulturellen Hintergründe des Landes, die für das Verständnis der aktuellen Lage essenziell sind.
5. QUO VADIS AFGHANISTAN - Wie geht es weiter nach 2014?: Eine kritische Betrachtung der Sicherheitslage unter Einbeziehung des COIN-Konzepts und der Perspektiven für die Zeit nach dem Abzug.
6. DER MOHR HAT SEINE SCHULDIGKEIT GETAN: Der Autor kritisiert den Umgang der Bundesrepublik mit afghanischen Mitarbeitern, insbesondere Sprachmittlern, nach dem Abzug der Truppen.
7. SCHLUSSPLÄDOYER: Ein abschließender Wunsch für eine friedliche Zukunft Afghanistans und eine persönliche Reflexion über mögliche zukünftige Besuche.
Schlüsselwörter
Afghanistan, Bundeswehr, Counterinsurgency, Paschtunwali, Sicherheit, Kultur, Ethnien, Taliban, ISAF, Einsatz, Geschichte, Gesellschaft, Verantwortung, Sprachmittler, 2014
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine subjektive, multidimensionale Bewertung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr durch einen ehemaligen Soldaten, die historische, kulturelle und ethische Aspekte integriert.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Themenfelder umfassen die soldatische und private Sicht auf den Einsatz, historische Hintergründe, ethnische Diversitäten, kulturelle Besonderheiten wie Paschtunwali sowie die strategischen Herausforderungen (COIN) und die moralische Verantwortung gegenüber afghanischen Helfern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Komplexität des Afghanistan-Konflikts jenseits militärischer Berichterstattung zu beleuchten und eine differenzierte Meinung zur Sinnhaftigkeit und Zukunft des Engagements zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verzichtet bewusst auf eine rein akademische Bearbeitung und stützt sich stattdessen auf eine Kombination aus eigener Einsatzerfahrung, Ausbildungskenntnissen und persönlichen Bewertungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des Landes (Historie, Ethnien, Kultur), die strategische Komponente (Counterinsurgency-Phasen) und die politische Diskussion über den Umgang mit lokalen Mitarbeitern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Afghanistan, Bundeswehr, Counterinsurgency (COIN), Paschtunwali, Sicherheit, ethnische Diversität und die Verantwortung gegenüber lokalen Kräften.
Wie steht der Autor zur Strategie der Aufstandsbekämpfung (COIN)?
Der Autor sieht in COIN einen notwendigen, bevölkerungsorientierten Ansatz, der jedoch eine tiefe kulturelle Kenntnis erfordert und militärisch sowie zivil eng abgestimmt sein muss.
Welche Bedenken äußert der Autor bezüglich des Abzugs 2014?
Der Autor befürchtet einen zu frühen Abzug, da Afghanistan sich noch in einem sensiblen Entwicklungsprozess befindet und die Sicherheit sowie das aufgebaute Vertrauen in die lokalen Kräfte noch nicht gefestigt genug erscheinen.
Wie bewertet der Autor die Situation der afghanischen Sprachmittler?
Er kritisiert scharf, dass diese Mitarbeiter, die den Truppen treue Dienste leisteten, nach dem Abzug kaum Unterstützung erhalten und durch Drohungen von Aufständischen massiv gefährdet sind.
- Citar trabajo
- Björn Schreiber (Autor), 2013, Beyond 2014? Die Zukunft Afghanistans, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265547