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Fiskalvertrag und Europäischer Stabilitätsmechanismus. Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise im Euroraum

Titre: Fiskalvertrag und Europäischer Stabilitätsmechanismus. Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise im Euroraum

Thèse de Master , 2013 , 79 Pages , Note: 1,8

Autor:in: Giulia Maleffo (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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Die Notwendigkeit der Einführung eines permanenten Krisenmanagementsystems, dass europaweit die Steuerung der Liquiditäts- und Insolvenzgefährdungen reglementiert, ist in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise unumstritten. Vor diesem Hintergrund drängt sich die folgende Fragestellung auf: Inwieweit wirken die bereits unterzeichneten Verträge zur Prävention (Vertrag über die Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschaft und Währungsunion, kurz VSKS) und Postvention (Europäischer Stabilitätsmechanismus, kurz ESM) den ökonomischen Ungleichgewichten im Euroraum entgegen? Zur Beantwortung der genannten Fragestellung dieser Arbeit werden verschiedene vorgegebene Politik- und Wirtschaftstexte analysiert, miteinander verglichen und Schlüsse hieraus gefolgert. Hierfür werden ökonomische Erkenntnisse mit den geltenden europäischen Gesetzesrahmen in Beziehung gesetzt. Die Konsequenzen der Wirtschaftskrise auf den Bankensektor werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt, da diese den Umfang der Arbeit sprengen würden. Ebenfalls werden die sozialen Auswirkungen der Krise auf den künftigen Integrationsprozess der Europäischen Union, aufgrund geringer Relevanz in Bezug auf die Fragestellung, nicht hinterfragt. Ziel dieser Arbeit ist nicht nur die Darstellung der institutionellen und ökonomischen Hintergründe der Einführung einer einheitlichen Währung in der EU, sondern auch die Reperkussionen einer Staatsverschuldung zu erklären. Darüber hinaus werden Alternativen zur Krisenbewältigung aufgezeigt, die die Funktion des ESM und des VSKS identifizieren und praktische Fälle untersucht, in denen bereits Rettungsmaßnahmen zur Korrektur übermäßigen Defizit- und Schuldenquoten eingeführt worden sind, sodass final eine Evaluierung dieser herausarbeitet wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Europäische Währungsunion: Entwicklung bis zum Ausbruch der Schuldenkrise

2.1 Die Optimum Currency Area Theorie und die Wirklichkeit

2.2 Vollzug des Projekts einer einheitlichen Währung

2.2.1 Verwicklungen bei der Gestaltung der EWU

2.2.2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt

2.3 Ausgangspunkt: Schulden- Banken und Wettbewerbskrise

3. Dauerhaften Mechanismen zur Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion

3.1 Der Vertrag über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion (VSKS)

3.1.1 Rechtsstatus und Ziel

3.1.2 Inhalt des Korrekturmechanismus: Ausweichklauseln und Verfahren

3.2 Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM)

3.2.1 Ziel, Organe, Beschlussverfahren und Finanzausstattung

3.2.2 Finanzhilfen: Instrumente und Verfahren

4. Grundsätze staatlicher Verschuldung

4.1 Ursachen

4.2 Auswirkungen exzessiver Staatsverschuldung

4.2.1 Ökonomische Ansätze

4.2.2 Politische Ansätze

4.2.3 Verweis auf implizite und explizite Staatsschulden

5. Alternativen zur Krisenbewältigung

5.1 Staatsbankrott und Austritt aus der EU

5.2 Die Fiskalunion

5.3 Ein Mechanismus zur Krisen-Prävention, -Milderung und -Bewältigung

5.3.1 Optimale Charakteristiken

5.3.2 Theoretische Vorschläge zur Prävention ökonomischer Ungleichgewichte

5.3.2.1Vorbild von Schuldenbremsen in Europa

5.3.3 Theoretischer Vorschlag zur Postvention ökonomischer Ungleichgewichte

6. Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung ausgewählter Krisen-Länder

6.1 Griechenland

6.2 Irland

6.3 Portugal

7. Bewertung der Stabilitätsmechanismen

7.1 Gesamtwertung des VSKS

7.2 Gesamtwertung des ESM

7.3 Ausblick

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der präventiven und korrektiven Mechanismen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion – namentlich des Fiskalvertrags (VSKS) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) – bei der Bewältigung ökonomischer Ungleichgewichte im Euroraum.

  • Theorie optimaler Währungsräume und ihre Implikationen für die EWU
  • Ursachen und Auswirkungen staatlicher Verschuldung
  • Analyse der nationalen Krisenbewältigung in Griechenland, Irland und Portugal
  • Bewertung der institutionellen Stabilitätsmechanismen (VSKS und ESM)
  • Alternative Handlungsoptionen wie Fiskalunion und Staatsbankrott

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Theorie optimaler Währungsräume und die Wirklichkeit

Die Schaffung einer Zone mit einer gemeinsamen Währung und Zentralbank hat das Problem eines optimalen Währungsraums aufgeworfen. Die Theorie optimaler Währungsräume (optimum currency area) wird vom Nobelpreisträger Robert Mundell (1961) vorangetrieben und basiert auf der Annahme, dass unabhängige Nationen sich in einer Währungsunion zusammenschließen, wenn die Nutzen des Beitritts die Kosten übertreffen (Mankiw, 2008, S.928). Zu den Nutzen einer gemeinsamen Währung zählen zunächst geringere Transaktionskosten, welche eine Intensivierung des Handels von Gütern und Dienstleistungen sowie die Zunahme ausländischen Investitionen als direkte Konsequenz begünstigen können. Durch eine Währungsunion verlieren aber die betreffenden Staaten das Monopol über die Steuerung eines wichtigen makroökonomischen Politikinstruments: Den Wechselkurs.

Der Wechselkurs sorgt dafür, dass Staaten, die sich innerhalb einer gewissen Zeitspanne in unterschiedlichen ökonomischen Zyklen befinden, wieder ins Gleichgewicht kommen. Wenn zwei Staaten, z.B. Deutschland und Spanien, nicht zu einer Währungsunion gehören und sich Deutschland in einer Aufschwungsphase und Spanien in einer Abschwungphase befindet, ist es wahrscheinlich, dass diese zwei Länder unterschiedliche Geldpolitiken betreiben. Auf dem Devisenmarkt würde der Wert der D-Mark ansteigen und der Wert der spanischen Peseta sinken. Gleichzeitig wären deutsche Güter für die spanische Bevölkerung teurer und ggf. spanische Güter für die deutsche Bevölkerung günstiger. Dies könnte eine Reduzierung des Nettoexports Deutschlands und umgekehrt eine Steigerung der Nettoexporte Spaniens zur Folge haben, bis sich die Geldnachfrage und das Preisniveau zurück auf das ursprüngliche Gleichgewicht einpendeln. Alternativ könnte das Land, das sich in einer Rezession befindet, die Zinssätze auf seine Staatsanleihen senken, um die Nachfrage zu erhöhen, während das Land, das sich in der Wachstumsphase befindet, die Zinssätze erhöhen wird, um die Gefahr einer auf übertriebenem Optimismus zurückzuführenden Preissteigerung zu vermeiden. In der EWU werden jedoch die Zinssätze extern bzw. von den internationalen Märkten bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der staatlichen Verschuldung in der Eurozone seit 2009 und definiert die Fragestellung zur Wirksamkeit von Präventions- und Postventionsverträgen.

2. Die Europäische Währungsunion: Entwicklung bis zum Ausbruch der Schuldenkrise: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen optimaler Währungsräume und analysiert die politischen Fehlentscheidungen seit Einführung des Euro.

3. Dauerhaften Mechanismen zur Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion: Hier werden der Fiskalvertrag (VSKS) und der ESM als neue institutionelle Pfeiler für die Haushaltsdisziplin und Krisenbewältigung detailliert vorgestellt.

4. Grundsätze staatlicher Verschuldung: Das Kapitel beleuchtet ökonomische und politische Ursachen für Staatsverschuldung sowie die Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Staatsschulden.

5. Alternativen zur Krisenbewältigung: Dieses Kapitel diskutiert Handlungsoptionen für die Eurozone, darunter den Austritt aus der EU, die Fiskalunion sowie verschiedene Ansätze für Schuldenbremsen.

6. Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung ausgewählter Krisen-Länder: Eine länderbezogene Untersuchung zeigt die spezifischen Ursachen der Krise in Griechenland, Irland und Portugal auf.

7. Bewertung der Stabilitätsmechanismen: Abschließend erfolgt eine rechtliche, politische und ökonomische Evaluation der Wirksamkeit von VSKS und ESM sowie ein Ausblick auf notwendige Reformen.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die bestehenden Mechanismen noch unvollkommen sind und den Anforderungen an ein permanentes Krisenmanagement nur teilweise entsprechen.

Schlüsselwörter

Europäische Währungsunion, Staatsverschuldung, Fiskalvertrag, ESM, Eurokrise, Haushaltsdisziplin, Schuldenbremse, Finanzstabilität, Moral Hazard, Asymmetrische Schocks, Strukturreformen, Maastricht-Kriterien, Defizitquote, Wirtschaftsintegration, Krisenbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien der Europäischen Union zur Krisenbewältigung, insbesondere durch den Fiskalvertrag und den Europäischen Stabilitätsmechanismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie optimaler Währungsräume, den Ursachen von Staatsverschuldung und der konkreten Entwicklung in den Krisenländern Griechenland, Irland und Portugal.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu bewerten, inwieweit die unterzeichneten Verträge (VSKS und ESM) geeignet sind, ökonomischen Ungleichgewichten im Euroraum entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Analyse und ein Vergleich vorhandener Politik- und Wirtschaftstexte durchgeführt, um ökonomische Erkenntnisse mit dem europäischen Gesetzesrahmen in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Währungsunion, die Mechanismen zur Stabilisierung, Ursachen der Verschuldung und eine detaillierte länderbezogene Analyse der Krisenstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Europäische Währungsunion, Fiskalvertrag (VSKS), ESM, Staatsverschuldung, Haushaltsdisziplin und Krisenbewältigung.

Inwiefern beeinflussten Immobilienblasen die Krise in Irland?

Das Platzen der Immobilienblase 2007 führte zum Insolvenzrisiko des Bankensektors, was den irischen Staat zwang, Garantien für Verbindlichkeiten zu übernehmen und dadurch die Staatsverschuldung explodieren ließ.

Warum wird die Wirksamkeit des VSKS kritisch betrachtet?

Kritiker bemängeln insbesondere das Fehlen eines automatischen Sanktionsmechanismus und die mangelnde Flexibilität bei gleichzeitig notwendigen Wachstumsanreizen.

Welche Rolle spielt der IWF in diesem Kontext?

Der IWF fungiert als beratende Instanz und Partner bei der Gewährung von Finanzhilfen, wobei er auch Konzepte wie den SDRM zur Umstrukturierung von Staatsschulden eingebracht hat.

Welche Problematik besteht bei der „Schuldenbremse“?

Es besteht der Konflikt zwischen der Notwendigkeit strenger Disziplin zur Haushaltskonsolidierung und der Gefahr, dass diese Regeln in Rezessionsphasen prozyklisch wirken und das Wachstum abwürgen.

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Résumé des informations

Titre
Fiskalvertrag und Europäischer Stabilitätsmechanismus. Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise im Euroraum
Université
Ruhr-University of Bochum
Note
1,8
Auteur
Giulia Maleffo (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
79
N° de catalogue
V265985
ISBN (ebook)
9783656558217
ISBN (Livre)
9783656558200
Langue
allemand
mots-clé
fiskalvertrag europäischer stabilitätsmechanismus maßnahmen bekämpfung wirtschaftskrise euroraum
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Giulia Maleffo (Auteur), 2013, Fiskalvertrag und Europäischer Stabilitätsmechanismus. Maßnahmen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise im Euroraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265985
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