Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire - Divers

Das Thurioiprojekt

Titre: Das Thurioiprojekt

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 24 Pages

Autor:in: André Schnücke (Auteur)

Histoire - Divers
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

In der Auseinandersetzung mit der Geschichte Athens im 5. vorchristlichen Jahrhundert wird allenthalben der exzeptionelle Charakter betont, welcher dem athenischen Engagement zur Begründung Thuriois beizumessen ist. Die Besonderheit des Thurioiprojektes ist darin zu sehen, dass hier die erste, auf Basis der Quellen eindeutig nachzuweisende Initiative der in den vorangegangenen Jahrzehnten zur Großmacht aufgestiegenen Polis im Westen gegeben ist. Die Gründung fällt in eine Zeit, in der Athen seine hegemoniale Stellung im Seebund ausgebaut hatte und weiter zu festigen suchte. Zugleich war der Dualismus zwischen Athen und Sparta zu seiner vollen Ausprägung gekommen. Es war eine Zeit relativer Stabilität und des Friedens, die der Erschütterung der griechischen Staatenwelt durch den Peloponnesischen Krieg voran ging. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Motivation, welche dieser Wendung nach Westen zugrunde lag und wie sich diese in den Rahmen athenischer Außenpolitik der 440er Jahre einordnen lässt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Friedensschluss von 446/5

2.1. Frieden als Voraussetzung athenischer Hegemonialpolitik

2.2. Verzicht auf die Erweiterung des Machtbereichs

3. Athenische Interessen bei der Gründung Thuriois

3.1. Das erste Engagement und die Unterstützung der Sybariten

3.2. Religiöse Propaganda und machtpolitische Interessen

3.2.1. Das Kongressdekret als Folie der Bewertung des Thurioiprojektes

3.2.2. Legitimierung durch Divination

3.3. Dominanz der Athener ?

3.4. Die Frage des Stadtgründers

3.5. Thurioi sich selbst überlassen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das athenische Engagement bei der Gründung der Kolonie Thurioi im 5. vorchristlichen Jahrhundert unter der zentralen Forschungsfrage, ob dieses Projekt Ausdruck einer expansiven, imperialistischen Politik Athens war oder ob es den panhellenischen Bestrebungen entsprach, die ein Handeln über den eigenen Machtbereich hinaus legitimierten.

  • Analyse des athenischen Friedensschlusses mit Sparta von 446/5 als Rahmenbedingung für außenpolitische Entscheidungen.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen panhellenischem Anspruch und Machtpolitik am Beispiel des Thurioiprojektes.
  • Bewertung der Rolle religiöser Legitimationsstrategien wie der Nutzung von Orakelsprüchen und des Einflusses von Akteuren wie Lampon.
  • Kritische Überprüfung der These einer athenischen Dominanz innerhalb der Kolonie anhand der Phylenordnung und der Verfassungsstruktur.
  • Beurteilung des athenischen Verhaltens in späteren Konflikten, insbesondere im Hinblick auf Tarent, zur Einordnung des imperialen Interesses.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Das Kongressdekret als Folie der Bewertung des Thurioiprojektes

Als erster Versuch den eigenen, über den Dualismus Athens und Spartas hinausweisenden panhellenischen Führungsanspruch auf subtileren Wegen zu artikulieren, wird gemeinhin der von Perikles entworfene Plan eines panhellenischen Kongresses im Jahre 449 angesehen. Seit Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist die Existenz und Datierung des so genannten Kongressdekrets kontrovers diskutiert worden. Die Zweifel entwachsen zuvorderst aus dem Mangel an zeitgenössischen oder zeitnahen Quellen zum Beleg seiner Echtheit. Als einzige Quelle steht uns der Hinweis in Plutarchs Vita des Perikles zur Verfügung und diese sind bekanntlich um die Wende zum zweiten vorchristlichen Jahrhundert zu datieren. Die vorgebrachten Thesen und Argumente zur Historizität und Authentizität des Kongressdekrets können hier nicht hinreichend gewürdigt werden. Zufriedenstellende Klarheit wird sich wohl nicht herstellen lassen und die Argumente für die eine oder andere Seite können einzig anhand der Kriterien der Intelligibilität und Plausibilität bemessen werden.

In diesem Sinne ist auf die bedeutende Rolle, welche Sparta in dem plutarchischen Bericht einnimmt zu verweisen. Den Spartanern sei „die wachsende Macht Athens allgemach ein Dorn im Auge“ gewesen. Plutarchs Bericht liegt eine explizit anti-spartanische Stoßrichtung zugrunde, welche zudem durch den Hinweis auf das Scheitern des Kongresses durch die Ablehnung der Lakedaimonier verstärkt wird. Der pointierte Hinweis auf den athenisch-spartanischen Dualismus im Zusammenhang mit der offensichtlich gegebenen Befriedung des Verhältnisses zu den Persern lässt Plutarchs Bericht authentisch und die Datierung des Kongressplanes in die frühen vierziger Jahre des 5. vorchristlichen Jahrhunderts plausibel erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thurioiprojekt im Kontext der athenischen Hegemonialpolitik des 5. Jahrhunderts v. Chr. und stellt die Forschungsfrage nach der Motivation dieses westlichen Engagements.

2. Der Friedensschluss von 446/5: Dieses Kapitel analysiert den Friedensvertrag zwischen Athen und Sparta als entscheidende Rahmenbedingung, die den athenischen Handlungsspielraum limitierte und auf den Erhalt des Status quo abzielte.

3. Athenische Interessen bei der Gründung Thuriois: Dieser Hauptteil untersucht die chronologischen Abläufe, die religiöse Legitimierung durch Orakel und die interne Struktur der Kolonie, um den Grad athenischer Einflussnahme zu bewerten.

4. Fazit: Das Fazit lehnt die These eines rein imperialistischen Motivs ab und interpretiert das Thurioiprojekt als Versuch Athens, sich als panhellenische Führungsmacht zu profilieren, ohne dabei die Friedensordnung mit Sparta zu gefährden.

Schlüsselwörter

Athen, Thurioi, Perikles, Sparta, Peloponnesischer Krieg, Panhellenismus, Imperialismus, Kolonisation, Friedensschluss 446/5, Oikistes, Sybariten, Lampon, Phylenordnung, Divination, Tarent.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Hintergründen der Gründung der Kolonie Thurioi durch Athen im 5. vorchristlichen Jahrhundert und der Frage, ob diese Initiative imperialistisch oder panhellenisch motiviert war.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Zentrum stehen die athenisch-spartanischen Beziehungen, der Friedensschluss von 446/5, die Rolle der religiösen Legitimierung und die Frage der politischen Machtverteilung in der neugegründeten Kolonie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob der panhellenische Rahmen des Projekts eine rein strategische Verschleierung imperialistischer Ambitionen darstellte oder ob Athen tatsächlich im Sinne eines allgemein-griechischen Interesses handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, bei der Berichte antiker Autoren wie Diodor, Plutarch und Thukydides im Kontext aktueller Forschungsergebnisse ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem chronologischen Verlauf der Gründung, der Analyse der Phylenstruktur zur Ermittlung einer möglichen Dominanz Athens sowie dem Vergleich mit dem panhellenischen Kongressplan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Athen, Thurioi, Imperialismus, Panhellenismus, Friedenspolitik, Machtbalance, Kolonisation und der athenisch-spartanische Dualismus.

Warum spielt der Friedensschluss von 446/5 für die Argumentation eine so zentrale Rolle?

Er fungiert als regulatorischer Rahmen; jede expansive Westpolitik hätte diesen Frieden gefährdet, weshalb das Engagement in Thurioi als Versuch gewertet wird, Vorrang durch Ansehen statt durch Gewalt zu erreichen.

Inwieweit spielt die Person des Perikles eine Rolle für die Bewertung des Thurioiprojekts?

Der Autor geht kritisch mit der Forschungstradition um, die das Projekt direkt auf Perikles zurückführt, und betont, dass die Konzentration auf diese Einzelperson den Blick auf die breiteren politischen Strukturen der Zeit verzerrt.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Divination und des Orakels bei der Gründung?

Die religiöse Absicherung wird als strategisches Mittel interpretiert, um das Projekt als panhellenisch zu legitimieren und Athen als ausführende Gewalt eines göttlichen Willens darzustellen.

Fin de l'extrait de 24 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Das Thurioiprojekt
Auteur
André Schnücke (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
24
N° de catalogue
V266091
ISBN (ebook)
9783668706859
ISBN (Livre)
9783668706866
Langue
allemand
mots-clé
thurioiprojekt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
André Schnücke (Auteur), 2014, Das Thurioiprojekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266091
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint