Reiz des Unterirdischen. Diachrone Betrachtung von Vorstellungswelten über das Subterrane am Beispiel von ausgewählten Höhlen im Harz


Bachelorarbeit, 2013

52 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kulturelle Entwicklung des Reisens

3. Quellenkorpus

4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen
4.1 Motivationskomplex
4.2 „Curiositas“: Neugierde und Schaulust

5. Erkundung des subterranen Raums
5.1 Befahrungsmodalitäten
5.1.1 Widrigkeiten der Höhlenexkursion
5.1.2 Bedeutung der Lichtverhältnisse
5.2 Befahrungsbefindlichkeiten: „delightful horror“
5.2.1 Geisterglaube
5.2.2 Naturgefühl und Schauder

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Sekundärliteratur

8. Anhang
8.1 Abbildungen
8.2 Chronologische Übersicht zur Primärliteratur

1. Einleitung

Dann f ü hrst du mich zur sichern H ö hle, zeigst/ Mich dann mir selbst, und meiner eig- nen Brust/ Geheime tiefe Wunder ö ffnen sich1. In diesem Auszug aus der Szene „Wald und Höhle“ der Dichtung „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1806 kommt zum Vorschein, dass die naturräumlichen Bedingungen der Höhle als Pro- jektionsfläche zur Darlegung eines pantheistischen Naturgefühls dienen. Faust, der sich einsam im Wald wiederfindet, zieht Bilanz über seinen bisherigen Lebensweg und ver- steht im Moment der Auseinandersetzung mit der Natur und dem Selbst die Lehre des Erdgeistes, den er zuvor aufgrund seines Strebens nach Erkenntnis der Welt angerufen hatte. In der Ansicht der Naturgegebenheiten wird er sich seiner essentiellen Verbin- dung mit dem Kosmos bewusst. Die Höhle fungiert dementsprechend als Bedeutungs- träger, denn sie stellt für Faust einen Ort der subjektiven Reflexion sowie eine Stätte der innerlichen Offenbarung dar.

Im Laufe von Jahrhunderten beschäftigte sich eine große Anzahl von Menschen in naturwissenschaftlicher, ökonomischer oder, wie oben angeführt, in literarischer Hinsicht mit Höhlen, woraus dezidiert Muster der Perzeption und Interpretation dieser Naturphänomene abgeleitet werden können. Es lassen sich an diesem Punkt die Fragen stellen, welche kulturellen Wahrnehmungs- und Deutungsschemata von Höhlen in der Vergangenheit kursierten und inwiefern sie im Laufe der Zeit angeeignet, modifiziert oder verworfen worden. Wie wandelten sich demnach die Konnotationen einer solchen unterirdischen „Naturlandschaft“? Es bleibt somit zu eruieren, welche Intentionen zur Erkundung des Unterirdischen aus historischer Perspektive existierten und welche Anreize zu einer solchen Exkursion bei den Besuchern dominierten.

Ziel dieser Arbeit ist es daher, in einer diachronen Betrachtung herauszufinden, welche Vorstellungswelten Menschen vom Ende des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, dementsprechend im Zeitraum der epochalen Eingrenzung der Frühen Neuzeit, über Höhlen ausbildeten und inwiefern sie diese Naturgegebenheiten mittels der ihnen zur Verfügung stehenden Erkenntnissysteme erschlossen und diskursiv formierten. Es soll dargelegt werden, welche Erklärungsmuster in den Texten damaliger Autoren zur Be- stimmung der Bedeutung des Subterranen verwendet wurden und welche Motivkom- plexe überwogen. Ferner ist darauf einzugehen, wie sich Neugierde, Ehrfurcht und Schauder bei der Erkundung von Höhlen zu einem touristischen Moment herausbildeten und inwiefern gesellschaftliche Prozesse, wie die Ausprägung des Reisens, die Aufwer- tung des Sehens und die Ausdifferenzierung eines bestimmten Naturgefühls, diese Ent- wicklung beeinflussten. Des Weiteren bleibt zu untersuchen, inwiefern der soziale Hin- tergrund der Höhlenbesucher eine Rolle bei der Erforschung der subterranen Naturräu- me spielte.

Übergeordnet lässt sich die These aufstellen, dass eine Vielzahl an kulturellen Wahr- nehmungs- und Deutungsmustern von Höhlen in der Frühen Neuzeit existierte. Neben der ökonomischen Erschließung und der akademischen Erforschung der naturräumli- chen Beschaffenheit traten das unterirdische Naturerlebnis und damit einhergehend auch der Reiz des Schauerns, wodurch von einer Frühform des touristischen Interesses an natürlichen Phänomenen ausgegangen werden kann. Es sind demnach bestimmte mentale und körperliche Erfahrungen mit der Besichtigung von Höhlen in Verbindung zu bringen, womit deutlich wird, dass Naturgegebenheiten substantiell das menschliche Denken und Handeln bestimmen. Ihre Perzeption und Interpretation ist somit kulturell geprägt und unterliegt einem historischen Wandel.

Zur Untersuchung der aufgeworfenen Fragestellungen und Thesen beschränkt sich diese Arbeit auf Quellen über Höhlenbeschreibungen aus dem Harz vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Diese Schwerpunktsetzung ergibt sich aus der Interessiertheit an den na- turkundlichen Besonderheiten dieses deutschen Mittelgebirges und explizit an den in dieser Region vorhandenen Höhlen, die schon früh Objekte ausführlicher Erkundungen und zeitgenössischer Publizistik wurden. Ferner wurde die epochale Eingrenzung der Frühen Neuzeit ausgewählt, da in diesem Zeitraum besondere gesellschaftliche Ent- wicklungsprozesse in Gang gesetzt wurden, die die Wahrnehmung und Deutung von Naturphänomenen in neuer Qualität beeinflussten. Der Blick richtet sich in dieser Arbeit auf bestimmte Höhlen wie auf die Baumannshöhle bei Rübeland im östlichen Harz und die Einhornhöhle bei Scharzfeld im westlichen Teil des Gebirges. Diese Höhlen waren schon am Beginn der Frühen Neuzeit in größeren Teilen erschlossen und überregional bekannt, was eine Seltenheit in der damaligen Zeit darstellte. Es wird sich im Verlauf der Arbeit vor allem auf die Analyse von Befahrungsberichten dieser beiden unterirdi- schen Naturräume festgelegt, da sie in vermehrter Anzahl zu finden sind. Somit bleibt zu erwähnen, dass die Quellenlage verhältnismäßig gut ist. Als Fundament der Untersu- chung wurden 30 Quellen aus einer weit gefassten Palette von Primärliteratur von unge- fähr 1600 - 1800 ausgewählt, um anhand verschiedener Textgattungen und unterschied- licher Hintergründe der Autoren differierende beziehungsweise gemeinsame Perspekti- ven in Bezug auf die Bedeutung von Höhlen herauszuarbeiten. Zusätzlich diente ein weites Spektrum an Sekundärliteratur der Beschäftigung mit der Problematik. Hierbei ist vor allem auf Sabine Röders Dissertationsschrift „Höhlenfaszination in der Kunst um 1800“ sowie auf Hole Rößlers Aufsatz „Der anatomische Blick und das Licht im theatrum. Über Empirie und Schaulust“ aufmerksam zu machen. Erstere untersucht, wie der Titel es verlauten lässt, vor allem das Interesse an Höhlen in der bildenden Kunst, wobei sie auch einen geschichtlichen Überblick über Entwicklungslinien, Rezeptionen und Modifizierungen der kulturellen Wahrnehmung und Deutung des Subterranen gibt. Rößler wiederum beschäftigt sich explizit mit dem Perzeptionsstil in der frühneuzeitli- chen Gesellschaft, wobei er das „Auge“ als ein Erkenntnismittel in den Fokus rückt und durch das irritierende Moment der Höhlenerkundung auf spezifische Praktiken des Se- hens schließt.

Die Forschung beschäftigt sich somit unter kulturwissenschaftlicher Sicht eingehend mit der Thematik der verschiedenen Interpretationsebenen von Naturphänomenen in der Frühen Neuzeit2, was auch Einfluss auf die vorliegende Arbeit haben wird. Ferner ist diese Untersuchung in den Bereich der historischen Reisekultur zu verorten, in dem ebenfalls zunehmend geforscht wird3 und der Verbindungslinien zu dem erst genannten Gebiet aufweist. Die Analyse wird demnach unter den Perspektiven kulturhistorischer Forschung und dezidiert unter einem historisch-anthropologischen Blickwinkel4 gestal- tet sein. Das historische Feld wurde nach der intensiven Vorbereitung durch Literatur- und Internetrecherche sowie durch die Teilnahme an Höhlenführungen5 nach räumli- chen, zeitlichen und sozialen Gesichtspunkten abgesteckt. Der methodische Zugang erfolgte durch texthermeneutische Verfahren, indem die Quellen in einer diachronen Betrachtungsweise6 einer eingehenden Kritik unterzogen wurden7, worauf im Folgenden näher eingegangen wird.

Im Verlauf der Arbeit soll nun zuerst in groben Zügen die kulturelle Entwicklung des Reisens allgemein und dezidiert in den Harz beleuchtet werden, um Aussagen über den Kontext von Höhlenexkursionen zu erhalten. Hauptpunkt der Ausführungen stellt die Untersuchung der bereits erwähnten Quellen dar, wodurch Befahrungsmotivationen, - modalitäten und -befindlichkeiten bei der Erkundung von Höhlen aufgezeigt werden. Ferner sollen die Aussagen in den Texten in den Bezugsrahmen der zeitspezifischen Perzeption und Interpretation von Naturphänomenen eingeordnet und ausgewertet wer- den, um somit auf ein fundiertes Ergebnis bezüglich der Thesen zu gelangen.

2. Kulturelle Entwicklung des Reisens

In der Vorzeit, Antike wie auch im Mittelalter gab es die zweckorientierte Nutzreise8, doch sollte das Unterwegssein in den folgenden Jahrhunderten mehr als das sein. Die Reflexion und die Verarbeitung des Reisens in literarischer Form prägte sich dezidiert seit der humanistischen Bildungsbewegung9 ab dem 16. Jahrhundert aus, was nicht zu- letzt anhand der zunehmenden Publikation von Apodemiken deutlich wurde. An dieser Stelle ist auf den Begriff der Reisekultur zu verweisen, wie ihn Brenner definiert:

„Reisekultur bedeutet nicht einfach die Tätigkeit des Reisens, mit der bestimmte soziale -merkantile, wissenschaftliche, individuelle- Interessen wahrgenommen werden. Reisekultur verweist vielmehr auf das Reisen als ein bewusstes Handeln, mit der es umgebenden materiellen und ideellen Infrastruktur, das für die Gesellschaft nicht nur eine Funktion, sondern auch eine ,Bedeutung‘ hat“10.

Das Reisen ist demnach als eine kulturelle Praxis zu verstehen, die sich in der frühneu- zeitlichen Gesellschaft immer mehr ausdifferenzierte, was durch die Verbesserung der Reisemittel und -wege unterstützt wurde. Menschen aus allen sozialen Schichten und Ständen waren aus verschiedenen Ursachen und Motiven unterwegs.11 Das Reisen in den Harz soll in dieser Arbeit explizit von Belang sein. Es muss allerdings darauf hin- gedeutet werden, dass dieses Mittelgebirge am Beginn der Frühen Neuzeit nur partiell erschlossen war. Der Harz galt als unzugänglich und furchteinflößend sowie als Schau- platz dämonischer Versammlungen. Im Zuge der Aufklärung und der damit verbunde- nen Aufwertung des eigenen „Sehens“ der Dinge steigerte sich die Bedeutung des Rei- sens, sodass zunehmend neue Routen erschlossen wurden, die auch durch unwegsames Gelände führten. Vor diesem Hintergrund konnte sich im 18. Jahrhundert in Europa eine Form des „Gebirgstourismus“12 ausprägen, die auch den Harz betraf. Zu einer um- fassenden Harzreise gehörte beispielsweise neben dem Besuch des Brockens auch die Besichtigung von Höhlen. An dieser Stelle bleibt zu erwähnen, dass der Harz eine Karstlandschaft13 ist, in der in mehreren Millionen Jahren durch die Auswaschung des meist kalkhaltigen Gesteins diese geologischen Systeme von Hohlräumen und Gängen14 entstanden. Die Harzreisenden besuchten am meisten die Baumannshöhle, da die natur- räumlichen Gegebenheiten, wie die dort vorhandenen Tropfsteinformationen, als außer- gewöhnliche Phänomene in der damaligen Zeit angesehen wurden. Dieser unterirdische Raum15 wurde der Legende nach von einem Bergmann namens Baumann im 16. Jahr- hundert entdeckt, der auf der Suche nach Erzvorkommnissen war. Aller Wahrschein- lichkeit nach wurde sie aber schon vor 1560 durch Bergleute erkundet16. Das erste nicht zu bezweifelnde Zitat über die Höhle stammt von dem Schweizer Naturforscher Conrad Gesner17, der sie um die Mitte des 16. Jahrhunderts befuhr. Es bleibt zu erwähnen, dass diese Harzer Höhle eine Besonderheit darstellte, da sie die erste „Schauhöhle“ im deutschsprachigen Gebiet war, in der durch einen eigens dazu privilegierten Höhlenführer ab Mitte des 17. Jahrhunderts regelmäßig Führungen abgehalten wurden. Des Weiteren diente die Einhornhöhle bei Scharzfeld als ein Objekt der intensiven subterranen Erkundung. Diese Höhle, die vornehmlich aus dem Gestein Dolomit besteht, erhielt ihren Namen aufgrund der in ihr vermehrt gefundenen Knochen, die als Überreste des Einhorns galten und zu medizinischen Zwecken verwendet wurden.

Im Folgenden soll nach der Betrachtung des Quellenkorpus dezidiert auf Intentionen zur Erforschung dieser unterirdischen Naturphänomene eingegangen werden. Die Untersuchung der Motivationen zeigt den ersten Teil einer Trias auf, die sich des Weiteren aus der Analyse der Befahrungsmodalitäten sowie der -befindlichkeiten zusammensetzt und im Verlauf der Arbeit näher beleuchtet wird.

3. Quellenkorpus

Gegenstand des nun folgenden Abschnitts soll die Vorstellung der Quellen sein, auf die sich diese Arbeit bezieht. Das Material wurde durch das hermeneutische Verfahren ei- ner einschlägigen Quellenkritik18 unterzogen, sodass die historische Lebenswelt rekon- struiert und somit zum Sinnverstehen der Denk- und Handlungsmuster der Akteure bei- getragen werden konnte. Mit dieser Methode sollte ferner gewährleistet werden, die Differenz des geschichtlichen und gegenwärtigen Zeitbereichs darzulegen und dezidiert zu reflektieren.

Das Quellenmaterial erstreckt sich von 1600 - 180019 und umfasst vermehrt Reisebe- schreibungen. Auf die jeweilige Gattung einer Quelle wird im Verlauf der Arbeit ge- sondert hingewiesen werden. Die Autoren entstammten vor allem der oberen Gesell- schaftsschicht. Es treten vornehmlich Gelehrte wie Theologen, Naturwissenschaftler, Ärzte sowie Personen, die sich in obrigkeitlichen Diensten befanden, auf. Um 1800 stellten vor allem Schriftsteller aus dem Bürgertum eine größere Autorenschicht dar. Je nach der Art der Quelle wurde ein bestimmtes Lesepublikum angesprochen. Die Adres- saten waren primär Personen, die sich für die naturkundlichen Besonderheiten des Har- zes interessierten und die Wissenswertes über das Reisen in diese Region erfahren woll- ten. Ferner ist festzustellen, dass sich durch die Benutzung der lateinischen Sprache in den Quellen an das gelehrte Publikum gewandt wurde, während vor allem ab dem 18. Jahrhundert durch deutschsprachige und leicht verständliche Texte eine breitere Leser- schaft in den Blickwinkel der Autoren rückte. Der Inhalt der Quellen besteht zum größ- ten Teil in der Beschreibung der Situierung und Gestaltung der Höhlen, der Befah- rungsmodalitäten und -befindlichkeiten sowie in einigen Fällen auch der geologischen Entstehung dieser unterirdischen Naturlandschaften20. Im Folgenden soll dezidiert auf bestimmte inhaltliche Aspekte der Quellen eingegangen und dabei mit den Motivatio- nen zur Höhlenexkursion begonnen werden.

4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen

4.1 Motivationskomplex

Die Intentionen zum Besuch einer Höhle im genannten Untersuchungszeitraum, die sich aus den Quellen eruieren lassen, sind vielseitig und unterliegen einem Wandel. Es kön- nen trotzdessen auch kontinuierliche Motivationen herausgearbeitet werden, wie bei- spielsweise die „Schaulust“. Der Topos Neugierde ist somit in allen Quellen direkt oder indirekt zu finden, allerdings besitzt er in den eher rational bestimmten Texten eine an- dere Qualität. In den wissenschaftlichen Berichten ist die Neugierde dezidiert Mittel zur Erkenntnis, wohingegen sie in den unterhaltsamen Reisebeschreibungen mit Vergnügen an dem Außergewöhnlichen assoziiert werden kann. Die Intention der Erweiterung des Wissens- und Erfahrungshorizontes bei einer Höhlenbegehung ist damit angesprochen. Das eigene In-Augenschein-Nehmen der Naturphänomene und somit die Verifikation oder Falsifikation bestimmter Aussagen bezüglich des Gegenstands treten in den Quel- len als ein Motiv zur Befahrung hervor. Durch die eigene Erkundung und das Erzählen über den Besuch der unterirdischen Landschaft konnte sich im sozialen Gefüge distin- guiert werden, da eine solche Exkursion nur bestimmten Personengruppen vorbehalten war. Ferner wurde die Bewältigung und anschließende Darstellung der Herausforderun- gen dieses unwegsamen Naturraums mit dem Topos Mut verbunden und zur performa- tiven Selbstinszenierung verwendet. Das Erleben eines Abenteuers und das Durchstehen von Gefahr, zusammengefasst in dem Terminus „Thrill“, können des Weiteren als ein einschlägiger Beweggrund zur Erkundung dieser Naturphänomene gelten. Weiterhin ist die Intention der intensiven Naturempfindung in den Texten zu finden, die Gefühle der Erhabenheit sowie des Schauders und Gruselns evozierte. Damit einher geht nicht zu- letzt die Motivation der Selbstfindung durch die Betrachtung der natürlichen Umwelt, die mehreren Texten inhärent ist. Letztlich soll auf das ökonomische Movens einer Höhlenexkursion verwiesen werden, wie beispielsweise auf die „touristische“ Vermark- tung, die partiell zum Vorschein kommt. Auf eine Auswahl anderer Topoi, die in der Literatur mit Höhlen in Verbindung gebracht werden, aber nicht als Motive der vorlie- genden Quellen gelten können, ist an dieser Stelle kurz zu verweisen. Hierbei ist anzu- bringen, dass Höhlen von Menschen aufgesucht wurden, um in ihnen zu rasten, Zu- flucht zu finden oder zu siedeln.21 Ein weiterer Anreiz war die erhoffte sakrale Berüh- rung in den auch als Kultstätten genutzten Höhlen. Ferner wurden sie besucht, um mys- tische Gegenstände, reiche Erzvorkommen sowie medizinische Stoffe darin zu finden, worauf im Verlauf der Arbeit nochmals eingegangen wird. Es bleibt zu konstatieren, dass in den Texten ähnliche und divergierende Zusammenstellungen von Motivationen zu finden sind, die im jeweiligen historischen Kontext beleuchtet werden müssen.

4.2 „Curiositas“: Neugier und Schaulust

Im Folgenden soll die Motivation „Neugier“ näher betrachtet werden, da sie ein Motiv darstellt, das in allen Quellen direkt oder indirekt zu finden ist. Der äquivalente lateini- sche Begriff „curiositas“, der von „cura“ (Sorgfältigkeit, Aufmerksamkeit) abgeleitet ist, bezeichnet allgemein das Verlangen nach Wissenserweiterung.22 Das Universallexi- kon Zedler gab um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu verstehen, dass eine solche Wiss- begierde nicht immer als tugendhaft angesehen wurde, denn „ Neugierigkeit, Curiositas: ist eine Art der Wollust, da man nach neuen und ungew ö hnlichen Sachen begierig ist, um sich dadurch zu belustigen, und die Zeit hinzubringen. Auf solche Weise geh ö ret die Curiosit ä t mit unter die Schwachheiten des menschlichen Willens, weil das Ansehen auf eine blosse Belustigung und Ver ä nderung gehet.“23. Diese pejorative Konnotation der Neugierde fand ihren Ausgangspunkt in der theologischen Kritik des Mittelalters.24 Während in der Antike das Interesse an der Wissensvermehrung mithilfe des Sehens wertgeschätzte wurde25, degradierte im Mittelalter beispielsweise der Kirchenvater Au- gustinus die Neugierde als eine reine „Schaulust“ ab. Diese „concupiscentia oculorum“ war für ihn mit der Sünde des Hochmuts gleichzusetzen26, da sich der Mensch durch das inquisitive Schauen die mögliche Erlangung einer umfassenden Erkenntnis anmaßte. Es bleibt ferner festzustellen, dass der Begriff „curiositas“ durch die Zeit ein weites Bedeu- tungsfeld umfasste. Im späten Mittelalter und am Beginn der Frühen Neuzeit wurde in eine fromme und in eine sündige Neugier unterschieden.27 Das Streben nach Erkenntnis des göttlichen Willens war dementsprechend von allen Konfessionen gewollt, nur die Ergründung des Wesens Gottes wurde als „unverschämt“ angesehen.28 Im Zuge der Weiterentwicklung der Naturwissenschaften entstand im 16./17. Jahrhundert ein positi- veres Bild von wissbegierigen Personen, denn der „curieux“ galt nicht zuletzt ab Des- cartes als der „nach methodisch gesichertem Wahrheitsbesitz“ strebende Gelehrte.29 Diese Ansicht von dem „curieux“ wandelte sich in der Aufklärung, da dieser Stereotyp als naiver Dilettant abgewertet und dem „connoisseur“ entgegengesetzt wurde.30 Es wird deutlich, dass die Neugierde einen wichtigen Bestandteil im gesellschaftlichen Diskurs um Erkenntnisformen und -möglichkeiten bildete.

Schon in der zeitlich ersten Quelle aus dem vorliegenden Korpus dieser Arbeit kommt die Wissbegierde zum Ausdruck. Der evangelische Pfarrer Johannes Letzner31 berichtet in der „Braunschweigisch-Lüneburgischen Chronik“, dass er um 1580 die Einhornhöhle zusammen mit anderen Gefährten „ beschawen32 habe. Diese Schaulust ergibt sich aus dem Interesse an der Besonderheit der naturräumlichen Gegebenheiten, was in der ein- dringlichen Charakterisierung des unterirdischen Raums als „ sonderliche wunderbare Hoele33 zum Vorschein kommt. Der Theologe Heinrich Eckstorm34 gibt ferner im An- hang seiner erdgeschichtlichen Abhandlung „Historia terrae motuum“ von 1620 über die Baumannshöhle zu verstehen, dass „ viele Menschen kamen, die sie besichten ( … ) wollten35. Merians36 „Topographia Braunschweig- Lüneburg“ aus dem Jahr 1654 ver- deutlicht ebenfalls die besondere Stellung der Baumannshöhle, da sie als „ Wunderwerck der Natur37 bezeichnet wird. Des Weiteren erläutert Kolodey38 seine Faszination an diesem „ gro ß Wunder-Werck39, sodass davon ausgegangen werden kann, dass Höhlen am Beginn der Frühen Neuzeit durchaus eine Attraktion darstellten. Diese seltenen Na- turphänomene wurden schon frühzeitig „touristisch vermarktet“. In einem Erlass der ansässigen Obrigkeit von 1668 wird nämlich verordnet, dass den Besuchern der Bau- mannshöhle durch einen Führer „ alles was merkw ü rdig “ sei, gezeigt werde.40

In den Texten von Lachmund41, Leibniz42 und von der Hardt43 wird dezidiert der wis- senschaftliche Hintergrund zur Erkundung der Höhlen deutlich. Die inhärente Neugier- de der naturkundlichen Besichtigung des subterranen Raums dient als Mittel für den empirischen Erkenntnisgewinn. Bei Leibniz steht vor allem das Entdecken von Spuren der Erdgeschichte im Fokus und somit nicht primär das Vergnügen an Sensationellem. Nichtsdestotrotz lassen sich in diesen wissenschaftlichen Abhandlungen Termini finden, die der Neugierde in Form einer Schaulust Ausdruck verleihen. Es wird nämlich ver- ständlich, dass die gelehrten Naturerkunder auch daran interessiert waren, „ merkw ü rdi- ges zu sehen44. Es kann an dieser Stelle konstatiert werden, dass die Charakterisierun- gen der Höhlen mit Attributen des Wunderbaren und Außergewöhnlichen in den Texten bis 1700 überwiegen, wodurch die Neugierde als Motivation zur Erforschung dieser Naturphänomene zum Tragen kommt. Die unterirdischen Landschaften stellten somit im 17. Jahrhundert zunehmend attraktive Reiseziele für Adlige und Gelehrte dar45, da sie aufgrund ihrer naturräumlichen Besonderheiten als spektakuläre Orte der Unterhal- tung und Wissenserweiterung angesehen wurden.

Ab Beginn des 18. Jahrhundert tritt eine neue Qualität in der Darstellung der Neugierde ein, die bei Christoph von Hellwig46 zum Vorschein kommt. In seinem 1702 erschienen Kompendium, in dem über geologische Gegenstände Auskunft gegeben wird, ist auch ein Befahrungsbericht der Baumannshöhle zu finden.47 In dieser Quelle wird das Ver- langen nach „ curieuse[n] Dinge[n]48 explizit erwähnt, wodurch konstatiert werden kann, dass die Motivation des Besuchs der Höhle das Sehen von Abnormitäten der Na- tur war. Ferner ist das Motiv der „curiositas“, wie der Titel es verlauten lässt, bei Georg Henning Behrens49 in seiner Abhandlung „Hercynia Curiosa“ von 1703 zu finden. Be- hrens beschreibt darin die Besonderheiten der Harzregion und listet dabei mehrere Höh- len auf, die er aller Wahrscheinlichkeit nach selbst besucht hatte. Dieses Werk ist die erste regional- systematische Höhlenkunde50 überhaupt, dennoch lässt sich nicht von einem dezidiert wissenschaftlichen Anspruch in den Ausführungen ausgehen. Behrens hat vielmehr die „ auff dem Hartz vorhandenen Curiosit ä ten erzehlet und beschrie- ben51. Er katalogisiert demnach Gegenstände, die ihm als seltsam, einmalig und unge- wöhnlich erscheinen52, wobei das Natürliche ins Emblematische erhoben wird.53 Dieses Werk kann als eine Vorform des Reiseführers angesehen werden, da Behrens neben der Beschreibung der Höhlen und ihrer Befahrung nützliche Tipps und Anweisungen zur Erkundung liefert. In der Einleitung gibt er zu verstehen, dass auch die ungelehrte[n] Curiosi54 als Lesepublikum angesprochen werden sollen, was durch die Verwendung der deutschen Sprache in dieser Schrift unterstrichen wird. Es wird ferner betont, dass die Baumannshöhle es „ meritiret/ von curieusen Personen besehen zu werden, massen dieselbe einem jeden Liebhaber derer Curiosit ä ten leichtlich/ mit ihrem Wunder-Spielen der Natur/ alles verlangte Vergn ü gen und Satisfaction geben wird55. Es lässt sich somit konstatieren, dass die frühen Harzreisenden nicht nur Personen waren, die hauptsächlich ernste und sachliche Studien betrieben.56 Die Begierde nach außergewöhnlichen Wis- sensgegenständen und affektiven Erfahrungsmomenten stand bei einem mehrheitlichen Teil der Besucher des Harzes und somit auch der Höhlen im Mittelpunkt.

[...]


1 Goethe, Johann Wolfgang von: Faust. Der Tragödie erster Teil, Husum 2005, S. 92.

2 Beispielsweise fand vom 28.08. - 30.08.2008 in Castelen bei Basel die interdisziplinäre Tagung „Die Natur ist überall bey uns - Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit“ statt, bei der das Verhältnis des Menschen zur Natur und damit einhergehende Vorstellungswelten in der frühneuzeitlichen Gesellschaft thematisiert wurden.

3 Hier ist die seit 1992 betriebene Forschungsstelle zur historischen Reisekultur an der Eutiner Landesbibliothek zu nennen, die Reiseberichte sammelt, verzeichnet und wissenschaftlich auswertet. Dieses Beispiel sowie mehrere Publikationen, auf die im Verlauf der Arbeit verwiesen wird, zeigen skizzenhaft die Aktualität der Thematik in der deutschsprachigen Forschung auf.

4 Vgl. Lipp, Carola: Perspektiven der historischen Forschung und Probleme der kulturhistorischen Hermeneutik. In: Hess, Sabine/ Moser, Johannes/ Schwertl, Maria (Hg.): Europäisch-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte, Berlin 2013, S. 213 - 224. Der historisch-anthropologische Blickwinkel wurde gewählt, um die körperlichen und mentalen Dispositionen der Höhlenbesucher, die in den Befahrungsberichten zum Vorschein kommen, dezidiert untersuchen zu können und somit Aussagen zu Vorstellungswelten über das Subterrane zu erhalten.

5 Neben der Besichtigung der Einhornhöhle bei Scharzfeld und einem ausführlichen Gespräch mit ihrem Leiter Dr. Ralf Nielbock am 15.05.2013 nahm ich an einer Gruppenführung durch die Baumannshöhle am 22.06.2013 teil.

6 Der diachrone Forschungsansatz sollte genutzt werden, um Wandel und Kontinuität in der Anschauung von Höhlen herauszuarbeiten. Zunächst sollten gegenwärtige Perspektiven bezüglich des „Reizes des Unterirdischen“ in die Analyse integriert werden, was aber den Umfang der Arbeit gesprengt hätte. Dem- nach wurde sich interessehalber auf den Untersuchungszeitraum der Frühen Neuzeit beschränkt.

7 Zu dem Verfahren der Quellenkritik vgl. Lipp 2013, S. 205 - 210.

8 Brenner, Peter J.: Der Mythos des Reisens. Idee und Wirklichkeit der europäischen Reisekultur in der Frühen Neuzeit. In: Maurer, Michael (Hg.): Neue Impulse der Reiseforschung, Berlin 1999, S. 21.

9 Im Zuge des Humanismus wurde das Reisen methodisiert und der Nutzen explizit reflektiert, vgl. Kutter, Uli: Der Reisende ist dem Philosophen, was der Arzt dem Apotheker. Über die Apodemiken und Reisehandbücher. In: Bausinger, Hermann (Hg.u.a.): Reisekultur. Von der Pilgerfahrt zum modernen Tourismus, 2. Aufl., München 1999, S. 38 - 47.

10 Brenner 1999, S. 16.

11 Gräf, Holger Thomas/ Pröve, Ralf: Wege ins Ungewisse. Eine Kulturgeschichte des Reisens 1500 - 1800, Frankfurt a.M. 2001, S. 17.

12 Lagatz, Uwe: Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald. Auf den Spuren früher Harzreisender, Wernigerode 2011, S. 11.

13 Unter Karstlandschaften werden ober- und unterirdische Ausprägungen im Gelände aus karbonathaltigem Gestein verstanden.

14 Bendix, Regina: Höhle. In: Brednich, Rolf Wilhelm (Hg.u.a.): Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung, Bd.6, Berlin 1990, Sp. 1168 - 1173.

15 Nähere Ausführungen zum Begriff „Raum“ und dem „spatial turn“ bei Döring, Jörg: Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften, Bielefeld 2008.

16 Kempe, Stephan (u.a.): Die Baumannshöhle bei Rübeland/Harz im Spiegel der wissenschaftlichen Literatur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert: Lateinische Quellentexte. In: Staatliches Naturhistorisches Museum Braunschweig (Hg.): Braunschweiger naturkundliche Schriften, Bd.7, 1, Braunschweig 2004, S. 175.

17 Ebenda, S. 174.

18 Es wurde sich bei der Quellenanalyse entlang des W-Fragen-Katalogs bewegt, siehe Lipp 2013, S. 207.

19 Siehe Anhang, Chronologische Übersicht zur Primärliteratur, S. 46 - 47. Die Quellen wurden vornehmlich durch Suche in den Katalogen von Universitätsbibliotheken und im Internet ausfindig gemacht.

20 Dieser Terminus wird im Verlauf der Arbeit in allgemeiner Hinsicht gebraucht, ohne näher auf die Diskussion um den Landschaftsbegriff einzugehen, siehe hierzu Konold, Werner (Hg.): Naturlandschaft - Kulturlandschaft. Die Veränderung der Landschaften nach der Nutzbarmachung durch den Menschen, Landsberg 1996.

21 Nielbock, Ralf: Die Einhornhöhle. Die Welt der Einhörner, Höhlenbären und Neandertaler, München 2010, S. 29.

22 Walther, Gerrit: Neugier. In: Jaeger, Friedrich (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit, Bd.9, Darmstadt 2009, Sp. 132.

23 Zedler, Johann Heinrich: Neugierigkeit, Curiosität. In: Ders.: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Bd.24, Halle/Saale 1740, Sp. 172.

24 Walther 2009, Sp. 133.

25 Brenner 1999, S. 23.

26 Walter 2009, Sp. 133.

27 Ebenda.

28 Ebenda.

29 Ebenda, Sp. 134.

30 Ebenda, Sp. 135.

31 Johannes Letzner (1531 - 1613). Evangelischer Landpfarrer und Geschichtsschreiber. Er studierte in Wittenberg Theologie und hatte mehrere Pfarrstellen im heutigen Südniedersachsen inne, vgl. Vladi, Firouz/ Reinboth, Friedrich: Johannes Letzners Beschreibung der Steinkirche und der Einhornhöhle bei Scharzfeld. In: Harz-Zeitschrift 32 (1980), S. 77 - 91.

32 Letzner, Johannes: Braunschweigisch- Lüneburgische Chronik, um 1600, fol. 277r - 279r (Handschrift Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel) und fol. 183r - 186r (Handschrift Landesbibliothek Hannover). In: Vladi/ Reinboth 1980, S. 82.

33 Ebenda, S. 81.

34 Heinrich Eckstorm (1557 - 1622). Evangelischer Theologe. Er war vornehmlich als Prior und Prediger in Walkenried tätig. Eckstorm befuhr die Baumannshöhle nicht selbst, aber er sammelte verschiedene Berichte über die Befahrung und gab sie in einem Brief an einen Jenaer Professor wieder, vgl. Kempe 2004.

35 Eckstorm, Heinrich: Historia terrae motuum. Epistola de specu Bumanni, Helmstedt 1620. In: Kempe 2004, Übersetzung, S. 96.

36 Matthäus Merian d. Ä. (1593 - 1650). Schweizer Maler, Kupferstecher und Verleger. Er initiierte die

16 Bände umfassende Landesbeschreibung „Topographia Germaniae“, die von seinen Erben fortgeführt wurde, vgl. Wüthrich, Lucas: Merian. In: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hg.): Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd.17, Berlin 1994, Sp. 135 - 138.

37 Merian [Erben], Matthäus: Topographia und Eigentliche Beschreibung der Vornembsten Stäte, Schlösser auch anderer Plätze und Örter in denen Hertzogthümern Braunschweig und Lüneburg, und denen dazu gehörenden Grafschafften Herrschafften und Landen, Frankfurt 1654, S. 31. Merian liefert auch eine bildliche Darstellung der Baumannshöhle. Siehe dazu Anhang, Abbildung 1, S. 44.

38 Tobias Steffeck von Kolodey war ein in anhaltischen Diensten stehender Hofmeister, der im Jahr 1653 die Baumannshöhle befuhr. Sein Bericht ist im Anhang an Johannes Praetorius Werk „Blockes-Berges Verrichtung“ von 1668 abgedruckt, vgl. Lagatz 2011.

39 Kolodey, Tobias Steffeck von: Beschreibung des Blockes-Berges/ wie auch des alten Reinsteins/ und dann der Baumanns Höle am Harz. In: Praetorius, Johannes: Blockes-Berges Verrichtung, Leipzig 1669, fol. 7r.

40 Verordnung durch Rudolf August Herzog zu Braunschweig und Lüneburg 1668. In: Kempe, Stephan: Die Baumannshöhle im Harz, ihre Bedeutung für die frühe Wissenschaftsgeschichte, ihre Darstellung durch Johann Friedrich Zückert, der Arzneygelahrtheit Doctor, 1763, und was heute noch davon zu sehen ist, München 1999, S. 40.

41 Friedrich Lachmund (1635 - 1676). Er studierte in Göttingen Medizin und arbeite als praktischer Arzt, vgl. Kempe 2004.

42 Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716). Philosoph und Polyhistor, vgl. Schepers, Heinrich: Leibniz, Gottfried Wihelm. In: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hg.): NDB, Bd.14, Berlin 1985, S. 121 - 131.

43 Hermann von der Hardt (1660 - 1746). Professor für orientalische Sprachen in Helmstedt, vgl. Bardtke, Hans: Hermann von der Hardt. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hg.): NDB, Bd.7, Berlin 1966, S. 668 - 669.

44 Zum Beispiel Scheid, Christian Ludwig: Gottfried Wilhelm Leibnitzens Protogaea oder Abhandlung von der ersten Gestalt der Erde und den Spuren der Historie in den Denkmaalen der Natur, Leipzig 1749, S. 102.

45 Rößler, Hole: Der anatomische Blick und das Licht im theatrum. Über Empirie und Schaulust. In: Schramm, Helmar/ Schwarte, Ludger/ Lazardzig, Jan (Hg.): Spuren der Avantgarde: Theatrum anatomicum. Frühe Neuzeit und Moderne im Kulturvergleich, Berlin 2011, S. 102.

46 Christoph von Hellwig (1663 - 1721). Er studierte in Jena und Erfurt Medizin und war später als „Stadtphysicus“ tätig, vgl. Sander, Sabine: Ein Polygraph aus Kölleda. Christoph von Hellwig (1663- 1721) - Arzt und Publizist der Barockzeit (Teil I). In: Sömmerdaer Heimatheft 10 (1998), S. 18 - 36.

47 Diese Beschreibung ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Plagiat einer Schilderung des Hallischen Superintendenten Olearius aus dem 17. Jahrhundert, vgl. dazu Kempe 2004.

48 Hellwig, Christoph: Anmuthige Berg- Historien/ Worinnen die Eigenschafften und Nutz der Metallen, Mineralien, Erden/ Edel- und anderen Steinen beschrieben/ nebst Curiösen Relationen/ Was vor

49 Georg Henning Behrens (1662 - 1712). Behrens studierte in Erfurt und Jena. Er arbeitete später als Arzt in Nordhausen, vgl. Lagatz 2011.

50 Kempe 2004, S. 191.

51 Behrens, Georg Henning: Hercynia curiosa, oder Curiöser Hartz-Wald/ Das ist Sonderbahre Beschreibung und Verzeichnis Derer Curiösen Hölen/ Seen/ Brunnen/ Bergen/ und vielen andern an- und auff dem Hartz vorhandenen Denckwürdigen Sachen mit unterschiedenen Nützlichen und Ergetzlichen Medicinischen/ Physicalischen und Historischen Anmerckungen denen Liebhaber solcher Curiositäten zur Lust herausgegeben, Nordhausen 1703, fol. 3v.

52 Röder, Sabine: Höhlenfaszination in der Kunst um 1800. Ein Beitrag zur Ikonographie von Klassizismus und Romantik in Deutschland, Berlin 1985 [zugl. Diss., Freie Univ. Berlin, 1985], S. 172.

53 Ebenda, S. 173.

54 Behrens 1703, fol. 3r.

55 Ebenda, S. 4.

56 Lagatz 2011, S. 15.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Reiz des Unterirdischen. Diachrone Betrachtung von Vorstellungswelten über das Subterrane am Beispiel von ausgewählten Höhlen im Harz
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
52
Katalognummer
V266106
ISBN (eBook)
9783656568513
ISBN (Buch)
9783656568575
Dateigröße
2927 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reiz, unterirdischen, diachrone, betrachtung, vorstellungswelten, subterrane, beispiel, höhlen, harz
Arbeit zitieren
Franziska Völkel (Autor), 2013, Reiz des Unterirdischen. Diachrone Betrachtung von Vorstellungswelten über das Subterrane am Beispiel von ausgewählten Höhlen im Harz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266106

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