Schülerkonzepte und Schülervorstellungen nehmen einen zentralen Punkt in der Didaktik ein, da sie die Voraussetzungen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler sehr viel genauer widerspiegeln, als es ein Schulkonzept je tun könnte. Durch die Möglichkeit in der Unterrichtsgestaltung auf Schülerkonzepte zurückzugreifen hat die Lehrkraft die Chance, einen sehr schülernahen Unterricht zu gestalten und direkt auf etwaige Probleme der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Selbstverständlich können diese Erfahrungen für den Unterricht lernhinderlich oder lernförderlich sein. Auf jeden Fall aber bieten sie die Möglichkeit eines schülerzentrierten Unterrichts.
Meine Fragestellung lautet: „Ist das Berücksichtigen von Schülerkonzepten und Schülervorstellungen eine ernsthafte Alternative zur traditionellen Durchführung eines Unterrichts im Fach Sozialwissenschaften?“
Anlehnend lautet meine These für die Hausarbeit: „Durch das Berücksichtigen von Schülervorstellungen wird ein sehr sinnvoller, individueller und breitgefächerter Einstieg in diffizile Thematiken des sozialwissenschaftlichen Unterrichts ermöglicht.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Schülerkonzepte/Schülervorstellungen?
3. Beispiele für Schülerkonzepte im Unterricht
3.1. Migration und Integration:
3.2. Die „Demokratiemaschine“
4. Methoden zur Ermittlung von Schülerkonzepten
4.1. Kartenabfrage, Mind Mapping und Concept Mapping
4.2. Auswertung in Form eines Interviews
4.3. Phänomenographie
5. Fazit
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die systematische Berücksichtigung von Schülerkonzepten und Schülervorstellungen eine ernsthafte Alternative zur traditionellen Durchführung des sozialwissenschaftlichen Unterrichts darstellt, mit dem Ziel, einen schülerzentrierten und individuellen Zugang zu komplexen Themen zu ermöglichen.
- Bedeutung von Schülervorstellungen für die Unterrichtsgestaltung
- Praktische Anwendungsbeispiele wie "Migration und Integration" sowie die "Demokratiemaschine"
- Methoden zur Ermittlung von Schülerkonzepten (Kartenabfrage, Mapping, Interviews)
- Der Ansatz der Phänomenographie in der didaktischen Forschung
- Herausforderungen und Chancen im Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen
Auszug aus dem Buch
4.1. Kartenabfrage, Mind Mapping und Concept Mapping
Da es für die Planung und auch für die spätere Evaluation eines Lernblocks von Lehrerseite wichtig ist, zu wissen welche Vorstellungen die SuS bereits zu diesem Thema haben, um an diese Anknüpfen zu können, bietet die Methode des schriftlichen Abfragens eine sinnvolle Möglichkeit, diese Vorstellungen zu ermitteln. Im Folgenden sollen nun die Methoden der Kartenabfrage, des Mind Mappings und des Concept Mappings vorgestellt vorgestellt werden.
Kartenabfragen sind vor allem für den Einstieg in einen Themenkomplex geeignet. Sie können aber auch sowohl für den Einstieg als auch die Reflexion am Ende des Themas zur Gegenüberstellung der Meinungen vorher und nachher verwendet werden. Für die Erstellung der Karten nimmt die Lehrkraft „mehr oder weniger stark vorformulierte Fragen oder Aufgaben“ zu denen die SuS ihre Gedanken schriftlich niederschreiben sollen. Durch das Formulieren hat die Lehrkraft die Möglichkeit, den Fokus der SuS direkt auf den Themenkomplex zu lenken. Geht man von dem im Verlauf dieser Hausarbeit bereits angesprochenen Thema Migration und Integration aus, könnte die Lehrkraft Sätze wie „Integration heißt für mich...“ oder „Migration bedeutet für mich...“ formulieren. Es ist möglich, die reine schriftliche Abfrage dadurch zu erweitern, dass die SuS auch Zeichnungen auf die Karte malen können, was einigen SuS sicherlich leichter fällt, als Worte für ihre Gedanken zu finden. Die Karten werden schließlich von der Lehrkraft eingesammelt, welche sich dadurch einen guten ersten Überblick über die Schülervorstellungen der jeweiligen Klasse machen kann. Wie bereits erwähnt besteht die Möglichkeit, nach dem Themenblock nochmals eine Kartenabfrage mit den gleichen Formulierungen durchzuführen um zu schauen, was die SuS gelernt haben, oder ob sich ihre Meinung geändert hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Schülerkonzepten für eine schülerzentrierte Didaktik ein und formuliert die zentrale Fragestellung sowie die These der Arbeit.
2. Was sind Schülerkonzepte/Schülervorstellungen?: Dieses Kapitel differenziert zwischen Schulkonzepten und Schülervorstellungen und betont die Bedeutung der Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen im Unterricht.
3. Beispiele für Schülerkonzepte im Unterricht: Hier werden die Anwendungsbereiche "Migration und Integration" sowie die "Demokratiemaschine" als praxisnahe Beispiele für die Arbeit mit Schülervorstellungen dargestellt.
4. Methoden zur Ermittlung von Schülerkonzepten: Das Kapitel erläutert verschiedene diagnostische Instrumente wie Kartenabfragen, Mapping-Verfahren, Interviewtechniken und die Phänomenographie zur Erhebung von Vorstellungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Arbeit mit Schülervorstellungen eine sinnvolle Alternative zur traditionellen Unterrichtsgestaltung darstellt.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die vorliegende Arbeit.
Schlüsselwörter
Schülerkonzepte, Schülervorstellungen, Didaktik, Sozialwissenschaften, Politikunterricht, Kartenabfrage, Mind Mapping, Concept Mapping, Phänomenographie, Heterogenität, Schülerzentrierter Unterricht, Demokratie, Migration, Integration, Lernvoraussetzungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Bedeutung von Schülerkonzepten und analysiert Methoden, wie Lehrkräfte diese im sozialwissenschaftlichen Unterricht erfassen und nutzen können.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themenfelder sind die Rolle von Vorwissen bei Schülern, die Anpassung des Unterrichts an lebensweltliche Konzepte sowie der Umgang mit Heterogenität im Klassenzimmer.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Berücksichtigung von Schülervorstellungen eine ernsthafte und sinnvolle Alternative zur traditionellen Durchführung von Unterricht im Fach Sozialwissenschaften darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden vorgestellt?
Es werden qualitative Methoden wie Kartenabfragen, Mind Mapping, Concept Mapping, Interviews sowie der phänomenographische Ansatz zur Erhebung von Schülerkonzepten detailliert beschrieben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Beispiele für die Erhebung von Schülervorstellungen zu den Themen "Migration und Integration" sowie "Demokratie" präsentiert und die methodische Umsetzung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Schülerkonzepte, Didaktik, Sozialwissenschaften, qualitative Methoden und Heterogenität charakterisieren.
Was unterscheidet eine "Demokratiemaschine" von anderen Ansätzen?
Die Demokratiemaschine ist ein fiktives Konstrukt, das Schüler anregt, über abstrakte politische Begriffe wie Antrieb, Produkt, Prozess und Beteiligung auf nonverbale Weise nachzudenken.
Warum ist die Phänomenographie für den Unterricht besonders interessant?
Die Phänomenographie ermöglicht es, verschiedene Verständnisweisen eines Phänomens in Kategorien zu erfassen, um Lernprozesse auf ein höheres, fachlich fundierteres Niveau zu heben.
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- Julian Stasik (Autor), 2013, Methoden zur Ermittlung von Schülervorstellungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266477