Hochtechnologieunternehmen unterliegen einem stetigen Standardisierungstrend. Durch Standardisierung von Entwicklungs- und Produktionsverfahren können Skalen- und Verbundeffekte genutzt werden. Andererseits können Wettbewerbsvorteile, welche durch Produktdifferenzierungen möglich sind, verloren gehen. Die Balance zwischen Standardisierung und Differenzierung hat große Auswirkungen auf strategische Planungen und operative Zielsysteme, welche die Geschäftsprozesse des Unternehmens steuern.
Das Buch beschreibt zunächst die Unternehmensanalyse am Beispiel eines Hochtechnologieunternehmens. Dazu werden die vier Unternehmensdimensionen Aufbauorganisation, Ziele und Strategie, Ablauforganisation sowie Informations- und Kommunikationstechnologien betrachtet. Auf Basis der Analysen werden Soll-Charakteristika bezüglich der genannten Dimensionen beschrieben, welche als Voraussetzung für die Konzeption des neuartigen Management-Unterstützungssystems notwendig sind.
Im Rahmen allgemeiner Betrachtungen zu Management-Unterstützungssystemen werden Art und Reichweite unterschiedlicher Systeme zur Managementinformation und zur Entscheidungsunterstützung klassifiziert. Die Anwendungssystem-Architektur eines Unternehmens wird im Hinblick auf ein integriertes Business Intelligence System untersucht. Das Strategie- und Controlling-Instrument der Balanced Scorecard wird erklärt und im Sinne der Konzepterstellung bewertet.
Das Konzept des neuartigen Management-Unterstützungssystems wird auf Basis der Anwendungssystempyramide eines Unternehmens entwickelt. Es werden Rahmenbedingungen und Anforderungen an das System beschrieben, welche sich aus Standardisierungspotentialen innerhalb aller oben genannten Unternehmensdimensionen ergeben. Was ist neuartig an dem Konzept? Es werden rationale Verfahren mit sogenannten mentalen Methoden zur Entscheidungsunterstützung kombiniert!
Im Anschluss an die Konzeptdarstellung wird betrachtet, inwieweit fortschrittliche Informations- und Kommunikationstechnologien die horizontale und vertikale Integration der Informationsverarbeitung im Unternehmen ermöglichen. Innerhalb welcher Dimension ist Standardisierung im Unternehmen sinnvoll? Ist das vorgestellte Konzept zur Management-Unterstützung geeignet, über die operative, taktische und strategische Hierarchieebene zu integrieren? Die Umsetzung des Konzeptes kann ein lernfähiges "Virtual Managing System" realisieren. Woher bezieht dieses sein Wissen? Wie wird es trainiert? Wie entscheidet es?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmensanalyse
2.1 Aufbauorganisation
2.2 Strategie und Ziele eines Unternehmens
2.3 Ablauforganisation und Geschäftsprozesse
2.4 Unternehmensinterne Wertschöpfungskette
2.5 IuK-Systeme und technologische Unterstützung
3 Bewertung einer Unternehmensanalyse
3.1 Bewertung von Unternehmens-Struktur und -Abläufe
3.2 Bewertung von IuK-Systemen
3.3 Bewertung von Produkt- und Technologieportfolios
4 Betrachtungen zur Management-Unterstützung
5 Konzeption einer Management-Unterstützung
5.1 Anforderungen an das Soll-Konzept
5.2 Rahmenbedingungen der Konzepterstellung
5.3 Integration des Management-Unterstützungssystems
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit konzipiert ein neuartiges, integriertes Management-Unterstützungssystem (MUS) für Hochtechnologieunternehmen, das strategische Planungs- und Entscheidungsprozesse unter Berücksichtigung von Standardisierungspotenzialen und komplexen Marktanforderungen nachhaltig verbessern soll.
- Analyse der Aufbau- und Ablauforganisation in Hochtechnologieunternehmen
- Entwicklung eines methodischen Rahmens für Management-Unterstützungssysteme
- Integration von rationalen (Hard OR) und mentalen (Soft OR, System Dynamics) Support-Methoden
- Nutzung von Business Intelligence zur vertikalen und horizontalen Informationsverarbeitung
- Konzeption eines "Virtual Managing Systems" (VMS) als unterstützende Instanz
Auszug aus dem Buch
3.1 Bewertung von Unternehmens-Struktur und -Abläufe
Die als Beispiel angenommene, für Hochtechnologieunternehmen oftmals typische Aufbauorganisation ist aus integrierter regional-produktorientierter und produkt-funktional orientierter Struktur gemischt. Sie wird über die Geschäftsführungsebene zu einer dreidimensionalen, sog. Tensorstruktur „Produkt – Region – Funktion“ integriert.
Durch hierarchisch und örtlich verteilte Funktionen mit strategischer und taktischer Relevanz steigen Herausforderungen bezüglich eines gemeinsamen Verständnisses und Interpretationen der Umwelt- und Unternehmensanalysen, was sich in Verzögerungen erforderlicher Entscheidungen äußert.
Da bereits die UEi mehrere inländische Standorte hat, ist nicht zuletzt aufgrund sozio-kultureller Unterschiede sowohl in der Führungsebene wie auch im Tagesgeschäft aller Mitarbeiter eine latente Meinungsverschiedenheit „eingebrannt“. Dies vermag auch eine offene und tolerante Unternehmenskultur nicht dauerhaft zu beseitigen. Die Akzeptanz von Beschlüssen und Maßnahmen ist heterogen verteilt, folglich ist auch das gemeinsame Verständnis in Bezug auf die Erarbeitung einer für das Unternehmen akzeptablen, vernünftigen Lösung nur aufwändig zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Standardisierung und Differenzierung in Hochtechnologiebranchen ein und beschreibt das Ziel der Entwicklung eines Management-Unterstützungssystems.
2 Unternehmensanalyse: Es wird der Ist-Zustand eines typischen Hochtechnologieunternehmens hinsichtlich Aufbau, Strategie, Abläufen und IuK-Systemen analysiert.
3 Bewertung einer Unternehmensanalyse: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der Strukturen und der Einsatzmöglichkeiten von IT-Werkzeugen zur Verbesserung der Management-Unterstützung.
4 Betrachtungen zur Management-Unterstützung: Es werden methodische Grundlagen wie OODA- und PDCA-Regelkreise sowie System Dynamics Ansätze als Basis für ein intelligentes Unterstützungssystem erörtert.
5 Konzeption einer Management-Unterstützung: Dieses Kapitel stellt das eigentliche Soll-Konzept für das Management-Unterstützungssystem (MUS) vor und führt das Virtual Managing System (VMS) ein.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit reflektiert und zukünftige Entwicklungsschritte zur Realisierung des VMS aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Management-Unterstützungssystem, Hochtechnologieunternehmen, Strategische Planung, Business Intelligence, Unternehmensanalyse, System Dynamics, OODA-Regelkreis, PDCA-Regelkreis, Virtual Managing System, Prozessmanagement, Standardisierung, Modularisierung, Entscheidungsunterstützung, Performance Measurement, Wissensmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption eines neuartigen Management-Unterstützungssystems für die Geschäfts- und Produktentwicklung in komplexen Hochtechnologieunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse bestehender Unternehmensorganisationen, die Optimierung von Standardisierungs- und Differenzierungsprozessen sowie die technologische Integration von Daten und Managementmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein IT-gestütztes System (MUS) zu entwickeln, das Entscheidungsprozesse auf allen Hierarchieebenen durch die Kombination von rationalen und mentalen Support-Komponenten verbessert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden des Operations Research (Hard OR), Ansätze wie System Dynamics (Soft OR) sowie Konzepte der Künstlichen Intelligenz (Fuzzy Logik, Neuronale Netze).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der IST-Analyse bestehender Strukturen die theoretischen Modellierungsgrundlagen für das Unterstützungssystem sowie die detaillierte Konzeption des Virtual Managing Systems (VMS) dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Management-Unterstützung, System Dynamics, Standardisierung, BI-Disziplinen und Entscheidungsunterstützung geprägt.
Was unterscheidet das VMS von herkömmlichen Systemen?
Das VMS integriert nicht nur Daten (Data Support), sondern kombiniert rationale Berechnungen mit mentalen Modellen und menschlicher Entscheidungskompetenz zu einem "Shared Mental Model".
Wie trägt das VMS zur Lösung von Zielkonflikten bei?
Durch die Simulation von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen mittels System Dynamics hilft das VMS, komplexe Zielinterdependenzen und Auswirkungen von Managemententscheidungen vorab transparent zu machen.
- Quote paper
- Dirk Krogmann (Author), 2012, Integriertes Management-Unterstützungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267024