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Kriminalpräventive Arbeit mit Mädchen und Frauen. Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze und genderspezifische Besonderheiten

Título: Kriminalpräventive Arbeit mit Mädchen und Frauen. Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze und genderspezifische Besonderheiten

Tesis de Máster , 2013 , 96 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Pia Brommer (Autor)

Trabajo social
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Gegenstand dieser Arbeit ist eine spezifische Betrachtung auf den Bereich der kriminalpräventiven Arbeit mit dem weiblichen Geschlecht. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit genderspezifischen Besonderheiten, soll ein Verständnis für präventive Arbeit im primären, sekundären und tertiären Bereich entwickelt werden und die Wirksamkeit in Bezug auf das weibliche Geschlecht unter Berücksichtigung des Faktors Gender, ergründet werden.

Dafür wird im ersten Teil der Arbeit, ein grundlegendes Verständnis über genderspezifische Besonderheiten in Hinblick auf eine geschlechterspezifische Sozialisation sowie der von der Gesellschaft erachteten Rolle der Frau, geschaffen. Weiterhin wird der Versuch angestrebt, anhand von Theorien über die Entwicklung von Kriminalität, die Ursächlichkeiten für ein kriminelles Verhalten bezogen auf das weibliche Geschlecht darzulegen. Ergänzend sollen Aussagen über aktuelle Zahlen, sowie Verläufe, der Polizeilichen Kriminalstatistik über Quantität und Qualität der ‚Frauenkriminalität‘ dargestellt werden, gefolgt von einer erneuten Reaktion der Gesellschaft auf die nun ‚kriminelle‘ Frau und die (Un-)Vereinbarkeit mit dem Rollenbild.

Der zweite Abschnitt, befasst sich mit dem Umgang seitens der Justiz mit straffällig gewordenen Mädchen und Frauen. Dabei erfolgt eine Darstellung der Verurteilten sowie Abgeurteilten Frauen, vergleichend mit den Tatverdächtigenzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik, wobei diese grundlegend für eine kritische Auseinandersetzung mit dem ‚Vorurteil‘ des ‚Frauenbonus‘ verwendet wird.

Im dritten Abschnitt, werden die drei Ebenen der Kriminalprävention dargestellt, wobei jede dieser Ebenen, näher in ihrer Sinnhaftigkeit sowie anhand von Beispielen und Konzepten einiger Einrichtungen, beleuchtet werden soll. Dazu fließen die vorangegangenen Kapitel als grundlegend hinein und bilden somit, für den abschließenden Teil der vorliegenden Arbeit, den Rahmen für eine kritische Auseinandersetzung, möglicher Chancen und Grenzen für eine kriminalpräventive Arbeit unter Berücksichtigung von genderspezifischen Besonderheiten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

I Genderspezifische Besonderheiten – Der Blick der Gesellschaft auf die Frau

2 Lebenswelt und Sozialisation

2.1 Geschlechterspezifische Sozialisation

2.2 Gesellschaftliche Rolle der Frau

3 Kriminalität von Frauen und Mädchen

3.1 Genese über delinquentes Verhalten von Mädchen und Frauen

3.2 Entwicklung der Frauenkriminalität nach den Daten der PKS

3.3 Das Meinungsbild der „kriminellen Frau“ in der Gesellschaft

II Über den Umgang selektiver Sanktionierung und Kriminalisierung straffälliger Frauen

4 Geschlechterdifferenzierung in der Strafverfolgung und Sanktionierung

5 „Frauenbonus“ auf justizieller Ebene

III Genderspezifische Besonderheiten in der Kriminalprävention

6 Genderspezifische primärpräventive Arbeit mit Mädchen

6.1 Mädchenarbeit in der offenen Kinder-und Jugendarbeit

6.2 Primärpräventive Angebote im Raum Braunschweig

6.2.1 Ausgewählte Konzepte zur Mädchenarbeit im Raum Braunschweig

6.2.1 Exkurs: „Mädchencafe Luzie“

7 Genderspezifische sekundärpräventive Arbeit mit gefährdeten Frauengruppen

7.1 Schuldenregulierung

7.2 Drogenberatung

8 Tertiäre Kriminalprävention unter Berücksichtigung der Genderproblematik

8.1 Maßnahmen für straffällig gewordene Mädchen und Frauen in Haft

8.2 Tertiäre Präventionsmaßnahmen nach Haftentlassung

8.2.1 Im Allgemeinen über frauenspezifische Hilfeformen nach Haftentlassung

8.2.2 Exkurs: „STARTKLAR konkret“

IV Ausblick

9 Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze

10 Fazit

11 Quellen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Kriminalprävention bei Mädchen und Frauen unter besonderer Berücksichtigung genderspezifischer Rollenbilder und Sozialisationserfahrungen. Ziel ist es, die Wirksamkeit präventiver Ansätze zu ergründen und die Frage zu klären, ob der oft postulierte „Frauenbonus“ in der Strafverfolgung empirisch haltbar ist oder ob straffällige Frauen durch spezifische gesellschaftliche Strukturen andersartig marginalisiert werden.

  • Analyse der geschlechterspezifischen Sozialisation und Rollenbilder
  • Kritische Auseinandersetzung mit Theorien zur Frauenkriminalität
  • Untersuchung der Sanktionierungspraxis und des „Frauenbonus“-Mythos
  • Evaluation primär-, sekundär- und tertiärpräventiver Angebote
  • Empirischer Exkurs zu Mädchen- und Frauenprojekten im Raum Braunschweig und Berlin

Auszug aus dem Buch

2.1 Geschlechterspezifische Sozialisation

Nach der Geburt gibt es für einen Menschen nur einen kurzen Moment, bevor er unbewusst in seine Geschlechterrolle als Mädchen oder Junge geführt wird, welche einen ebenso signifikanten Stellenwert in die Sozialisation einnehmen wird. Die hohe Signifikanz rührt dabei wohl vor dem Hintergrund, dass das Geschlecht aufgrund seiner innerlichen biologischen Gegebenheiten ähnlich wie auch andere Merkmale, wie die ethnische Herkunft oder die Hautfarbe, Faktoren sind, die unveränderbar sind und somit einen großen Einfluss in den Sozialisationsprozess nehmen können (Niederbacher; 2011:159).

Sozialisation beschreibt einen Prozess der „Einordnung des (heranwachsenden) Individuums in die Gesellschaft und die damit verbundene Übernahme gesellschaftlich bedingter Verhaltensweisen durch das Individuum“ (Duden). Im Hinblick auf die Unterschiedlichkeit, aus biologischer Sicht, scheint dabei die Wirkung auf geschlechterspezifische Sozialisation uneinheitlich. Demnach verlaufen Sozialisationsprozesse von Mädchen und Frauen anders als die der Jungen und Männer (Soudani; 2013:58). Dies könnte unter anderem mit dem Eingangs angesprochenen unterschiedlichem Reaktionsverhalten der Umwelt auf die Geschlechterrolle zusammenhängen. So lässt sich bereits im Säuglingsalter feststellen, dass den Mädchen ein anderes Verhalten beigemessen wird als den Jungen. Daran anknüpfend lassen sich Rollenerwartungen sowie Interpretationen auf gezeigtes Verhalten in der Interaktion bereits ab dem Säuglingsalter beobachten (Bilden; 1991:282). Diese Annahme wird unterstützt durch diverse „Baby- X“ Studien, welche seit den 70er Jahren der Frage nach Geschlechterunterschiede und der Annahme, dass diese einer Wahrnehmungstäuschung unterliegen, nachgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das öffentliche Meinungsbild über delinquente Mädchen und Frauen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Chancen und Grenzen genderspezifischer Präventionsansätze.

2 Lebenswelt und Sozialisation: Dieses Kapitel analysiert, wie geschlechterspezifische Sozialisationsprozesse und gesellschaftliche Rollenbilder bereits ab dem Kindesalter die Identitätsbildung beeinflussen.

3 Kriminalität von Frauen und Mädchen: Hier werden theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung weiblicher Delinquenz diskutiert und die aktuelle Datenlage der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) kritisch hinterfragt.

4 Geschlechterdifferenzierung in der Strafverfolgung und Sanktionierung: Dieses Kapitel untersucht Selektionsprozesse innerhalb der Justiz und stellt die Frage nach einer ungleichen Behandlung aufgrund des Geschlechts.

5 „Frauenbonus“ auf justizieller Ebene: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Hypothese, ob Frauen durch ein „ritterliches Verhalten“ der Justiz milder sanktioniert werden als Männer.

6 Genderspezifische primärpräventive Arbeit mit Mädchen: Fokus auf präventive Angebote im Kindes- und Jugendalter, unter anderem durch die Implementierung von Gender-Mainstreaming in der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

7 Genderspezifische sekundärpräventive Arbeit mit gefährdeten Frauengruppen: Untersuchung von Unterstützungssystemen in den Bereichen Schuldenregulierung und Drogenberatung für Frauen in prekären Lebenslagen.

8 Tertiäre Kriminalprävention unter Berücksichtigung der Genderproblematik: Analyse von Maßnahmen im Strafvollzug sowie Hilfsangeboten für Frauen nach der Haftentlassung.

9 Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze: Zusammenfassende kritische Reflexion über die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen und die Hürden, die Frauen beim Zugang zu diesen Angeboten begegnen.

10 Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit, genderspezifische Ansätze zu stärken, um eine effektive Wiedereingliederung und Prävention fernab von traditionellen Rollenzuschreibungen zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Kriminalprävention, Frauenkriminalität, Geschlechterspezifische Sozialisation, Gender-Mainstreaming, Straffälligenhilfe, Mädchenarbeit, Strafvollzug, Delinquenz, Sanktionierungspraxis, Resozialisierung, Frauenbonus, Soziale Arbeit, Jugenddelinquenz, Identitätsbildung, Präventionsmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Kriminalprävention bei Mädchen und Frauen unter dem Aspekt, wie gesellschaftliche Rollenbilder und genderspezifische Sozialisationsbedingungen die Entstehung und Sanktionierung von Delinquenz beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der Sozialisation und Rollenbildern stehen die Theorien zur Frauenkriminalität, die Analyse der Strafverfolgung sowie spezifische Ansätze in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention im Zentrum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze für Frauen zu identifizieren und zu prüfen, inwieweit spezifische Maßnahmen notwendig sind, um auf die Lebensrealitäten weiblicher Straffälliger einzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche mit einer Auswertung statistischer Daten (PKS, StVs) sowie qualitativen problemzentrierten Interviews mit Fachkräften in der Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Ebenen: die theoretische Einordnung, die justizielle Ebene (Sanktionierung) und die praktische Umsetzung in der Präventionsarbeit (Mädchenarbeit, Haftvollzug, Resozialisierung).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Frauenkriminalität, Gender-Mainstreaming, Sozialisation, Straffälligenhilfe und der kritisch hinterfragte „Frauenbonus“.

Was bedeutet der „Frauenbonus“ auf justizieller Ebene?

Es handelt sich um die Hypothese, dass Frauen durch ein ritterliches Verhalten von Instanzen der Strafverfolgung milder sanktioniert werden als Männer. Die Autorin untersucht, ob sich dies in den Daten zur Strafverfolgung tatsächlich bestätigen lässt.

Gibt es spezifische Fallbeispiele in der Arbeit?

Ja, die Autorin analysiert exemplarisch Einrichtungen im Raum Braunschweig (z.B. „Mädchencafé Luzie“) und Berlin („STARTKLAR konkret“), um die praktische Anwendung und Wirksamkeit präventiver Angebote zu veranschaulichen.

Final del extracto de 96 páginas  - subir

Detalles

Título
Kriminalpräventive Arbeit mit Mädchen und Frauen. Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze und genderspezifische Besonderheiten
Universidad
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter
Calificación
1,7
Autor
Pia Brommer (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
96
No. de catálogo
V267286
ISBN (Ebook)
9783668324510
ISBN (Libro)
9783668324527
Idioma
Alemán
Etiqueta
kriminalpräventive arbeit mädchen frauen chancen grenzen handlungsansätze besonderheiten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Pia Brommer (Autor), 2013, Kriminalpräventive Arbeit mit Mädchen und Frauen. Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze und genderspezifische Besonderheiten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267286
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