Diese studentische Arbeit soll keine beschreibende Abhandlung in Jahreszahlen abliefern, sondern exemplarisch zu zeigen, wie humanistische Bildungsgedanken so sehr außer Kraft gesetzt werden konnten, dass die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Begriff der reeducation verfügten, dass neue Lehrer das deutsche Bildungssystem wieder auf einen von nationalsozialistischen Ideen freien Weg bringen sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Einflüsse aus der Vergangenheit – Die Nachwirkungen der Weimarer Republik
3. Hitlers Ideologie im Bezug auf Erziehung und ihre Widersprüche
4. Die Zielvorstellungen speziell in der höheren Bildung
5. Umsetzung und Maßnahmen in der höheren Bildung
6. Kritische Schlussbetrachtung
7. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation des höheren Bildungssystems im Nationalsozialismus. Dabei liegt der Fokus auf der Diskrepanz zwischen ideologischen Zielvorgaben des NS-Regimes und der tatsächlichen Umsetzung im Schulalltag, um aufzuzeigen, wie humanistische Bildungsprinzipien gezielt außer Kraft gesetzt wurden.
- Historische Kontinuitäten und Brüche nach der Weimarer Republik
- Die ideologische Instrumentalisierung von Erziehung durch Hitler
- Umsetzung bildungspolitischer Maßnahmen in der höheren Bildung
- Die Rolle der Pädagogen im Spannungsfeld zwischen Ideologie und Objektivität
Auszug aus dem Buch
3. Hitlers Ideologie im Bezug auf Erziehung und ihre Widersprüche
Diese offensichtlich ungerechte Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen und die Ablehnung humanistischer Ideale erscheinen aus heutiger Sicht weder tragbar noch würde man derartiges überhaupt erst verbreiten. Hitler jedoch, der während seiner Festungshaft 1923 in seinem Buch Mein Kampf unter Anderem seine bildungspolitischen Ansichten und Vorstellungen darlegte, verschwieg dies in keiner Weise und daher soll es hier auch etwas ausführlicher zitiert werden:
„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. (…) Das freie herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. (…) So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen.“ (HITLER)
Die jugendliche Kraft sollte also zunächst neu erweckt werden, gegen andere durchgesetzt und vermehrt werden, schließlich sollte ‚das Schwache‘ verschwinden. ‚Das Schwache‘ umfasste vor allem den größten Feind des Nationalsozialismus‘, die Juden, aber auch, wenn es um das Recht auf elitäre Ausbildung ging, Frauen als auch geistig und körperlich Zurückgebliebene („Schüler, die leistungsunfähig sind oder offenkundige Willens- und Charakterschwächen besitzen, sind von der Hochschule fernzuhalten“, HITLER). Frauen sollten vor allem deshalb von höherer Bildung ferngehalten werden, da ihre Hauptaufgabe darin bestand als Hausfrau schnell, gesunde Kinder für das Reich (und den Krieg) zu gebären, wobei zu viel Wissen womöglich kontraproduktiv gewesen wäre. Daher wurde auch stets eine strikte Trennung von Mädchen und Jungen an Schulen eingehalten, um die für sie vorgesehenen Rollen nicht zu vermischen (vgl. Einführungserlass aus der Neuordnung des höheren Schulwesens 1938).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Die Autorin legt ihre persönlichen Motivationen dar und umreißt die Zielsetzung, exemplarisch die Zerstörung humanistischer Bildungsideale aufzuzeigen.
2. Einflüsse aus der Vergangenheit – Die Nachwirkungen der Weimarer Republik: Es werden die bildungspolitischen Rahmenbedingungen der Weimarer Zeit und deren Einfluss auf die spätere Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus analysiert.
3. Hitlers Ideologie im Bezug auf Erziehung und ihre Widersprüche: Dieses Kapitel thematisiert die nationalsozialistische Erziehungsideologie, die auf Härte, Auslese und die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen ausgerichtet war.
4. Die Zielvorstellungen speziell in der höheren Bildung: Hier wird die Etablierung einer neuen, politisch konformen Elite und die Abwertung des klassischen Bildungsbürgertums untersucht.
5. Umsetzung und Maßnahmen in der höheren Bildung: Das Kapitel beschreibt konkrete Eingriffe, wie die Reglementierung von Hochschulzugängen, die Lehrplanänderungen und die Verschärfung der Kontrolle über Lehrkräfte.
6. Kritische Schlussbetrachtung: Die Autorin reflektiert die Rolle der Pädagogen und zieht mahnende Parallelen zur heutigen Bedeutung von Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung.
7. Quellen: Auflistung der verwendeten Fachliteratur zur Untersuchung der Bildungsgeschichte.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, höhere Bildung, Erziehungsideologie, humanistische Bildung, NS-Schulpolitik, Volksgemeinschaft, Bildungsgeschichte, Indoktrination, NPEA, Lehrkräfte, Schülerauslese, Elitebildung, pädagogische Praxis, Ideologie, Weimarer Republik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung des höheren Bildungssystems während der Zeit des Nationalsozialismus.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Schwerpunkte sind die ideologische Umgestaltung der Schule, der Wandel des Lehrerbildes und der Ausschluss bestimmter Gruppen aus dem Bildungswesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie humanistische Bildungsansätze zugunsten einer ideologisch gelenkten Erziehung systematisch verdrängt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und einschlägiger bildungshistorischer Fachliteratur basiert.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der NS-Ideologie, deren konkrete Umsetzung an Schulen sowie die Rolle der Lehrkräfte in diesem Prozess analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Nationalsozialismus, Erziehung, höhere Bildung, Ideologie, Indoktrination und historische Bildungsforschung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Lehrerschaft?
Die Rolle der Pädagogen wird kritisch beleuchtet; die Autorin hinterfragt, inwieweit diese durch Autorität und politisches System ihre professionelle Objektivität aufgegeben haben.
Warum wird Hitlers „Mein Kampf“ im Text zitiert?
Die Zitate dienen dazu, die bildungspolitischen Absichten und die radikale Haltung Hitlers direkt aus den ursprünglichen programmatischen Schriften zu belegen.
Welche Bedeutung kommt der „Schülerauslese“ zu?
Die Schülerauslese wird als zentrales Steuerungsinstrument beschrieben, um ideologisch konforme und physisch leistungsfähige Schüler zu selektieren.
- Citar trabajo
- Cordula Zwanzig (Autor), 2010, Zur Geschichte der höheren Bildung im Nationalsozialismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267556